ObjektdokumentationBelegaufteilungsregel

 

Legt für einen Geschäftsvorfall fest, welche Positionstypen das System aufteilt und von welchen Positionstypen das System die Kontierungen für die definierten Belegaufteilungsmerkmale ableitet.

 

Mit diesem Objekt können Sie die aktive Belegaufteilung für einen Geschäftsvorfall und eine Geschäftsvorfallsvariante definieren.

Struktur

Eine Belegaufteilungsregel ist einem Belegaufteilungsverfahren zugeordnet und definiert die Belegaufteilung für einen Geschäftsvorfall und eine Geschäftsvorfallsvariante. Sie können eine Belegaufteilungsregel kopieren und einem kundeneigenen Belegaufteilungsverfahren zuordnen.

Die Belegaufteilungsregeln basieren auf den Positionstypen, die den Konten zugeordnet sind. Sie legen fest, welche Positionstypen das System aufteilt und von welchen Positionstypen das System die Kontierungen für die definierten Belegaufteilungsmerkmale ableitet. Die für einen Geschäftsvorfall gültigen Positionstypen sind durch die zugeordnete Geschäftsvorfallsvariante festgelegt.

Die Definition einer Belegaufteilungsregel gliedert sich in folgende Hierarchieebenen:

Kopfdaten

In den Kopfdaten können Sie folgende Einstellungen vornehmen:

  • Kontierungsvererbung oder Standardkontierung deaktivieren

    Wenn Sie die Kontierungsvererbung oder die Standardkontierung in der Belegaufteilung aktiviert haben, dann können Sie diese für den Geschäftsvorfall und die zugeordnete Geschäftsvorfallsvariante deaktivieren. Weitere Informationen finden Sie unter Ergänzungslogik.

  • Kontoschlüssel für Saldo-Null-Stellung zuordnen

    Wenn Sie saldierende Belegaufteilungsmerkmale verwenden, können Sie für die Saldo-Null-Verrechnung einen der Kontoschlüssel hinterlegen, die Sie im Customizing der Belegaufteilung unter Anfang des Navigationspfads Saldo-Null-Verrechnungskonto definieren Ende des Navigationspfads angelegt haben. Wenn der Saldo der betroffenen Kontierungsobjekte nach der Belegaufteilung nicht null ist, erzeugt das System zusätzliche Verrechnungszeilen und bucht die im Beleg ausgelösten Belegpositionen an das angegebene Saldo-Null-Verrechnungskonto.

  • Führende Position für buchungskreisübergreifende Vorgänge festlegen

    Eine buchungskreisübergreifende Buchung erzeugt mindestens zwei Belege, die Sie in der Belegaufteilung folgendermaßen verarbeiten können:

    • Jeden Beleg in jedem Buchungskreis separat aufteilen

      In diesem Fall geben Sie keinen führenden Positionstyp an. Für den zu bearbeitenden Positionstyp dürfen Sie nur einen Eintrag des Positionstyps Buchungskreisverrechnung (01100) verwenden. Das System zeigt diesen Eintrag in der Liste der zu bearbeitenden Positionstypen folgendermaßen an: 01100 — Buchungskreisverrechnung — Bukrs <> Bukrs der führenden Position. Bei der Verarbeitung berücksichtigt das System nur die Positionstypen, die zu dem aktuell verarbeiteten Buchungskreis gehören.

    • Alle Belege gemeinsam als einen buchungskreisübergreifenden Beleg verarbeiten

      In diesem Fall definieren Sie den führenden Positionstyp. Für den zu bearbeitenden Positionstyp legen Sie zwei Einträge des Positionstyps Buchungskreisverrechnung (01100) an. Das System zeigt diese Einträge in der Liste der zu bearbeitenden Positionstypen folgendermaßen an:

      • 01100 — Buchungskreisverrechnung — Bukrs = Bukrs der führenden Position

      • 01100 — Buchungskreisverrechnung — Bukrs <> Bukrs der führenden Position

      Das System verarbeitet zunächst die Belege, die den führenden Positionstyp nicht enthalten. In der Buchungskreis-Verrechnungszeile des Belegs basiert die Aufteilung auf dem lokalen Beleg.

