Abrechnung im Produkt-Controlling 

Verwendung

Während der Produktion werden Produktkostensammler und Produktionsaufträge mit Istkosten belastet. Bei jedem Wareneingang werden Entlastungsbuchungen zum Produktkostensammler beziehungsweise zum Produktionsauftrag erzeugt. Die Istkosten, die auf einen Auftrag gebucht worden sind, können höher oder niedriger sein als der Wert, mit dem ein Auftrag bei der Buchung des Wareneinganges entlastet wurde. Bei der Abrechnung soll diese Differenz aus Belastung und Entlastung des Auftrages an die Finanzbuchhaltung (FI) weitergeleitet werden. Des weiteren werden bei der Abrechnung andere Komponenten mit Daten aus der Kostenträgerrechnung versorgt.

Bei der Abrechnung kann

Die Abrechnung an das CO-PA erfolgt in der Regel gegliedert nach Abweichungskategorien. Sie können jedoch auch den Auftragssaldo an das CO-PA abrechnen.

Integration

Sie können den Periodenabschluß mit Hilfe des Schedule Managers ausführen. Informationen hierzu finden Sie in den Abschnitten:

Scheduler

Monitor

Ablaufdefinition

Wenn Sie den Schedule Manager mit der Ablaufdefinition verwenden, können Sie den mehrstufigen Arbeitsvorrat zur Nachbearbeitung der fehlerhaften Objekte verwenden. Weitere Informationen hierzu finden Sie im Abschnitt:

Mehrstufiger Arbeitsvorrat

Durch die Abrechnung der durch die WIP-Ermittlung ermittelten Ware in Arbeit werden im FI die Bestände an unfertigen Erzeugnissen aktiviert und gegebenenfalls auch an EC-PCA weitergeleitet.

Durch die Abrechnung des Auftragssaldos (im Periodischen Produkt-Controlling abzüglich der Ware in Arbeit) wird im FI

Zur Abrechnung an FI lesen Sie den Abschnitt: Buchhalterische Betrachtung der Kostenträgerrechnung.

Wenn Sie die Istkalkulation / Material-Ledger (CO-PC-ACT) aktiv haben, dann können Sie den Saldo an diese Anwendungskomponente abrechnen und anschließend im dortigen Periodenabschluß die Bestände nachbewerten.

Durch die Abrechnung der in der Abweichungsermittlung ermittelten Gesamtabweichung kann bei S-Preis-Steuerung an ein Ergebnisobjekt des CO-PA abgerechnet werden.

Bei welchen Systemmeldungen Sie die Ware in Arbeit und Ausschuß abrechnen oder eine Abrechnung verhindern können, können Sie mit Hilfe der flexiblen Fehlersteuerung beeinflussen.

Voraussetzungen

Das System ordnet dem Produktkostensammler oder dem Produktionsauftrag aufgrund der Einstellungen im Customizing des Produktkosten-Controlling eine Abrechnungsvorschrift zu. Diese Abrechnungsvorschrift enthält eine Aufteilungsregel, die wiederum auf eine Abrechnungsart verweist. Die Abrechnungsart entscheidet darüber, ob die Abrechnung kumuliert oder periodisch erfolgt. Welche Abrechnungsart Bestandteil der Abrechnungsvorschrift sein wird, bestimmen Sie im Customizing des Produktkosten-Controlling unter Vorschlagswerte pro Auftragsart festlegen.

Beachten Sie, daß bei Anlage eines Auftrages oder Produktkostensammlers eine erste Abrechnungsvorschrift erzeugt wird, die in der Regel den Abrechnungsempfänger "Material" enthält.

Wenn Sie Abweichungen an das CO-PA abrechnen möchten, dann erzeugt das System beim ersten Abrechnen eines Auftrages oder Produktkostensammlers eine zweite Abrechnungsvorschrift, die den Abrechnungsempfänger "Ergebnisobjekt" enthält. Das Ergebnisobjekt besteht aus Merkmalen der Ergebnisrechnung.

SAP empfiehlt bei einer kostenrechnerischen Betrachtung auf der Ebene von Fertigungsaufträgen und Prozeßaufträgen die Gesamtabrechnung der Produktionsaufträge. Grund dafür ist, daß bei periodischer Abrechnung die Ware in Arbeit und der Ausschuß zu Sollkosten bewertet werden. Dies kann zu Problemen führen, wenn die Kalkulation, die der Bewertung der Ware in Arbeit und des Ausschusses zugrunde liegt, auf einem anderen Arbeitsplan basiert als der Produktionsauftrag selbst.

