Besonderheiten bei Kuppelproduktion 
Verwendung
Kuppelproduktion ist die Herstellung mehrerer Produkte in einem Herstellungsgang. Bei Kuppelproduktion treten im Produktkosten-Controlling (CO-PC) einige Besonderheiten hinsichtlich der Produktkostenplanung (CO-PC-PCP) und der Kostenträgerrechnung (CO-PC-OBJ) auf.
In der Fertigungssteuerung wird für die Herstellung von Kuppelprodukten ein
Produktionsauftrag (in der Regel ein Prozeßauftrag) angelegt. Kuppelprodukte werden im Produktionsauftrag auf den Auftragspositionen geführt.In der Kostenträgerrechnung werden die Istkosten auf dem Auftragskopf des Produktionsauftrages gesammelt. Am Periodenende werden die auf dem Auftragskopf gesammelten Istkosten auf die einzelnen Auftragspositionen verteilt. Ware in Arbeit und Abweichungen werden auf der Ebene der Auftragsposition ermittelt. Anschließend werden die Auftragspositionen abgerechnet.
Integration
Bei Kuppelproduktion greift das System auf Stammdaten der Produktionsplanung Prozeßindustrie (PP-PI) wie Planungsrezept und Materialliste oder auf Stammdaten der Produktionsplanung (PP) zu. Zur Verteilung der Plankosten und der Istkosten auf die einzelnen Kuppelprodukte greift das System auf ein
Aufteilungsschema zu, das im Materialstammsatz oder im Produktionsauftrag selbst gepflegt werden kann.Begriffsbestimmung
KuppelproduktWenn ein Material ein Kuppelprodukt ist, dann setzen Sie in der Dispositionssicht oder der Kalkulationssicht des Materialstammsatzes das Kennzeichen Kuppelprodukt.
FestpreiskuppelprodukteEine besondere Form des Kuppelproduktes ist das Festpreiskuppelprodukt.
HauptproduktWenn ein Material ein Hauptprodukt ist, dann setzen Sie in der Dispositionssicht oder der Kalkulationssicht des Materialstammsatzes das Kennzeichen Kuppelprodukt.
Prozeßmaterial
Ein Prozeßmaterial ist ein nicht lagerfähiges Material, das dazu dient, im System R/3 einen Prozeß darzustellen, bei dem Kuppelprodukte entstehen. Statt eines Hauptproduktes können Sie ein Prozeßmaterial im Rezeptkopf und im Auftragskopf eintragen.
Prozeßmaterialien haben die Materialart PROC.
Nebenprodukt
Ein Nebenprodukt ist ein Produkt, das automatisch bei der Herstellung eines anderen Produktes entsteht. Ein Nebenprodukt tragen Sie mit negativer Menge in die Materialliste eines Hauptproduktes oder eines Prozeßmaterials ein.
Für Nebenprodukte setzen Sie das Kennzeichen Kuppelprodukt in der Dispositionssicht oder der Kalkulationssicht des Materialstammsatzes nicht.
Intramaterial
Intramaterialien treten zwischen zwei Prozeßeinheiten temporär in Erscheinung. Intramaterialien erscheinen in der Materialliste als Positionen vom Typ "M", werden aber nicht kalkuliert.
Muß der Prozeß aufgrund von Störungen abgebrochen werden, so kann es vorkommen, daß ein Intramaterial ans Lager abgeliefert werden muß. In diesem Fall wird es mit einem Preis aus dem Materialstammsatz bewertet, das über die Bewertungsvariante für die Zugangsbewertung selektiert wird.
Intramaterialien haben die Materialart INTR.
KreislaufstoffSie können in der Materialliste angeben, ob die Kosten für den Kreislaufstoff berücksichtigt werden. Das System selektiert einen Preis für den Kreislaufstoff aus der Buchhaltungssicht des Materialstammsatzes.
Ist der Kreislaufstoff als "kalkulationsrelevant" gekennzeichnet, so erscheinen die Materialkosten zweimal im Einzelnachweis, einmal mit positivem Vorzeichen und einmal mit negativem Vorzeichen. Der Saldo stellt die Materialeinsatzkosten dar.
