Fixiertes Pegging Fixiertes Pegging verwenden Sie, wenn Sie ein Bestands- oder Zugangselement einem Bedarf fest zuordnen wollen. Das fixierte Pegging bleibt dabei auch nach einem Belegwechsel erhalten .
Die Verwendung des fixierten Peggings bietet folgende Vorteile:
Stabile Bestätigungen
Mit Hilfe des fixierten Peggings bleibt die Zuordnung einer Kundenauftragsposition zu einem Zugangselement stabil. Darüberhinaus können Sie die Komponentenzuordnungen mehrstufig stabil halten, d.h. Komponenten, die über fixiertes Pegging einem Auftrag zugeordnet werden, können nicht durch andere, konkurrierende Aufträge verbraucht werden. Dadurch bleibt der Bestätigungstermin, den Sie dem Kunden zugesagt haben, besser erhalten.
Hinweis
Wenn Sie die ATP-Prüfung auf Basis des fixierten Peggings ausführen, dann kann SAP APO bei der ATP-Prüfung den Prüfumfang und den Prüfhorizont berücksichtigen.
Fixierung des Materialflusses für die Produktionsplanung
Bisher konnte das dynamische Pegging bei der Feinplanung zu unerwarteten Ergebnissen führen, weil die Zuordnungen zwischen Zugangs- und Bedarfselementen in jedem Prozessschritt neu ermittelt wurden. Mit Hilfe des fixierten Peggings bleibt der Materialfluss stabil. Dadurch erhöht sich die Transparenz und die Qualität des Planungsergebnisses.
Um das fixierte Pegging mit Erhaltung der fixierten Pegging-Beziehungen auch nach Belegwechsel einsetzen zu können, müssen Sie im Customizing des PP/DS in der IMG-Aktivität
Globale Parameter und Vorschlagswerte pflegen
das fixierte Pegging aktivieren. Siehe auch:
Fixiertes Pegging aktivieren
Folgende betriebswirtschaftliche Prozesse werden vom fixiertem Pegging unterstützt:
Die in SAP APO fixierten Pegging-Beziehungen bleiben auch nach einem Belegwechsel im R/3-System erhalten. Wenn Sie z.B. fixierte Pegging-Beziehungen zwischen einem Kundenauftrag und einem Planauftrag angelegt haben, dann ist auch nach der Umsetzung des Planauftrages in einen Fertigungsauftrag die fixierte Pegging-Beziehung zum Kundenauftrag immer noch vorhanden.
Das System übernimmt die vorhandenen fixierten Pegging-Beziehungen von einem Vorgängerbeleg (z.B. Planauftrag) auf den Nachfolgerbeleg (z.B. Fertigungsauftrag). Auf diese Weise wird sichergestellt, dass fixierte Pegging-Beziehungen zwischen Zugangs- und Bedarfselementen in der Produktionsplanung und während der Produktionsdurchführung auch nach verschiedenen Belegwechseln erhalten bleiben. Im Hinweis 698427 wird genau beschrieben, welche Belegwechsel unterstützt werden.
Das fixierte Pegging mit Erhaltung der fixierten Pegging-Beziehungen auch nach Belegwechseln können Sie verwenden, wenn Sie SAP APO in Verbindung mit einem R/3-System Release 4.6C oder 4.70 und einem PlugIn 2004.1 einsetzen.
Fixierte Pegging Beziehungen automatisch anlegen bzw. löschen
Sie können fixierte Pegging-Beziehungen mit Hilfe der
Heuristik SAP_PP_019
einstufig oder mehrstufig ausgehend vom Endprodukt anlegen. Die Parameter, wie das System beim Anlegen der fixierten Pegging-Beziehungen vorgehen soll, legen Sie in den
Heuristik-Einstellungen
im Customizing des PP/DS fest.
Sie können fixierte Pegging-Beziehungen mit Hilfe der Heuristik SAP_PP_011 löschen. Über Parameter können Sie festlegen, welche fixierten Pegging-Beziehungen gelöscht werden sollen.
Sie können die beiden Heuristiken auch in den MRP-Lauf einbinden, so dass die fixierten Pegging-Beziehungen bereits bei der Nettobedarfsrechnung automatisch angelegt werden.
Fixierte Pegging-Beziehungen manuell anlegen bzw. löschen
Sie können Pegging-Beziehungen auch manuellanlegen oder löschen. Hierzu steht die Pegging-Übersicht zur Verfügung. In der Pegging-Übersicht können Sie bereits vorhandene fixierte Pegging-Beziehungen überprüfen oder auch selbst manuell fixierte Pegging-Beziehungen anlegen. Dabei ist es auch möglich, nur Teilmengen zuzuordnen und für diese Teilmengen fixierte Pegging-Beziehungen anzulegen.