Sie müssen des weiteren folgende Arbeitsschritte im Customizing des Produktkosten-Controlling unter Periodenabschluß ® Abrechnung vornehmen:

Sie hinterlegen im Abrechnungsprofil unter anderem, ob die Abrechnung erlaubt ist, welche Empfänger für die Abrechnung erlaubt sind (z.B. Material, Kundenauftrag, Ergebnisobjekt) und welches Verrechnungsschema und Ergebnisschema verwendet werden sollen. Wenn Sie Abweichungen an das CO-PA abrechnen möchten, so müssen Sie im Abrechnungsprofil das Kennzeichen Abweichungen abrechnen setzen.

Sie definieren in diesem Arbeitsschritt primäre Abrechnungskostenarten für Empfänger im externen Rechnungswesen (z.B. Material) und sekundäre Abrechnungsarten für Empfänger im internen Rechnungswesen (z.B. Ergebnisobjekt).

Sie definieren in der Kostenträgerrechnung im Verrechnungsschema, welche Kosten an den Abrechnungsempfänger abgerechnet werden. Es gliedert die Belastungskostenarten nach Abrechnungszuordnungen und ordnet jede Abrechnungszuordnung einer Abrechnungskostenart zu. Stellen Sie sicher, daß

Das Verrechnungsschema muß gegebenenfalls auch die Kostenarten enthalten, unter denen Kosten von der Kostenträgerhierarchie auf die Produktkostensammler verteilt werden.

Es genügt der Eintrag einer Kostenartengruppe.

Für die Abrechnung der Differenz aus Belastung und Entlastung des Auftrags an Material hinterlegen Sie im Verrechnungsschema alle Kostenarten, mit denen ein Auftrag belastet wurde. Die Materialkontenfindung im MM bestimmt, unter welcher primären Kostenart (z.B. 895000 Bestandsveränderungen) die Entlastung auf dem Auftrag fortgeschrieben wird.

Für die Abrechnung der Differenz aus Belastung und Entlastung des Auftrages an Material legen Sie eine primäre Abrechnungskostenart an. Diese primäre Abrechnungskostenart legen Sie zum relevanten Bestandsveränderungskonto im FI an. Um festzustellen, welche primäre Abrechnungskostenart Sie anlegen müssen, verzweigen Sie ins Customizing der Materialwirtschaft unter Bewertung und Kontierung ® Kontenfindung ® Kontenfindung ohne Assistent ® Automatische Buchungen anlegen. Wählen Sie Kontierung und zeigen Sie das Detailbild zum Vorgang Gegenbuchung zur Bestandsbuchung (GBB) an. Prüfen Sie die Einträge in den Spalten "Soll" und "Haben" zur Kontomodifikationskonstante "AUF" und gegebenenfalls zur Kontomodifikationskonstante "AUA". Legen Sie zu den in den Spalten "Soll" und "Haben" eingetragenen Konten primäre Abrechnungskostenarten an.

Sie müssen für die Abrechnung an Material keine Zuordnung einer Abrechnungskostenart zum Empfängertyp Material vornehmen.

 

Rechnen Sie bei Einsatz des unbewertetem Kundenauftragsbestandes oder des unbewerteten Projektbestandes hingegen die Auftragskosten an eine Kundenauftragsposition oder ein Projekt ab, so müssen Sie im Verrechnungsschema angeben, unter welcher Abrechnungskostenart die Daten fortgeschrieben werden.

Für einen Fertigungsauftrag, dessen Kosten auf eine Kundenauftragsposition kontiert sind, sind Kosten für Rohstoffe, Eigenleistungen und Gemeinkosten angefallen. Diese Kosten sind einer Kostenartengruppe zugeordnet.

– Ist das Kennzeichen Kostenartengerechte Abrechnung gesetzt, so sehen Sie nach der Abrechnung auf der Kundenauftragsposition die einzelnen Belastungskostenarten für die Rohstoffe, Eigenleistungen und Gemeinkosten.

– Ist das Kennzeichen Kostenartengerechte Abrechnung nicht gesetzt, so sehen Sie nach der Abrechnung auf der Kundenauftragsposition alle Kosten zum Fertigungsauftrag unter einer Abrechnungskostenart.