Voraussetzungen
Die Voraussetzungen für die Kalkulation bei Kuppelproduktion werden in den Stammdaten (Materialstamm, Stückliste) geschaffen.
Das Aufteilungsschema wird bei Einsatz der Produktionsplanung-Prozeßindustrie (PP-PI) in die Materialliste übernommen. Um das Aufteilungsschema in der Materialliste anzuzeigen, rufen Sie die Materialliste auf und wählen Materialliste
Ein Aufteilungsschema besteht aus
Das Aufteilungsschema gibt
Das Aufteilungsschema kann auf ein Ursprungsschema verweisen. Das Ursprungsschema besteht aus Ursprungszuordnungen. Jede Ursprungszuordnung faßt eine Gruppe von Kostenarten zusammen. Im Aufteilungsschema können Sie pro Ursprungszuordnung festlegen, nach welchen Äquivalenzen die zusammengefaßten Kosten aufgeteilt werden.
Auf Basis des Aufteilungsschemas und gegebenenfalls des Ursprungsschemas erzeugt das System eine Abrechnungsvorschrift, die die auf den Auftragskopf kontierten Kosten auf die Auftragspositionen (Kuppelprodukte) verteilt. Haben Sie kein Aufteilungsschema im Materialstammsatz oder in der Materialliste angegeben, so müssen Sie in der Abrechnungsvorschrift zum Auftragskopf die Äquivalenzziffern für die Verteilung angeben. In diesem Fall können Sie kein Ursprungsschema verwenden.

Wenn Sie im Materialstammsatz kein Aufteilungsschema gepflegt haben, dann müssen Sie die Äquivalenzen oder die Prozentsätze in der Aufteilungsregel des Auftrages manuell pflegen.
Das System erstellt für jedes Kuppelprodukt eine weitere Abrechnungsvorschrift, die die auf die Auftragsposition abgerechneten Kosten an den Bestand weiterleitet.
Die Ware in Arbeit wird bei Kuppelproduktion auf der Ebene der Auftragspositionen ermittelt.
Funktionsumfang
Auftragsneutrale Kalkulation
Zu den Besonderheiten der Kuppelproduktion in der Produktkostenplanung lesen Sie bitte:
Kalkulation von Kuppelprodukten
Mengengerüstermittlung bei Kuppelproduktion
Kalkulation von Hauptprodukten
Berücksichtigung der Kosten für NebenprodukteProduktionsauftrag
Bei Kuppelproduktion kann ein Produktionsauftrag entweder für das Hauptprodukt (Fertigerzeugnis oder Halbfabrikat) oder zum Prozeßmaterial angelegt werden. Das System erkennt aus dem Materialstammsatz, daß es sich um Kuppelproduktion handelt, und
In der Auftragsposition werden die geplanten und die gelieferten Mengen fortgeschrieben.
Der Status GLFT (endgeliefert) wird für den Auftragskopf gesetzt, wenn alle Positionen endgeliefert sind.
Um anzuzeigen, ob einzelne Auftragspositionen bereits endgeliefert sind, verzweigen Sie im Prozeßauftrag in die Materialliste. Verzweigen Sie aus der Materialliste heraus in die Detailsicht zum Kuppelprodukt und zeigen Sie das Kennzeichen Endlief (Endlieferkennzeichen) an.
Das System erzeugt beim Anlegen des Produktionsauftrages zwei Abrechnungsvorschriften:
Eine Abrechnungsvorschrift wird für die Vorabrechnung Kuppelprodukte, Nacharbeit erzeugt. Sie legt fest, an welche Auftragsposition gemäß welcher Äquivalenzziffer abgerechnet wird.
Eine weitere Abrechnungsvorschrift wird für die Abrechnung der Auftragspositionen an Material erzeugt. Der Abrechnungsempfänger ist das Bestandskonto für das gefertigte Material. Der Abrechnungsanteil ist 100%.
