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Regeln zur Disposition 
Die Regeln zur Disposition dienen innerhalb des Account Management dazu, die Abwicklung des Massenzahlungsverkehrs zu automatisieren und die Weiterverarbeitung zu steuern, wenn bei der Buchung von Zahlungsposten Probleme auftreten (z.B. Überschreitung des verfügbaren Betrags oder Sperren). Dadurch können auch fehlerhafte Buchungen in vielen Fällen maschinell bearbeitet werden, ohne dass Sie manuell eingreifen müssen.
Sie definieren die Regeln zur Disposition im Customizing des Account Management (FS-AM).
Wenn Sie die Regeln zur Disposition in vollem Umfang nutzen möchten, haben Sie im Customizing des Account Management unter Postenmanagement die folgenden IMG-Aktivitäten ausgeführt:
· Grundfunktionen ® Kontensymbole ® Kontensymbole definieren
· Grundfunktionen ® Kontensymbole ® Kontensymbole zuordnen
· Grundfunktionen ® Abweisungsgründe definieren
· Grundfunktionen ® Rückgaben ® Rückgabegründe definieren
· Regeln zur Disposition ® Vorgangsartengruppen definieren
· Regeln zur Disposition ® Eigene Prüfergebnisse definieren
· Regeln zur Disposition ® Berechnung und Prüfung des verfügbaren Betrags steuern
· Regeln zur Disposition ® Fehlerarten ® Fehlerarten definieren
· Regeln zur Disposition ® Fehlerarten ® Betragsgrenzen festlegen
· Regeln zur Disposition ® Fehlerarten ® Fehlerarten zuordnen
· Regeln zur Disposition ® Absendende Anwendungen definieren
· Regeln zur Disposition ® Dispo-Gruppen definieren
· Regeln zur Disposition ® Feldreihenfolge zum Ermitteln einer Regel im Hauptregelwerk definieren
· Regeln zur Disposition ® Hauptregelwerk definieren
Darüber hinaus haben Sie bei Bedarf das Business Transaction Event (BTE) 10010 (Ergebnis der Verarbeitung an Vorsystem melden) ausprogrammiert.
Einbindung der Regeln zur Disposition in den Gesamtkontext PLM/AM/DispoOffice

...
1. Sie buchen Zahlungsposten in der Dialogverarbeitung, oder die Zahlungsposten stammen aus einem Zahlungsverkehrssystem und gelangen über ein Business Application Programming Interface (BAPI) ins Account Management.
2. Bei der Buchung führt das System zunächst für jeden Zahlungsposten, unabhängig davon, ob er manuell erfasst wurde oder über BAPI ins Account Management gelangt ist, eine Reihe formaler und materieller Prüfungen durch.
3. Wenn bei diesen Prüfungen formale oder materielle Fehler festgestellt werden, gibt das System eine Fehlermeldung aus.
4. Das System ermittelt für alle Zahlungsposten die Erstreaktion, die Sie für das entsprechende Buchungsproblem in der IMG-Aktivität Hauptregelwerk definieren hinterlegt haben.
Folgende Systemreaktionen sind grundsätzlich möglich:
¡ Buchen: Der Zahlungsposten wird auf dem Konto gebucht und erhält den Status Gebucht. Dabei werden die beteiligten Objekte Hauptbuch, Salden (Kontostand, Verkehrszahlen), Zahlungsverkehrsvordrucke, Zähler und Vornotizen fortgeschrieben. Darüber hinaus wird gegebenenfalls der Kontostatus auf Aktiv gesetzt und die Erstellung eines ereignisgesteuerten Kontoauszugs in Gang gesetzt.
¡ Nachbearbeitung: Der Zahlungsposten wird nicht auf dem Zielkonto gebucht, sondern dem Konto lediglich zugeordnet. Bei zielseitigen Zahlungsposten in Nachbearbeitung wird das Hauptbuch fortgeschrieben. Alle anderen beteiligten Objekte werden nicht fortgeschrieben. Der Zahlungsposten erhält den Status In Nachbearbeitung. Wenn das DispoOffice (FS-PCO-AM) im Customizing aktiviert ist, wird automatisch ein Dispo-Auftrag für die Weiterverarbeitung im DispoOffice erstellt.
¡ Nachdisposition: Der Zahlungsposten wird auf dem Konto gebucht und erhält den Status Gebucht. Wenn das DispoOffice im Customizing aktiviert ist, wird automatisch ein Dispo-Auftrag für die Weiterverarbeitung im DispoOffice erstellt. Ansonsten gelten die gleichen Bedingungen wie bei der Erstreaktion Buchen analog.
¡ Umlenkung: Der Zahlungsposten wird nicht auf das ursprüngliche Zielkonto gebucht, sondern auf ein CpD- oder Bearbeitungskonto umgelenkt. Üblicherweise geschieht dies, weil das eigentliche Zielkonto nicht ermittelt werden kann oder inaktiv ist. Für die Umlenkung muss ein Kontensymbol hinterlegt sein. Der Zahlungsposten erhält den Status Gebucht. Die ursprünglichen Empfängerangaben werden am Zahlungsposten festgehalten. Wenn die Umlenkung auf ein CpD-Konto erfolgt und zudem das DispoOffice aktiviert ist, wird automatisch ein Dispo-Auftrag für die Weiterverarbeitung im DispoOffice erstellt. Wenn die Umlenkung auf ein Bearbeitungskonto erfolgt, müssen Sie die weitere Bearbeitung manuell im Account Management vornehmen.
¡ Rückgabe: Der Empfängerposten wird automatisch mittels eines Zahlungsauftrags an das Zahlungsverkehrssystem zurückgegeben und erhält den Status Zurückgegeben.
¡ Abweisen: Der Auftraggeberposten wird vom Account Management nicht akzeptiert und wieder an das Zahlungsverkehrssystem übermittelt. Der Zahlungsposten ist im Account Management nicht mehr nachweisbar.

