Periodisches oder Auftragsbez. Produkt-Controlling? 

Verwendung

Sie können im System R/3 eine Kostenträgerrechnung auf der Ebene von Produkten durchführen. Das Produkt-Controlling wird unterschieden in

Das Periodische Produkt-Controlling empfiehlt sich insbesondere bei der Produktion von Erzeugnissen mit hoher Produktstabilität, die über einen längeren Zeitraum gefertigt werden. Wenn Sie Ihre Produkte im Rahmen der Serienfertigung produzieren, dann führen Sie immer ein Periodisches Produkt-Controlling durch. Ein Periodisches Produkt-Controlling kann aber auch sinnvoll sein, wenn Sie Ihre Produkte im Rahmen der Werkstattfertigung oder der Prozeßfertigung herstellen. Voraussetzung für ein sinnvolles Periodisches Produkt-Controlling ist, daß die Produktion eines Materials über einen langen Zeitraum im Vordergrund steht.

In der Regel sammeln Sie im Periodischen Produkt-Controlling die Kosten auf einem Produktkostensammler.

Wenn Sie Kosten einzelnen Produktkostensammlern nicht zuordnen können oder möchten, können Sie eine Kostenträgerhierarchie einsetzen. Sie können dann Kosten auf höhergeordneten Ebenen wie beispielsweise Produktgruppen oder Verantwortungsbereichen zuordnen.

Das Auftragsbezogene Produkt-Controlling empfiehlt sich bei losbezogener Fertigung. Typisch ist die Anwendung des Auftragsbezogenen Produkt-Controlling bei Werkstattfertigung oder bei chargenbezogener Prozeßfertigung. Die Produktion erfolgt auf der Basis von Produktionsaufträgen, bei denen die Produktion und die Kostenanalyse einer bestimmten Menge (Produktionslosgröße) im Vordergrund steht.

Voraussetzungen

Ob Sie ein Periodisches Produkt-Controlling oder ein Auftragsbezogenes Produkt-Controlling durchführen, steuern Sie unter anderem über die Abrechnungsvorschrift.

Dazu hinterlegen Sie im Customizing des Periodischen Produkt-Controlling unter Vorschlagswerte für Auftragsart festlegen

Das System erzeugt auf Basis dieser Vorschlagswerte beim Anlegen eines Auftrages eine Abrechnungsvorschrift mit Abrechnungsart PER (Periodisch).

Dazu hinterlegen Sie im Customizing des Auftragsbezogenen Produkt-Controlling unter Vorschlagswerte für Auftragsart festlegen die Defaultregel PP1 (Produktion Material Gesamtabrechnung). Beim Anlegen eines Auftrages zur Auftragsart mit der Defaultregel PP1 erzeugt das System eine Abrechnungsvorschrift mit Abrechnungsart Ges (Gesamt).

Funktionsumfang

Periodisches Produkt-Controlling

Im Periodischen Produkt-Controlling erfolgt die Kostenträgerrechnung immer periodisch.

Periodische Kostenträgerrechnung im Zeitablauf

 

*Die Belastung des Produktkostensammlers erfolgt durch das Buchen von Istkosten, die auf den Produktkostensammler kontiert sind. Dies kann beispielsweise durch das Entnehmen von Materialien aus dem Lager oder durch innerbetriebliche Leistungsverrechnungen erfolgen.

**Die Entlastung des Kostenträgers erfolgt durch Lieferung der gefertigten Materialien an das Lager.

*** Die Abweichungen in der Abbildung enthalten die Ausschußabweichung.

Der Produktkostensammler ist über einen langen Zeitraum gültig. Der Gültigkeitszeitraum kann über mehrere Geschäftsjahre hinwegreichen.

