Einsatzmöglichkeiten
Im Rahmen der Periodischen Arbeiten werden Kontoabschlüsse in regelmäßigen Zeitabständen zum Zwecke von Rechnungsabschlüssen durchgeführt. Angestoßen wird der Kontoabschluß periodisch, gemäß der Angabe im Kontostamm. Die Periodizität ist am Konto einstellbar.
Beim Kontoabschluß werden folgende Arbeiten vom System durchgeführt:
Der Kontoabschluß kann als Massenlauf oder als Einzelabschluß für ein Konto durchgeführt werden. Eine Simulation eines Abschlusses ist direkt am Konto möglich. Zur Simulation von Abschlußläufen wählen Sie Periodische Arbeiten ® Kontoabschluß ® Neuer Lauf ® Einzel- bzw. Massenlauf und wählen Sie im nächsten Bild in der Ablaufsteuerung die Simulation zum nächsten Termin. Zur Einordnung des Kontoabschlusses in die Tagesendverarbeitung bzw. dem Zusammenspiel mit anderen periodischen Arbeiten lesen Sie
Ablauf Tagesendverarbeitung.Alternativ zur standardmäßigen Verbuchung können Abschlußbuchungen auch auf einem anderen Konto, dem sog. Referenzkonto, erfolgen. Das Referenzkonto kann sich sowohl in einem anderen Bankkreis im Kontokorrentsystem als auch bei einer anderen Bank außerhalb des Kontokorrentsystems befinden. Siehe hierzu
Anlegen eines Referenzkontos für den Abschluß.Voraussetzungen
Um einen Kontoabschluß durchzuführen, müssen die Kontoabschlußdaten gepflegt sein. Wie Sie dies tun, lesen Sie bitte unter
Abschlußdaten pflegen.Jedem Konto, das abgeschlossen werden soll, müssen Konditionen zugeordnet sein. Sie können einem Konto Standard- oder Individualkonditionen zuordnen. Wie Sie dies tun, lesen Sie unter
Konditionsgruppe einem Konto zuweisen bzw. Individualkonditionen einem Konto zuweisen.Ferner sollten Sie im Einführungsleitfaden (IMG) unter Kontoführung ® Buchungstypen Vorgangsarten zuordnen die benötigten Vorgangsarten einstellen.
Die Buchungen innerhalb eines Abschlusses werden mit dem Enddatum der abzuschließenden Periode als valutarisches Datum und dem im System hinterlegten "Buchungsdatum Abschlußbuchungen" als Buchungsdatum durchgeführt. (zum Setzen des Buchungsdatums siehe
Buchungsdatum setzen)Im Bankenkontokorrent wird zwischen dem Buchungsdatum des Zahlungsverkehrs und dem Buchungsdatum des Abschlusses unterschieden. Nachdem das Datum heraufgesetzt wurde und die Buchungen des Zahlungsverkehrs beendet sind, kann ein Abschluß durchgeführt werden, d.h. das Buchungsdatum des Abschlusses ist kleiner als das Buchungsdatum des Zahlungsverkehrs.
Nach dem Setzen des Buchungsdatums des Abschlusses ergeben sich folgende Möglichkeiten für ein Konto:
Ablauf Zins- und Gebührenrechnung
1. Selektion der Konten
Konten für die Zins- und Gebührenrechnung werden nach Bankkreis, Abschlußart: Abschluß (Zinsen und Gebühren) und Abschlußdatum selektiert.
Folgende Konten werden dabei selektiert:
Beispiel
Angenommen das Abschlußdatum eines Kontos ist der 30.6. und dieses Konto soll zum 2.7. aufgelöst werden. Das Datum, an dem die Auflösung durchgeführt wird ist der 5.7. Der Abschluß bis zum 30.6. wird für dieses Konto wie gewöhnlich durchgeführt. Für den Zeitraum zwischen dem 30.6. und 2.7. muß für das aufzulösende Konto ein gesonderter Lauf angestoßen werden. Soll der Lauf am 5.7. durchgeführt werden, muß der Abschluß für das aufzulösende Konto explizit per Einzellauf durchgeführt werden. Ist die Bearbeitung nicht dringend, kann am Folgetag (hier 6.7.) der Abschluß automatisch per Massenlauf durchgeführt werden.