Außer wenn im Hauptregelwerk Abweisen als Reaktion eingestellt ist, werden Zahlungsposten standardmäßig in den nachfolgenden Fällen abgewiesen. Das System übersteuert dann die Einstellungen im Hauptregelwerk.
· Es liegen nicht disponierbare formale Fehler vor.
· Sie haben über BAPI das Kennzeichen Fehlerhafte Posten nur bei Reaktion Buchen verarbeiten (PostOrCancel) gesetzt und gemäß Hauptregelwerk ergibt sich eine Reaktion ungleich Buchen.
· Sie bearbeiten einen freigaberelevanten Zahlungsposten im Dialog, es liegen disponierbare formale Fehler vor, und gemäß Hauptregelwerk ergibt sich eine Reaktion ungleich Buchen.

Die materiellen Prüfungen werden erst bei der Freigabe des Zahlungspostens durchgeführt.
· Sie führen eine Abschlussbuchung durch, und gemäß Hauptregelwerk ergibt sich eine Reaktion ungleich Buchen oder Nachdisposition.
· Gemäß Hauptregelwerk ergibt sich für eine Folgeposition eines Zahlungspostens eine Reaktion, die für die Hauptposition unzulässig ist.

Wenn für die Transaktionsgebühr (Folgeposition) zu einem Auftraggeberposten (Hauptposition) die Reaktion Umlenken eingestellt ist, wird sowohl der Auftraggeberposten als auch die Gebühr abgewiesen.
Disposition von Zahlungsposten im Account Management

