Verwendung
Sie können die Abweichungsermittlung durchführen für
Die Abweichungsermittlung bietet Ihnen die Möglichkeit, ein detailliertes Controlling zum Produkt oder zum Produktionsauftrag durchzuführen.
Die Abweichungsermittlung
Das System schreibt die Abweichungen pro Objekt je Kostenart oder je Kostenart und Herkunft fort.
Aufbauend auf den durch die Abweichungsermittlung gewonnenen Kenntnisse können Sie Maßnahmen zur Verbesserung Ihrer Kostensituation einleiten.
Integration
Sie können den Periodenabschluß mit Hilfe des Schedule Managers ausführen. Informationen hierzu finden Sie in den Abschnitten:
Scheduler Monitor AblaufdefinitionVerwenden Sie den Schedule Manager mit der Ablaufdefinition, so können Sie den mehrstufigen Arbeitsvorrat zur Nachbearbeitung der fehlerhaften Objekte verwenden. Weitere Informationen hierzu finden Sie im Abschnitt:
Mehrstufiger ArbeitsvorratDie mit der Abweichungsermittlung ermittelten Gesamtabweichungen können Sie mit der Abrechnung an die Ergebnis- und Marktsegmentrechnung (CO-PA) weiterleiten.
Bei der Abweichungsermittlung können Sie mit der flexiblen Fehlersteuerung den Programmablauf der Abweichungsermittlung indirekt beeinflussen. Lesen Sie dazu den Abschnitt
Flexible Fehlersteuerung sowie die unten stehenden Ausführungen.Voraussetzungen
Sie können Abweichungen periodisch oder kumuliert ermitteln. Ob Sie Abweichungen kumuliert oder periodisch ermitteln, bestimmen Sie über die Defaultregel in der Auftragsart.
Alle Produktionsaufträge oder Produktkostensammler, zu denen im Periodischen Produkt-Controlling Abweichungen periodisch ermittelt werden sollen, müssen periodisch abgerechnet werden. Dazu muß die Abrechnungsvorschrift des Auftrags eine Aufteilungsregel enthalten, die auf eine Abrechnungsart PER (Periodisch) verweist. Für Produktkostensammler verwenden Sie die Defaultregel STR (mit Strategie für Bezugsbasisfindung). Für Produktionsaufträge verwenden Sie die Defaultregel PP2 (Produktion Material Periodische Abrechnung). Die Defaultregel ist im Customizing des Produktkosten-Controlling unter Vorschlagswerte für Auftragsart festlegen definiert.
Zu allen Aufträgen, zu denen Sie eine losbezogene kostenrechnerische Betrachtung durchführen möchten, ermitteln Sie die Abweichungen kumuliert. Dazu muß die Abrechnungsvorschrift des Auftrags eine Aufteilungsregel enthalten, die auf die Abrechnungsart GES (Gesamt) verweist. Sie erreichen dies, indem Sie im Customizing des Produktkosten-Controlling unter
Vorschlagswerte für Auftragsart festlegen die Defaultregel
PP1
(Produktion Material Gesamtabrechnung). Für Fertigungsaufträge und Prozeßaufträge ist dies die in der Standardauslieferung enthaltene Defaultregel.Nehmen Sie die notwendigen Einstellungen im Customizing des Auftragsbezogenen Produkt-Controlling oder des Periodischen Produkt-Controlling vor.
Stellen Sie sicher, daß
Nur so ist bei vorgangsbezogener Rückmeldung ein korrekter Ausweis von Abweichungen möglich.
Es werden bei der Abweichungsermittlung auch die Aufträge gelesen, bei denen der Status GLFT oder TABG bereits aktiv war. Wurde der Status wieder zurückgenommen, so werden gegebenenfalls Abweichungen und Ausschußabweichungen wieder storniert.
Dadurch kann das System feststellen, welche eingesetzten Materialien unter welcher Primärkostenart zu welchen Abweichungen geführt haben.
