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Vornotiz 
Business-Objekt des Account Management (FS-AM), das eine Vormerkung eines zukünftigen Umsatzes (z.B. für eine Belastung aus einem Kartenumsatz) auf einem Konto abbildet.
Sie können Vornotizen entweder im Dialog, über eines der Business Application Programming Interfaces (BAPIs) oder – dies betrifft in der Regel Betragsreservierungen für Pfändungen – auch über einen PLM-Beleg im Posting Lock Management (FS-AM-PLM) anlegen, bearbeiten und löschen.
Sie können Vornotizen sowohl für Habenbuchungen als auch für Sollbuchungen anlegen. Betrag, Buchungsdatum und Zahlweg sind offen. Wenn zu einer Vornotiz eine Buchung erfolgt, wird die Vornotiz über eine Referenz gefunden und aufgelöst (sogenanntes "Matching"). Ansonsten wird die Vornotiz nach Zeitablauf gelöscht.
Vornotizen beeinflussen weder den Kontostand noch den Buch- und Valutasaldo. Sie können jedoch in Abhängigkeit von der Vornotizart als dispositionsrelevant gekennzeichnet werden und gehen dann in die Berechnung des verfügbaren Betrags ein.
Bei der Anlage einer Vornotiz wird kein Zahlungsposten erzeugt. Betrag, Buchungsdatum und Zahlweg sind offen. Es findet also auch keine Hauptbuchübergabe von Vornotizen statt.

Die Vornotiz ist nicht zu verwechseln mit dem Posten in Zukunft (PIZ).
Im Dialog können Sie folgende Transaktionen aufrufen:
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Transaktionscode |
Kurzbeschreibung |
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BCA_PRENOTE_CREATE |
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BCA_PRENOTE_CHANGE |
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BCA_PRENOTE_DISPLAY |
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BCA_PRENOTE_DELETE |
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BCA_PRENOTE_EXPIRED |
Verfallene Vornotizen anzeigen |
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BCA_OR_TOC_PP_AL |
Vornotiz bearbeiten (Anlage und Bearbeitung einer Vornotiz über einen PLM-Beleg im Posting Lock Management (FS-AM-PLM)) |
Über den BAPI Explorer können Sie folgende Methoden aufrufen:
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Methode |
Funktionsbaustein |
Kurzbeschreibung |
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Prenote.CreateMultiple* |
BAPI_BCA_PRENOTE_CREATE |
Vornotizen anlegen |
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Prenote.ChangeMultiple* |
BAPI_BCA_PRENOTE_CHANGE |
Vornotizen ändern |
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Prenote.DeleteMultiple* |
BAPI_BCA_PRENOTE_DELETE |
Vornotizen löschen |
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Prenote.GetBalance |
BAPI_BCA_PRENOTE_GET_BALANCE |
Saldo der Vornotizen anzeigen |
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Prenote.GetDetail |
BAPI_BCA_PRENOTE_GET_DETAIL |
Einzelne Vornotiz anzeigen |
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Prenote.GetList |
BAPI_BCA_PRENOTE_GET_LIST |
Liste der Vornotizen anzeigen |
* Die gekennzeichneten, schreibenden Methoden können auch im Testlauf ausgeführt werden.
Die Dokumentation der BAPIs finden Sie im BAPI Explorer.
Für die Vornotiz ist der Direct Input nicht implementiert. Die Fremddatenübernahmen (FDÜ) können Sie über die BAPIs vornehmen.
Die Übersicht der Business Transaction Events (BTEs), die Ihnen zur Vornotiz zur Verfügung stehen, finden Sie im Customizing des Account Management (FS-AM) in folgenden IMG-Aktivitäten:
Technische Einstellungen ® Business Transaction Events / Zeitpunktsteuerung (FS-AM)
· ® Infosystem (P/S) anzeigen
· ® Infosystem (Prozeß) anzeigen
Dieses Business-Objekt verfügt über die folgenden Attribute:
· Kontoidentifikation
· Vornotizreferenznummer
· Betrag
· Währung
· Dispositionsrelevanz
· Anlagedatum
· Verfallsdatum
· Ablaufdatum
· Status (siehe Status von Vornotizen)
· Textfelder
Beim Anlegen, Ändern, Anzeigen und Löschen von Vornotizen werden die Berechtigungsprüfungen des Zahlungspostens durchlaufen. Die Vornotiz selbst verfügt über kein eigenes Berechtigungsobjekt. Weitere Informationen zu den Berechtigungsprüfungen im Account Management (FS-AM) finden Sie unter Berechtigungsverwaltung sowie unter Berechtigungsobjekte.
