Ware in Arbeit im Periodischen Produkt-Controlling 

Verwendung

Mit der WIP-Ermittlung führen Sie die Bewertung der unfertigen Erzeugnisse (Ware in Arbeit) durch.

Im Periodischen Produkt-Controlling wird Ware in Arbeit zu Sollkosten bewertet. Dabei werden zu Produktionsaufträgen oder Fertigungsversionen (in der Serienfertigung) rückgemeldete Vorgangsmengen, die kein Ausschuß sind, mit Sollkosten gemäß der Bewertungsvariante für Ware in Arbeit und Ausschuß bewertet.

Sie können die Ware in Arbeit Sollkosten ermitteln zu

Integration

Sie können den Periodenabschluß mit Hilfe des Schedule Managers ausführen. Informationen hierzu finden Sie in den Abschnitten:

Scheduler

Monitor

Ablaufdefinition

Nur, wenn Sie den Schedule Manager mit der Ablaufdefinition verwenden, können Sie den mehrstufigen Arbeitsvorrat zur Nachbearbeitung der fehlerhaften Objekte verwenden. Weitere Informationen hierzu finden Sie im Abschnitt:

Mehrstufiger Arbeitsvorrat ff.

Die Differenz aus der Ware in Arbeit in der laufenden Periode und der Ware in Arbeit in der letzten Periode entspricht der Bestandsveränderung an unfertigen Erzeugnissen. Die Bestandsveränderung kann mit der Abrechnung im Periodenabschluß des Periodischen Produkt-Controllings an die Finanzbuchhaltung (FI) und die Profit-Center-Rechnung (EC-PCA) weitergeleitet werden. Durch die Abrechnung an FI erfolgt die Aktivierung des Bestandes unfertiger Erzeugnisse. Dabei führt das System die Buchung "Unfertige Erzeugnisse (Bilanzkonto) an Bestandsveränderungen (Konto der Gewinn- und Verlustrechnung)" durch. Ist die in einer Periode ermittelte Ware in Arbeit niedriger als im Vormonat, so löst das System bei der Abrechnung den Bestand an unfertigen Erzeugnissen in entsprechender Höhe auf. Die Abrechnung erfolgt gemäß den im Customizing definierten Buchungsregeln. In den Buchungsregeln legen Sie fest, welche FI-Konten bei der Abrechnung bebucht werden. Die Nummer des Auftrages, für den Ware in Arbeit in die Finanzbuchhaltung übernommen wurde, wird im Feld Zuordnung des FI-Beleges angezeigt. Auf diese Weise wird sichergestellt, daß die Buchungen an das FI erklärbar sind.

Beachten Sie die Möglichkeiten der flexiblen Fehlersteurung (siehe auch unten in diesem Abschnitt).

Voraussetzung

Für Produktkostensammler ist die Defaultregel STR (mit Strategie für Bezugsbasisfindung) voreingestellt. Für Produktionsaufträge, die Sie periodisch abrechnen möchten, müssen Sie sicherstellen, daß die Defaultregel Defaultregel PP2 (Produktion Material Periodische Abrechnung) hinterlegt ist.

Sie haben sichergestellt

Verwenden Sie im Periodischen Produkt-Controlling den Abgrenzungsschlüssel 000003 (WIP-Ermittlung zu Sollkosten).

In der Bewertungsvariante für WIP und Ausschuß legen Sie fest, ob Sie die Sollkosten zur Bewertung der Ware in Arbeit ermitteln möchten

Sie legen in den Buchungsregeln fest, an welche Sachkonten die Ware in Arbeit abgerechnet wird.

In der Serienfertigung müssen Sie im Serienfertigungsprofil hinterlegen, daß Sie mit Zählpunkten arbeiten möchten. Dazu verzweigen Sie ins Customizing des Periodischen Produkt-Controlling unter Mitlaufende Kalkulation ® Steuerungsdaten für Serienfertigungsprofile überprüfen.

Stellen Sie sicher, daß Sie mindestens zu einem Arbeitsvorgang einen Steuerschlüssel mit Meilensteinrückmeldung hinterlegt haben. Ist nur ein Vorgang als Meilenstein definiert, so sollte dies in der Regel der letzte Vorgang des Arbeitsplanes sein.

Sie können mit obligatorischen und mit optionalen Zählpunkten arbeiten. Informationen zu obligatorischen und optionalen Zählpunkten finden Sie im Dokument Serienfertigung.