Haben Sie bereits Materialstammsätze angelegt, in denen das Kennzeichen Herkunft Material nicht gepflegt ist, dann können Sie nachträglich für die betreffenden Materialien das Kennzeichen mit dem Report RKHKMAT0 setzen. Wählen Sie dazu Werkzeuge

Wenn das Kennzeichen Materialbezogene Herkunft gesetzt ist oder Herkunftsgruppen verwendet werden, so wird das Datenvolumen vergrößert, was zu einer längeren Laufzeit im Periodenabschluß führt. Aus diesem Grunde sollten diese Funktionen auf kostenkritische Materialien beschränkt werden.
Achten Sie darauf, daß Sie das Kennzeichen Materialbezogene Herkunft bereits setzen, bevor Sie die Plankalkulation zum Material ausführen.
Sie können den Abweichungsschlüssel im Customizing als Vorschlagswert je Werk hinterlegen. Das System übernimmt dann den Abweichungsschlüssel in die Materialstammsätze der Werksmaterialien, die Sie anschließend anlegen. Legen Sie dann einen Produktionsauftrag oder Produktkostensammler zum Material an, so übernimmt das System den Abweichungsschlüssel in den Stammsatz des Produktionsauftrages oder Produktkostensammlers.
Wenn Sie die Gesamtabweichung ermitteln möchten, so muß
Bei Kundenauftragsfertigung wird die der Standardpreisermittlung zugrunde liegende Kalkulation zur Ermittlung der Gesamtabweichung verwendet (siehe auch:
Standardpreis bei bewertetem Kundenauftragsbestand).Um festzustellen, welche Plankalkulation für die Periode aktiv ist, rufen Sie den Materialstammsatz und zeigen die Kalkulationssicht an.
Über folgende Einträge können Sie die Kalkulation identifizieren, die als Basis für den laufenden Standardpreis verwendet wird:
Bevor Sie eine Abweichungsermittlung durchführen können, führen Sie folgende Arbeitsschritte im Customizing des Produktkosten-Controlling in der Kostenträgerrechnung unter Periodisches Produkt-Controlling oder Auftragsbezogenes Produkt-Controlling
® Periodenabschluß ® Abweichungsermittlung aus:Setzen Sie das Kennzeichen Ausschuß, wenn Sie ungeplanten Ausschuß im Rahmen der Abweichungsermittlung bewerten möchten.
Setzen Sie das Kennzeichen Ausschußabweichungen, wenn Sie in der Sollversion, der diese Abweichungsvariante zugeordnet wird, die Ausschußabweichungen anzeigen und die Istkosten entsprechend um die Ausschußabweichungen bereinigen möchten.
In der Bewertungsvariante für WIP und Ausschuß legen Sie fest, ob Sie die Sollkosten zur Bewertung der Ausschußabweichungen ermitteln möchten
Ordnen Sie der Sollversion eine Abweichungsvariante zu. Definieren Sie, wie sich die Sollkosten und die Kontrollkosten errechnen sollen.
Wenn Sie Einsatzmengenabweichungen und Einsatzpreisabweichungen ausweisen möchten, dann setzen Sie das Kennzeichen Herkunft Material in der Kalkulationssicht des Materialstammsatzes.
Stellen Sie des weiteren sicher
Es kann beispielsweise problematisch sein, wenn Sie den ungeplanten Ausschuß auf Basis der Plankalkulation zum Material bewerten möchten und diese auf einer anderen Zählpunktstruktur basiert wie die dem Serienauftrag zugrundeliegende Zählpunktstruktur.
Für die Ausschußabweichungen müssen Plantyp, Plangruppe und Plangruppenzähler des Arbeitsplanes, der der Sollkostenermittlung zur Bewertung von ungeplanten Ausschuß zugrunde liegt, und Plantyp, Plangruppe und Plangruppenzähler des Arbeitsplans, zu dem die Istdaten erfaßt wurden, übereinstimmen. Beachten Sie dabei die Möglichkeiten der
Beachten Sie, daß Sie in der Werkstattfertigung und in der Prozeßfertigung bei einer Abänderung der Meilensteinstruktur die Ausschußabweichungen nicht mehr sinnvoll oder nicht mehr ermitteln können. Beachten Sie dabei die Möglichkeiten flexiblen Fehlersteuerung.