Sie können die Positionen von Produktionsaufträgen mit Kuppelprodukten gesamt (Vorschlagswert Auftragsart/Werk: Defaultregel PP1) oder periodisch (Vorschlagswert Auftragsart/Werk: Defaultregel PP2) abrechnen. Bei periodischer Abrechnung können Sie keine Ware in Arbeit zu Sollkosten ermitteln.
Bei Gesamtabrechnung des Produktionsauftrages findet bei Kuppelproduktion die für den Periodenabschluß relevante Statusverwaltung auf der Ebene der Auftragsposition statt. Dies bedeutet beispielsweise, daß eine Auftragsposition dann den Status GLFT (endgeliefert) erhält, wenn alle geplanten Wareneingänge zur Position erfolgt sind. Dies bedeutet, daß
Prozeßauftrag zum Hauptprodukt
Das Hauptprodukt ist das Produkt, zu dessen Erzeugung der Prozeß durchgeführt wird. Das Hauptprodukt wird im Rezeptkopf beziehungsweise im Auftragskopf eingetragen.
Das Hauptprodukt muß auch als Kuppelprodukt gekennzeichnet werden. Sie bestimmen über ein Aufteilungsschema im Materialstammsatz des Hauptproduktes, wie die Kosten auf die Kuppelprodukte verteilt werden.

Beispiel 1:
Das führende Kuppelprodukt ("Hauptkuppelprodukt") wird als Kopfmaterial verwendet.

Für Karbid und Zement ist das Kennzeichen Kuppelprodukt im Materialstammsatz gesetzt. Da sowohl die Bedarfsplanung als auch die Kalkulation mit Mengengerüst immer mit Bezug auf das Karbid durchgeführt werden, wird das Planungsrezept für das Karbid angelegt. Somit wird das Karbid als Hauptkuppelprodukt identifiziert, während der Zement als Kuppelprodukt bei der Erstellung des Karbids betrachtet wird.
Prozeßauftrag zum Prozeßmaterial
Sie können einen Prozeßauftrag für ein Prozeßmaterial anlegen. Die Kosten werden für den Prozeßauftrag gesammelt und auf die Kuppelprodukte nach Äquivalenzen verteilt. Sie bestimmen über ein Aufteilungsschema im Materialstammsatz des Prozeßmaterials oder des Hauptproduktes, wie die Kosten auf die Kuppelprodukte verteilt werden. Diese Information wird in den Prozeßauftrag übernommen und kann manuell geändert werden.

Beispiel 2:
Es wird ein Prozeßmaterial als Kopfmaterial verwendet.

Für das Karbid und den Zement ist das Kennzeichen Kuppelprodukt im Materialstammsatz gesetzt. Da beide Produkte gleichwertig sind, wird das Planungsrezept nicht für das Produkt selbst, sondern für ein Prozeßmaterial angelegt. Das Prozeßmaterial stellt den Prozeß dar, in dem das Karbid und der Zement entstehen. Der Prozeßauftrag wird für das Prozeßmaterial angelegt.
Im Prozeßauftrag werden Auftragspositionen für das Karbid und den Zement erzeugt. Die Kuppelprodukte können an das Lager geliefert werden. Die Lieferung wird mit einem Preis aus dem Materialstammsatz bewertet. Die Istkosten für die Kuppelprodukte werden mit der Abrechnung an den Bestand weitergeleitet.
Mitlaufende Kalkulation
Die Istkosten werden in der Kuppelproduktion auf der Ebene des Auftragskopfes erfaßt. Um die Istkosten je Kuppelprodukt anzuzeigen, führen Sie zunächst die Funktion Vorabrechnung Kuppelprodukte, Nacharbeit durch. Nach der Verteilung der Istkosten auf die Auftragspositionen können Sie die Istkosten je Kuppelprodukt anzeigen.
