Ledgergruppenspezifisches Buchen und Ausgleichen Sie verwenden das ledgergruppenspezifische Ausgleichen, wenn Sie parallele Rechnungslegung mit der Ledgerlösung (und nicht mit der Kontenlösung) praktizieren. Das ledgergruppenspezifische Buchen und Ausgleichen unterstützt Sie bei den Abschlussarbeiten. Sie können die Funktion für alle Posten verwenden, die aufgrund der parallelen Rechnungslegung in mehreren Ledgern unterschiedlich bewertet und gebucht werden, insbesondere jedoch für Rückstellungen (z.B. Rückstellungen für Provisionen, für Prozessrisiken sowie für die Erstellung und Prüfung des Jahresabschlusses).
Wenn Sie das Kennzeichen
Ledgergruppenspezifisches Ausgleichen
in den Stammdaten zum Sachkonto setzen, ersetzt es die folgenden anderen Kennzeichen:
Verwaltung offener Posten
Einzelpostenanzeige
D.h. wenn Sie das Kennzeichen
Ledgergruppenspezifisches Ausgleichen
setzen, können Sie keines der beiden anderen Kennzeichen setzen. Das Kennzeichen
Ledgergruppenspezifisches Ausgleichen
beinhaltet jedoch die Offene-Posten-Verwaltung für das jeweilige Sachkonto.
Das Kennzeichen ist unter folgenden Voraussetzungen sichtbar:
Sie haben im aktuellen Mandanten die neue Hauptbuchhaltung aktiviert.
Zum Buchungskreis haben Sie mehr als ein Ledger definiert.
Sie haben das Kennzeichen über den Feldstatus in der Kontengruppe zum Sachkonto eingeblendet.
Für die relevanten Sachkonten haben Sie In der Stammdatenpflege für Sachkonten auf der Registerkarte
Steuerungsdaten
folgende Kennzeichen gesetzt:
Salden nur in Hauswährung
Ledgergruppenspezifisches Ausgleichen
Sie können das Kennzeichen Ledgergruppenspezifisches Ausgleichen ausschließlich für Bilanzkonten setzen.
Für folgende Konten können Sie das Kennzeichen nicht setzen:
Wareneingangs- und Rechnungseingangskonten
Konten für Skonti
Abstimmkonten
steuerrelevante Konten
GuV-Konten
Damit Sie das ledgergruppenspezifische Ausgleichen nutzen können, empfehlen wir, neue Konten anzulegen.
Anstatt neue Konten anzulegen, können Sie unter bestimmten Voraussetzungen jedoch auch vorhandene Konten auf Offene-Posten-Verwaltung umstellen (siehe den Abschnitt „Nachträgliches Setzen des Kennzeichens“).
Wenn Sie ein Konto einmal umgesetzt haben in ein Konto mit ledgergruppenspezifischer OP-Verwaltung und Sie auf dem Konto Buchungen vorgenommen hatten, können Sie dieses Konto allerdings nicht mehr in ein Konto mit normaler Offene-Posten-Verwaltung zurücksetzen.
Für das nachträgliche Setzen des Kennzeichens gilt Folgendes:
Falls auf dem Konto noch keine Buchungen stattgefunden haben, können Sie das Kennzeichen für dieses Konto nachträglich setzen.
Falls das Konto keine Einzelpostenverwaltung und keine Offene-Posten-Verwaltung hat und bereits bebucht wurde, gehen Sie folgendermaßen vor:
Erzeugen Sie die Einzelposten nachträglich mit dem Report RFSEPA01 .
Setzen Sie das Kennzeichen für die ledgergruppenspezifische Offene-Posten-Verwaltung nachträglich, indem Sie den entsprechenden Report ausführen; Sie finden diesen im Customizing der
Hauptbuchhaltung (neu)
unter
.
Falls das Konto eine Einzelpostenverwaltung hat oder eine Offene-Posten-Verwaltung und das Konto schon bebucht wurde, können Sie das Kennzeichen für dieses Konto nachträglich setzen im Customizing der
Hauptbuchhaltung (neu)
unter
.
Wenn Sie für ein OP-verwaltetes Hauptbuchkonto das Kennzeichen
Ledgergruppenspezifisches Ausgleichen
setzen, können Posten ledgergruppenspezifisch auf dieses Konto gebucht werden; d.h. Sie haben eine ledgergruppenspezifische Sicht auf das Konto. Der Ausgleich erfolgt ebenfalls ledgergruppenspezifisch. Das bedeutet: Posten, die Sie in einer bestimmten Ledger-Gruppe gebucht haben, können lediglich in derselben Ledger-Gruppe weiter bearbeitet werden. Wenn Sie beispielsweise Rückstellungen ledgerguppenspezifisch gebucht haben, buchen Sie die Auflösung ebenfalls in derselben Ledgergruppe.
