Parallele Bewertungen Neben dem Buchen der Abschreibungen (AfA-Buchungslauf) ist das periodische Buchen der Bestandsveränderungen die wichtigste periodische Verarbeitung im Rahmen der Anlagenbuchhaltung. Unter Bestandsveränderungen sind alle Buchungen zu verstehen, welche die Anschaffungs- und Herstellungskosten einer Anlage verändern (Zugänge, Abgänge usw.).
Folgende Gründe machen es erforderlich, die Bestandsveränderungen aus mehr als einem Bewertungsbereich in die Hauptbuchhaltung zu buchen:
Im Allgemeinen sollen mehrere Bewertungsbereiche parallel in die Hauptbuchhaltung gebucht werden, wenn verschiedene Bilanzversionen (z. B. extern/intern) erzeugt werden sollen. Hierfür können Sie im Hauptbuch (FI-GL) je Kontenplan beliebig viele Bilanzversionen definieren (Abbildung über zusätzliche Konten ). Altenativ können Sie die parallele Bewertungssicht über periodische Buchungen in das gleiche Kontenset in verschiedene Hauptbücher ( Ledger ) abbilden (Abbildung über parallele Ledger ).
Die Bestandsveränderungen eines Konzernbewertungsbereiches in Fremdwährung sollen auf ein entsprechendes Konzern-Ledger gebucht werden
(
siehe unten
)
Es werden Sonderposten in einem abgeleiteten Bereich ermittelt, wie z. B. der Bereich 03 im Standardbewertungsplan für Deutschland (siehe unten).
Im Rahmen einer
parallelen Rechnungslegung
soll neben der Bilanz nach lokalen Bewertungsvorschriften eine weitere Bilanz nach z.B. IAS erstellt werden.
Da derzeit nur die Werte eines Bewertungsbereichs online im Finanzwesen mitgebucht werden können, müssen Sie die Bestandsveränderungen (Bewegungen) weiterer mitzubuchender Bereiche mit parallelen Bewertungen entweder periodisch oder direkt auf die entsprechenden Sachkonten der Hauptbuchhaltung buchen.

Wenn Sie die parallele Bewertung über die Kontenlösung abbilden, dann dürfen die periodisch oder direkt zu bebuchenden Sachkonten keine Abstimmkonten sein (Kennzeichen im Kontenstammsatz).

Parallele Bewertung
Sie können einen periodisch buchenden Bereich während der Buchungstransaktion auch direkt fortschreiben lassen (siehe Bestände eines Bewertungsbereichs mitbuchen ).
Setzen Sie hierzu im Einführungsleitfaden der Anlagenbuchhaltung unter
Integration mit dem Hauptbuch
→
Bestände periodisch in das Hauptbuch buchen
→
Buchungsregeln für parallele Rechnungslegung festlegen
das Kennzeichen
Bereich realtime ins Hauptbuch buchen
.

Ab dem Release ERP 2004 wird diese Funktionalität durch die Funktionalität der neuen Hauptbuchhaltung abgelöst. Jetzt können Sie, statt in ein spezielles Ledger, in ein Ledger der Hauptbuchhaltung buchen. Upgradekunden können die Ledger der Komponente
Spezielle Ledger
(FI-SL) im Release ERP 2004 weiterhin verwenden. Sie können dann allerdings nur existierende Buchungsregeln bearbeiten und keine neuen anlegen.
Mit dem
Report Bestandsbuchung
können Sie die Bestandsveränderungen aller Bewertungsbereiche mit entsprechender Buchungseinstellung auf die jeweiligen Konten des Finanzwesens buchen (Buchungseinstellung in der Bereichsdefinition:
Buchung der Bestandswerte periodisch oder direkt
).
Wählen Sie dazu vom Bild
SAP Easy Access
aus Rechnungswesen
→Finanzwesen
→Anlagen
→Periodische Arbeiten
→Bestandsbuchung
Beim Ausführen des Reports bucht das System die Bestandsbewegungen auf die Konten der Kontenfindung des jeweiligen Bewertungsbereiches oder auf die Konten des abweichenden Bewertungsbereiches, sofern Sie Einstellungen zur abweichenden Kontenfindung vorgenommen haben.
Der Report erstellt einen Beleg je Monat und verbundenes Unternehmen. Der Beleg hat entsprechend viele Belegzeilen (z. B. eine je Kontenfindung/Geschäftsbereich). Die Belegzeilen werden analog zur Online-Buchungstransaktion erstellt. Die Kontierung der Konten erfolgt analog zu den Online-Buchungstransaktionen.
Bei Reportstart können Sie nur den betroffenen Buchungskreis und keine zu buchende Periode angeben. Der Report bucht immer alle Bewegungen, die bis zum Reportstart angefallen sind und noch nicht in die Hauptbuchhaltung gebucht wurden. Ferner werden eventuell abgebrochene Belege direkt mitbuchender Bereiche nachgebucht.
Die Belegart, mit der gebucht werden soll, hinterlegen Sie in den Buchungskreiseinstellungen der Anlagenbuchhaltung. Der zugeordnete Nummerkreis muss extern sein.
Wählen Sie dafür im Einführungsleitfaden der
Anlagenbuchhaltung Integration mit dem Hauptbuch
→Bestände periodisch in das Hauptbuch buchen
→Belegart für periodische Buchungen festlegen
Führen Sie zunächst einen Testlauf aus und beseitigen Sie eventuelle Fehler, welche im Protokoll aufgelistet werden. Der Echtlauf des Reports muss aus Performancegründen als Hintergrundverarbeitung durchgeführt werden. Starten Sie ihn deshalb als Hintergrundverarbeitung (im Reportselektionsbild:
Programm
→
Im Hintergrund starten
).
Beim Buchen der Bestandsbewegungen eines parallel und periodisch zu buchenden Bewertungsbereichs verwendet das System grundsätzlich die Konsolidierungsbewegungsart der ursprünglich verwendeten Originalbewegungsart.
Da für die Konzernkonsolidierung neben dem Buchungsbetrag in Fremdwährung auch der korrespondierende Betrag in lokaler Hauswährung benötigt wird, bucht das System bei den Bestandsbuchungen auf das Konzern-Ledger neben dem Fremdwährungsbetrag des Konzernbereiches zusätzlich den Hauswährungsbetrag aus dem zugrunde liegenden Konzernbereich in lokaler Hauswährung.