Wareneingang
Erfassen Sie einen Wareneingang zu einem Prozeßauftrag, so werden alle Kuppelprodukte in der Materialliste vorgeschlagen. Die Entlastungsbuchung für den Wareneingang des Kuppelproduktes wird auf der relevanten Auftragsposition fortgeschrieben. Die Entlastung der Auftragsposition erfolgt in Abhängigkeit von der Preissteuerung des Materials zu einem im Materialstammsatz hinterlegten Preis.
Eine Entlastung der Auftragsposition erfolgt auch bei Lieferung von Nebenprodukten an das Lager. Für die Lieferung von Nebenprodukten an das Lager buchen Sie statt einer Wareneingangsbuchung eine Warenausgangsbuchung. Tragen Sie beim Buchen des Warenausgangs im Feld NebProd
Anhand dieses Eintrages ermittelt das System die Bewegungsart 531 (Zugang Nebenprodukt).

Das Feld NebProd erscheint beim Buchen des Warenausgangs zum Auftrag oder zur Reservierung im Dialogfenster Vorlage: Auftrag oder Vorlage: Reservierung.
Periodenabschluß
Vorabrechnung Kuppelprodukte, Nacharbeit
Bei Kuppelproduktion werden die Istkosten des Fertigungsprozesses auf dem Auftragskopf des Produktionsauftrages gesammelt. Im Periodenabschluß können Sie die Istkosten vom Auftragskopf auf die einzelnen Auftragspositionen verteilen. Bei der Verteilung greift das System auf die im Aufteilungsschema definierten Äquivalenzziffern und gegebenenfalls auch auf das Ursprungsschema zu.
Vorabrechnung Kuppelprodukte, Nacharbeit in Abhängigkeit von Aufteilungsschema und Ursprungsschema

Siehe auch:
Ausführliche Informationen zur Verteilung Kuppelproduktion finden Sie in den Abschnitten:
Vorabrechnung Kuppelprodukte, Nacharbeit Vorabrechnung Kuppelprodukte Vorabrechnung Kuppelprodukte, Nacharbeit ausführen Aufteilungsschemata überprüfen Beispiel: Vorabrechnung u. Abrechnung KuppelproduktionWare in Arbeit bei Kuppelproduktion
Die Ware in Arbeit wird bei Kuppelproduktion auf der Ebene der Auftragspositionen ermittelt.
Bei Kuppelproduktion wird die Ware in Arbeit immer zu Istkosten ermittelt. Die Differenz auf den Auftragspositionen wird vom System solange als Ware in Arbeit interpretiert, bis alle Auftragspositionen endgeliefert sind.
Siehe auch:
Ware in Arbeit im Auftragsbez. Produkt-ControllingAbweichungsermittlung
Sie können zu Kuppelprodukten die Abweichungsermittlung durchführen. Dies bedeutet, daß auch bei Kuppelproduktion in der Kostenträgerrechnung die Ursache für die Differenz aus Sollkosten und Istkosten festgestellt werden kann. Die Abweichungsermittlung ordnet die Differenz aus Sollkosten und Istkosten je Kostenart und gegebenenfalls Herkunft einzelnen Abweichungskategorien zu. Diese Abweichungskategorien zeigen an, wo die Ursache für die Abweichung liegt (z.B. Einsatzpreisabweichung).
Zu Festpreiskuppelprodukten werden Abweichungen nur in der Sollversion 0 gerechnet. Es gilt:
Sollkosten = Istkosten (Belastungsseite)
Sollentlastung = Istmenge * Standardpreis (Festpreis)
Die Abweichungsermittlung erfolgt bei Kuppelproduktion auf der Ebene der Auftragsposition.
Wenn alle Positionen des Auftrages endgeliefert sind, erhält der Auftragskopf den Status GLFT (endgeliefert). Erst dann werden die Positionen des Auftrags bei der Abweichungermittlung berücksichtigt.
Es können zum Festpreiskuppelprodukt nur Abweichungen der Verrechnungsseite ermittelt werden, beispielsweise wenn zwischen der Wareneingangsbuchung (Istentlastung) und der Abweichungsermittlung der Festpreis an neue Gegebenheiten angepaßt wurde.