Sie bestimmen ein Ursprungsschema, wenn Sie die für einen Auftrag angefallenen Kosten je nach Kostenart an unterschiedliche Empfänger abrechnen wollen. Das Ursprungsschema gliedert die Belastungskostenarten nach Ursprungszuordnungen. Das Ursprungsschema kann beispielsweise in der Kuppelproduktion verwendet werden. Haben Sie keine Kuppelproduktion im Einsatz, so können Sie in der Regel im Rahmen der Kostenträgerrechnung auf den Einsatz eines Ursprungsschemas verzichten.

Das Ergebnisschema besteht aus einer oder mehreren Positionen. Diese Positionen werden Ergebniszuordnungen genannt. Sie weisen in einer Ergebniszuordnung eine Kostenartengruppe und gegebenenfalls eine Abweichungskategorie einem Wertfeld des Ergebnisbereiches im CO-PA zu. Damit die Abrechnung an das CO-PA ordnungsgemäß erfolgen kann, muß jede Kombination von Kostenartengruppe und Abweichungskategorie genau einem Wertfeld des Ergebnisbereiches zugeordnet werden.

Beachten Sie:

Das Ergebnisschema muß bei Verwendung einer Kostenträgerhierachie auch die Kostenarten enthalten, unter denen Kosten von der Kostenträgerhierarchie auf die Produktkostensammler verteilt werden.

Wenn Sie Abweichungen an das CO-PA abrechnen möchten, so müssen Sie zuvor zum Auftrag eine Abweichungsermittlung auf Basis der Sollversion 0 durchführen. Nur die auf Basis der Sollversion 0 ermittelten Abweichungen sind abrechnungsrelevant.

Für die Abrechnung der Ware in Arbeit pflegen Sie die Buchungsregel im Customizing des Produktkosten-Controlling unter Periodenabschluß ® Ware in Arbeit. Sie hinterlegen in den Buchungsregeln, an welche Sachkonten die Ware in Arbeit abgerechnet wird.

Vor der Abrechnung führen Sie die WIP-Ermittlung und die Abweichungsermittlung durch.

Einstellungen zur Abrechnung an das CO-PA

Um Abweichungen an das CO-PA abrechnen zu können, führen Sie im Customizing des Controlling unter Ergebnis- und Marktsegmentrechnung ® Strukturen folgende Arbeitsschritte durch:

Um sicherzustellen, daß die Ergebnisse der Plankalkulation in das CO-PA übernommen werden, führen Sie folgende Arbeitsschritte durch:

Verzweigen Sie im Customizing des Controlling unter Ergebnis- und Marktsegmentrechnung ® Stammdaten ® Bewertung.

Stellen Sie im Customizing des Produktkosten-Controlling (CO-PC) sicher, daß

Einstellungen zur Abrechnung einer Kostenträgerhierarchie im Periodischen Produkt-Controlling

Im Periodischen Produkt-Controlling können Sie Kostenträgerhierarchien verwenden um Istkosten zu erfassen, die einzelnen Produktkostensammlern oder Produktionsaufträgen nicht direkt zuordenbar sind.

Sie können die zur Kostenträgerhierarchie erfaßten Kosten direkt von der Kostenträgerhierarchie ausgehend abrechnen oder vor der Abrechnung auf die der Kostenträgerhierarchie zugeordneten Objekte verteilen. Ob die Verteilung aktiv ist, definieren Sie im Customizing des Periodischen Produkt-Controlling unter Kostenträgerhierarchien ® Kostenträgerarten für Kostenträgerhierarchien definieren.

· Abrechnung einer Kostenträgerhierarchie ohne vorherige Verteilung

Die Istkosten werden an ein Preisdifferenzkonto und die Abweichungen an ein Ergebnisobjekt weitergeleitet. Sie können dabei wählen zwischen der

Wenn Sie mit der manuellen Kontenzuordnung arbeiten, müssen Sie Abrechnungsvorschriften für die Kostenträgerhierachie definieren. In der Abrechnungsvorschrift geben Sie das Preisdifferenzenkonto für das einem Kostenträgerknoten zugeordnete Material (zum Beispiel 231000 Aufwand aus Preisdifferenzen) als Empfänger an. Im Verrechnungsschema hinterlegen Sie das Preisdifferenzenkonto für die Erträge (zum Beispiel 811000 Ertrag aus Aktivierung abgerechneter Aufträge) als primäre Abrechnungskostenart.

Wenn Sie mit der Abrechnung via Materialkontenfindung arbeiten, müssen Sie

Sie definieren die Art der Abrechnung im Customizing des Periodischen Produkt-Controlling unter Kostenträgerhierarchien ® Kostenträgerarten für Kostenträgerhierarchien definieren.

