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Funktionsdokumentation SNP-Disaggregation  Dokument im Navigationsbaum lokalisieren

Verwendung

Diese Funktion können Sie im Rahmen der aggregierten Planung in Supply Network Planning (SNP) ausführen. Sie disaggregiert die Ergebnisse einer heuristik- oder optimierungsbasierten Planung, die Sie auf der Ebene des Kopflokationsprodukts einer Lokationsprodukthierarchie durchgeführt haben, auf die Ebene der einzelnen Unterprodukte.

Funktionsumfang

Die SNP-Disaggregation disaggregiert das Planungsergebnis, das in den Kennzahlen Distributionszugang (geplant), Distributionsbedarf (geplant), Produktion (geplant) oder Sekundärbedarf gesichert wurde, auf die einzelnen Unterprodukte. In der interaktiven SNP-Planung wird nach der Disaggregation der aggregierte Wert für das Kopflokationsprodukt in den Kennzahlen aggregierter Distributionszugang oder -bedarf (geplant) sowie aggregierte Produktion (geplant) oder aggregierter Sekundärbedarf angezeigt. Der disaggregierte Wert für die einzelnen Unterprodukte wird jeweils wieder in den nicht aggregierten Kennzahlen, wie z. B. Distributionszugang (geplant) usw., angezeigt (wenn Sie das einzelne Unterprodukt auswählen).

Wenn Sie sich für die aggregierten Kennzahlen mit der rechten Maustaste die Detailsicht anzeigen lassen, erhalten Sie eine Liste der Aufträge, die das System für die Unterprodukte des Kopfprodukts angelegt hat. Diese Auftragsdaten können Sie ändern.

Disaggregationsmethoden

Sie können zwischen zwei Disaggregationsmethoden wählen und die Methoden auch kombinieren.

·        Disaggregation nach Bedarfen

Die Disaggregation der Werte von der Kopfproduktebene auf die Ebene der Unterprodukte erfolgt nach den Prinzipien der Fair-Share- oder Push-Aufteilung, die auch das Deployment verwendet. Bei der Fair-Share-Aufteilung verteilt das System für den Fall, dass der Bedarf das Angebot übersteigt, das Angebot gleichmäßig auf die einzelnen Unterprodukte entsprechend ihrem Bedarf. Bei der Push-Aufteilung ist die Vorgehensweise ähnlich, jedoch für den Fall, dass das Angebot den Bedarf übersteigt.

Die SNP-Disaggregation ermittelt den Disaggregationsbedarf, d. h. den Bedarf der Unterprodukte, auf der Basis der Hilfskennzahl NETDM oder einer eigendefinierten Hilfskennzahl (siehe Voraussetzungen für die aggregierte Planung). Das System berechnet den in der Kennzahl NETDM gesicherten Nettobedarf auf Unterproduktebene mit dem Makro Nettobedarf (Disaggregation) unter Berücksichtigung der Änderungen des Lagerbestands. Dabei wird der Bedarf aus früheren Perioden (Kennzahl Bedarfsunterdeckung) nicht berücksichtigt, sondern nur der Bedarf ab der Periode, in welcher der zu disaggregierende Wert vorhanden ist.

·        Disaggregation nach Quotierungen

Die Disaggregation der Werte von der Kopfproduktebene auf die Ebene der Unterprodukte erfolgt nach Quotierungen, die Sie für die Unterprodukte festgelegt haben. Sie definieren diese Quotierungen entweder zeitunabhängig in den Stammdaten der Produkt- oder Lokationsprodukthierarchie oder zeitabhängig in einer Zeitreihenkennzahl. Die Zeitreihenkennzahl geben Sie in den Einstellungen zur Disaggregation an. Sie können entweder eine vorhandene (bisher nicht genutzte) Kennzahl Ihres Planungsbereichs verwenden oder eine neue Kennzahl anlegen und sie Ihrem Planungsbereich und der Planungsmappe zuordnen. Weitere Informationen finden Sie unter Administration des Planungsbereichs.