Siehe auch:
AbweichungsermittlungAbrechnung
Die Istkosten werden vom Auftragskopf auf die einzelnen Auftragspositionen verteilt. Dazu verwenden Sie die Funktion Vorabrechnung Kuppelprodukte, Nacharbeit.
Die einzelnen Auftragspositionen rechnen die Differenz aus Belastung und Entlastung der Auftragsposition an den Bestand ab. Belastet werden die Auftragspositonen durch die Funktion Vorabrechnung Kuppelprodukte, Nacharbeit. Entlastet werden die Auftragspositionen durch Wareneingangsbuchungen.
Die Abrechnung der Auftragspositionen an das Material erfolgt gemäß einer Abrechnungsvorschrift. Diese Abrechnungsvorschrift erzeugt das System automatisch beim Anlegen des Produktionsauftrages. Sie können diese Abrechnungsvorschrift für die Abrechnung an Material im Produktionsauftrag in der Sicht Kuppelprodukt zum Material anzeigen.

Die Vorabrechnung Kuppelprodukte, Nacharbeit erfolgt ebenfalls auf Basis einer Abrechnungsvorschrift. Sie können diese Abrechnungsvorschrift ebenfalls im Produktionsauftrag anzeigen. Zeigen Sie dazu die Abrechnungsvorschrift zum Auftragskopf an.
Wenn Sie die Ergebnis- und Marktsegmentrechnung (CO-PA) im Einsatz haben, können Sie die Abweichungen auch an ein Ergebnisobjekt abrechnen.
Die Abrechnung findet bei Kuppelproduktion also auf der Ebene der Auftragspositionen statt. Sie können Produktionsaufträge, mit denen Kuppelprodukte hergestellt werden, kumuliert oder periodisch abrechnen. Sie hinterlegen dazu als Vorschlagswert in der Auftragsart die Defaultregel PP1 (Produktion Material Gesamtabrechnung) oder PP2 (Produktion Material Periodische Abrechnung).
Abrechnung von Kuppelprodukten

Die Abrechnungsvorschrift zum Produktionsauftrag wird erzeugt auf Basis der Defaultregel. Die Abrechnungsvorschrift beinhaltet die Aufteilungsregel. Diese Aufteilungsregel lautet "100% an Material" und beinhaltet auch die Abrechnungsart, die in Abhängigkeit von der Defaultregel "PER" (periodisch) oder "GES" (gesamt) lauten kann.
Sie können die Abrechnungsvorschrift für die Auftragsposition so ändern, daß ein Anteil der Kosten für ein Kuppelprodukt an eine Kostenstelle oder ein Sachkonto weitergeleitet wird.
Siehe auch:
Abrechnung im Produkt-ControllingZuordnung zur Kostenträgerhierarchie
Verwendung
Sie können Produktionsaufträge, mit denen Kuppelprodukte erzeugt werden, einer Kostenträgerhierarchie zuordnen. Sie verwenden eine Kostenträgerhierarchie, wenn Sie bestimmte Kosten nicht einzelnen Aufträgen zuordnen können oder möchten. Die Kostenträgerhierarchie bietet Ihnen die Möglichkeit, eine Zuordnung der Kosten beispielsweise je Produktgruppe oder je Verantwortungsbereich vorzunehmen.

Für ein Nebenprodukt fallen Weiterverarbeitungskosten an. Für ein anderes Nebenprodukt fallen Entsorgungskosten an. Sie ordnen diese Kosten einer Kostenträgerhierarchie zu. Im Periodenabschluß verteilen Sie die Istkosten auf die der Kostenträgerhierarchie zugeordneten Produktionsaufträge.