Es kann beispielsweise problematisch sein, wenn Sie die Ware in Arbeit auf Basis der Plankalkulation zum Material bewerten möchten und diese auf einer anderen Zählpunktstruktur basiert wie die dem Serienauftrag zugrunde liegende Zählpunktstruktur.

In der Serienfertigung haben Sie bei Änderung der Zählpunktstruktur die Möglichkeit, durch die flexiblen Zählpunkte die Zählpunktmeldungen umzurechnen und die Vorkalkulation zum Produktkostensammler zu aktualisieren.

SAP empfiehlt deshalb in der Serienfertigung

Dies bedeutet beispielsweise, daß bei Bewertung der Ware in Arbeit auf Basis einer Vorkalkulation zum Produktkostensammler der der Vorkalkulation zugrunde liegende Plantyp, die Plangruppe und der Plangruppenzähler dem Plantyp, der Plangruppe und dem Plangruppenzähler im Produktionsauftrag entsprechen muß.

Wenn Sie Produktionsaufträge als Kostenträger verwenden und periodisch betrachten, so sollten Sie deshalb sicherstellen, daß die Bewertung der Ware in Arbeit zu Sollkosten auf Basis der Vorkalkulation zum Produktionsauftrag erfolgt. Sie stellen dies über die Bewertungsvariante zu Ware in Arbeit zu Sollkosten und Ausschuß ein.

Möchten Sie die Ware in Arbeit auf Basis einer Vorkalkulation zum Fertigungsauftrag oder zum Prozeßauftrag bewerten, dann wird vom System bei der WIP-Ermittlung ein Einzelnachweis dynamisch erzeugt.

Bedenken Sie in diesem Fall die Auswirkungen auf die Performance.

Die Sperrperiode unterteilt den Lebenszyklus des Fertigungsauftrages in offene und abgeschlossene Perioden.

Damit bereits gebuchte Daten nicht mehr verändert werden, definieren Sie die Sperrperiode normalerweise als die Vorperiode der Abgrenzungsperiode.

Für einen Produktkostensammler wird Ware in Arbeit in Mai, Juni und Juli ermittelt. Die Bewertung für Juli soll die Ware in Arbeit für Mai und Juni nicht ändern.

Sie setzen die Sperrperiode auf die Periode 06 und ermitteln Ware in Arbeit für die Abgrenzungsperiode 07.

Über den Währungstyp des Kostenrechnungskreises (in den Grunddaten) wird gesteuert, welche Währung als Kostenrechnungskreiswährung zulässig ist und ob die Währung des Kostenrechnungskreises von der Währung der zugeordneten Buchungskreise abweichen darf. Über das Kennzeichen Alle Währungen (in den Steuerungskennzeichen) bestimmen Sie, ob die Werte nur in der Kostenrechnungskreiswährung oder zusätzlich in der Transaktionswährung und der Objektwährung fortgeschrieben werden.

Ware in Arbeit wird immer in der Kostenrechnungskreiswährung ermittelt und an FI in der Buchungskreiswährung abgerechnet. Wird eine buchungskreisübergreifende Kostenrechnung mit abweichenden Währungen durchgeführt, so wird die Ware in Arbeit zusätzlich in der Buchungskreiswährung ermittelt.

Definition der aktivierungspflichtigen Bestandteile der Ware in Arbeit

Im Customizing des Produktkostenplanung legen Sie unter Grundeinstellungen für die Materialkalkulation ® Kostenelemente definieren fest, welche Werte für die Bestandsbewertung, die handelsrechtliche Inventurbewertung und die steuerrechtliche Inventurbewertung aktivierungspflichtig sind. Dabei gliedern Kostenelemente die in der Kalkulation ermittelten Kosten nach bestimmten Gruppen.

Die Zeilenidentifikationen für die WIP-Ermittlung werden in der Regel nach derselben Logik gegliedert wie die Kostenelemente in der Produktkostenplanung. Dies bedeutet, daß beispielsweise einer Zeilenidentifikation "Rohstoffe" in der Regel derselbe Kostenartenintervall zugeordnet wird der dem Kostenelement "Rohstoffe" zugeordnet ist.

Kosten werden in der WIP-Ermittlung nur berücksichtigt, wenn sie einer Zeilenidentifikation zugeordnet sind.