Lesen Sie hierzu die Abschnitte:

Abrechnungsvorschriften für Kostenträgerhierarchien

Periodenabschluß zur Kostenträgerhierarchie ohne Verteilung

Periodenabschluß zur Kostenträgerhierarchie mit Verteilung

· Abrechnung einer Kostenträgerhierarchie mit vorheriger Verteilung

Ist die Verteilung aktiv, so werden die zur Kostenträgerhierarchie erfaßten Istkosten auf die zugeordneten Aufträge verteilt und mit der Auftragsabrechnung an den Bestand weitergeleitet.

Für die Abrechnung von Kostenträgerhierarchien ist im Customizing ein Standardabrechnungsprofil CKPH01 (Standardprofil Kostenträger) hinterlegt. In diesem Abrechnungsprofil sind bereits Einstellungen für die Abrechnung von Kostenträgerhierarchien vordefiniert. Prüfen Sie, ob das Standardabrechnungsprofil Ihren Anforderungen entspricht.

Sie können das Abrechnungsprofil als Vorschlagswert im Kostenträgerprofil hinterlegen. Gehens Sie dazu ins Customizing des Periodischen Produkt-Controlling unter Kostenträgerhierarchien ® Kostenträgerprofile für Kostenträgerhierarchien definieren. Sie können das Kostenträgerprofil als Vorschlagswert in der Kostenträgerart hinterlegen.

Funktionsumfang

Die Abrechnungsvorschrift eines Produktkostensammlers oder Produktionsauftrages kontiert die abzurechnenden Kosten in Abhängigkeit von den Einstellungen im Abrechnungsprofil sowie vom logistischen und kostenrechnerischen Szenario.

Abrechnungsempfänger in Abhängigkeit vom Szenario

Bei

wird der Auftrag abgerechnet an

anonymer Lagerfertigung

den anonymen Lagerbestand (Empfänger "Material")

Kundenauftragsfertigung mit bewertetem Kundenauftragsbestand

den bewerteten Kundenauftragsbestand (Empfänger "Material")

Projektfertigung mit bewertetem Projektbestand

den bewerteten Projektbestand (Empfänger "Material"

Kundenauftragsfertigung mit unbewertetem Kundenauftragsbestand

an die Kundenauftragsposition (Empfänger "Kundenauftrag")

Projektfertigung mit unbewertetem Projektbestand

an das PSP-Element

Abrechnung Produktkostensammler und Produktionsauftrag

Abrechnung der Ware in Arbeit

Das System rechnet die Ware in Arbeit gemäß den Buchungsregeln ab. Bei der Bildung von Ware in Arbeit erfolgt folgende Buchung im FI: Bestand an unfertigen Erzeugnissen an Bestandsveränderung unfertige Erzeugnisse. Wird in einer Periode Ware in Arbeit von Null ermittelt, so wird mit der Abrechnung die Ware in Arbeit aufgelöst. In diesem Falle erfolgt folgende Buchung im FI: Bestandsveränderung an Bestand an unfertigen Erzeugnissen.

Abrechnung an FI

Informationen zur Buchungslogik finden Sie im Abschnitt:

Buchhalterische Betrachtung der Kostenträgerrechnung

Abrechnung der Differenz aus Belastung und Entlastung eines Auftrages (entspricht der Gesamtabweichung)

 

Abhängig von der Preissteuerung des Materials erzeugt die Abrechnung Buchungen im FI. Die Preissteuerung beeinflußt dabei, welche Konten bei der Buchung FI herangezogen werden.

Das Preissteuerungskennzeichen ist in der Buchhaltungssicht des Materialstammsatzes hinterlegt. Dieses Preissteuerungskennzeichen kann als Vorschlagswert je Materialart im Customizing der Materialwirtschaft (MM) hinterlegt werden.

Es erfolgt mit der Abrechnung der Abweichungen an FI keine Umbewertung des Materials. Das System berechnet bei Abrechnung einen neuen statistischen gleitenden Durchschnittspreis und schreibt diesen statistischen Wert in der Buchhaltungssicht des Materialstammsatzes fort.

Es erfolgt folgende Buchung im FI:

Preisdifferenz an Fabrikleistung /Bestandsveränderung

Diese Buchung ist ergebnisneutral.

· Ist im Materialstammsatz das Preissteuerungskennzeichen V gesetzt, so wird das Bestandskonto für das gefertigte Material mit der Differenz aus Istbelastung und Istentlastung (Entlastung aufgrund von Wareneingang) für die Periode belastet.