Voraussetzungen
Voraussetzung für die Zuordnung von Produktionsaufträgen mit Kuppelprodukten zur Kostenträgerhierarchie ist, daß Sie im Customizing des Periodischen Produkt-Controlling in der Kostenträgerart hinterlegt haben, daß die Verteilung (zur Kostenträgerhierarchie) aktiv ist. Ist die Verteilung zur Kostenträgerhierarchie aktiv, dann werden am Periodenende alle auf die Kostenträgerhierarchie gebuchten Istkosten auf die zugeordneten Aufträge verteilt. Die Verteilung zur Kostenträgerhierarchie verteilt die auf die Kostenträgerhierarchie gebuchten Istkosten auf die Auftragsköpfe zugeordneter Produktionsaufträge. Mit der Funktion Vorabrechnung Kuppelprodukte, Nacharbeit werden die auf den Auftragskopf verteilten Istkosten gemeinsam mit den auf den Auftragskopf gebuchten Istkosten auf die einzelnen Auftragspositionen verteilt. Abweichungsermittlung und Abrechnung erfolgen anschließend auf der Ebene der Auftragspositionen der Produktionsaufträge.
Einer Kostenträgerhierarchie können nur Produktionsaufträge zugeordnet werden, die periodisch abgerechnet werden. Dies bedeutet, daß als Vorschlagswert in der Auftragsart die Defaultregel PP2 (Produktion Material Periodische Abrechnung) hinterlegt sein muß.
Sie können den untersten Kostenträgerknoten einer Kostenträgerhierarchie folgende Kombinationen zuordnen:
Sie können den untersten Kostenträgerknoten einer Kostenträgerhierarchie je ein Kuppelprodukt zuordnen.
Es ist möglich, daß in einem Produktionsauftrag mehrere Kuppelprodukte erzeugt werden, die unterschiedlichen Kostenträgerknoten zugeordnet sind. In diesem Fall ordnet das System den Produktionsauftrag dem Kostenträgerknoten zu, dem das Material zugeordnet ist, das in der ersten Auftragsposition des Produktionsauftrages geführt wird.
Die Zuordnung der Kombination Material/Werk/Fertigungsprozeß verwenden Sie beispielsweise, wenn Sie zu einem Material beziehungsweise zu einem Kuppelproduktionsprozeß mehrere Fertigungsversionen haben und die einzelnen Fertigungsversionen unterschiedlichen Kostenträgerknoten der Hierarchie zuordnen möchten.

Die Fertigungsversionen werden auf unterschiedlichen Fertigungslinien produziert. Sie möchten die Kosten je Linie erfassen. In diesem Falle legen Sie einen Kostenträgerknoten je Linie an und ordnen diesen Kostenträgerknoten Fertigungsprozesse zu. Die Controlling-Ebene, die die Merkmale der Fertigungsprozesse bestimmt, ist die Controlling-Ebene "Fertigungsversion".
Bei Kuppelproduktion legt das System nur dann automatisch einen Fertigungsprozeß an, wenn die Anwendungskomponente Istkalkulation/Material-Leger aktiv ist.
Bei der Kuppelproduktion gehen aus einem Fertigungsprozeß mehrere Materialien (die Kuppelprodukte) hervor. Für jedes Kuppelprodukt erzeugt das System bei der Lieferung an das Lager eine
Beschaffungsalternative.Ist die Anwendungskomponente Istkalkulation/Material-Leger nicht aktiv, so können Sie den Fertigungsprozeß zur Kostenträgerhierarchie manuell anlegen und ihn anschließend ebenso wie Material und Werk einem untersten Kostenträgerknoten einer Kostenträgerhierarchie zuordnen. Das System ordnet den Produktionsauftrag, der dieselben Merkmalsausprägungen hat wie ein bestimmter Fertigungsprozeß, dem Kostenträgerknoten zu, dem dieser Fertigungsprozeß zugeordnet ist.
Funktionsumfang
Bei Kuppelproduktion können Sie Ware in Arbeit nur zu Istkosten ermitteln. Ordnen Sie Produktionsaufträge, mit denen Sie Kuppelprodukte herstellen, einer Kostenträgerhierarchie zu, dann können Sie keine Ware in Arbeit zu diesen Produktionsaufträgen ermitteln, da alle einer Kostenträgerhierarchie zugeordneten Produktionsaufträge periodisch abgerechnet werden und deshalb die Ware in Arbeit zu Sollkosten ermittelt wird. Bei Kuppelproduktion kann jedoch keine Ware in Arbeit zu Sollkosten ermittelt werden.