Im Periodischen Produkt-Controlling erfolgt die Ermittlung der Ware in Arbeit zu Sollkosten. Dazu müssen in der Serienfertigung Zählpunktmeldungen beziehungsweise zu Produktionsaufträgen Rückmeldungen zum Vorgang erfaßt werden. Rückgemeldete Mengen, die kein Ausschuß sind, werden bei der WIP-Ermittlung mit Sollkosten bewertet. Für die Ermittlung der Ware in Arbeit zu Sollkosten verwenden Sie den Abgrenzungsschlüssel FERT-P (WIP-Ermittlung zu Sollkosten).

Die Abweichungsermittlung erfolgt im Periodischen Produkt-Controlling ebenfalls periodisch. Im Periodischen Produkt-Controlling können Ware in Arbeit und Abweichungen somit gleichzeitig zu einem Objekt auftreten. Zur Ermittlung der Gesamtabweichung werden die in der Periode rückgemeldeten Istwerte mit den Sollwerten verglichen. Die Differenz aus Istwerten und Sollwerten wird um die Ware in Arbeit bereinigt, um die Abweichung auszuweisen.

Auftragsbezogenes Produkt-Controlling

Im Auftragsbezogenen Produkt-Controlling erfolgt die Kostenträgerrechnung in der Regel losbezogen.

Losbezogene Kostenträgerrechnung im Zeitablauf

*Die Belastung des Fertigungsauftrages erfolgt durch das Buchen von Istkosten, die auf den Fertigungsauftrag kontiert sind. Dies kann beispielsweise durch das Entnehmen von Materialien aus dem Lager oder durch innerbetriebliche Leistungsverrechnungen erfolgen.

**Die Entlastung des Fertigungsauftrages erfolgt durch Lieferung der gefertigten Materialien an das Lager.

Der Fertigungsauftrag wird zur Produktion einer bestimmten Menge angelegt. Nachdem diese Menge geliefert wurde, soll die Kostensituation der gelieferten Menge überprüft werden.

Bei losbezogener Kostenträgerrechnung wird die Ware in Arbeit zu Istkosten ermittelt. Die Ware in Arbeit berechnet sich gemäß der Differenz aus Belastung und Entlastung eines Auftrages, solange der Auftrag noch nicht den Status GLFT (endgeliefert) hat. Für die Ermittlung der Ware in Arbeit zu Istkosten verwenden Sie den Abgrenzungsschlüssel FERT (WIP-Ermittlung zu Istkosten).

Die Abweichungsermittlung erfolgt im Auftragsbezogenen Produkt-Controlling erst, wenn der Auftrag den Status GLFT (endgeliefert) oder TABG (technisch abgeschlossen) hat. Dies bedeutet, daß zu diesem Status die Differenz aus Belastung und Entlastung vom System nicht mehr als Ware in Arbeit, sondern als Abweichung interpretiert wird.

Im Auftragsbezogenen Produkt-Controlling weist ein Auftrag niemals gleichzeitig Ware in Arbeit und Abweichungen aus.

Aktivitäten

  1. Entscheiden Sie, ob Sie ein losbezogenes oder ein periodisches Controlling durchführen möchten.
  2. Legen Sie gegebenenfalls im Customizing der Produktion die Auftragsart für Produktionsaufträge oder im Customizing des Periodischen Produkt-Controlling die Auftragsart für Produktkostensammler an.
  3. Überprüfen beziehungsweise hinterlegen Sie die Vorschlagswerte je Auftragsart und Werk. In diesem Arbeitsschritt hinterlegen Sie unter anderem die Defaultregel und den Abgrenzungsschlüssel.

Siehe auch:

Allgemeine Informationen zu den Steuerungsparametern in der Kostenträgerrechnung finden Sie im Abschnitt:

Steuerungsparameter der Kostenträgerrechnung

Informationen zur Ermittlung von Ware in Arbeit finden Sie in den Abschnitten.

Ware in Arbeit im Periodischen Produkt-Controlling

Ware in Arbeit im Auftragsbez. Produkt-Controlling

Informationen zur Abweichungsermittlung finden Sie in den Abschnitten.

Abweichungsermittlung

Periodische Abweichungsermittlung: Wertefluß