Der gleitende Durchschnittspreis und der Gesamtwert des Bestandes werden neu berechnet und in der Buchhaltungssicht des Materialstammsatzes fortgeschrieben. Es erfolgt eine Umbewertung des Materials, zu der ein Beleg im FI erzeugt wird. Im Feld Gesamtbestand in der Buchhaltungssicht des Materialstammsatzes ist die Gesamtanzahl der am Lager befindlichen Materialien (z.B. 100 Stück) eingetragen. Diese Menge wird vom System automatisch mit dem neuen gleitenden Durchschnittspreis bewertet. Der neue Wert aller Bestände wird in der Buchhaltungssicht des Materialstammsatzes im Feld Gesamtwert angezeigt.

Es erfolgt folgende Buchung im FI:

Bestand an Fabrikleistung /Bestandsveränderung

Diese Buchung ist ergebniswirksam.

Ist bei V-Preis-Steuerung die Bestandsmenge gleich oder größer der von einem Auftrag produzierten Menge, so wird die komplette Abweichung an das Lager (d.h. an das Bestandskonto) gebucht.

Wenn in der Periode kein Wareneingang stattgefunden hat, so findet eine Abrechnung der Istkosten ans Preisdifferenzkonto statt. Der gleitende Durchschnittspreis wird durch die Abrechnung nicht geändert. Dieser Fall tritt auf:

Besonderheiten bei Materialien mit V-Preis-Steuerung und Bestandsunterdeckung

Liegt eine Bestandsunterdeckung vor, d.h. ist die am Lager vorhandene Menge niedriger als die vom Auftrag an das Lager gelieferte Menge, so ist zu beachten, daß dies zur Ermittlung unrealistischer Preise führen kann.

Ist die Bestandsmenge kleiner als die produzierte Menge, so wird nur die Unterdeckung an das Lager gebucht. Der Restbetrag wird auf ein Preisdifferenzenkonto gebucht.

Wenn Sie mehrere Aufträge für dasselbe Material angelegt haben, prüft das System mit jeder Abrechnung, ob der Lagerbestand größer als die Auftragsmenge ist und rechnet die Auftragskosten entsprechend ab. Unter Umständen könnte der Restbestand dadurch mehrfach bewertet werden.

Beachten Sie diesbezüglich unsere Empfehlungen hinsichtlich der Preissteuerung von Materialien (siehe auch: Standardpreis versus gleitender Durchschnittspreis; Grundsätzliche Entscheidungen zur Kostenträgerrechnung).

Für Material FERT X ist im Materialstammsatz die Preissteuerung "V" eingetragen.

Der Lagerbestand von Material FERT X beläuft sich vor Ablieferung der Aufträge 1 und 2 auf 100 Stück. Der V-Preis beträgt DM 100.

Auftrag 1 produziert 100 Stück vom Material FERT X und liefert 100 Stück an das Lager.

Auftrag 2 produziert 100 Stück vom Material FERT X und liefert 100 Stück an das Lager.

Vom Lager werden 250 Stück FERT X entnommen. Anschließend liegen 50 Stück FERT X am Lager.

Auf Auftrag 1 befinden sich Gesamtabweichungen in Höhe von DM 100. Das System stellt die produzierte Menge der am Lager befindlichen Menge gegenüber und errechnet, daß die am Lager befindliche Menge der Hälfte der produzierten Menge entspricht. Die Abweichungen werden hälftig auf ein Preisdifferenzenkonto und hälftig auf ein Bestandskonto abgerechnet.

Auf Auftrag 2 befinden sich ebenfalls Gesamtabweichungen in Höhe von DM 100. Das System geht für Auftrag 2 ebenso vor wie für Auftrag 1. Dies bedeutet, daß das System für Auftrag 2 die produzierte Menge der am Lager befindlichen Menge gegenüber stellt. Die Abweichungen werden hälftig auf ein Preisdifferenzenkonto und hälftig auf ein Bestandskonto abgerechnet.

Dies bedeutet, daß der Lagerbestand mit den Gesamtabweichungen beider Aufträge belastet wird. Der gleitende Durchschnittspreis verändert sich entsprechend.

Möchten Sie Materialien zu Istkosten bewerten, so können Sie hierzu die Anwendungskomponente Istkalkulation/Material-Ledger verwenden.