Sie legen im Customizing je Zeilenidentifikation fest, daß

Vor der WIP-Ermittlung durchzuführende Funktionen

Vor der WIP-Ermittlung sollten Sie gegebenenfalls die Templat-Verrechnung, die Nachbewertung zu Isttarifen und die Zuschlagsberechnung durchführen.

Haben Sie Istkosten auf eine Kostenträgerhierarchie kontiert, so führen Sie gegebenenfalls die Istkostenverteilung vor der WIP-Ermittlung durch.

Status

Es werden bei der WIP-Ermittlung nur die Aufträge berücksichtigt, die einen gültigen Abgrenzungsschlüssel und nicht den Status LÖVM (Löschvormerkung) oder LÖKZ (Löschkennzeichen, archivierbar) haben.

Sie können die Performance der WIP-Ermittlung signifikant verbessern, indem Sie den Status LÖVM für solche Aufträge setzen, die bereits

Sie können die Löschvormerkung jederzeit wieder zurücknehmen, zum Beispiel wenn doch noch Nachlaufkosten auftreten. Das Löschkennzeichen können Sie nicht zurücknehmen.

Siehe auch: Reorganisation von Produktkostensammlern

Funktionsumfang

Darstellung der Berechnung der Ware in Arbeit zu Sollkosten mit Hilfe eines Beispiels

Im vorliegenden Beispiel wird mit der WIP-Ermittlung die Ware in Arbeit und mit der Ausschußermittlung die Ausschußabweichung ermittelt.

Voraussetzungen

Am AVO 10 und am AVO 20 ist jeweils Vorgangsausschuß in Höhe von 20% geplant. Am AVO 10 werden 312 kg Istausschuß (Istausschuß gleich Planausschuß) rückgemeldet. Am AVO 20 weden 300 kg Istausschuß rückgemeldet. Da sich die Sollausschußmenge auf 212,5 kg beläuft, ergibt sich eine Ausschußabweichungsmenge am AVO 20 von 87,5 kg. Zur Ausschußabweichung lesen Sie den Abschnitt: Ausschußabweichung.

Ermittlung von Referenzmengen zur Ermittlung von Ware in Arbeit zu Sollkosten

Die sich an den Vorgängen befindenden WIP-Mengen ergeben sich wie folgt:

WIP-Menge am AVO 10:

Gutmenge AVO 10 1.250

= WIP-Menge 100

 

WIP-Menge am AVO 20:

Gutmenge AVO 10 850

= WIP-Menge 850

Der Wert der Ware in Arbeit über alle Vorgänge könnte demnach wie folgt ermittelt werden:

100 * Sollkosten AVO 10 + 850 * (Sollkosten AVO 10 + Sollkosten AVO 20)

 

Das System ermittelt den Wert der Ware in Arbeit jedoch auf Basis einer Referenzmenge.

 

Referenzmenge am AVO 10:

Rückgemeldete Gutstückmenge des Vorgangs 1.250

- Istausschußmenge folgende Vorgänge* 300

- Wareneingangsmenge 0

= Referenzmenge 950

*(kumulierte Ausschußmenge über alle Vorgänge hinweg)

 

Referenzmenge am AVO 20:

Rückgemeldete Gutstückmenge des Vorgangs 850

- Istausschußmenge folgende Vorgänge 0

- Wareneingangsmenge 0

= Referenzmenge 850 kg

Der Wert der Ware in Arbeit über alle Vorgänge wird vom System wie folgt ermittelt:

950 * Sollkosten AVO 10 + 850 * Sollkosten AVO 20

 

Die Bewertung von WIP-Mengen und von Referenzmengen führen zum selben Ergebnis. Das System ermittelt die Ware in Arbeit auf Basis der Referenzmengen. Die physisch an den Vorgängen vorhandenen Mengen sind die WIP-Mengen.

 

Rechenbeispiel

Arbeitsvorgang

Sollkosten je produziertem Stück

WIP-Menge

Referenzmenge

10

2 EUR

100

950

20

2 EUR

850

850

 

Berechnung auf Basis von WIP-Mengen:

 

100 * Sollkosten AVO 10 + 850 * (Sollkosten AVO 10 + Sollkosten AVO 20)

= 100 * 2 + 850 (2+2)

= 100*2 + 850 * 4

= 400 + 3400

= 3.600

 

Berechnung auf Basis von Referenzmengen (Berechnungsweise des Systems):

950 * Sollkosten AVO 10 + 850 * Sollkosten AVO 20

= 950 * 2 + 850 * 2

= 1.900+ 1.700

= 3.600

 

Die Sollkostenermittlung zur Bewertung der Ware in Arbeit erfolgt automatisch im Zuge der WIP-Ermittlung. Dabei werden Planwerte (zum Beispiel Standardkosten) auf die Gutmenge des Vorgangs umgerechnet.