      Anschließend verarbeitet das System den Beleg, der die führende Position enthält. Diesen teilt das System auf der Basis der lokalen Belege auf.

Hinweis Hinweis

  • In SAP-Systemen muss die Zuordnung zwischen Buchungskreisen und Gesellschaften 1:1 sein. Das System findet die Verbindung zwischen den Buchungskreis-Verrechnungszeilen des Buchungskreises der führenden Position zu den Buchungskreis-Verrechnungszeilen der nicht führenden Positionen über die verbundene Gesellschaft.

  • Das System leitet den Positionstyp 01100 nicht über die Konten ab. Für die interne Ableitung müssen die technischen Voraussetzungen erfüllt sein.

  • Bei Kostenrechnungskreis-abhängigen Belegaufteilungsmerkmalen, z. B. Profitcentern, müssen die beteiligten Buchungskreise demselben Kostenrechnungskreis zugeordnet sein. Ansonsten ist die buchungskreisübergreifende Projektion nicht möglich.

Ende des Hinweises
Zu bearbeitende Positionstypen

In der Liste der zu bearbeitenden Positionstypen legen Sie fest, welche Positionstypen das System aufteilt. Alle Positionstypen, die keine Kontierungen in der Erfassungssicht des Belegs haben, müssen in dieser Liste enthalten sein. Da ein Geschäftsvorfall mehrere verschiedene Geschäftsprozesse enthalten kann, z. B. die Geschäftsprozesse Rechnung und Gutschrift im Geschäftsvorfall Debitorenrechnung, muss die Belegaufteilungsregel die zu bearbeitenden Positionstypen für alle betroffenen Geschäftsprozesse definieren. Weitere Informationen finden Sie unter Geschäftsvorfall.

In den meisten Fällen definieren Sie für den zu bearbeitenden Positionstyp die Basis-Positionstypen, aus denen das System die Kontierungen ableitet. Durch den Bearbeitungstyp (auch als “Verarbeitungskategorie” bezeichnet) des zu bearbeitenden Positionstyps können Sie aber auch festlegen, dass das System einen Festwert als Standardkontierung übernimmt. In diesem Fall muss im Customizing der Belegaufteilung eine Konstante hinterlegt sein, welche die Kontierung festlegt.

Basis-Positionstypen

Mit den Basis-Positionstypen legen Sie fest, aus welchen Positionstypen das System die Kontierungen für den zu bearbeitenden Positionstyp ableitet.

Bei der Verarbeitung eines Belegs berücksichtigt das System nur diejenigen Basis-Positionstypen, die in dem aufzuteilenden Beleg vorhanden sind.

Sie können für einen Basis-Positionstyp festlegen, dass das System diesen nur dann berücksichtigt, wenn die passive Belegaufteilung dessen Kontierungen aus einem Vorgängerbeleg abgeleitet hat. Dazu setzen Sie das Kennzeichen Automatisch aufgeteilt. Sie müssen dieses Kennzeichen setzen, wenn der Basis-Positionstyp denselben Positionstyp hat wie der zu bearbeitende Positionstyp. Dies ist z. B. der Fall bei einer Umbuchung von einem Debitor auf einen anderen Debitor.

Interpretation der Belegaufteilungsregel

Das System arbeitet die Belegaufteilungsregeln folgendermaßen ab:

  • Die Liste der zu bearbeitenden Positionstypen von unten nach oben

  • Die Liste der Basis-Positionstypen für den aktuell zu bearbeitenden Positionstyp von unten nach oben

Sobald das System die Kontierungen für einen zu bearbeitenden Positionstyp aus einem der Basis-Positionstypen ermitteln konnte, setzt es mit dem nächsten zu bearbeitenden Positionstyp fort, bis alle zu bearbeitenden Positionstypen verarbeitet sind.

Integration

Die Belegaufteilungsregeln gehören zur Belegaufteilung in der neuen Hauptbuchhaltung.