Im Kontext eines Auftrages können Sie ebenfalls manuell fixierte Pegging-Beziehungen pflegen. Sie können die durch das System erstellten dynamischen Pegging-Beziehungen ein- oder mehrstufig manuell fixieren oder zuvor fixierte Pegging-Beziehungen löschen.
Im
Register Pegging
in der
Auftragsbearbeitungssicht
können Sie fixierte Pegging-Beziehungen ebenfalls durch manuelle Eingabe der Pegging-Menge anlegen.
Fixiertes Pegging und Nettobedarfsrechnung
Bei der Nettobedarfsrechnung wird im ersten Schritt die fixierte Pegging-Menge herausgerechnet. Nur die Bedarfs-, Zugangs- und Bestandsmengen, für die keine fixierten Pegging-Beziehungen vorliegen, fließen in die Nettobedarfsrechnung ein.
Das Fixierte Pegging ist im R/3 nicht integriert, d.h. im R/3-System getroffene Zuordnungen zwischen Bedarfs- und Zugangselementen werden in SAP APO nicht als fixiertes Pegging angelegt.
Beispiel
Sie führen eine Chargenfindung im R/3 aus. Diese Zuordnung führt nicht automatisch zu einer fixierten Pegging-Beziehung im APO. Aus den gleichen Gründen gibt es keine Integration von R/3-Auftragsnetzen.
Umgekehrt führt eine fixierte Pegging-Beziehung, die Sie in SAP APO zwischen einem Bedarf und einem Zugangselement anlegen, nicht zu einer Zuordnung im R/3.
Beispiel
Sie legen in SAP APO eine fixierte Pegging-Beziehung zwischen einer Auftragsreservierung und einem Chargenbestand an. Dies führt im R/3 nicht automatisch zu einer Chargenzuordnung an der Auftragsreservierung.
Flussoptimierung
Beim Anlegen bzw. Ändern von fixierten Pegging-Beziehungen findet keine Materialflussoptimierung statt. Dies bedeutet, dass z.B. bei gleichen externen Prioritäten eine mengengenaue Zuordnung nicht gewährleistet werden kann.
Mengengenaue Zuordnung
Das Anlegen bzw. Ändern von fixierten Pegging-Beziehungen mit Hilfe der Heuristik SAP_PP_019 findet gemäß der im Standard ausgelieferten Zuordnungsstrategien statt. Mit diesen Zuordnungsstrategien kann eine mengengenaue Zuordnung der Zugangselemente zu den Bedarfen nicht gewährleistet werden.
Mengenpropagierung
Wenn Sie fixierte Pegging-Beziehungen nur für einen Teil der Komponentenbedarfe von Eigenfertigungsaufträgen anlegen, dann werden die Mengen für das Enderzeugnis nicht automatisch angepasst.
Haltbarkeitsprozess
Der Haltbarkeitsprozess wird nicht unterstützt, da die Heuristiken des fixierten Peggings keine Haltbarkeitsdaten berücksichtigen.
Behälterressourcen
Die Heuristiken des fixierten Peggings berücksichtigen die begrenzte Kapazität einer Behälterressource nicht.
Durch Verschieben von Bedarfen, die Behälterressourcen zugeordnet sind, werden Zugänge, die den Bedarfen über fixiertes Pegging zugeordnet sind, nicht automatisch mitverschoben.
Kontinuierliche Bedarfe und Zugänge
Ein kontinuierlicher Materialfluss wird beim Anlegen von fixierten Pegging-Beziehungen nicht berücksichtigt
Interaktive Rückstandsbearbeitung
Die interaktive Rückstandsbearbeitung dient dazu, den Bedarfseinteilungen manuell eine bestätigte Menge zuzuordnen. Dabei wird das fixierte Pegging nicht beachtet. Zum Beispiel können Bestände, die über fixiertes Pegging einem Kundenauftrag zugeordnet sind, in der interaktiven Rückstandsbearbeitung einem anderen Kundenauftrag zugeordnet werden.
Rückstandsbearbeitung (BOP)
Bei Verwendung der ATP-Prüfung auf Basis von Zeitreihen kann das System in der Rückstandsbearbeitung in einem Massenaufruf sehr schnell die Verfügbarkeitsprüfung für viele Kundenaufträge gleichzeitig ausführen. Bei Verwendung der ATP-Prüfung in Verbindung mit fixiertem Pegging können Sie die Rückstandsbearbeitung ebenfalls einsetzen, Sie erreichen jedoch nicht die hohe Performance, wie bei Verwendung der ATP-Prüfung auf Basis von Zeitreihen.
Die APO-Produktionsrückmeldung wird nicht unterstützt.
Verrechnung der Planprimärbedarfe mit Kundenbedarfen
Die fixierte Pegging-Beziehung zwischen einem Planprimärbedarf und einem Zugangselement wird bei der Verrechnung mit Kundenaufträgen nicht auf den Kundenauftrag übertragen.
Weitere Einschränkungen siehe Hinweis 704583.