Flexible Fehlersteuerung in der Kostenträgerrechnung 
Verwendung
Sie können mit der flexiblen Fehlersteuerung den Meldungstyp von Meldungen beeinflussen. Folgende Meldungstypen sind im System hinterlegt:
Wird beim Ausführen einer Funktion zu einem Objekt eine Meldung im Meldungsprotokoll fortgeschrieben, so können Sie über den Meldungstyp erkennen, ob die Verarbeitung des Objektes erfolgreich war. Unter anderem entscheidet der Meldungstyp oftmals darüber, ob ein Objekt weiter verarbeitet werden darf oder nicht.
Mit der flexiblen Fehlersteuerung können Sie die Meldungstypen von Meldungen verändern. So können Sie beispielsweise eine Meldung, die bisher eine Fehlermeldung war, in eine Warnmeldung abändern.
Die Flexible Fehlersteuerung kann in der Kostenträgerrechnung verwendet werden im Rahmen
Ab Release 4.6 A können Sie im Rahmen der Abweichungsermittlung zu Aufträgen (Produktionsaufträge und Produktkostensammler) über die flexible Fehlersteuerung indirekt den Ablauf von Programmen beeinflussen.
Je nachdem, ob Sie den Periodenabschluß mit oder ohne den
mehrstufigen Arbeitsvorrat des Schedule Managers ausführen, kann die flexible Fehlersteuerung unterschiedliche Auswirkungen haben (siehe unten).Voraussetzungen
Verwenden Sie die Flexible Fehlersteuerung im Customizing der Kostenträgerrechnung.
Sie finden dort folgende Arbeitsschritte hinterlegt:
Vor Ausführen des Arbeitsschritt lesen Sie die dort hinterlegte Dokumentation.
Funktionsumfang
Nach dem Ausführen einer Funktion zeigen Sie in der Regel das Meldungsprotokoll an. Wenn Sie die Liste aller im Protokoll gesammelten Meldungen anzeigen, so können Sie von dieser Liste ausgehend alle Meldungen des Protokolls anzeigen, die durch die flexible Fehlersteuerung beeinflußbar sind.
Flexible Fehlersteuerung und Schedule Manager
Bevor die Auswirkungen der flexiblen Fehlersteuerung auf den Schedule Manager beschrieben werden, seien folgende Informationen vorangestellt:

Das System gibt die Meldung CK 214 als Fehlermeldung aus.
Bezieht sich diese Meldung in der Abweichungsermittlung auf die Sollversion 0, so wird im Arbeitsvorrat des Schedule Managers der Verarbeitungsstatus Fehler gesetzt.
Bezieht sich diese Meldung in der Abweichungsermittlung auf eine Sollversion ungleich 0, so wird im Arbeitsvorrat des Schedule Managers der Verarbeitungsstatus Geringfügiger Fehler gesetzt.

Bezieht sich die Meldung KV 158 im Rahmen der Abweichungsermittlung auf einen einzelnen Fertigungsauftrag, so gibt das System diese Meldung als Fehlermeldung aus. Im Arbeitsvorrat des Schedule Managers wird der Verarbeitungsstatus Fehler gesetzt.
Bezieht sich diese Meldung im Rahmen der Abweichungsermittlung auf einen Produktkostensammler, dem mehrere Fertigungsaufträge zugeordnet sind, so wird eine Warnmeldung ausgegeben. Im Arbeitsvorrat des Schedule Managers der Verarbeitungsstatus OK gesetzt.
Zu diesem Beispiel lesen Sie weitere Informationen in diesem Abschnitt weiter unten.