Besonderheiten bei der Abrechnung des Produktkostensammlers

Wenn Sie Istkosten auf einem Produktkostensammler gesammelt haben, müssen die Kosten bei der Abrechnung möglicherweise verteilt werden. Dies ist beispielsweise notwendig, wenn auf einem Produktkostensammler die Kosten von einem Produkt (d.h. bspw. von einem Material oder von einer bestimmten Fertigungsversion eines Materials) gesammelt werden und der Produktkostensammler

Dies bedeutet, daß zur Verteilung der Kosten auf die einzelnen Wertsegmente die abgelieferte Menge je Bewertungsart und je Bestandssegment (z.B. an Kundenauftragsbestand abgelieferte Mengen und an anonymen Lagerbestand abgelieferte Mengen oder getrennt nach Chargeneinzelbeständen) identifiziert werden muß. Diese Identifikation erfolgt über eine Beschaffungsalternative. Die Beschaffungsalternative wird beim Wareneingang eines Materials fortgeschrieben. Aus den Daten der Beschaffungsalternative kann das System die für die Aufteilung relevanten Daten (Kundenauftragsposition, Projekt, Bewertungsart) bestimmen. Haben Sie bei Kundenauftragsfertigung mit bewertetem Kundenauftragsbestand definiert, daß die Bewertung ohne Bezug zum Vertriebsbeleg oder Projekt stattfinden soll, dann wird der Lieferwert des bewerteten Kundenauftragsbestandes mit dem Lieferwert des anonymen Lagerbestandes zusammengefaßt.

Das System teilt bei der Abrechnung den Saldo des Produktkostensammlers entsprechend den Lieferwerten auf die verschiedenen Bewertungsarten und Bestandssegmente (anonymer Lagerbestand, bewerteter Kundenauftragsbestand) auf. Die Aufteilungsregel wird entsprechend den Lieferwerten der abzurechnenden Periode automatisch bei der Abrechnung erzeugt. Entsprechend den Lieferwerten bildet das System Äquivalenzziffern und übernimmt diese in die dynamische Aufteilungsregel. Die Aufteilung gemäß Lieferwerten wirkt sich

Es werden bei der Aufteilung die in der Kostenrechnungskreiswährung fortgeschriebenen Lieferwerte berücksichtigt.

Wenn Sie mit Transferpreisen arbeiten, dann berücksichtigt das System die in der Version 0 (operative Bewertungssicht) fortgeschriebenen Lieferwerte.

Abrechnung an EC-PCA

Ist das EC-PCA im Einsatz, dann kann die Ware in Arbeit und die Differenz aus Belastung und Entlastung (also den Auftragssaldo) auch an EC-PCA abgerechnet werden.

Abrechnung an CO-PA

Das System erzeugt bei der ersten Abrechnung eine Aufteilungsregel für die Abrechnung der Abweichungen an das CO-PA. Das System erzeugt die Aufteilungsregel automatisch auf der Basis der Einstellungen im Customizing. Während der ersten Abrechnung eines Auftrages erzeugt das System das Ergebnisobjekt (eine Zusammenfassung der relevanten Merkmale für das CO-PA) und schreibt es als Abrechnungsempfänger in der Aufteilungsregel fort. Sie können diese Aufteilungsregel nach der Abrechnung anzeigen, indem Sie die Abrechnungsvorschrift aufrufen und Abrechnung Abweichungen wählen. Bei jeder weiteren Abrechnung werden die Abweichungen an das Ergebnisobjekt weitergeleitet, das maschinell mit der ersten Abrechnung erzeugt wurde.

Wenn Sie zu einem späteren Zeitpunkt die Merkmale für die Ergebnisrechnung ändern wollen, dann müssen Sie die zeitliche Gültigkeit der ersten Aufteilungsregel so ändern, daß sie bei der nächsten Abrechnung ungültig wird. Bei der Abrechnung wird das System eine neue Aufteilungsregel mit einem neuen Ergebnisobjekt erzeugen und die Abweichungen an dieses Ergebnisobjekt weiterleiten.

Im CO-PA können Sie Berichte definieren, die diese Daten entsprechend Ihren Anforderungen darstellen.

Abrechnung von Ausschußabweichung

Sie haben im System R/3 die Möglichkeit, den Wert des ungeplanten Ausschusses durch die Abweichungsermittlung zu ermitteln.

