Leih- / Leergutabwicklung  

Einsatzmöglichkeiten

Bei Leihgut handelt es sich um Artikel, die beim Kunden auf Lager liegen, aber noch Eigentum Ihres Unternehmens sind. Der Kunde ist erst dann verpflichtet, das Leihgut mit Ihnen abzurechnen, wenn er es bis zu einem bestimmten Zeitpunkt nicht zurückgeschickt hat. So ist es zum Beispiel möglich, die Verrechnung bzw. die Rückgabe von Europaletten oder Leergut mit dieser Funktion abzuwickeln. Auch der Weiterverkauf von Leihgut an Dritte kann auf diese Weise durchgeführt werden. Da die Leihgutbestände noch Teil Ihres bewerteten Bestandes sind, müssen Sie in Ihrem System geführt werden. Die Leihgutbestände müssen

Voraussetzungen

Das Szenario Leih-/Leergutabwicklung behandelt nur die Leihgutabholung und die Leihgutnachbelastung. Die Leihgutbeschickung findet im Rahmen der normalen Kundenauftragsabwicklung statt und wird hier nur aus Gründen der Vollständigkeit noch einmal beschrieben. Das Szenario kann daher nur in Kombination mit anderen Vertriebsszenarios eingesetzt werden.

Bei der Verwendung der Leih-/Leergutabwicklung setzen Sie die folgenden R/3-Komponenten integriert ein:

R/3-Komponente

Funktionen

Verkauf

Kundenauftragsbearbeitung

Versand

Lieferungsbearbeitung, Warenausgang, Warenzugang

Transport

Transportdisposition, -abfertigung

Fakturierung

Lastschriftbearbeitung

Ablauf

Die Leih-/Leergutabwicklung besteht aus den drei folgenden separaten Geschäftsprozessen:

Leihgutbeschickung

  1. Sie legen das Leihgut im Kundenauftrag als separate Position an, wobei Ihnen folgende zentrale Funktionen zur Verfügung stehen:
  2. - Verfügbarkeitsprüfung

    - Versandterminierung

    - Bedarfsübergabe an die Programmplanung

  3. Die Versandabwicklung stoßen Sie durch die Erstellung von Lieferungen aus versandfälligen Aufträgen an. Hierbei werden die Verfügbarkeitssituation und die Versandtermingültigkeit erneut geprüft.
  4. Anschließend führen Sie im Rahmen der Kommissionierung die Warenentnahme und die Bereitstellung im Kommissionierbereich durch.
  5. Den Abschluß der Versandabwicklung bildet der Warenausgang. Falls in Ihrem Bestand für den Kunden noch kein Sonderbestand (oder Sonderbestandsführer) existiert, wird dieser automatisch beim Buchen des Warenausgangs erstellt. Die entsprechende Menge wird aus dem regulären Bestand Ihres Werks abgebucht und dem Kundensonderbestand hinzugefügt. Der gesamte bewertete Bestand Ihres Werks bleibt unverändert.
  6. In der Transportdisposition können Sie die transportfälligen Lieferungen zu Transporten zusammenfassen. Wesentliche Dispositionsaktivitäten sind die Festlegung von Versandterminen, die Ermittlung von Transportmitteln und die Routenzuordnung.
  7. Die Transportabfertigung ermöglicht Ihnen eine Verfolgung der nach der Disposition durchzuführenden Transportaktivitäten.
  8. Der Vorgang ist nicht fakturarelevant, da der Kundensonderbestand Eigentum Ihres Unternehmens bleibt.

Leihgutabholung

  1. Die Rückgabe von Leihgut wird durch eine Leihgutabholung abgewickelt. Hierzu legen Sie einen entsprechenden Auftrag (Leihgutabholung) mit den Leihgutpositionen an. Sie können sich dabei durch Einsatz der Verfügbarkeitsprüfung einen Überblick über das Leihgut im Kundensonderbestand verschaffen.
  2. In der Versandabwicklung erfassen Sie das abgeholte bzw. angelieferte Leihgut als Retourenanlieferung.
  3. Bei der Buchung des Warenausgangs wird die entsprechende Menge vom Sonderbestand des Kunden abgebucht und dem normalen Bestand des Werks, zu dem die Ware zurückgeliefert wird, zugebucht. Ihr bewerteter Gesamtbestand bleibt unverändert, da die zurückgeschickte Ware auch beim Kunden Teil Ihres eigenen Bestands war.
  4. Der Vorgang ist nicht fakturarelevant, da der Kundensonderbestand Eigentum Ihres Unternehmens bleibt.

Leihgutnachbelastung

  1. Das Leihgut wird dem Kunden in Rechnung gestellt, wenn er es behalten will oder beschädigt hat. Hierzu legen Sie einen entsprechenden Auftrag (Leihgutnachbelastung) mit den Leihgutpositionen an.
  2. In der Versandabwicklung erstellen Sie eine Lieferung um den Warenausgang buchen zu können.
  3. Bei der Buchung des Warenausgangs wird die entsprechende Menge sowohl vom Kundensonderbestand als auch von Ihrem eigenen bewerteten Bestand abgezogen.
  4. Sie erstellen eine Rechnung zu der Lieferung, da das Leihgut in den Besitz des Kunden übergegangen ist.