2. Dispatchen und Parallelisieren des Ablaufs
Die Konten werden in Intervalle aufgeteilt und diese Kontenintervalle werden auf verschiedene Prozessoren oder Server verteilt. Die Größe der Intervalle können Sie im Einführungsleitfaden unter Periodische Arbeiten ® Parallelisierung einstellen. Als Kriterium gilt dabei die Kontonummer.
3. Verarbeitung
Folgende Verarbeitungsschritte in den unterschiedlichen Bereichen werden je "fälligem" Konto durchgeführt:

Im Zusammenhang mit dem Abschlußdatum und Buchungsdatum der Transaktionen ergeben sich neun Möglichkeiten zur Berechnung der Zinsen und Gebühren.

Die folgende Tabelle zeigt die mögliche Kombination zwischen Valuta- und Buchungsdatum und deren Berücksichtigung bei der Abrechnung: Beispielhaft abgerechnet werden soll der Monat Februar, der Januar ist die bereits abgeschlossene Periode und der März ist die Folgeperiode.
Aus obiger Grafik wird folgendes abgeleitet:
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Daten |
Zinsberechnung |
Gebührenberechnung |
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1 Das Buchungsdatum und das Valutadatum sind gleich, beides ist in diesem Fall der 2.1. |
Nein Die Periode ist abgeschlossen und wird nicht korrigiert. |
Nein Die Periode ist abgeschlossen und wird nicht korrigiert. |
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2 Das Buchungsdatum ist der 2.1. und das Valutadatum der 5.2. (Vorausvaluta bei der letzten Abrechnung) |
Ja Zinsen fallen in die abzu-rechnende Periode Februar. |
Nein Gebühren werden bei der Buchung des Postens erhoben, hier im Januar. |
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3 Das Buchungsdatum ist der 2.1. und das Valutadatum der 3.3. |
Nein (Grund: Zinsen werden bei der nächsten Abrechnung berechnet.) |
Nein (Grund: wurde bereits bei der letzten Abrechung berechnet) |
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4 Das Buchungsdatum ist der 5.2. und das Valutadatum der 3.1. (Rückvaluta) |
Ja Die Periode wird neu berechnet. |
Ja Gebühren werden bei der Buchung des Postens erhoben, hier in der abzuschließenden Periode Februar. |
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5 Das Buchungsdatum ist der 5.2. und das Valutadatum der 6.2. (Normalfall) |
Ja |
Ja |
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6 Das Buchungsdatum ist der 5.2. und das Valutadatum der 4.3. (Vorausvaluta) |
Nein (Grund: Zinsen werden bei der nächsten Abrechnung berechnet) |
Ja Es fallen Postengebühren an, die in dieser aktuellen Periode berechnet werden. |
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7 Das Buchungsdatum ist der 5.3. und das Valutadatum der 4.1. |
Nein (bereits bekannte Rückvaluten der nächsten Abrechnung werden nicht berücksichtigt, da ansonsten Zinsrechnung abhängig vom Abrechnungszeitpunkt) |
Nein (Grund: Gebühren werden erst bei der nächsten Abrechnung berücksichtigt) |
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8 Das Buchungsdatum ist der 5.3. und das Valutadatum der 7.2. |
Nein |
Nein |
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9 Das Buchungsdatum ist der 5.3. und das Valutadatum der 5.3. |
