Aggregierte Planung
Die aggregierte Planung innerhalb von Supply Network Planning (SNP) unterstützt Planungsszenarien, in denen Sie die heuristik- oder optimierungsbasierte Planung auf der Ebene des Kopflokationsprodukts einer Lokationsprodukthierarchie durchführen. Das Planungsergebnis disaggregieren Sie anschließend auf die einzelnen Unterprodukte dieser zweistufigen Hierarchie. Gründe für diese Art der Planung können sein:
· Performance-Verbesserung
· Vereinfachung des Planungsprozesses
· Vereinfachung des zu planenden Supply-Chain-Modells (Möglichkeit der Planung größerer Modelle)
· Treffen von Planungsentscheidungen auf aggregierter Ebene (wie z. B. Auswahl von Bezugsquellen, Berücksichtigung von Kapazitäten oder Festlegung von Losgrößen)
Nach dem SNP-Planungslauf und der SNP-Disaggregation können Sie sich die Daten in der interaktiven SNP-Planung anzeigen lassen und ändern. Außerdem können Sie sich in der Kapazitätssicht der interaktiven Planung den Ressourcenverbrauch auf Kopf- und Unterproduktebene anzeigen lassen und einen Kapazitätsabgleich für die Ressourcen der Unterprodukte durchführen.
Siehe Voraussetzungen für die aggregierte Planung.
Im Folgenden ist ein beispielhafter Prozess für die aggregierte Planung beschrieben. In diesem Prozess wird davon ausgegangen, dass Sie die Planung interaktiv ausführen. Wählen Sie dazu vom Bild SAP Easy Access aus Supply Network Planning → Planung → Supply Network Planning interaktiv (alle Mappen). Wählen Sie dann die Planungsmappe 9ASNPAGGR und die Datensicht SNPAGGR(1). Weitere Informationen über die interaktive SNP-Planung finden Sie unter Desktop der interaktiven Planung.
Sie können die SNP-Heuristik oder den SNP-Optimierer sowie die SNP-Disaggregation jedoch auch im Hintergrund ausführen und sich die Ergebnisse in der interaktiven SNP-Planung anzeigen lassen und ändern.
1. Aggregierte Sicherheitsbestandsplanung
Sie führen eine Sicherheitsbestandsplanung auf der Basis aggregierter Daten durch. Dieser Prozessschritt ist optional. Weitere Informationen finden Sie unter Aggregierte Sicherheitsbestandsplanung.
2. Einstufige Zuordnung von Zugängen und Bedarfen
Sie führen eine einstufige Zuordnung von Distributionszugängen und –bedarfen auf der Ebene der Unterprodukte durch. Dieser Prozessschritt ist optional. Eine Zuordnung auf der Unterproduktebene kann verhindern, dass das System später auf der Kopfproduktebene falsche Zuordnungen vornimmt.
Weitere Informationen finden Sie unter Einstufige Zuordnung von Zugängen und Bedarfen.
3. Aggregation der Bedarfsdaten
Sie wählen im Shuffler der interaktiven SNP-Planung das Kopflokationsprodukt aus, für das Sie die Planung durchführen möchten. Anschließend erhalten Sie in den Bedarfskennzahlen, wie z. B. Prognose oder Kundenbedarf, die aggregierten Bedarfswerte für das Kopflokationsprodukt. In diesen Kennzahlen werden die Bedarfswerte der Unterprodukte automatisch zu einem Gesamtwert für das Kopfprodukt aggregiert (abhängig vom Aggregationskennzeichen, siehe Voraussetzungen für die aggregierte Planung). Dabei bleiben die Werte auf der Ebene der Unterprodukte weiterhin bestehen, d. h., wenn Sie ein Unterprodukt auswählen, wird der Wert für dieses Produkt in der Kennzahl angezeigt. Darüber hinaus wird in der Kennzahl Lagerbestand automatisch der Anfangsbestand für das Kopflokationsprodukt über ein Makro aggregiert und in der Initialspalte angezeigt.
Wenn sich die Mengeneinheit der Unterprodukte von der des Kopfprodukts unterscheidet, rechnet das System bei der Aggregation die Produktmengeneinheit in die Mengeneinheit des Kopfprodukts um.