Wenn Sie einer Kostenträgerhierarchie Kuppelprodukte zuordnen, dann werden die Istkosten mit der Verteilung zur Kostenträgerhierarchie auf den Auftragskopf der zugeordneten Kuppelprodukte verteilt. Diese Verteilung erfolgt gemäß der vom System auf den Auftragspositionen ermittelten und dynamisch auf den Auftragsköpfen verdichteten Sollkosten. Anschließend werden die Sollkosten über alle Stufen der Kostenträgerhierarchie bottom-up verdichtet. Nach der Sollkostenverdichtung erfolgt die Verteilung der Istkosten top-down entsprechend der Sollkosten je Hierarchieebene. Die Istkosten werden auf den Auftragskopf der Produktionsaufträge verteilt. Um die Kosten vom Auftragskopf auf die einzelnen Kuppelprodukte zu verteilen, verwenden Sie anschließend die Funktion Vorabrechnung Kuppelprodukte, Nacharbeit.
Wenn Sie einer Kostenträgerhierarchie Festpreiskuppelprodukte zugeordnet haben, dann werden für diese Festpreiskuppelprodukte die Istkosten nicht auf die Festpreiskuppelprodukte verteilt. Die Verteilung Kostenträgerhierarchie und die Vorabrechnung Kuppelprodukte, Nacharbeit erfolgen kostenartengerecht bzw. gegebenenfalls auch bezogen auf Herkunftsgruppe oder Herkunft. Zum Festpreiskuppelprodukt liegt nur eine Sollentlastung, aber keine Sollbelastung vor. Die Verdichtung von Sollkosten auf dem Auftragskopf erfolgt jedoch gemäß der Sollbelastung, um anschließend eine kostenartengerechte Verteilung zu gewährleisten. Dem entsprechend werden für Festpreiskuppelprodukte keine Sollkosten auf dem Auftragskopf verdichtet. Die Istkosten des Kuppelproduktionsprozesses werden entsprechend den Sollkosten aller Kuppelprodukte verteilt, die keine Festpreiskuppelprodukte sind. Dies entspricht dem Konzept der Festpreiskuppelprodukte, nach dem die Festpreiskuppelprodukte immer mit dem politischen Preis geführt und nicht mit zusätzlichen Kosten belastet werden.
Siehe auch:
Fertigungsprozeß anlegen KostenträgerhierarchieKuppelproduktion bei Einsatz der Anwendungskomponente Istkalkulation/Material-Ledger
Ist die Anwendungskomponente Istkalkulation/Material-Ledger aktiv, so wird immer
Einschränkungen
Sie können bei Kuppelproduktion keinen Produktkostensammler verwenden.
Sie können bei Kuppelproduktion keine Ware in Arbeit zu Sollkosten ermitteln.
Beim Einsatz von Auftragsnetzen sind Kuppelprodukte nur im führenden Auftrag erlaubt.
Siehe auch:
Periodisches oder Auftragsbezogenes Controlling? Stammdaten des PP-PI im Produktkosten-ControllingInformationen zur Kostenträgerhierarchie finden Sie im Dokument:
Periodisches Produkt-ControllingInformationen zu Produktionsaufträgen in der Kostenträgerrechnung finden Sie im Dokument:
Auftragsbezogenes Produkt-ControllingInformationen zur Darstellung von Kosten bei Kuppelproduktion im Informationssystem des Produktkosten-Controlling finden Sie im Dokument Informationssystem Produktkosten-Controlling, insbesondere in den Abschnitten:
Besonderheiten bei Kuppelproduktion (im Informationssystem)
Selektionsparameter der Auftragsselektion
Auftragsselektion
VerdichtungshierarchieAusführliche Informationen zu den Stammdaten des PP-PI finden Sie in der Dokumentation
Produktionsplanung Prozeßindustrie.