In der Serienfertigung haben Sie bei Änderung der Zählpunktstruktur die Möglichkeit, durch die flexiblen Zählpunkte die Zählpunktmeldungen umzurechnen und die Vorkalkulation zum Produktkostensammler zu aktualisieren.
SAP empfiehlt in der Serienfertigung
Beachten Sie die Möglichkeiten der flexiblen Fehlersteuerung.

Möchten Sie den ungeplanten Ausschuß auf Basis einer Vorkalkulation zum Fertigungsauftrag oder zum Prozeßauftrag bewerten, dann wird vom System bei der Abweichungsermittlung ein Einzelnachweis dynamisch erzeugt.
Dies wirkt sich negativ auf die Performance Ihres Systems aus.

Die Abweichungsermittlung können Sie auf Basis einer Einzelkalkulation (z.B. Kundenauftragskalkulation mit Einzelkalkulation, Vorkalkulation zum Fertigungsauftrag ohne Mengengerüst) durchführen.
Für die Ermittlung von Ausschußabweichungen muß die Sollkostenermittlung auf einer Kalkulation mit der Kalkulationsmethode "Erzeugniskalkulation" basieren (z.B. Kundenauftragskalkulation mit Erzeugniskalkulation, Vorkalkulation zum Fertigungsauftrag mit Mengengerüst).
Des weiteren sollten Sie im Customizing des Controlling Allgemein die Definition des Kostenrechnungskreises überprüfen:
Über den Währungstyp des Kostenrechnungskreises (in den Grunddaten) wird gesteuert, welche Währung als Kostenrechnungskreiswährung zulässig ist und ob die Währung des Kostenrechnungskreises von der Währung der zugeordneten Buchungskreise abweichen darf. Über das Kennzeichen Alle Währungen (in den Steuerungskennzeichen) bestimmen Sie, ob die Werte nur in der Kostenrechnungskreiswährung oder zusätzlich in der Transaktionswährung und der Objektwährung fortgeschrieben werden.
Wenn sich Buchungskreiswährung und Kostenrechnungskreiswährung unterscheiden, so Verzweigen Sie vor dem Anlegen der der Sollkostenermittlung zugrunde liegenden Kalkulation ins Customizing der Produktkostenplanung unter Ausgewählte Funktionen in der Materialkalkulation und führen Sie den Arbeitsschritt Kostenschichtung in Kostenrechnungskreiswährung aktivieren aus. Nur wenn Sie diesen Arbeitsschritt ausgeführt haben, kann das System Abweichungen ermitteln ermitteln.

Wenn Sie mit dem bewerteten Kundenauftragsbestand arbeiten und Sie eine Bewertung auf Basis der Plankalkulation möchten, dann erfolgt die Ermittlung der für die Bewertung relevanten Kalkulation auf Basis einer Strategiefolge.
Wenn Sie in der Kundenauftragsfertigung mit dem bewerteten Kundenauftragsbestand arbeiten und die Sollkosten auf Basis einer Kundenauftragskalkulation ermitteln, dann erfolgt die Bewertung nur auf Basis der operativen Währung.
Stellen Sie organisatorisch sicher, daß Sie die WIP-Ermittlung vor der Abweichungsermittlung durchführen.
Produktionsaufträge und Produktkostensammler werden bei der Abweichungsermittlung nur dann berücksichtigt, wenn der Status des Auftrages nicht wie folgt lautet:

Sie können die Performance der Abweichungsermittlung signifikant verbessern, indem Sie den Status LÖVM für solche Aufträge setzen, die bereits
Sie können die Löschvormerkung jederzeit wieder zurücknehmen, zum Beispiel wenn doch noch Nachlaufkosten auftreten. Das Löschkennzeichen können Sie nicht zurücknehmen.
Sie können die Abweichungsermittlung nicht für solche Perioden ausführen, für die bereits eine Periodensperre zum Vorgang KVAR (Abweichungsermittlung) gesetzt wurde. Dies gilt sowohl für den Echtlauf als auch für den Testlauf.
Funktionsumfang
Die Abweichungsermittlung vergleicht immer die Kontrollkosten mit den Sollkosten. Das System ermittelt die Sollkosten und die Kontrollkosten in Abhängigkeit von der zeitlichen Betrachtung (periodische oder kumuliert) und von der Art der Abweichungsermittlung.