Nein |
Nein |
Zinsabschlagsteuer (ZASt):
Die Berechnung der Zinsabschlagsteuer (ZASt) erfolgt über ein separates, kundeneigenes Modul, das über einen
Zeitpunkt (Business Transaction Event) aufzurufen ist. Die ZASt-Berechnung kann dabei im Batch- als auch im Online-Betrieb durchgeführt werden. Es werden nur Konten mit Habenzinsen und/oder Kennzeichen "ZASt-relevant" im Konto übergeben.Soll die Zinsabschlagsteuer für Korrekturperioden berechnet werden, übergibt das Kontokorrentsystem Vollzinsen. Vollzinsen bedeutet in diesem Zusammenhang, daß alle Zinsen der korrigierten Periode und nicht nur die Differenz übergeben werden. Im unten aufgeführten Beispiel sind die Vollzinsen der Betrag von 12 DM. Zur Weiterverarbeitung nach Berechnung der Abschlagsteuer durch das ZASt-Modul erwartet das Kontokorrentsystem jedoch den Differenzbetrag
ZASt-Modul im Online-Betrieb
Die Verarbeitung der Zinsen zur Zinsabschlagsteuer im Online-Betrieb mit dem kundeneigenen ZASt-Modul stellt quasi einen Verarbeitungsschritt ohne Bruch zwischen verschiedenen Systemen dar. Im Einzelnen werden dabei pro Intervall folgende Stationen durchlaufen:
Fehlerbehandlung:
Tritt bei der Bearbeitung im Online-Betrieb ein Fehler auf, bricht das Kontokorrentsystem die Verarbeitung ab. Nach der Behebung des Fehlers muß der Kontoabschluß wieder aufgesetzt werden. Wählen Sie hierzu: Periodische Arbeiten ® Kontoabschluß ® Wiederaufsetzen.
ZASt-Modul im Batch-Betrieb
Die Verarbeitung der Zinsen im Batch-Betrieb unterscheidet sich vom Online-Betrieb dahingehend, daß sie auf voneinander unabhängigen Systemen durchgeführt wird. Pro Intervall werden folgende Stationen durchlaufen:
Fehlerbehandlung
Zinsabschlagsteuer und EURO
Nach der Umstellung des Kontos werden alle Posten aus dem Abschluß in Euro gebucht – auch für Perioden, die vor dem Umstellungsstichtag enden (Rückvaluten). Die Beträge von der Zinsabschlagsteuer-Schnittstelle sind für Perioden nach dem Umstellungsstichtag in Euro-Währung zurückzugeben. Wird dagegen eine Periode, die vor dem Währungsumstellungsdatum liegt, erneut abgerechnet, können ZASt-Korrekturen sowohl in Euro als auch in DEM an das Kontokorrentsystem zurückgegeben werden.

Wenn Sie SAP-FI einsetzen, so werden die Zinsen vom Kontokorrentsystem auch in Hauswährung an das ZASt-Modul übergeben. Falls Ihr ZASt-Modul als Währung nur die Hauswährung kennt, so können Sie beim Bankkreis den Buchungskreis hinterlegen. Stimmen die Währungen nicht überein, rechnet das Kontokorrentsystem die Währungen um, wenn es sich um eine Teilnahmewährung bei der Euro-Umstellung handelt. Der Euro wird wie eine Teilnahmewährung behandelt.
Korrekturbuchungen von bereits berechneten Zeiträumen
Rückvaluten sind Buchungen aus der aktuellen Abrechnungsperiode, deren Valutadatum in einem bereits abgerechneten Zeitraum liegen. Rückvaluten können in beliebige Vorperioden erfolgen. Die komplette Periode wird unter Berücksichtigung der Rückvaluten neu berechnet. Das Ergebnis wird mit Zinsen der letzten Abrechnung verglichen. Die Differenz wird als Korrektur aus Rückvaluten im aktuellen Abschluß ausgewiesen.