Die Kalkulation, die als Basis für die Bewertung der Ware in Arbeit herangezogen wird, kann Kosten wie Vertriebs- und Verwaltungskosten beinhalten, die für die Bestandsbewertung nicht relevant sind. In der Kalkulation mit Mengengerüst können diese Kosten in einer separaten Elementesicht ausgewiesen werden. Kosten, die für die Bestandsbewertung nicht relevant sind, werden für die Bewertung der Ware in Arbeit nicht herangezogen.

Sollkostenermittlung auf Basis der Plankalkulation zum Material

Führen Sie die Rückmeldungen auf Basis einer Plankalkulation zum Material durch und bewerten Sie Ware in Arbeit und Ausschuß entsprechend, dann sind folgende Fälle zu unterscheiden:

Fall 1:

Der aktuelle Arbeitsplan zur Fertigungsversion und die Plankalkulation zum Material

Bewertung von Ware in Arbeit und Ausschuß erfolgen problemlos.

Fall 2:

Der aktuelle Arbeitsplan zur Fertigungsversion und die Plankalkulation zum Material

Sie können über die flexible Fehlersteuerung sicherstellen, daß Ware in Arbeit und Ausschußabweichungen ermittelt werden. Bewertung von Ware in Arbeit und Ausschuß sind sinnvoll möglich.

Fall 3:

Der aktuelle Arbeitsplan zur Fertigungsversion und die Plankalkulation zum Material

Sie können über die flexible Fehlersteuerung sicherstellen, daß Ware in Arbeit und Ausschußabweichungen ermittelt werden. Bewertung von Ware in Arbeit und Ausschuß sind möglich, ergeben aber keine sinnvollen Werte.

Fall 4:

Der aktuelle Arbeitsplan zur Fertigungsversion und die Plankalkulation zum Material

Die Ermittlung von Ware in Arbeit und Ausschuß ist nicht möglich

Um die Auswirkungen von Fall 3 und Fall 4 zu umgehen, empfehlen wir grundsätzlich die Rückmeldung und die Bewertung von Ware in Arbeit und Ausschuß auf Basis der Vorkalkulation.

Fortschreibung der Ware in Arbeit

Die Ware in Arbeit wird auf dem Produktkostensammler oder Produktionsauftrag unter sekundären Kostenarten des Kostenartentyps 31 fortgeschrieben. Die sekundären Kostenarten des Kostenartentyps 31 sind Abgrenzungskostenarten.

Besonderheiten

Fertigungsaufträge ohne Mengengerüst

Die Ware in Arbeit für Fertigungsaufträge im CO muß mit den Istkosten bewertet werden. Die Abrechnungsart muß "Gesamtabrechnung" sein.

Fertigungsaufträge mit Mengengerüst und Prozeßaufträge

Eine WIP-Ermittlung zu Sollkosten für Fertigungsaufträge und Prozeßaufträge wird nicht empfohlen.

Wenn Sie die Ware in Arbeit zu Fertigungsaufträgen und Prozeßaufträgen zu Sollkosten bewerten möchten, dann bedenken Sie, daß der Arbeitsplan beziehungsweise das Planungsrezept, das dem Fertigungsauftrag beziehungsweise dem Prozeßauftrag zugrunde liegt, dem Arbeitsplan beziehungsweise Planungsrezept entsprechen sollte, das der der WIP-Ermittlung zugrundeliegenden Kalkulation zugrunde liegt. Liegt hier keine Entsprechung vor, so kann das System keine Ware in Arbeit ermitteln und keinen ungeplanten Ausschuß bewerten. In diesem Fall wäre auch keine sinnvolle Abweichungsermittlung möglich.