·        Kombination der Methoden

Sie wählen die Methode Disaggregation nach Quotierungen und geben einen Horizont an. Für Aufträge innerhalb des Horizonts nimmt das System eine Disaggregation nach Bedarfen vor, für Aufträge außerhalb des Horizonts eine Disaggregation nach Quotierungen. Dies ist z. B. sinnvoll, wenn Sie für einen kurzfristigeren Zeitraum über genauere Bedarfsinformationen verfügen als für einen späteren Zeitraum.

Disaggregationsmodi

Sie können festlegen, wie das System während der Disaggregation die Aufträge innerhalb einer Periode (Bucket) bearbeitet. Folgende Disaggregationsmodi stehen zur Verfügung:

·        Perioden-orientierte (Bucket-orientierte) Disaggregation

Das System summiert innerhalb einer Periode alle Auftragsmengen von Aufträgen auf Kopfproduktebene, die die gleiche Bezugsquelle haben, und disaggregiert diese Gesamtmenge auf die Unterprodukte. Dabei wendet das System die Mindestlosgrößen und die Rundungswerte auf die Gesamtmenge einer Periode an.

·        Auftragsorientierte Disaggregation

Das System disaggregiert alle auf Kopfproduktebene vorhandenen Aufträge einzeln auf die Unterprodukte. Es wendet die Mindestlosgrößen und Rundungswerte auf die Auftragsmenge jedes einzelnen Auftrags an.

Der auftragsorientierte Disaggregationsmodus stellt beim Anlegen der Aufträge auf Unterproduktebene einen eindeutigen Bezug zum Ursprungsauftrag auf der Kopfproduktebene her. Dieser Bezug wird durch die Auftragsgruppennummer dargestellt. Sie können anhand dieser Nummer, die in der Detailanzeige der interaktiven Planung zu den Aufträgen angezeigt wird, den Zusammenhang der Aufträge nachvollziehen. Dazu müssen Sie im Customizing des SNP festgelegt haben, dass das System die Auftragsgruppe verwendet (siehe Voraussetzungen für die aggregierte Planung).

Sie können die Auftragsgruppennummer für einen Auftrag auch ändern und so den Auftrag einer anderen Auftragsgruppe zuordnen. Daten wie Fixierungskennzeichen und Verfügbarkeitstermin werden dann automatisch an die Daten der Auftragsgruppe angepasst.

Planungsumfang

Sie können eine Lokations- oder Netzwerkdisaggregation ausführen.

·        Netzwerkdisaggregation: Der auf Kopfproduktebene gesicherte Wert wird automatisch in allen Lokationen des Distributionsnetzwerks disaggregiert, in denen das gewählte Kopfprodukt und die Unterprodukte vorhanden sind.

·        Lokationsdisaggregation: Der auf Kopfproduktebene gesicherte Wert wird nur in den ausgewählten Lokationen für die ausgewählten Produkte disaggregiert.

Wenn Sie vor der Ausführung einer Netzwerk- oder Lokationsdisaggregation die Dispositionsstufen ermittelt haben, geht das System bei der Verarbeitung der Lokationen automatisch nach einer bestimmten Reihenfolge vor, um den Disaggregationsbedarf korrekt zu ermitteln. Das System beginnt mit der Lokation, die das Ende der Logistikkette bildet und in welcher der Bedarf auf Unterproduktebene vorhanden ist (z. B. ein Distributionszentrum).

Zeitraum der Disaggregation

Sie können einen speziellen Disaggregationshorizont festlegen, d. h. den Zeitraum, in dem das System die aggregierten Aufträge auf Kopfproduktebene liest und die disaggregierten Aufträge auf Unterproduktebene anlegt. Der Zeitraum beginnt am Startdatum der Disaggregation.