In der SAP-Standardauslieferung werden alle auf dem Auftrag angefallenen Istkosten zu 100% an das Bestandskonto des gefertigten Materials kontiert. Ist bei der Fertigung eines Materials Ausschuß angefallen, führt dies bei Abrechnung der Abweichungen zu einer unrealistischen Erhöhung des gleitenden Durchschnittspreises. Dies führt bei Materialien mit dem Preissteuerungskennzeichen V zu einer ungerechtfertigten Erhöhung der Bestandswerte im FI. Um dies zu verhindern, können Sie bei Verwendung von Produktionsaufträgen als Kostenträger den Prozentwert der bereits existierenden Aufteilungsregel manuell an die gefertigte Gutmenge angleichen und eine neue Aufteilungsregel für den angefallenen Ausschuß hinzufügen. Für die neue Aufteilungsregel geben Sie als Abrechnungsempfänger eine Kostenstelle an.

Wenn Sie die Kosten auf einem Produktkostensammler sammeln, können Sie den Ausschuß nicht auf eine Kostenstelle abrechnen.

Für die Abrechnung an das CO-PA können Sie der Abweichungskategorie "Ausschuß" im Ergebnisschema ein eigenes Wertfeld zuordnen. Dieser Wert wird im CO-PA separat fortgeschrieben.

Besonderheiten bei Kundenauftrags-Controlling mit bewertetem Kundenauftragsbestand

Die Auftragssalden der einer Kundenauftragsposition zugeordneten Produktionsaufträge beziehungsweise des einer Kundenauftragsposition zugeordneten Produktkostensammlers können Sie an die kosten- und erlösführende Kundenauftragsposition weiterleiten. Dies ist sinnvoll, wenn Sie die Summe aller angefallenen Kosten auf der Kundenauftragsposition sehen möchten (Preisdifferenzen für fremdbeschaffte Materialien werden immer auf die kosten- und erlösführende Kundenauftragsposition gebucht).

Lesen Sie hierzu auch: Bewerteter Kundenauftragsbestand

Dazu gehen Sie vor wie folgt:

Sie haben die Möglichkeit, Abweichungen, die auf Fertigungsaufträgen anfallen, auf die Kundenauftragsposition zu buchen. Diese Buchung ist keine statistische Buchung. Die Vorgehensweise ist folgende: Sie legen zum Preisdifferenzenkonto eine Kostenart an. Bei der Abrechnung des Fertigungsauftrags wird die Kundenauftragsposition automatisch mit Istkosten in Höhe der Preisdifferenz - und unter der entsprechenden Kostenart - bebucht.

Beachten Sie: Wenn Sie im Abrechnungsprofil zum Fertigungsauftrag nicht hinterlegen, daß die Abweichungen vom Fertigungsauftrag ausgehend NICHT in CO-PA abgerechnet werden, so rechnen Sie die Abweichungen 2 x nach CO-PA ab - 1 x vom Fertigungsauftrag ausgehend nach Abweichungskategorien und 1 x von der Kundenauftragsposition ausgehend. Die Abrechnungsvorschrift verweist weiterhin auf das Material, nicht auf die Kundenauftragsposition.

siehe auch: Kundenauftrags-Controlling

Allgemeine Infos zur Abrechnung

Während der Abrechnung werden die betriebswirtschaftlichen Vorgänge gesperrt, die Kosten für einen Auftrag verursachen (zum Beispiel Zählpunktmeldungen, Gemeinkostenzuschläge, Warenbewegungen). Auf diese Weise stellt das System sicher, daß alle relevanten Kosten für die Periode bei der Abrechnung berücksichtigt werden.

Werden nach der Abrechnung weitere Kosten in dieser Periode gebucht, so müssen Sie die Abrechnung für die Periode erneut durchführen. Wenn Sie die Kosten nicht abrechnen und die Periode endgültig sperren, dann können diese Kosten nicht mehr abgerechnet werden.

Sie können die Abrechnung entweder zum zum letzten Tag der Periode buchen oder aber ein anderes Buchungsdatum eingeben. Das Buchungsdatum muß innerhalb der Periode liegen, für die die Zuschlagsrechnung ausgeführt wird.

Sie können Aufträge und Kostenträgerknoten erst archivieren, wenn Sie alle Istkosten abgerechnet haben.

Performance-Verbesserungen

Um die Laufzeit der Abrechnung zu verkürzen, können Sie die Abrechnung parallelisiert ausführen.

Schedule Manager: Mehrstufiger Arbeitsvorrat

Zu den im Periodenabschluß durchgeführten Einzelfunktionen können Sie die fehlerhaft bearbeiteten Objekte anzeigen und bearbeiten. Dazu verwenden Sie den mehrstufigen Arbeitsvorrat. Der mehrstufige Arbeitsvorrat bietet die Möglichkeit, fehlerhafte Objekte nicht nur eines einzelnen Verarbeitungsschrittes (d.h. einer Einzelfunktion), sondern einer ganzen Verarbeitungsschrittfolge zu bearbeiten.