Besonderheit bei Ware in Arbeit zu Sollkosten bei bewertetem Kundenauftragsbestand

Ware in Arbeit zu Sollkosten können Sie im Periodischen Produkt-Controlling bei bewertetem Kundenauftragsbestand zu Fertigungsaufträgen und zu Prozeßaufträgen ermitteln. Wenn Sie im Rahmen der Kundenauftragsfertigung mit dem Produktkostensammler arbeiten (Kundenauftragsfertigung mit Serienfertigung), dann können Sie keine Ware in Arbeit ermitteln, da bei Kundenauftragsfertigung in der Serienfertigung im R/3 keine Zählpunktmeldungen möglich sind. Zudem finden die Belastungen und die Entlastungen des Produktkostensammlers immer zum selben Zeitpunkt statt (siehe auch: Produktkostensammler bei Kundenauftragsfertigung).

Möchten Sie die Ware in Arbeit bei bewertetem Kundenauftragsbestand auf Basis von Fertigungsaufträgen oder Prozeßaufträgen zu Sollkosten auf Basis der Plankalkulation bewerten, dann berücksichtigen Sie, daß das System auf die Kalkulation zugreift, die den Standardkosten zugrunde liegt. Lesen Sie hierzu die Abschnitte: Bewerteter Kundenauftragsbestand: Bewertung und Standardpreis bei bewertetem Kundenauftragsbestand.

Wenn der Standardpreis auf Basis einer Kundenauftragskalkulation ermittelt wurde, können Sie Ware in Arbeit nur dann ermitteln, wenn Sie

Wenn Sie in der Kundenauftragsfertigung mit dem bewerteten Kundenauftragsbestand arbeiten und die Sollkosten auf Basis einer Kundenauftragskalkulation ermitteln, dann erfolgt die Bewertung nur auf Basis der operativen Währung.

Wenn Sie den Standardpreis nicht auf Basis einer Kundenauftragskalkulation, sondern einer Fertigungsauftragskalkulation ermittelt haben, können Sie Ware in Arbeit zu auf Basis von Plankosten ermittelten Sollkosten bewerten, da ein Einzelnachweis vom System dynamisch erzeugt wird

Die dynamische Erzeugung von Einzelnachweisen zur Auftragsvorkalkulationen kann die Performance bei der WIP-Ermittlung verschlechtern.

Wenn Sie den Standardpreis auf Basis einer Plankalkulation zum Material ermittelt haben, weil Sie das gleiche Material auch sammelbedarfsgesteuert führen, dann kann die Ware in Arbeit zu Sollkosten auf Basis einer Plankalkulation ermittelt werden, wenn

Sie können bei Verwendung des bewerteten Kundenauftragsbestandes Ware in Arbeit zu Sollkosten nur dann auf der Basis von Standardkosten bewerten, wenn bereits ein Wareneingang zum Fertigerzeugnis erfolgte, da aufgrund der ersten Wareneingangsbuchung der Standardpreis zum Einzelbestandssegment fortgeschrieben wird. Ist noch kein Wareneingang zum einzelbestandsgefertigten Material erfolgt und soll die Bewertung der Ware in Arbeit zu Sollkosten auf Basis von Standardkosten erfolgen, dann kann keine Ware in Arbeit ermittelt werden. Statt dessen fließt der Saldo des Produktionsauftrages in die Abweichungen und wird bei der Abrechnung an ein Preisdifferenzenkonto weitergeleitet.

Analyse der Ware in Arbeit

Zur Analyse der Ware in Arbeit verwenden Sie das Erklärungstool der WIP-Ermittlung. Dadurch können Sie ermitteln, an welchen Vorgängen Ware in Arbeit zu welchen Werten entstanden ist.

Bei der WIP-Ermittlung wird lediglich die Gutmenge berücksichtigt, während Istkosten für Ausschuß und Abweichungen ignoriert werden.

Performance-Verbesserungen

Um die Laufzeit der WIP-Ermittlung zu verkürzen, können Sie die WIP-Ermittlung in der Parallelverarbeitung ausführen.

Schedule Manager: Mehrstufiger Arbeitsvorrat

Zu den im Periodenabschluß durchgeführten Einzelfunktionen können Sie die fehlerhaft bearbeiteten Objekte anzeigen und bearbeiten. Dazu verwenden Sie den mehrstufigen Arbeitsvorrat. Der mehrstufige Arbeitsvorrat bietet die Möglichkeit, fehlerhafte Objekte nicht nur eines einzelnen Verarbeitungsschrittes (d.h. einer Einzelfunktion), sondern einer ganzen Verarbeitungsschrittfolge zu bearbeiten.