Bei der Ermittlung der relevanten Erstreaktion geht das System in folgenden Schritten vor:
...
a. Wenn das Buchungsproblem beim Durchlaufen der Prüfobjekte Eigene Prüfung, Verfahrenslimit oder Planüberwachung festgestellt wurde, ermittelt das System anhand der Kombination aus Prüfobjekt, Prüfung und Ergebnisnummer die Fehlermeldung, die Sie im Customizing unter Eigene Prüfergebnisse definieren zugeordnet haben. Dasselbe gilt, wenn Sie zum Prüfobjekt Kontobuchung für die Prüfung Kontobuchung – Sperren im Customizing des Account Management unter Vertragsmanagement ® Konto ® Buchungssperren definieren eigene Buchungssperren festgelegt haben.
b. Wenn das Buchungsproblem beim Durchlaufen eines der anderen Prüfobjekte festgestellt wurde, ordnet das System die standardmäßig vorgesehene Fehlermeldung zu.
c. Das System ermittelt die Fehlerart, die Sie der Kombination aus Prüfobjekt, Prüfung und Ergebnisnummer im Customizing unter Fehlerarten zuordnen zugeordnet haben.
d. Das System selektiert im Hauptregelwerk den Eintrag, bei dem Ihre Einstellungen zu Fehlerart, Art des Zahlungspostens, Vorgangsartengruppe, Produkt, Dispo-Gruppe und absendende Anwendung mit den entsprechenden Attributen des Zahlungspostens übereinstimmen. Wenn kein vollqualifizierter Eintrag gefunden wird, wird der teilqualifizierte Eintrag gesucht, bei dem die meisten Kriterien übereinstimmen. Dabei wird die Reihenfolge berücksichtigt, die Sie in der IMG-Aktivität Feldreihenfolge zum Ermitteln einer Regel im Hauptregelwerk definieren festgelegt haben.
...
1. Das System führt die Erstreaktion aus, die dem selektierten Eintrag zugeordnet ist.
Wenn mehrere Prüffehler vorliegen und dadurch mehrere Einträge mit unterschiedlicher Erstreaktion gleichermaßen zutreffen, wählt das System die „härteste“ Erstreaktion. Dabei gilt folgende Rangfolge der Erstreaktionen:
a. Abweisen
b. Rückgabe
Wenn mehrere Einträge zutreffen, aber alle die Erstreaktion Rückgabe ergeben, wählt das System den Eintrag mit dem Rückgabegrund, den Sie in der IMG-Aktivität Rückgabegründe definieren die höchste Priorität zugewiesen haben.
c. Umlenken
d. Nachbearbeitung
e. Nachdisposition
f. Buchen
Wenn mehrere Einträge zutreffen, aber alle die gleiche Erstreaktion ergeben, wählt das System den Eintrag mit der „härtesten“ Endreaktion. Dabei gilt folgende Rangfolge der Endreaktionen:
...
a. Stornieren
b. Abweisen
c. Rückgabe
Wenn mehrere Einträge mit gleicher Erstreaktion und Endreaktion Rückgabe zutreffen, erfolgt eine Priorisierung gemäß Rückgabegrund.
d. Umbuchen
e. Buchen
2. Wenn das DispoOffice aktiv ist, leitet das System bei den Erstreaktionen Nachbearbeitung und Nachdisposition sowie bei der Erstreaktion Umlenkung, wenn die Umlenkung auf ein CpD-Konto erfolgt, die erforderlichen Informationen zur Weiterbearbeitung an das DispoOffice weiter, wo ein Dispo-Auftrag erzeugt wird.
3. Im DispoOffice wird der Dispo-Auftrag je nach Ihren Einstellungen im Customizing des DispoOffice entweder manuell mit dem DispoDesktop oder maschinell vom Repetitor bearbeitet. Der Repetitor veranlasst, dass die Endreaktion, die Sie im Hauptregelwerk hinterlegt haben, im Account Management ausgeführt wird. Als Endreaktionen kommen grundsätzlich die Reaktionen Buchen, Umbuchen, Rückgabe, Abweisen und Stornieren in Frage.
4. Wenn der jeweilige Zahlungsposten über ein Zahlungsverkehrssystem ins Account Management gelangt ist, meldet das System die Erstreaktion an das Zahlungsverkehrssystem zurück. Falls Sie für die Erstreaktionen Rückgabe und Abweisen im Hauptregelwerk Gründe hinterlegt haben, werden auch diese an das Zahlungsverkehrssystem weitergegeben.
5. Wenn ein Zahlungsposten nach Ausführung der Erstreaktion noch weiterverarbeitet wird, also z. B. zunächst in Nachbearbeitung gestellt und später als Endreaktion gebucht wird, wird die Information über die Endreaktion nur dann an das Zahlungsverkehrssystem übermittelt, wenn Sie das BTE 10010 ausprogrammiert haben.