4. SNP-Planungslauf auf aggregierter Ebene
Sie führen einen SNP-Heuristik- oder -Optimierungslauf für das Kopflokationsprodukt aus. Anschließend wird das Planungsergebnis für das Kopflokationsprodukt in den Kennzahlen Distributionszugang (geplant), Distributionsbedarf (geplant), Produktion (geplant) und Sekundärbedarf gesichert und angezeigt.
Bevor das System während des Planungslaufs neue Aufträge anlegt, löscht es zunächst alle Planaufträge außerhalb des SNP-Produktionshorizonts und des erweiterten SNP-Produktionshorizonts und alle SNP-Umlagerungen außerhalb des SNP-Umlagerungshorizonts, die in früheren Planungsläufen angelegt und nicht fixiert wurden. Die Aufträge werden sowohl auf der Ebene des Kopfprodukts als auch auf der Ebene der Unterprodukte gelöscht (abhängig von der Einstellung im SNP-Customizing, siehe Voraussetzungen für die aggregierte Planung).
5. Disaggregation der Planungsdaten
Sie führen für das Kopflokationsprodukt eine SNP-Disaggregation aus, d. h. Sie disaggregieren das Planungsergebnis für das Kopflokationsprodukt auf die Unterprodukte. Weitere Informationen finden Sie unter SNP-Disaggregation.
Nach der Disaggregation werden die aggregierten Werte vom System in die Kennzahlen aggregierter Distributionszugang oder -bedarf (geplant) und aggregierte Produktion (geplant) oder aggregierter Sekundärbedarf übertragen. Zur Anzeige der Werte wählen Sie das Kopflokationsprodukt aus. Die disaggregierten Werte für die Unterprodukte werden in den nicht aggregierten Kennzahlen, wie z. B. Distributionszugang (geplant) usw., angezeigt. Wählen Sie hierzu ein Unterprodukt aus. Außerdem können Sie sich in der Detailsicht zu den aggregierten Werten die einzelnen Aufträge für die Unterprodukte des Kopfprodukts anzeigen lassen und diese ändern.
6. Anzeige des Ressourcenverbrauchs
Sie können sich die Auswirkungen der Planung auf den Ressourcenverbrauch in der Kapazitätssicht der interaktiven Planung anzeigen lassen. Dabei können Sie einen Drill-Down für das Kopflokationsprodukt durchführen und sich in der oberen Tabelle den Ressourcenverbrauch für dieses Produkt anzeigen lassen.
Der Ressourcenverbrauch auf der Ebene des Kopflokationsprodukts setzt sich zusammen aus der Summe der Ressourcenverbräuche der Unterprodukte und dem Ressourcenverbrauch des Kopfprodukts. Dadurch können Sie den Ressourcenverbrauch auf der Ebene des Kopfprodukts sowohl vor als auch nach der SNP-Disaggregation sehen. Voraussetzung ist, dass Sie eine Ressourcenhierarchie oder auf Kopf- und Unterproduktebene die gleiche Ressource verwenden.
Darüber hinaus können Sie sich in
der unteren Tabelle die Produktionsmengen für alle PPMs oder PDS anzeigen
lassen, die zu dem gewählten Kopflokationsprodukt gehören und die gewählte
Ressource verwenden. Wählen Sie dazu
mit
Quick-Info Zeige abhängige Objekte und dann PPM/PDS.
7. Kapazitätsabgleich
Wenn erforderlich, können Sie anschließend einen Kapazitätsabgleich für die Ressourcen der Unterprodukte durchführen.
Weitere Informationen finden Sie unter Kapazitätsabgleich.
8. Änderung von Daten auf der Kopfebene
Wenn Sie die Daten für bestimmte Kopflokationsprodukte nach einem aggregierten SNP-Planungslauf und der Disaggregation noch einmal ändern möchten, können Sie eine erneute Aggregation der von SNP angelegten Planaufträge und Umlagerungen durchführen. Anschließend können Sie die geänderten Daten wieder disaggregieren.
Weitere Informationen finden Sie unter SNP-Aggregation.