Die Kontrollkosten entsprechen bei allen Abweichungsarten mit Bezugsgröße "Ist" (d.h. im Standard bei der Sollversion 0, 1, 3) den um Ware in Arbeit und Ausschußabweichungen bereinigten Istkosten. Die Bereinigung der Istkosten um Ausschußabweichungen erfordert, daß in der Abweichungsvariante das Kennzeichen Ausschußabweichungen gesetzt ist.
Um kostenartengerechte Informationen liefern zu können, vergleicht die Abweichungsermittlung immer den Einzelnachweis der der Sollkostenermittlung zugrundeliegenden Kalkulation mit den Einzelposten im Ist bzw. mit dem Einzelnachweis der der Ermittlung der Kontrollkosten zugrundeliegenden Kalkulation.
Sie können Abweichungen ermitteln
Im Periodischen Produkt-Controlling führen Sie eine periodische Abweichungsermittlung durch.
Im Auftragsbezogenen Produkt-Controlling führen Sie eine kumulierte Abweichungsermittlung durch.
Periodische Abweichungsermittlung
Bei der periodischen Betrachtung werden den Sollkosten der Periode die Kontrollkosten der Periode gegenübergestellt.
Die Abweichungen der Periode werden über folgende Formel ermittelt:
Istkostenbelastung - verrechnete Istkosten (Istkostenentlastung bei Wareneingang) - Sollkosten = Abweichungen + Ausschußabweichungen + Ware in Arbeit
Der Auftrag muß die Abrechnungsart PER (periodisch) haben.
Die Kontrollkosten entsprechen bei allen Abweichungsarten mit Bezugsgröße "Ist" (d.h. im Standard bei der Sollversion 0, 1, 3) den um Ware in Arbeit und Ausschußabweichungen bereinigten Istkosten. Die Bereinigung der Istkosten um Ausschußabweichungen erfordert, daß in der Abweichungsvariante das Kennzeichen Ausschußabweichungen gesetzt ist.
Sie können keine Dispositionsabweichungen zwischen der Plankalkulation zum Material und einer Vorkalkulation zum Produktkostensammler ermitteln.
Besonderheit zur Kostenträgerhierarchie
Grundsätzlich wird zur Kostenträgerhierarchie zwischen zwei Formen der Abwicklung unterschieden:
Die auf die Kostenträgerknoten gebuchten Kosten werden auf die untersten Hierarchieknoten (d.h. die der Kostenträgerhierarchie zugeordneten Einzelobjekte wie Produktkostensammler oder Produktionsaufträge) verteilt.
Die auf die Kostenträgerknoten gebuchten Kosten werden von der Kostenträgerhierarchie aus abgerechnet. Dabei wird unterschieden in die Abrechnung via Materialkontenfindung und in die Abrechnung mit manueller Kontenzuordnung. SAP empfiehlt die Abrechnung via Materialkontenfindung.
Siehe auch:
Abrechnungsvorschriften für KostenträgerhierarchienWenn Sie im Periodischen Produkt-Controlling mit Kostenträgerhierarchien arbeiten, dann führen Sie die Abweichungsermittlung immer über die Kostenträgerhierarchie durch, unabhängig davon, ob Sie mit oder ohne Verteilung arbeiten. Auch wenn Sie mit der Istkostenverteilung arbeiten und die Abweichungsermittlung auf der Ebene der zugeordneten Einzelobjekte durchführen möchten, stoßen Sie die Abweichungsermittlung für die der Kostenträgerhierarchie zugeordneten Aufträge (z.B. Produktkostensammler) über die Abweichungsermittlung zur Kostenträgerhierarchie an. Aufträge, die einer Kostenträgerhierarchie zugeordnet sind, werden bei der Abweichungsermittlung der Aufträge beziehungsweise Produktkostensammler nicht selektiert.
