Kundenauftragsabwicklung make/assembly-to-order 

Einsatzmöglichkeiten

Die kundenauftragsbezogene Produktion eines Erzeugnisses in dem Szenario Kundenauftragsabwicklung make/assembly-to-order ist das Ergebnis eines im Vertrieb erfaßten Kundenauftrages, der nicht durch Lagerbestände an fertigen Erzeugnissen abgedeckt ist.

Die Produktion kann direkt aus dem Verkauf heraus interaktiv angestoßen werden oder erfolgt erst nach Abschluß der Bedarfsplanung durch Umsetzen des Planauftrages.

Die Kundenauftragsabwicklung unterscheidet zwischen

Bei variantenfreien Erzeugnissen ist das Produkt eindeutig über eine Materialnummer definiert und über eine Baukastenstückliste oder genau eine Variante einer Mehrfachstückliste beschrieben. In diesen Fällen möchte man meistens eine Produktion anstoßen ohne den Bedarf des Erzeugnisses mit einer Vorplanung zu verrechnen. Baugruppen können jedoch neutral vorgeplant und über den Sekundärbedarf verrechnet werden. Die Abwicklung im Kundenauftrag unterscheidet sich in diesem Fall nicht von der anderer eindeutig definierter Produkte.

Dagegen benötigen variantenbehaftete Erzeugnisse zusätzliche Informationen/Stammdaten, wie

Das Produkt wird in diesen Fällen jeweils dem konkreten Kundenwunsch entsprechend konfiguriert: Über klassifizierende Merkmale wird im Kundenauftrag eine Bewertung vorgenommen, mit deren Hilfe im weiteren Produktionsprozeß aus einer vorgedachten Maximalstückliste genau die Baugruppen auswählt werden, die sich über ein hinterlegtes Regelwerk ableiten lassen. Diese Art der Produktdefinition ist insbesondere bei komplexen Produkten mit einer hohen Variantenvielfalt interessant.

Dieses Verfahren ist ebenfalls geeignet für Produkte, die kundenauftragsbezogen mit Hilfe der Merkmale detailliert beschrieben werden können.

Im make-to-order-Fall kann in Extremfällen eine im Kundenauftrag konfigurierte Variante als Basis für weitere konstruktive Anpassungen speziell für diesen einen Kundenwunsch herangezogen werden. Man spricht dann von einer Auftragsstückliste.

Auftragsstücklisten können nur direkt aus dem Kundenauftrag angestoßen werden. Sie müssen nach der Verbuchung des Kundenauftrags bearbeitet und angepaßt werden.

 

Die im Rahmen dieses Szenarios relevanten Abläufe des Qualitätsmanagements werden im Szenario QM im Vertrieb gesondert dargestellt.

Voraussetzungen

Im Rahmen des Szenarios Kundenauftragsabwicklung make/assembly-to-order setzen Sie die folgenden R/3-Komponenten integriert ein :

R/3-Komponente

Funktionen

Verkauf

Kundenangebots, -auftrags, -kontraktbearbeitung

Variantenkonfiguration

Konfiguration der Artikel

Kreditmanagement

Kreditlimitprüfung, Absicherung offener Forderungen

Versand

Lieferungsbearbeitung, Kommissionierung, Verpackung, Warenausgang

Lagerverwaltung

Aus-/Einlagerung von Materialien

Transport

Transportdisposition, abfertigung

Fakturierung

Rechnungsbearbeitung

Informationssystem

Planung, Prognose und Statistik

Es besteht eine Schnittstelle zu den Unternehmensbereichen Logistik Planung und Produktion.

Ablauf

Rahmenverträge

Kundenauftrag

  1. Genaue und verbindliche Produktinformationen (z.B. Preise, Liefertermine) übermitteln Sie in Form eines Angebots an den Kunden. Aus einem vom Kunden akzeptierten, gültigen Angebot kann direkt ein Auftrag angelegt werden.
  2. Mit einem Kundenauftrag legen Sie eine kurzfristige Vereinbarung zur Lieferung von Produkten an einen Kunden fest, wobei Ihnen folgende zentrale Funktionen zur Verfügung stehen:

Kreditmanagement

Im Rahmen des Kreditmanagements können Sie verschieden Arten der Kreditlimitprüfung (z.B. statisch, dynamisch) zu verschiedenen Zeitpunkten der Auftragsabwicklung (z.B. Auftrag, Lieferung, Warenausgang) durchführen.
Im Risikomanagement stehen Ihnen zusätzlich verschiedene Verfahren (z.B. Dokumentengeschäft. Zahlungskarten, Warenkreditversicherung) zur Absicherung des Kreditrisikos zur Verfügung.

Versand

  1. Die Versandabwicklung stoßen Sie durch die Erstellung von Lieferungen aus versandfälligen Aufträgen an:
  1. Anschließend führen Sie im Rahmen der Kommissionierung die Warenentnahme und die Bereitstellung im Kommissionierbereich durch. Die Kommissionierung können Sie mit Unterstützung des Lagerverwaltungssystems durchführen.
  2. Das Verpacken von Lieferpositionen erfolgt durch Zuordnung von Versandelementen, die eine Kombination aus Materialien und Verpackungsmaterial oder wiederum Versandelementen sein können.
  3. Den Abschluß der Versandabwicklung bildet der Warenausgang, der zu einer Reduzierung des Kundensonderbestandes und einer Aktualisierung der Bewertung der Bestandskonten in der Finanzbuchhaltung führt.

Lagerverwaltung

Die Kopplung mit dem Lagerverwaltungssystem (WM) erfolgt im Rahmen der Kommissionierung. Hierbei wird zwischen der Kommissionierung bei Festplatzlägern und chaotisch organisierten Lägern (Einsatz von Transportaufträgen) unterschieden.

Transport

Fakturierung

Informationssystem

Mit Hilfe des Informationssystems erstellen Sie Planungen, Prognosen und Analysen auf Basis der Stammdaten und der sich aus den Geschäftsprozessen ergebenden Bewegungsdaten.

Ergebnis

Folgende Szenarios können mit der Kundenauftragsabwicklung make/assembly-to-order gekoppelt sein:

Presalesabwicklung

Leih-/Leergutabwicklung

Außenhandelsabwicklung

Reklamationsabwicklung