Vornotizen durchlaufen zudem bei der Anlage, Änderung und Löschung eine Reihe formaler Prüfungen. Bei der Anlage werden zusätzlich materielle Prüfungen durchlaufen. Weitere Informationen dazu finden Sie unter Formale und materielle Prüfungen bei Vornotizen.
Sie haben die Möglichkeit festzulegen, dass das Anlegen, Ändern oder Löschen von Vornotizen die Zustimmung von bis zu drei weiteren Personen erfordert und somit freigaberelevant ist. Weitere Informationen finden Sie unter Freigabeobjekt PRENOTE (Vornotiz).
Nach erfolgreichem Durchlaufen der formalen und materiellen Prüfungen wird eine angelegte Vornotiz zunächst vom System gespeichert. Bei dispositionsrelevanten Vornotizen wird der Betrag der Vornotiz je nach Vorzeichen vom verfügbaren Betrag des Kontos abgezogen oder gutgeschrieben.
Das System kann eine angelegte Vornotiz anhand der Vornotizreferenznummer, der Kontonummer und dem Anlagezeitpunkt jederzeit selektieren.
Wenn ein Zahlungsposten über BAPI ins Account Management (FS-AM) gelangt, Sie einen Zahlungsposten oder Zahlungsauftrag im Dialog anlegen oder einen Zahlungsposten umbuchen, prüft das System, ob der Zahlungsposten eine Vornotizreferenznummer enthält. Voraussetzung hierfür ist jedoch, dass im Customizing des Account Management (FS-AM) für die entsprechende Vorgangsart unter Postenmanagement ® Grundfunktionen ® Vorgangsarten und Vorgangsartengruppen ® Vorgangsarten für Zahlungsposten pflegen und zuordnen im Gruppenrahmen Prüfungen das Kennzeichen Vornotiz und gegebenenfalls im Gruppenrahmen Steuerung das Kennzeichen Vornotiz erforderlich gesetzt ist.
Wenn der Zahlungsposten keine Vornotizreferenz enthält, obwohl für die Vorgangsart des Postens eine Vornotiz erforderlich ist, erzeugt das System eine Fehlermeldung, und der Buchungsfehler wird über die Regeln zur Disposition weiterverarbeitet.
Wenn der Zahlungsposten eine Vornotizreferenz enthält, sucht das System nach einer aktiven Vornotiz mit passender Referenznummer. Falls Sie im Customizing des Account Management (FS-AM) unter Postenmanagement ® Vornotiz ® Vornotizarten definieren das Kennzeichen Betragsprüfungsrelevant gesetzt und die gewünschten Einstellungen unter Postenmanagement ® Vornotiz ® Toleranzgrenzen für Vornotizarten definieren vorgenommen haben, prüft das System außerdem, ob der Buchungsbetrag des Zahlungspostens in unzulässiger Weise vom Betrag der Vornotiz abweicht.
Darüber hinaus werden keine anderen Daten von Vornotiz und Zahlungsposten verglichen. Falls das System eine zugehörige Vornotiz findet, wird die Vornotiz aufgelöst (sogenanntes „Matching“). Der zugehörige Zahlungsposten wird mit entsprechendem Kennzeichen an die Umsatzverarbeitung weitergeleitet. Die Vornotiz erhält den Status Gematcht.
Wenn bis zum Verfallsdatum (Gültig-bis-Datum) der Vornotiz kein erfolgreiches Matching der Vornotiz stattgefunden hat, verfällt die Vornotiz aufgrund Zeitablauf.
Sie haben die Möglichkeit festzulegen, dass Vornotizen nach Ablauf einer bestimmten Zeitspanne archiviert oder physisch von der Datenbank gelöscht werden. Die Zeitspanne definieren Sie pro Bankbuchungskreis und Vornotizart im Customizing des Account Management (FS-AM) unter Postenmanagement ® Vornotiz ® Archivierung ® Residenzzeit für Vornotizen definieren. Für die Vornotizarten, deren Vornotizen Sie archivieren möchten, müssen Sie zudem im Customizing des Account Management (FS-AM) unter Postenmanagement ® Vornotiz ® Vornotizarten definieren das Kennzeichen Archivieren gesetzt haben.
