Aktivierung und Wertfortschreibung

Einsatzmöglichkeiten

Mit dieser Komponente können Sie Aktivierung, Wertfortschreibung und Abgänge von Vermögen und Verbindlichkeiten einheitlich im System vornehmen.

Sie können dabei stille Reserven und Lasten im Anlagevermögen aufdecken, um die entsprechenden Buchungen in die Kapitalkonsolidierung einfließen zu lassen.

Wenn im Folgenden von Anlage oder Anlagegegenstand gesprochen wird, so steht dies (außer bei konkreten Beispielen) vereinfachend für Vermögen und Verbindlichkeiten .

Wertfortschreibung wird als Oberbegriff für Abschreibung und Zuschreibung verwendet.

Einführungshinweise

Sie verwenden die Aktivierung und Wertfortschreibung,

wenn Sie aufgrund von Abweichungen zwischen Bewertung im Einzelabschluss und der Konzernbewertung automatische Anpassungsbuchungen vornehmen möchten

wenn Sie stille Reserven in der Kapitalkonsolidierung berücksichtigen möchten

Integration

Entität "Vermögen und Verbindlichkeiten"

Das Datenmodell kann um eine Entität "Vermögen und Verbindlichkeiten" erweitert werden. Damit stehen folgende Funktionen zur Verfügung:

Sie können spezifische Stammdaten für diese Entität pflegen (mit manueller Erfassung oder durch automatische Methoden der Datenübernahme, wie z.B. den flexiblen Upload).

Sie können Zusatzmeldedaten für diese Entität erfassen. Die Zusatzmeldedaten werden durch die Periodeninitialisierung automatisch fortgeführt.

Die Belegdatenbank kann um diese Entität erweitert werden.

Bei manuell zu buchenden Belegen kann die Entität bebucht werden.

Maßnahmenhierarchie/-reihenfolge

Die Maßnahmen zur Aktivierung und Wertfortschreibung buchen auf Kontierungsebene 10 (Anpassungsbuchungen) pro Konsolidierungseinheit und pro Anlagegegenstand.

Es kann eine oder mehrere Maßnahmen dieses Typs in der Maßnahmenhierarchie geben. Mehrere Maßnahmen können dann sinnvoll sein,

wenn Sie nicht alle Anlagen in die Kapitalkonsolidierung einbeziehen wollen und/oder

wenn Sie nur für einen bestimmten Teil der Anlagen latente Steuern aufdecken wollen

In der Maßnahmenreihenfolge muss die Periodeninitialisierung vor der Aktivierung und Wertfortschreibung angeordnet sein. Wenn die Vermögensgegenstände nur in Hauswährung geführt werden, muss im Anschluss an die Aktivierung und Wertfortschreibung eine Währungsumrechnungsmaßnahme durchgeführt werden.

Eine Maßnahmenreihenfolge könnte lauten:

Saldovortrag

Periodeninitialisierung

Aktivierung und Wertfortschreibung

Manuelle Buchungen

Währungsumrechnung

Validierung

Zum Maßnahmencustomizing siehe den Abschnitt Customizing für die Aktivierung und Wertfortschreibung .

Zusammenhang mit der Datenübernahme

Die Zusatzmeldedaten und auch die Stammdaten, die Sie für die Aktivierung und Wertfortschreibung benötigen (insbesondere die stillen Reserven), erfassen Sie mit der manuellen Datenerfassung für Vermögen/Verbindlichkeiten oder durch automatische Methoden der Datenübernahme .

Zusammenhang mit der Periodeninitialisierung

Sie müssen die Periodeninitialisierung nutzen, da diese die Zusatzmeldedaten automatisch von der vorherigen in die aktuelle Abschlussperiode fortschreibt.

Funktionsumfang

Die Maßnahme Aktivierung und Wertfortschreibung erzeugt automatisch Buchungsbelege, die über die Stammdaten und die Zusatzmeldedaten gesteuert werden. Für folgende Vorgänge erzeugt das System Buchungsbelege:

Aktivierung von Vermögen/Verbindlichkeiten, optional inklusive Ausweis latenter Steuern in der Bilanz

Wertfortschreibung (Zu- und Abschreibung) von Vermögen/Verbindlichkeiten

Abgang von Vermögen/Verbindlichkeiten

Die Anlagenbuchhaltung geht in den jeweiligen Einzelabschluss ein. Die Maßnahme Aktivierung und Wertfortschreibung jedoch bucht dann lediglich die Differenz zwischen Bewertung im Einzelabschluss und der Konzernbewertung. (Die entsprechenden Zusatzmeldedaten erfassen Sie mit der manuellen Datenerfassung oder mit automatischen Methoden der Datenübernahme).

Die Maßnahme zur Periodeninitialisierung generiert die Abschreibungswerte für die Differenz; diese Abschreibungswerte werden dann von der Aktivierung und Wertfortschreibung übernommen.

In der Aktivierung und Wertfortschreibung können die Buchungen entweder nur in Hauswährung erzeugt werden oder in Haus- und Kreiswährung.

Sie haben also zwei Möglichkeiten:

Sie führen die Aktivierung und Wertfortschreibung von Vermögen/Verbindlichkeiten von Vornherein in Hauswährung und in Kreiswährung durch.

Sie führen Vermögen/Verbindlichkeiten lediglich in Hauswährung und rechnen die Werte mit der Währungsumrechnung anschließend in Kreiswährung um.

Stille Reserven und stille Lasten

Ein typischer Anwendungsfall für Vermögen und Verbindlichkeiten sind stille Reserven und stille Lasten. In diesem Fall werden die Buchungen der Maßnahme Aktivierung und Wertfortschreibung benutzt, um stille Reserven und Lasten aufzudecken. Bei der Aktivierung werden die stillen Reserven direkt auf die Position für Anschaffungs-/Herstellungskosten gebucht; die Gegenbuchung erfolgt auf der Position für Rücklagen ( Rücklagen Anlagen ).

Die Abschreibungsparameter, die sich nach der Konzernbewertung richten und die Sie in den Stammdaten eingeben können, wendet das System nur auf die stillen Reserven an (und nicht auf den Zeitwert inklusive stille Reserven).

Die Buchungen werden in die Kapitalkonsolidierung einbezogen, wo sie die Berechung des Goodwill und der Minderheiten am Jahresüberschuss bzw. am Bilanzgewinn beeinflussen:

Die Aufdeckung von stillen Reserven beeinflusst die Berechnung des Goodwill in der Erstkonsolidierung: Je höher die stillen Reserven, desto niedriger der Goodwill.

Die Wertfortschreibung von stillen Reserven geht in die Folgekonsolidierung ein.

Einschränkungen

Die Aktivierung und Wertfortschreibung von Vermögen und Verbindlichkeiten beinhaltet keine Währungsumrechnung. Die Ermittlung der Kreiswährungswerte hängt daher von den Einstellungen in den Stammdaten der Anlage ab.

Siehe dazu den Abschnitt Customizing in Abhängigkeit von den geführten Währungen .

Beispiel

Siehe den Abschnitt Beispiele für die Buchungslogik .