Abweichungsermittlung bei Kostenträgerhierarchie mit Verteilung
Informationen zur Abweichungsermittlung bei Kostenträgerhierarchien mit Verteilung finden Sie im Abschnitt
Periodenabschluß zur Kostenträgerhierarchie mit Verteilung.Abweichungsermittlung bei Kostenträgerhierarchie ohne Verteilung
Führen Sie die Abweichungsermittlung zur Kostenträgerhierarchie ohne vorhergehende Istkostenverteilung durch, dann führt das System bei der Abweichungsermittlung eine dynamische Verdichtung durch, um die Kosten für alle Kostenträgerknoten der Hierarchie zusammenzufassen.
Die Abweichung wird auf dem höchsten Knoten der Kostenträgerhierarchie ausgewiesen, für die Kosten unter einer Kostenart gebucht wurden.
Bei Abweichungsermittlung auf Basis von Kostenträgerknoten werden während der Abweichungsermittlung die Sollkosten mit den Kontrollkosten für jeden Knoten der Hierarchie verglichen. Bei der Abweichungsermittlung zur Kostenträgerhierarchie werden dynamisch
Die Sollkosten werden ermittelt, indem in Abhängigkeit von der Sollversion die Standardkosten oder die Plankosten der gefertigten Materialien auf die Menge der an das Lager gelieferten Materialien umgerechnet werden. Die Sollkosten werden anschließend auf dem höchsten Hierarchieknoten (Kostenträgerknoten plus der Kostenträgerhierarchie zugeordnete Aufträge) einer Kostenträgerhierarchie verdichtet, auf dem eine Kostenart beziehungsweise eine Kostenart/Herkunftsgruppe beziehungsweise eine Kostenart/Herkunft im Ist gebucht wurde.
Transferkosten sind die Kontrollkosten und nach oben verdichteten Restabweichungen in der Kostenträgerhierarchie, die bei der Abweichungsermittlung dynamisch von untergeordneten Hierarchieknoten auf den obersten Hierarchieknoten einer Kostenträgerhierarchie weitergeleitet werden, auf dem eine Kostenart beziehungsweise Kostenart/Herkunftsgruppe beziehungsweise Kostenart/ Herkunft im Ist gebucht wurde.

Nach oben verdichtet werden solche Restabweichungen, in denen Abweichungen ausgewiesen werden, die keiner Abweichungskategorie zugewiesen wurden (z.B. in Abhängigkeit von der Definition der Abweichungsvariante).
Nicht nach oben verdichtet werden solche Restabweichungen, die ausgewiesen werden, weil keine Sollkosten ermittelt werden konnten.

Auf einem einer Kostenträgerhierarchie zugeordneten Produktkostensammler mit der Nummer 700000 werden unter der Kostenart 400000 Istkosten in Höhe von DM 100 erfaßt. Auf dem übergeordneten Kostenträgerknoten PG-BULB-COLOR werden unter der Kostenart 400000 Istkosten in Höhe von DM 10.000 ausgewiesen. Der Kostenträgerknoten PG-BULB-COLOR ist der höchste Hierarchieknoten, auf dem Istkosten der Kostenart 400000 erfaßt wurden.
Die Abweichungsermittlung wird zur Kostenträgerhierarchie ohne Verteilung ausgeführt.
Um das Beispiel möglichst einfach zu gestalten, werden Sollkosten, Ware in Arbeit und Ausschußabweichungen mit Null DM angegeben.
Im Detailbild der Summenliste werden zum Produktkostensammler Nr. 700000 unter anderem folgende Werte ausgewiesen:
Die Abweichung der Kostenart 400000 wird auf diesem Hierarchieknoten nicht ausgewiesen, da die Abweichungsermittlung zu dieser Kostenart auf Basis der auf Kostenträgerknoten PG-BULB-COLOR verdichteten Daten erfolgt.
Im Detailbild der Summenliste werden zum Kostenträgerknoten PG-BULB-COLOR unter anderem folgende Werte ausgewiesen:
Während im untergeordneten Hierarchieknoten die Transferkosten bei der Abweichungsermittlung nicht berücksichtigt werden, werden im übergeordneten Hierarchieknoten die Transferkosten gemeinsam mit den Kontrollkosten den Sollkosten gegenübergestellt.
