Definition
Der Fertigungsprozeß ist ein Beschaffungsprozeß vom Prozeßtyp "Fertigung".
Verwendung
Produzieren Sie dasselbe Material in verschiedenen Produktionsverfahren, so bietet Ihnen der Fertigungsprozeß die Möglichkeit, die Mengen je Mengengerüst (zum Beispiel je Fertigungsversion) zu sammeln, auszuwerten und zu analysieren.
Der Fertigungsprozeß wird verwendet
Die vom Fertigungsprozeß fortgeschriebenen Mengen werden bewertet und die daraus resultierenden Kosten auf dem Kostenträger fortgeschrieben.
Integration
Der Fertigungsauftrag wird einem Fertigungsprozeß zugeordnet. Zu dem Material aus dem Fertigungsprozeß können Sie, unabhängig von der Komponente, eine Controlling-Ebene wählen, die den Detaillierungsgrad für die Bildung von Fertigungsprozessen festlegt. Möchten Sie beispielsweise die Kosten je Fertigungsversion sammeln und analysieren, so wählen Sie die
Controlling-Ebene "Fertigungsversion" aus.Mit der Controlling-Ebene legen Sie fest, welche Merkmale zum Fertigungsprozeß fortgeschrieben werden.
Controlling-Ebene |
Merkmale der Controlling-Ebene |
Werk/Material |
Material empfangendes Werk |
Produktionswerk/Planungswerk |
Material Produktionswerk Planungswerk |
Fertigungsversion |
Material Produktionswerk Planungswerk Fertigungsversion |
Stückliste/Arbeitsplan |
Material Produktionswerk Planungswerk Stücklistenverwendung Stücklistenalternative Arbeitsplantyp Plangruppe Plangruppenzähler |
Unter bestimmten Voraussetzungen ist die Controlling-Ebene zum Werksmaterial änderbar. (Siehe auch:
Controlling-Ebene bearbeiten)
Ein Fertigungsprozeß zum Material P-105, zu dem die Controlling-Ebene "Fertigungsversion" festgelegt wurde, ist z.B. definiert durch folgende Merkmalsausprägungen:
Funktionsumfang
Produktkostensammler
Wenn Sie in der Kostenträgerrechnung im
Periodischen Produkt-Controlling mit
Produktkostensammlern arbeiten, dann sind diese Produktkostensammler über Fertigungsprozesse mit den Produktionsaufträgen (bei Werkstattfertigung oder Prozeßfertigung) oder mit der Fertigungsversion (bei Serienfertigung) verknüpft. Dies ist unabhängig davon, ob die Anwendungskomponente Istkalkulation/Material-Ledger aktiv ist oder nicht. 
Der Fertigungsprozeß wird vom System beim Anlegen des Produktkostensammlers automatisch angelegt, sofern er bis dahin noch nicht existiert (beispielsweise kann durch das vorherige Anlegen einer Mischkalkulation zum selben Material bereits der entsprechende Fertigungsprozeß vorhanden sein). Ist der Fertigungsprozeß noch nicht angelegt, so wählen Sie beim Anlegen des Produktkostensammlers eine Controlling-Ebene aus und geben anschließend die Ausprägungen der Merkmale der Controlling-Ebene (z.B. Planungswerk 1000, Produktionswerk 1000, Material P-105, Fertigungsversion 0001) ein. Die Controlling-Ebene wirkt sich dabei auf alle Anwendungskomponenten aus.
Planungswerk und Produktionswerk
Planungswerk und Produktionswerk sind Merkmale des Fertigungsprozesses. Wenn sich Planungswerk und Produktionswerk voneinander unterscheiden, dann wird der Produktkostensammler im Produktionswerk angelegt. Die Abrechnung erfolgt an das Material im Planungswerk.
Produktionsauftrag
Wenn die Anwendungskomponente Istkalkulation/Material-Ledger aktiv ist, ordnet das System intern jedem Produktionsauftrag über die Merkmalsausprägungen den entsprechenden Fertigungsprozeß zu.
Das System prüft, ob dem zu fertigenden Material bereits eine Controlling-Ebene zugeordnet wurde.
Entsprechend der Merkmalsausprägungen wird für das Material ein Fertigungsprozeß gesucht. Ist ein Fertigungsprozeß vorhanden, dann wird er dem Produktionsauftrag zugeordnet. Ist kein Fertigungsprozeß vorhanden, dann wird ein neuer Fertigungsprozeß entsprechend den Merkmalen der Controlling-Ebene und den neuen Merkmalsausprägungen angelegt.
Das System legt einen Fertigungsprozeß zu der Controlling-Ebene "Werk/Material" an und ordnet diesen dem Produktionsauftrag zu.

In der Controlling-Ebene zum Material ist definiert, daß der Fertigungsprozeß zur Fertigungsversion angelegt werden soll. Im Produktionsauftrag ist keine Fertigungsversion definiert.
Ist die Anwendungskomponente Istkalkulation/Material-Ledger nicht aktiv, dann kann bereits ein Fertigungsprozeß mit den für den Produktionsauftrag relevanten Merkmalsausprägungen existieren, wenn
Der Produktionsauftrag mit denselben Merkmalsausprägungen wird dem Produktkostensammler zugeordnet.
Serienfertigung
Die Kosten der Serienfertigung werden immer auf Produktkostensammlern gesammelt. Dazu wird die Fertigungsversion über den Fertigungsprozeß mit dem Produktkostensammler verbunden.
Kostenträgerhierarchie
Wenn Sie eine Kostenträgerhierarchie anlegen möchten, dann ordnen Sie den untersten Kostenträgerknoten der Kostenträgerhierarchie Material und Werk oder Material, Werk und Fertigungsprozeß zu. Die Zuordnung Material, Werk, Fertigungsprozeß nehmen Sie nur dann vor, wenn die Zuordnung auf Materialebene Ihren Anforderungen nicht genügt, beispielsweise weil Sie unterschiedliche Fertigungsversionen auf unterschiedlichen Fertigungslinien produzieren und Sie diesen Linien unterschiedliche Rüstkosten zuordnen möchten.

Wenn Sie bisher mit Kostenträgerhierarchien zur Kombination Material / Werk / Fertigungsversion gearbeitet haben, dann empfiehlt es sich, Fertigungsprozesse mit der Controlling-Ebene "Fertigungsversion" anzulegen. Bereits vorhandene Kostenträgerhierarchien zu Material / Werk / Fertigungsversion oder Material / Werk / Serienauftrag werden umgesetzt (
Siehe auch:
Umsetzung Kostenträgerhierarchie).
Siehe auch:
Produktkostensammler
Kostenträgerhierarchie