Grundsätzlich gilt:
Wenn Sie mit dem mehrstufigen Arbeitsvorrat des Schedule Managers arbeiten, dann werden Objekte, für die in einem Verarbeitungsschritt der Verarbeitungsstatus Fehler gesetzt wurde, im nachfolgenden Verarbeitungsschritt nicht verarbeitet. In vielen - wenn auch nicht in allen - Fällen ist der Verarbeitungsstatus Fehler gesetzt worden, weil eine Meldung mit dem Meldungstyp "E" (Fehler) ausgegeben wurde. Für die Abweichungsermittlung können Sie zu einer Vielzahl von Meldungen über die flexible Fehlersteuerung den Meldungstyp beeinflussen. Wenn Sie mit dem Arbeitsvorrat des Schedule Managers arbeiten, kann dies dazu führen, daß zum Verarbeitungsschritt ein anderer Verarbeitungsstatus fortgeschrieben wird. Dadurch können Sie beispielsweise sicherstellen, daß Objekte im nachfolgenden Verarbeitungsschritt weiterverarbeitet werden.

In der Abweichungsermittlung wurde eine Meldung als Fehlermeldung ausgegeben.
Ihrer Meinung nach ist der Fehler nicht so gravierend, daß das Objekt im folgenden Verarbeitungsschritt nicht verarbeitet werden soll. Deshalb setzen Sie mit der flexiblen Fehlersteuerung für die Meldung einen niedrigeren Meldungstyp (zum Beispiel "W" (Warnung). Dadurch wird sichergestellt, daß das Objekt bei der Verarbeitung im Arbeitsvorrat im betreffenden Verarbeitungsschritt aufgrund dieser Meldung nicht den Verarbeitungsstatus Fehler erhält. Das Objekt geht dann in den folgenden Verarbeitungsschritt ein.
Informationen zur Verwendung der flexiblen Fehlersteuerung im Rahmen der Abweichungsermittlung finden Sie in den unten stehenden Ausführungen sowie in den Abschnitten:
Ware in Arbeit im Periodischen Produkt-Controlling AbweichungsermittlungFlexible Fehlersteuerung bei der Abweichungsermittlung
Die flexible Fehlersteuerung ist im Rahmen der Abweichungsermittlung zum Beispiel in folgenden Fällen sinnvoll anwendbar:
Überprüfung von Plantyp, Plangruppe und Plangruppenzähler
In der Standardauslieferung prüft das System bei der Ermittlung von Ausschußabweichungen, ob die der Sollkostenermittlung zugrundeliegende Kalkulation auf dem gleichen Plantyp, der gleichen Plangruppe und dem gleichen Plangruppenzähler basiert wie der in der Fertigungsversion (bei Serienfertigung) oder im Produktionsauftrag (bei Werkstattfertigung und Prozeßfertigung) hinterlegte Arbeitsplan.
Möchten Sie das System so einstellen, daß das System nur überprüft, ob Plantyp und Plangruppe identisch sind, nicht aber Plangruppenzähler, dann ordnen Sie der Fehlermeldung KV 181 den Meldungstyp "Blank" zu. Stimmen dann Plantyp und Plangruppe nicht überein, so erscheinen die Meldungen KV 179 und KV 158. Die Prüfung, ob Plantyp und Plangruppe übereinstimmen, findet immer statt. Die Meldung KV 179 wird im Standard als Info-Meldung ausgegeben, die Meldung KV 158 wird im Standard als Fehlermeldung ausgegeben.
Überprüfung von Zählpunktstrukturen und Meilensteinstrukturen
In der Standardauslieferung prüft das System bei der Ermittlung von Ausschußabweichungen,
Möchten Sie das System so einstellen, daß es die Übereinstimmung von Zählpunktstrukturen beziehungsweise von Meilensteinstrukturen nicht überprüft, dann definieren Sie die Fehlermeldung KV 158 als Warnmeldung oder als Informationsmeldung oder ordnen Sie ihr den Meldungstyp "Blank" zu. Wird die Meldung KV 158 nicht mehr als Fehlermeldung ausgegeben, so läuft die Abweichungsermittlung weiter. Der Wert der Ausschußabweichungen kann jedoch nicht ermittelt werden.