Die Kontrollkosten entsprechen bei allen Abweichungsarten mit Bezugsgröße "Ist" (d.h. im Standard bei der Sollversion 0, 1, 3) den um Ware in Arbeit und Ausschußabweichungen bereinigten Istkosten. Die Bereinigung der Istkosten um Ausschußabweichungen erfordert, daß in der Abweichungsvariante das Kennzeichen Ausschußabweichungen gesetzt ist.
Ware in Arbeit und Abweichungen werden ebenfalls nach oben verdichtet und von den Istkosten subtrahiert, um die Kontrollkosten zu ermitteln.
Sie können eine Hierarchie mit Merkmalen in der Ergebnisrechnung aufbauen, die der Struktur der Kostenträgerhierarchie im CO-PC System entspricht, und die Abweichungen gegliedert nach Abweichungskategorien an die Ergebnisrechnung abrechnen.
Informationen zur Kostenträgerhierarchien ohne Istkostenverteilung finden Sie im Abschnitt:
Informationen zur Abrechnung von Kostenträgerhierarchien mit und ohne Istkostenverteilung finden Sie im Abschnitt
Abrechnung von Kostenträgerhierarchien: Szenario.Kumulierte Abweichungsermittlung
Bei der kumulierten Betrachtung werden die Sollkosten den kumulierten Kontrollkosten gegenübergestellt. Die Abweichungsermittlung ist bei kumulierter Betrachtung nur möglich, wenn
Die Kontrollkosten entsprechen
Arten der Abweichungsermittlung
Sie können folgende Abweichungen ermitteln:
Zuordnung der Abweichungen zu Abweichungskategorien
Das System vergleicht die Kontrollkosten mit den ermittelten Sollkosten und ordnet die Abweichungen den Abweichungskategorien in folgender Reihenfolge zu:
Periodische Abweichungsermittlung
Sie ermitteln Abweichungen immer periodisch für Produktkostensammler und für Kostenträgerhierarchien. Sie könne Abweichungen auch für Produktionsaufträge periodisch ermitteln. Dazu muß in der Auftragsart der Produktionsaufträge die Defaultregel PP2 (Produktion Material Periodische Abrechnung) hinterlegt sein.

Beachten Sie, daß bei periodischer Abrechnung von Produktionsaufträgen die WIP-Ermittlung zu Sollkosten erfolgen muß. In diesem Falle müssen Plantyp, Plangruppe und Plangruppenzähler des Arbeitsplanes der Kalkulation, auf der die Sollkostenermittlung für die Bewertung der Ware in Arbeit beruht, dem Plantyp, der Plangruppe und dem Plangruppenzähler entsprechen, der im Produktionsauftrag hinterlegt ist. Meilensteinstrukturen dürfen im Arbeitsplan nicht geändert werden.
Verwendung der Detailliste
In der Ablaufsteuerung legen Sie fest, ob Sie
Wenn Sie das Kennzeichen Detailliste setzen, erhalten Sie zunächst eine Liste aller verarbeiteten Objekte mit den relevanten Werten. Von dort ausgehend können Sie detaillierten Anzeigen wie beispielsweise die Erklärung des Sollkosten oder die Erklärung der Abweichungen verzweigen.
In der Regel werden Sie die Abweichungsermittlung als Sammelverarbeitung im Hintergrund ausführen. Aus Performance-Gründen empfiehlt SAP, das Kennzeichen Detailliste in der Sammelverarbeitung nicht zu setzen. Auch wenn das Kennzeichen Detailliste nicht gesetzt ist, erfolgt eine Aufteilung der Abweichungen in die einzelnen Abweichungskategorien. Diese Abweichungskategorien können im Informationssystem angezeigt werden.
Zur Analyse der Abweichungsermittlung verzweigen Sie in der Regel in das Informationssystem Produktkosten-Controlling. Analysieren Sie zunächst die - beispielsweise mit Hilfe der Verdichtungshierarchie - aggregierten Daten. Zur Identifikation von Aufträgen, die besonders hohe Abweichungen verursacht haben, verwenden Sie die Exception-Regeln des Informationssystems. Möchten Sie zu Aufträgen, die besonders hohe Abweichungen verursacht haben, detaillierte Informationen anzeigen, so verzweigen Sie wieder in die Abweichungsermittlung und führen Sie die Abweichungsermittlung zum relevanten Auftrag im Testlauf erneut aus. Setzen Sie dabei das Kennzeichen Detailliste. Der Testlauf wird somit als Simulationsmodus verwendet.