Voraussetzung für die Verwendung des mehrstufigen Arbeitsvorrates ist, daß Sie den Schedule Manager in Verbindung mit einer Ablaufdefinition verwenden.

siehe: „Integration" in diesem Abschnitt

Flexible Fehlersteuerung

Die bei der WIP-Ermittlung ausgegebenen Meldungen können Sie über die flexible Fehlersteuerung beeinflussen.

siehe: „Integration" in diesem Abschnitt

Ware in Arbeit im Informationssystem

Während der WIP-Ermittlung setzt das System den Status "ABGR" (Abgrenzung erfolgt). Über diesen Status selektiert das System die Aufträge, für die Ware in Arbeit ermittelt worden ist.

Diese Daten werden bei der Verdichtung berücksichtigt. Im Informationssystem können Sie Verdichtungshierarchien aufbauen, um die kumulierte Abweichungen beispielsweise pro Werk oder Kostenrechnungskreis darzustellen.

Einschränkungen

Wenn Sie zu einem Auftrag (Produktkostensammler oder Produktionsauftrag), der periodisch abgerechnet wird, bereits eine Istentlastung durch Wareneingangsbuchung erfaßt haben, aber der Auftrag noch nicht mit Istkosten belastet wurde, dann wird der Saldo des Auftrages nicht als negative Ware in Arbeit (Rückstellungen für fehlende Kosten) ausgewiesen. Der Saldo des Auftrages fließt hingegen in die Abweichungsermittlung.

Verweist ein Arbeitsplan eines Produktionsauftrages auf eine Sequenz von Vorgängen, die als parallele Folge definiert ist, so kann das System die rückgemeldeten Mengen bei der WIP-Ermittlung nicht berücksichtigen. Es kann daher keine Ware in Arbeit zu Sollkosten ermittelt werden. Wenn Sie in der Serienfertigung mit Zählpunkten arbeiten, ist das Verwenden paralleler Folgen nicht möglich. Diese Einschränkung hat deshalb für die Serienfertigung keine Relevanz.

Bei Kuppelproduktion können Sie keine Ware in Arbeit zu Sollkosten ermitteln.

Ware in Arbeit zu Sollkosten ermitteln Sie immer in der operativen Bewertungssicht. Die Berücksichtigung von Transferpreisen ist nicht möglich.

Produktkostensammler bei Kundenauftragsfertigung

siehe oben unter " Besonderheit bei Ware in Arbeit zu Sollkosten bei bewertetem Kundenauftragsbestand"

Siehe auch:

Zusätzliche Informationen zur Serienfertigung finden Sie im Abschnitt:

Empfehlung für Serienfertiger

Informationen zu Defaultregel und Abrechnungsart finden Sie im Abschnitt:

Periodisches oder Auftragsbezogenes Controlling?

Informationen zu den Steuerungsparametern der Kostenträgerrechnung finden Sie im Abschnitt:

Steuerungsparameter der Kostenträgerrechnung

Informationen zur Löschvormerkung und zum Löschkennzeichen finden Sie im Abschnitt:

Reorganisation von Produktionsaufträgen

Informationen zur Bewertungsstrategie bei bewertetem Kundenauftragsbestand finden Sie im Abschnitt:

Bewerteter Kundenauftragsbestand: Bewertung

Standardpreis bei bewertetem Kundenauftragsbestand

Informationen zur Ermittlung von Abweichungen und ungeplantem Ausschuß bei bewertetem Kundenauftragsbestand finden Sie in den Abschnitten:

Abweichungen und Ausschuß bei bewertetem Kundenauftragsbestand

Informationen zur Bewertungsvariante für Ware in Arbeit und Ausschuß finden Sie in den Abschnitten:

Abweichungsermittlung

Sollversionen in der Abweichungsermittlung

Informationen zu den zur WIP-Ermittlung vorzunehmenden Customizing-Einstellungen finden Sie im IMG des Periodischen Produkt-Controlling unter Periodenabschluß ® Ware in Arbeit.

Informationen zum Informationssystem und über die im Customizing durchzuführenden Aktivitäten finden Sie in der Dokumentation Informationssystem Produktkosten-Controlling sowie im Einführungsleitfaden (IMG) des Informationssystems Produktkosten-Controlling.

Informationen zu weiteren Performance-Verbesserungen CO-PC finden Sie im Abschnitt: Performance im Produktkosten-Controlling