Werden die Meldungen KV 181 und KV 158 als Fehlermeldung ausgegeben und arbeiten Sie mit dem Arbeitsvorrat des Schedule Managers, so erhalten die relevanten Objekte im Arbeitsvorrat des Schedule Managers den Verarbeitungsstatus Fehler. Die Ursache der Fehlermeldung muß behoben und die Funktion erneut ausgeführt werden. Da keine Daten zum Objekt fortgeschrieben wurden, können Sie auch keine Daten mit der Abrechnung an andere Anwendungskomponenten (z.B. an die Finanzbuchhaltung) weiterleiten.
Wenn Sie den Meldungen einen niedrigeren Meldungstyp (z.B. Warnmeldung) zuordnen. so wird das Objekt (z.B. der Produktkostensammler) nicht als fehlerhaftes Objekt im Arbeitsvorrat des Schedule Managers angezeigt.
Keine Sollkostenermittlung erfolgt
Keine Sollkosten werden beispielsweise ermittelt
Das System gibt die Meldung KV 151 aus.
Wird die Meldung als Fehlermeldung ausgegeben, so werden Restabweichungen ausgegeben.
Wird die Meldung als Informations- oder als Warnmeldung ausgegeben, so werden alle Abweichungskategorien ausgewiesen.
Abweichungsermittlung zum Produktkostensammler
Sind einem Produktkostensammler mehrere Produktionsaufträge zugeordnet, so kann ein fehlerhafter Produktionsauftrag die Verarbeitung eines Produktkostensammlers verhindern, dem sehr viele Produktionsaufträge zugeordnet sind.
In der SAP-Standardauslieferung sind die nachstehenden Meldungen so eingestellt, daß Sie die Weiterverarbeitung des Produktkostensammlers im Schedule Manager nicht verhindern. Dies ist dadurch sichergestellt, daß die Meldungen in der Standardauslieferung mit dem Meldungstyp "W" (Warnung) ausgegeben werden, auch wenn die Sollversion 0 berechnet wird. Im Arbeitsvorrat des Schedule Managers erhält das System im relevanten Verarbeitungsschritt nicht den Verarbeitungsstatus "Fehler". Dadurch wird sichergestellt, daß das Objekt in den nächsten Verarbeitungsschritt eingeht. Wenn Sie möchten, daß zu Objekt und Verarbeitungsschritt der Verarbeitungsstatus Fehler ausgegeben wird, dann Ändern Sie den Meldungstyp auf "E" (Fehler) hoch.
In den nachstehenden Abschnitten ist auf Basis der Meldungen KV 158 und KV 181 im Rahmen der Verarbeitung von Produktkostensammlern noch einmal detailliert beschrieben, wie der Meldungstyp den Verarbeitungsstatus im Arbeitsvorrat beeinflußt.
Sind die Meldungen KV 158 und KV 181 als Fehlermeldungen definiert und sind einem Produktkostensammler mehrere Produktionsaufträge zugeordnet, so kann ab der Ausgabe der Fehlermeldung zu einem Produktionsauftrag zu keinem der folgenden Produktionsaufträge Ware in Arbeit beziehungsweise Ausschußabweichungen ermittelt werden. Zum Produktkostensammler kann keine Ware in Arbeit beziehungsweise keine Ausschußabweichung fortgeschrieben werden, auch wenn nur ein Produktionsauftrag die notwendigen Voraussetzungen nicht erfüllt.
Werden die Meldungen KV 158 und KV 181 mit einem niedrigeren Meldungstyp ausgegeben, dann kann im vorgenannten Falle auf Basis aller anderen dem Produktkostenammler zugeordneten Produktionsaufträge noch Ware in Arbeit beziehungsweise unplanter Ausschuß ermittelt werden. Es wird zum Produktkostensammler eine Teil-Ausschußabweichung ausgewiesen. Diese Teil-Ausschußabweichung können Sie an andere Anwendungskomponenten abrechnen.