In den folgenden Transaktionen können Sie ledgergruppenspezifisch buchen :
Sachkontenbeleg für Ledger-Gruppe erfassen (
FB50L
) und
Allgemeine Buchung für Ledger-Gruppe (
FB01L
).
In den folgenden Transaktionen können Sie ledgergruppenspezifisch ausgleichen :
manuell ausgleichen:
Ausgleichen Sachkonto für Ledger-Gruppe (
FB1SL
) und
Buchen mit Ausgleichen für Ledger-Gruppe (
FB05L
)
Sie arbeiten mit diesen beiden Transaktionen analog zu den Transaktionen
FB1S
bzw.
FB05
.
automatisch ausgleichen: Maschinelles ledgergruppenspezifisches Ausgleichen (
F13L
)
Im Sachkontenverzeichnis sehen Sie, ob das angezeigte Sachkonto eine ledgergruppenspezifische Offene-Posten-Verwaltung hat.
Um alle Sachkonten mit ledgergruppenspezifischer Offene-Posten-Verwaltung zu selektieren, können Sie das ledgergruppenspezifische Ausgleichen als Selektionskriterium bei der freien Selektion verwenden, vorausgesetzt Sie haben die entsprechenden Einstellungen in der logischen Datenbank
SDF
vorgenommen (siehe SAP-Hinweis 1086335).
Der Report
Kontendetektiv
hat zum Sachkontenverzeichnis eine Spalte
Ledgergruppenspezifisches Ausgleichen
.
Hier können Sie diejenigen Einzelposten auflisten, die auf ein Konto mit ledgergruppenspezifischer OP-Verwaltung gebucht wurden. In der Erfassungssicht sehen Sie nur diejenigen Posten, die in das führende Ledger gebucht wurden oder in eine Ledger-Gruppe, die das führende Ledger enthält. In der Hauptbuchsicht werden alle Posten aufgelistet, die auf das gegebene Sachkonto in das gegebene Ledger gebucht wurden. Die Einzelpostenliste hat eine Spalte zur Ledger-Gruppe. Sie können die Einzelposten nach der Ledger-Gruppe sortieren.
Hinweis
Die Sachkonten-Einzelpostenliste aus der klassischen Hauptbuchhaltung (Transaktion
FBL3N
) können Sie für Konten mit ledgergruppenspezifischer OP-Verwaltung
nicht
verwenden.
Archivieren können Sie nur ausgeglichene Posten.
Der Transport des Kennzeichenwerts
Ledgergruppenspezifisches Ausgleichen
über ALE-Schnittstelle ist möglich.
Die Musterkontentechnik (Transaktionen FSM* , so z.B. das Anlegen von Musterkonten) sowie das Übertragen von Sachkontenstammdaten mit den Transaktionen FS15 und FS16 unterstützen das Kennzeichen Ledgergruppenspezifisches Ausgleichen nicht , da diese Transaktionen eine ältere Dynprotechnik benutzen. Sie müssen daher nach der Stammdatenbearbeitung das Kennzeichen manuell setzen.
Beim Aufruf des Reports Sachkontenverzeichnis (RFSKVZ00) sowie der Sachkontenliste-Query können Sie erst dann Sachkonten nach dem Merkmal
Ledgergruppenspezifisches Ausgleichen
selektieren, wenn Sie entsprechende Einstellungen in der logischen Datenbank SDF vorgenommen haben. Diese Einstellungen sind im SAP-Hinweis 1086335 beschrieben.
Im Rahmen des Jahresabschlusses haben Sie Rückstellungen für zu erwartende Gerichtskosten gebildet.
Sie haben die zwei Ledgergruppen A und B.
Folgende Geschäftsvorfälle sind zu berücksichtigen:
Im vorhergehenden Geschäftsjahr: Bildung von Rückstellungen für zu erwartende Gerichtskosten
Im laufenden Geschäftsjahr: Rechnung vom Rechtsanwalt; Buchung ohne Angabe einer Ledgergruppe (d.h. es wird in beiden Ledgergruppen gebucht)
Inanspruchnahme/Verbrauch von Rückstellungen: je nach Rechnungslegungsvorschrift unterschiedliche Beträge, d.h. ledgergruppenspezifisches Ausgleichen der offenen Posten auf dem Rückstellungskonto
Erfolgswirksame Auflösung von Rückstellungen: je nach Rechnungslegungsvorschrift, ggf. Ausgleich von offenen Posten auf dem Rückstellungskonto in der jeweiligen Ledgergruppe