Wird auf den letzten Tag einer vorangegangenen Periode rückvalutiert, wird dieser Betrag nicht im Abschlußsaldo einer vorangegangenen Periode gebucht. Dieser Tag gilt als erster Tag einer neuen Periode. Valuta auf den letzten Tag einer Periode führen nicht zur Korrektur einer Periode, weil der letzte Tag in der Vorperiode verzinst wird.
Wird rückvalutiert, hängt der Abschlußsaldo der zu korrigierenden Periode vom Buchungsdatum der Korrekturperiode ab. Dabei werden drei Fälle unterschieden:
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Wenn |
Dann |
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Buchungsdatum in Korrekturperiode |
Korrekturbuchung im Abschlußsaldo Bsp.: Der Januar ist die Korrekturperiode. Ist das Buchungsdatum der 23.1., so ist die Korrekturbuchung im Abschlußsaldo Januar enthalten. Die Korrektur des Abschlußsaldos findet beim Abschluß Februar statt. |
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Buchungsdatum nach Korrekturperiode, aber vor oder auf dem nächsten Termin |
Korrekturbuchung im nächsten Abschluß Bsp.: Der Januar ist die Korrekturperiode. Ist das Buchungsdatum der 5.2., so ist die Korrekturbuchung NICHT im Januarabschluß enthalten, sondern im Februar. |
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Buchungsdatum liegt nach dem nächsten Termin |
Korrekturbuchung beim übernächsten Abschluß Bsp.: Der Januar ist die Korrekturperiode. Ist das Buchungsdatum der 17.3., so ist die Korrekturbuchung weder im Januar noch im Februar enthalten. Sie ist erst im Abschlußsaldo März enthalten, sobald dieser abgerechnet wird. |
Bsp.: aktuelle Periode: Februar, Korrekturperiode: Januar
Zinskorrektur einer bereits abgerechneten Periode
Valutierung bezeichnet die stichtagsbezogene Wertstellung eines Kontostandes bzw. eines Postens auf einem Kundenkonto. Mit der Wertstellung beginnt die Verzinsung für den durch Zahlungsein- oder ausgang veränderten Saldo. Wird in eine abgeschlossene Periode rückvalutiert, müssen die Haben- und Sollzinsen sowie die Überziehungszinsen für die abgeschlossene Periode neu berechnet werden.
Rückvaluten in bereits abgerechnete Zeiträume führen zu folgenden Ergebnissen:
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Berechneter Habenzins war zu groß |
Minus Habenzins (Konto wird belastet) |
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Berechneter Habenzins war zu klein |
Plus Habenzins (Konto erhält Gutschrift) |
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Berechneter Sollzins war zu groß |
Minus Sollzins (Konto erhält Gutschrift) |
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Berechneter Sollzins war zu klein |
Plus Sollzins (Konto wird belastet) |
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Berechneter Überziehungszins war zu groß |
Minus Überziehungszins (Konto erhält Gutschrift) |
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Berechneter Überziehungszins war zu klein |
Plus Überziehungszins (Konto wird belastet) |
Das Valutadatum der Korrekturbuchung mit den neu berechneten Zinsen entspricht dabei dem Enddatum der Korrekturperiode.
Beispiel:
Die Periode 1 wurde mit einem Habenzins von 10 DEM abgeschlossen. Durch eine Rückvalutierung ergeben sich neue Habenzinsen von 12 DEM Habenzinsen. Die 2 DEM Differenz wird nicht bei der Buchung der Rückvaluta korrigiert, sondern beim nächsten Abschluß der Periode 2. Periode 1 wird also in Periode 2 neu berechnet und der Kunde erhält 2 DEM Plus Habenzins.
Ergebnis
Wurde der Abschluß erfolgreich durchgeführt, so wird der Kontoabschluß gebucht. Den Saldo sowie Umsätze, Zinsen und Gebühren können Sie sich im Kontoauszug anschauen.
Die Ergebnisse des Abschlusses werden an das Hauptbuch übergeben. Das Kundenkonto wird fortgeschrieben.