In der Standardauslieferung werden die Meldungen KV 158 und KV 181 zum Produktkostensammler als Warnmeldung ausgegeben.

Beachten Sie, daß sich die Aussagefähigkeit der Ausschußabweichung verringert.
Beispiele für Meldungen, die im Rahmen der Abweichungsermittlung über die flexible Fehlersteuerung steuerbar sind
Meldung Nr. |
Default-Meldungstyp ohne Schedule Manager* |
Default-Meldungstyp mit Schedule Manager |
Default-Verarbeitungs-status im Schedule Manager |
Meldungstyp steuerbar |
Minimaler Meldungstyp |
KV 201 |
E |
blank (keine Meldungsausgabe)** |
nicht relevant |
ja |
keiner |
BS 005*** |
E |
E |
Fehler |
nein |
E |
KV 239*** |
E |
E |
Fehler |
nein |
E |
CK 214 |
E |
E |
Fehler / Geringfügiger Fehler **** |
ja |
keiner |
KV 158 |
E (W)***** |
E (W)***** |
Fehler / Geringfügiger Fehler **** |
ja |
keiner |
Diese Liste erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Eine vollständige Liste aller Meldungen, die in der flexiblen Fehlersteuerung zur jeweiligen Funktion angeboten werden, finden Sie im Customizing der Kostenträgerrechnung (siehe unter Voraussetzungen).
* Diese Default-Einstellungen gelten für die Einzelverarbeitung und die Sammelverarbeitung ohne Schedule Manager. Einstellungen zur flexiblen Fehlersteuerung können für Einzel- und für Sammelverarbeitung unabhängig voneinander vorgenommen werden.
Einstellungen, die zur Flexiblen Fehlersteuerung in der Sammelverarbeitung vorgenommen werden, wirken sich sowohl auf die Sammelverarbeitung im Arbeitsvorrat des Schedule Managers als auch auf die Sammelverarbeitung außerhalb des Arbeitsvorrates aus.
** Zu den Meldungen, die in der Default-Auslieferung nicht im Arbeitsvorrat des Schedule Managers ausgegeben werden (bei Verarbeitungsstatus "nicht relevant"), müssen Sie den Meldungstyp in der Sammelverarbeitung auf "W" setzen, damit die Meldung im Arbeitsvorrat ausgegeben wird. Beachten Sie, daß die Meldung dann auch für die Sammelverarbeitung außerhalb des Arbeitsvorrates auf "W" umgestellt wurde.
*** Die Verarbeitung wird nicht fortgeführt. Der Fehler muß behoben werden.
**** Wird die Meldung zur Sollversion 0 ausgegeben, so wird im Arbeitsvorrat des Schedule Managers der Verarbeitungsstatus Fehler gesetzt. Wird die Meldung zu einer Sollversion ungleich 0 ausgegeben, so wird im Arbeitsvorrat des Schedule Managers der Verarbeitungsstatus Geringfügiger Fehler gesetzt.
***** Der Default-Meldungstyp ist abhängig vom Szenario. Bezieht sich die Meldung auf einen Produktionsauftrag, der verarbeitet wird, so wird die Meldung als Fehlermeldung ausgegeben, sofern Sie sich auf die Sollversion 0 bezieht. Bezieht sich die Meldung auf einen Produktkostensammler, so wird die Meldung als Warnmeldung ausgegeben, auch wenn Sie sich auf die Sollversion 0 bezieht..

Wenn Sie die Fehlerursache im Rahmen der Sammelverarbeitung (innerhalb und außerhalb des Schedule Managers) nicht identifizieren können, dann führen Sie die Verarbeitung zum Objekt einmal in der Einzelverarbeitung aus. In der Einzelverarbeitung werden möglicherweise mehr Meldungen als in der Sammelverarbeitung.
Siehe auch:
Meldungsprotokoll Protokoll bearbeiten und drucken