Voraussetzung für die Verwendung des mehrstufigen Arbeitsvorrates ist, daß Sie den Schedule Manager in Verbindung mit einer Ablaufdefinition verwenden.

siehe: „Integration" in diesem Abschnitt

Transferpreise: Parallele Bewertungssichten

Sie können im Rahmen des Transferpreisekonzeptes Ware in Arbeit zu Istkosten in parallelen Bewertungssichten fortschreiben. Informationen hierzu finden Sie im Abschnitt: Transferpreise in der Kostenträgerrechnung

Siehe auch:

Ausführliche Informationen zu den Arbeitsschritten im Customizing finden Sie im IMG des Produktkosten-Controlling in der Kostenträgerrechnung unter Periodisches Produkt-Controlling bzw. unter Auftragsbezogenes Produkt-Controlling ® Periodenabschluß ® Abrechnung.

Informationen zur Abrechnungsvorschrift des Produktkostensammlers finden Sie im Abschnitt:

Produktkostensammler anlegen

Informationen zur Kostenträgerhierarchie finden Sie im Abschnitt:

Kostenträgerhierarchie ff.

Ausführliche Informationen zur Abrechnung von Kostenträgerhierarchien finden Sie im IMG des Produktkosten-Controlling in der Kostenträgerrechnung unter Periodisches Produkt-Controlling ® Kostenträgerhierarchien ® Kostenträgerprofile für Kostenträgerhierarchien definieren und Kostenträgerarten für Kostenträgerhierarchien definieren.

Informationen zur Ware in Arbeit finden Sie in den Abschnitten:

Ware in Arbeit im Periodischen Produkt-Controlling

WIP im Auftragsbezogenen Produkt-Controlling

Informationen zu den Buchungsregeln zur Abrechnung der Ware in Arbeit finden Sie im IMG des Produktkosten-Controlling in der Kostenträgerrechnung unter Periodisches Produkt-Controlling bzw. Auftragsbezogenes Produkt-Controlling ® Periodenabschluß ® Ware in Arbeit ® Buchungsregeln definieren.

Informationen zur Abweichungsermittlung finden Sie im Abschnitt:

Abweichungsermittlung ff.

Sie können Produktionsaufträge zu Auftragsnetzen verknüpfen. Wenn Sie ein Auftragsnetz mit Standardlogik anlegen, erfolgt die Abrechnung aller im Auftragsnetz enthaltenen Aufträge wie in diesem Abschnitt beschrieben. Wenn Sie ein Auftragsnetz mit Sonderlogik anlegen, erfolgt die Abrechnung wie im folgenden Abschnitt beschrieben:

Auftragsnetz mit Sonderlogik

Informationen zum bewerteten Kundenauftragsbestand finden Sie im Abschnitt:

Bewerteter Kundenauftragsbestand

Sie finden in diesem Abschnitt auch Informationen darüber, wie der Kundenauftragsbestand getrennt vom anonymen Lagerbestand oder gemeinsam mit dem anonymen Lagerbestand bewertet werden soll.

Informationen zur Standardpreisermittlung bei bewertetem Kundenauftragsbestand finden Sie in den Abschnitten:

Bewerteter Kundenauftragsbestand: Bewertung

Standardpreis bei bewertetem Kundenauftragsbestand

Informationen zum unbewerteten Kundenauftragsbestand finden Sie im Abschnitt:

Besonderheit: Unbewerteter Kundenauftragsbestand

Informationen zur Plankalkulation, zur Kalkulationsvariante, zur Kalkulationsart, zu Kostenelementen und zum Elementeschema finden Sie im Abschnitt CO-PC-PCP Produktkostenplanung.

Informationen zur Bestandsbewertung mit Periodenpreisen finden Sie im Abschnitt Istkalkulation/Material-Ledger.

Informationen zur Materialkontenfindung finden Sie im Einführungsleitfaden der Materialwirtschaft unter Bewertung und Kontierung ® Kontenfindung ® Automatische Buchungen Anlegen.

Informationen zum CO-PA finden Sie im IMG sowie im Dokument der Ergebnis- und Marktsegmentrechnung.

Informationen zu weiteren Performance-Verbesserungen CO-PC finden Sie im Abschnitt: Performance im Produktkosten-Controlling