Archivierbar sind Vornotizen in den Status Aktiv, Verfallen, Gematcht, Gelöscht und Storniert. Voraussetzung ist, dass das Gültig-bis-Datum der Vornotizen überschritten ist.
Sie können archivierte Vornotizen vom Bild SAP Easy Access aus unter Account Management ® Archivierung ® Datenanzeige ® Betriebswirtschaftliche Vornotizen (Archivierungsobjekt PRENOTE/B) anzeigen.
Weitere Informationen zur Archivierung finden Sie unter Datenarchivierung im Account Management (FS-AM).
Wenn Vornotizen im Status Aktiv existieren, ist eine Kontoauflösung nicht möglich. Der Grund hierfür ist, dass die eigentliche Belastung des Kontos erst in der Zukunft erfolgt und der zu belastende Betrag eventuell noch variieren kann. Wenn Sie ein Konto auflösen möchten, zu dem eine Vornotiz im Status Aktiv vorhanden ist, müssen Sie die Vornotiz löschen.
Wenn Sie ein geplantes Kontoauflösungsdatum in der Zukunft hinterlegt haben, können Sie bis zum Auflösungstermin weiterhin Vornotizen anlegen.
Wenn Vornotizen über das Posting Lock Management mittels eines PLM-Belegs angelegt wurden, können diese auch nur im Posting Lock Management bearbeitet werden.
Vornotizen zu Vornotizarten, die im Customizing des Account Management (FS-AM) unter Postenmanagement ® Vornotizen ® Vornotizarten definieren als dispositionsrelevant gekennzeichnet sind, erhöhen (bei Habenbuchungen) oder vermindern (bei Sollbuchungen) den verfügbaren Betrag auf dem zugeordneten Konto.
Bei der Anlage von Vornotizen zu Zahlungsverkehrsvordrucken (ZVV) müssen Sie eine ZVV-Nummer angeben. Wenn ein ZVV mit dieser ZVV-Nummer im Status Angelegt im Account Management (FS-AM) vorhanden ist, erhält der ZVV bei erfolgreicher Anlage der Vornotiz den Status Eingelöst. Wenn kein entsprechender ZVV im Account Management (FS-AM) vorhanden ist, legt das System einen neuen ZVV im Status Eingelöst im ZVV-Bestand an. Beides gilt auch, wenn die Vornotiz sich noch in Nachdisposition befindet.
Beim Verfall, Löschen oder Matching einer Vornotiz erfolgt keine Anpassung des ZVV-Bestands.
Wenn Sie eine Vornotiz ändern oder
löschen, wird ein
Änderungsbeleg
erzeugt.
Sie können veranlassen, dass Vornotizen, durch deren Betrag der verfügbare Betrag auf dem Konto überschritten wird, in Nachdisposition gestellt werden und entsprechende Kontoaufträge zur Weiterverarbeitung im DispoOffice (FS-PCO-AM) erstellt werden. Die Vornotiz erhält dann trotzdem den Status Aktiv und steht damit für ein Matching bereit; im DispoOffice kann jedoch geprüft werden, ob es erforderlich ist, der Überschreitung des verfügbaren Betrags durch geeignete Maßnahmen entgegenzuwirken.
Voraussetzung für diese Kontrollmöglichkeit im DispoOffice ist, dass Sie im Customizing des Account Management (FS-AM) unter Grundeinstellungen ® Spezielle Komnponenten aktivieren die Komponente DispoOffice (FS-PCO-AM) aktiviert haben.
Ein Kunde Ihrer Bank bezahlt seinen Einkauf in einem Einzelhandelsgeschäft mit EC-Karte. Das Geschäft nutzt für EC-Kartenzahlungen das POS-Verfahren. Nachdem der Kunde seine PIN eingegeben hat, nimmt der Rechner der Gesellschaft für Zahlungssysteme Kontakt mit Ihrer Bank auf, um zu kontrollieren, ob Sperren vorliegen und ob der verfügbare Betrag auf Ihrem Konto ausreicht. Ihre Bank hat dann die Möglichkeit, bis zum Eingang des Zahlungspostens eine dispositionsrelevante Vornotiz anzulegen, damit der entsprechende Betrag auf dem Konto des Kunden reserviert ist, bis die Lastschrift des Einzelhandelsgeschäfts bei Ihrer Bank eingegangen ist.