Geschäftsvorfall
Autarker, logisch zusammenhängender betriebswirtschaftlicher Vorgang, der eine wert- oder mengenmäßige Veränderung oder ein Ereignis beinhaltet. Das System bildet einen Geschäftsvorfall als nicht trennbare, stornierbare Einheit durch eine Buchung im Rechnungswesen ab. Dieses Abbild muss im Rechnungswesen eindeutig identifizierbar sein.
Mit diesem Objekt können Sie die Belege für die Belegaufteilung in der neuen Hauptbuchhaltung klassifizieren.
In der Belegaufteilung ist eine Mischung verschiedener Geschäftsprozesse, die mit einer Belegart gebucht werden, nicht vorgesehen. Sie müssen jeden Geschäftsvorfall, den Sie verwenden, mit einer eigenen Belegart buchen.
Ein Geschäftsvorfall in der Belegaufteilung ist stets mit einer Geschäftsvorfallsvariante verknüpft, die festlegt, welche Positionstypen in dem Geschäftsvorfall und in den zugeordneten Belegaufteilungsregeln verfügbar sind.
Die Geschäftsvorfälle und die in einem Geschäftsvorfall verfügbaren Positionstypen sind in der Belegaufteilung vorgegeben. So können Sie z. B. im Geschäftsvorfall Debitorenrechnung
(0200) die Positionstypen Kreditor
(03000) oder Skontoverrechnung
(01300) nicht verwenden.
Sie können keine eigenen Geschäftsvorfälle anlegen. Sie können jedoch zu einem Geschäftsvorfall kundeneigene Geschäftsvorfallsvarianten definieren und die für den Geschäftsvorfall verfügbaren Positionstypen weiter einschränken. Für kundeneigene Geschäftsvorfallsvarianten müssen Sie kundeneigene Belegaufteilungsregeln hinterlegen. Das ermöglicht Ihnen, die Standardauslieferung Ihren Zwecken gemäß anzupassen.
Ein Geschäftsvorfall kann mehrere Geschäftsprozesse abdecken. Jeder Geschäftsprozess verwendet Positionstypen, die aufzuteilen sind, und Basis-Positionstypen, von denen das System die Kontierungen ableiten kann. Diese müssen in der Belegaufteilungsregel zum Geschäftsvorfall definiert sein.
Die folgende Tabelle nennt für jeden verfügbaren Geschäftsvorfall die Geschäftsprozesse, die in dem ausgelieferten Standard-Belegaufteilungsverfahren durch die Belegaufteilungsregeln abgedeckt sind:
Geschäftsvorfall |
Bezeichnung |
Geschäftsprozesse im Standard-Belegaufteilungsverfahren |
|---|---|---|
0000 |
Unspezifizierte Buchung |
Alle Geschäftsprozesse, die vollständig kontiert sind und daher nicht aufgeteilt werden müssen, z. B. Buchungen aus dem Controlling (CO) oder der Materialwirtschaft (MM); einzige Ausnahme sind Buchungskreisverrechnungen, soweit diese in der Buchungsschnittstelle erzeugt werden, z. B. Reisekostenabrechnungen, die bereits die Verrechnungszeilen enthalten |
0100 |
Umbuchung von GuV-Konto auf Bilanzkonto |
Abgrenzungsbuchungen bei Abschlüssen (siehe auch Ledgergruppenspezifisches Buchen und Ausgleichen) |
0200 |
Debitorenrechnung |
Als führende Position für buchungskreisübergreifende Buchungen ist der Positionstyp |
0300 |
Kreditorenrechnung |
|
0400 |
Bankkontoauszug |
|
0500 |
Steuervoranmeldung (Zahllast) |
Umsatzsteuer-Voranmeldung, d. h. Steuerkonto entlasten und auf Zahllastkonto umbuchen (siehe auch Buchen der Zahllast) Beachten Sie auch den SAP-Hinweis 889404 Die Mehrwertsteuer wird programmintern kontiert; der zu bearbeitende Positionstyp |
0600 |
Wareneingang zur Bestellung |
Dedizierte Geschäftsprozesse, für die buchungskreisübergreifende Projektionen durchzuführen sind (erfordert die Definition der führenden Position in der Belegaufteilungsregel); vgl. Geschäftsvorfall |
1000 |
Zahlung |
|
1010 |
Ausgleichstransaktionen (Kontenpflege) |
|
1020 |
Rücknahme Ausgleich |
In der Belegaufteilung der neuen Buchhaltung nicht verwendet Dieser Geschäftsvorfall dient in der klassischen Buchhaltung mit Belegaufteilung für Spezielle Ledger (FI-SL) zur Rücknahme eines Nullausgleichs. In der Belegaufteilung der neuen Hauptbuchhaltung übernimmt die passive Belegaufteilung die Rücknahme des Ausgleichs. |
Eine detaillierte Aufstellung der je Geschäftsvorfall verfügbaren Positionstypen erhalten Sie im Customizing der Belegaufteilung
unter . In der Standardauslieferung ist für jeden Geschäftsvorfall die Standard-Geschäftsvorfallsvariante (Variante 0001 Standard
) definiert. Die Standard-Geschäftsvorfallsvarianten enthalten alle Positionstypen, die im jeweiligen Geschäftsvorfall verfügbar sind.
Wenn Sie eine neue Geschäftsvorfallsvariante anlegen, dann übernimmt das System automatisch die Positionstypen und die Grundeinstellungen des Geschäftsvorfalls. Sie können einzelne Positionstypen verbieten oder als obligatorisch kennzeichnen (so muss z. B. eine Debitorenrechnung einen Debitor enthalten, weil das System den führenden Buchungskreis über die Debitorenzeile ableitet). Sie können außerdem festlegen, dass ein Positionstyp in dem Geschäftsvorfall nur einmal vorkommen darf.
Bei einer Buchung überprüft das System, ob die Positionstypen für den Geschäftsvorfall gültig sind.
Die Belegaufteilung basiert auf der eindeutigen Zuordnung von Belegarten zu Geschäftsvorfällen und Geschäftsvorfallsvarianten sowie auf der Zuordnung von Positionstypen zu den Konten. Diese Zuordnungen nehmen Sie folgendermaßen vor:
Sie ordnen die Positionstypen den Konten zu im Customizing der Belegaufteilung
unter .
Sie ordnen die Belegarten den Geschäftsvorfällen und Geschäftsvorfallsvarianten zu im Customizing der Belegaufteilung
unter .