Fortschreibung der Daten nach Währungen
Abweichungen werden immer in der Währung des Kostenrechnungskreises ermittelt. Haben Sie für den Kostenrechnungskreis festgelegt, daß Werte auch in der Transaktionswährung und der Objektwährung fortgeschrieben werden, so ermittelt das System auch Abweichungen in der Objektwährung. In diesem Falle werden bei der Abrechnung die Werte dem CO-PA in beiden Währungen zur Verfügung gestellt. Sie legen im CO-PA fest, in welchen Währungen die Ergebnisrechnung durchgeführt wird.
Gestaltung von Protokollen
Sie können alle Meldungen, die während der Abweichungsermittlung erzeugt wurden, über Zusätze
® Nachrichten anzeigen.Sie können zusätzlich
Dies erlaubt Ihnen, das Protokoll nach Verantwortungsbereichen zu gliedern.
Dies erlaubt Ihnen, festzulegen, ob die Meldung im Protokoll ausgegeben wird und ob bei Ausgabe der Meldung die Auftragsnummer im Arbeitsvorrat erscheint.
Performance-Verbesserungen
Um die Laufzeit der Abweichungsermittlung zu verkürzen, können Sie die Abweichungsermittlung parallelisiert ausführen. Dies gilt sowohl für die Abweichungsermittlung zu Aufträgen (Produktkostensammler und Produktionsaufträge) als auch für die Abweichungsermittlung zur Kostenträgerhierarchie.
Schedule Manager: Mehrstufiger Arbeitsvorrat
Zu den im Periodenabschluß durchgeführten Einzelfunktionen können Sie die fehlerhaft bearbeiteten Objekte anzeigen und bearbeiten. Dazu verwenden Sie den mehrstufigen Arbeitsvorrat. Der mehrstufigen Arbeitsvorrat bietet die Möglichkeit, fehlerhafte Objekte nicht nur eines einzelnen Verarbeitungsschrittes (d.h. einer Einzelfunktion), sondern einer ganzen Verarbeitungsschrittfolge zu bearbeiten.
Voraussetzung für die Verwendung des mehrstufigen Arbeitsvorrates ist, daß Sie den Schedule Manager in Verbindung mit einer Ablaufdefinition verwenden.
siehe: „Integration" in diesem Abschnitt
Flexible Fehlersteuerung
Die bei der Abweichungsermittlung ausgegebenen Meldungen können Sie über die flexible Fehlersteuerung beeinflussen.
siehe: „Integration" in diesem Abschnitt
Abweichungen im Informationssystem
Wird die Abweichungsermittlung in einer abrechnungsrelevanten Sollversion durchgeführt, so erhält der Auftrag den Status ABWE (Abweichungen ermittelt). Sie können diesen Status bei der Definition von Statusschemata im Customizing des Informationssystems Produktkosten-Controlling berücksichtigen.
Sie können diese mit der Abweichungsermittlung errechneten Daten im Informationssystems Produktkosten-Controlling je Produktionsauftrag oder Produktkostensammler oder auch aggregiert anzeigen.
Siehe auch:
Informationen zur Löschvormerkung, zum Löschkennzeichen und zur Periodensperre finden Sie in den Abschnitten:
Reorganisation von Produktionsaufträgen Reorganisation von ProduktkostensammlernInformationen zu den Besonderheiten der Abweichungs- und Ausschußermittlung bei bewertetem Kundenauftragsbestand finden Sie im Abschnitt:
Abweichungen bei bewertetem KundenauftragsbestandInformationen zu den Sollversionen finden Sie im IMG des Periodischen Produkt-Controlling und des Auftragsbezogenen Produkt-Controlling unter Periodenabschluß
® AbweichungenInformationen über das Informationssystem finden Sie im Dokument Informationssystem Produktkosten-Controlling.
Informationen zu weiteren Performance-Verbesserungen CO-PC finden Sie im Abschnitt:
Performance im Produktkosten-Controlling