Darüber hinaus berücksichtigt die SNP-Disaggregation wie auch die SNP-Heuristik und der SNP-Optimierer folgende SNP-Horizonte des Kopflokationsprodukts:

·        SNP-Produktionshorizont

·        Erweiterter SNP-Produktionshorizont

·        SNP-Umlagerungshorizont

Aus diesem Grund sollten Sie die SNP-Disaggregation immer am gleichen Tag wie den SNP-Planungslauf (Heuristik oder Optimierer) ausführen. Andernfalls könnten sich die im Planungslauf erzeugten Zugänge in Horizonte verschieben, in denen das System sie nicht mehr disaggregieren kann. Eine Ausnahme bildet der Fall, wenn Sie ein Startdatum für die Disaggregation eingeben (oder durch einen User-Exit vorgeben). In diesem Fall werden die Horizonte bei der Disaggregation nicht berücksichtigt.

Löschen von Aufträgen auf Kopfebene

Sie können einstellen, wie das System nach der Disaggregation mit den Aufträgen auf der Ebene des Kopflokationsprodukts verfahren soll. Dies sind die Werte, die in den Kennzahlen Distributionszugang oder -bedarf (geplant) und Produktion (geplant) oder Sekundärbedarf gesichert wurden. Sie können festlegen, dass das System die Aufträge löscht, reduziert oder nicht ändert. Beachten Sie dabei Folgendes:

·        Reduzierung der Aufträge: Das System reduziert die Aufträge auf Kopfproduktebene um die Summe der disaggregierten Aufträge auf Unterproduktebene in der jeweiligen Periode. Wenn Sie für die Unterprodukte und das Kopfprodukt unterschiedliche Rundungswerte oder Mindestlosgrößen in den Produktstammdaten festgelegt haben (siehe Einrichten der Stammdaten für die aggregierte Planung), kann eventuell ein Restwert bestehen bleiben. Dieser Restwert wird dann in der interaktiven Planung in den Kennzahlen Distributionszugang oder -bedarf (geplant) und Produktion (geplant) oder Sekundärbedarf angezeigt.

·        Keine Änderung der Aufträge: Die Werte, die in den Kennzahlen Distributionszugang oder -bedarf (geplant) und Produktion (geplant) oder Sekundärbedarf gesichert wurden, bleiben erhalten. Das System berücksichtigt diese Werte dann bei der Berechnung des Gesamtzugangs oder -bedarfs mit und berechnet sie somit doppelt. Dies kann später zu Problemen bei der Weiterverarbeitung der Daten, z. B. in anderen Lokationen, führen.

Das System löscht oder reduziert die Aufträge jeweils im Disaggregationshorizont. Die Option zur Beibehaltung der Aufträge soll vor allem Simulationszwecken dienen.

Protokoll

Wenn Sie die SNP-Disaggregation im Hintergrund ausführen, erstellt das System ein Anwendungsprotokoll. Es enthält u. a. Detailinformationen über die disaggregierten Planaufträge und Umlagerungen. Weitere Informationen finden Sie unter Anwendungsprotokolle.

Aktivitäten

Sie können die Funktion sowohl von der interaktiven SNP-Planung aus als auch als Hintergrundjob ausführen. Zur Ausführung in der interaktiven Planung wählen Sie in der Planungsmappe 9ASNPAGGR und der Datensicht SNPAGGR(1) Diese Grafik wird im zugehörigen Text erklärt Lok. Disagg. für die Lokationsdisaggregation oder Diese Grafik wird im zugehörigen Text erklärt Netzw. Disagg. für die Netzwerkdisaggregation. Um die Einstellungen vorzunehmen, wählen Sie Diese Grafik wird im zugehörigen Text erklärt mit Quick-Info Einst. zur (Dis)Aggregation.

Zur Ausführung im Hintergrund wählen Sie vom Bild SAP Easy Access aus Supply Network Planning Planung Supply Network Planning Supply Network Planning im Hintergrund SNP-Disaggregation.

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