Weitere Informationen finden Sie unter Konsolidierungsanforderungen .
Auch Bewertungsbereiche, die keine Anschaffungs- und Herstellungskosten führen, aber für die Bildung eines bilanziellen Sonderpostens herangezogen werden (z.B. Bereich 03 Sonderposten Deutschland), müssen periodisch als parallele Bewertung mitgebucht werden. Das Programm bucht hier die anteiligen Wertberichtigungen infolge von Abgängen Umbuchungen, Nachaktivierungen usw.

Auf eine Anlage mit den Bewertungsbereichen 01 Handelsrecht, 02 Steuerrecht und 03 Sonderposten/Differenz 02 - 01 wird ein Vollabgang gebucht (Bezugsdatum: 31.12.). Die Anlage ging mit 1000 AHK zu, hat eine Nutzungsdauer von 10 Jahren und befindet sich im 4.Jahr ihrer Nutzung. Dies führt zu folgenden Werten in den drei Bewertungsbereichen:
Bereich |
01 |
02 |
03 |
AHK |
1000 |
1000 |
0 |
anteilige kum.Abschr. |
-300 |
-600 |
-300 |
anteilige Abschr.akt.Gj. |
-100 |
-50 |
50 |
Aktueller Buchwert |
600 |
350 |
-250 |
Den abgehenden Restbuchwert von 600 im Handelsrecht bucht das System online im Rahmen der Abgang-Buchungstransaktion. Der Bereich 02 wird nicht mitgebucht. Die parallel notwendige Auflösung des Sonderpostens in Höhe von 250 wird durch das periodische Buchen der Bestandsveränderungen im Bereich 03 durchgeführt.

Weitere Informationen zur Übernahme der Werte der Bewertungsbereiche in die Hauptbuchhaltung finden Sie unter Bewertungsbereiche ).
In der Anlagenbuchhaltung werden unterschiedliche Rechnungslegungsvorschriften durch mehrere Bewertungsbereiche abgebildet. Wenn Sie in Ihrem SAP-System nach einer parallelen Rechnungslegung, d.h. nach verschiedenen Rechnungslegungsvorschriften, bewerten und bilanzieren wollen, müssen Sie für jede Rechnungslegungsvorschrift einen eigenen Bewertungsbereich anlegen. Verschiedene Rechnungslegungsvorschriften unterscheiden sich in der Anlagenbuchhaltung vor allem in folgenden Punkten:
Ermittlung der Abschreibungen
Aktivierung von selbsterstellten Anlagen
Die unterschiedlichen Abschreibungsregeln, Nutzungsdauern etc. der einzelnen Rechnungslegungsvorschriften hinterlegen Sie je Bewertungsbereich. Die Abschreibungen werden parallel für jeden Bewertungsbereich anhand der hinterlegten Abschreibungsregeln ermittelt und für jeden Bewertungsbereich getrennt gebucht.

Weitere Informationen finden Sie unter Parallele Rechnungslegung in der Anlagenbuchhaltung .