Indirekte LeistungsverrechnungMit Hilfe der indirekten Leistungsverrechnung können Sie Leistungen im Ist und im Plan maschinell verrechnen.
Im Gegensatz zur manuellen Leistungsaufnahme im Plan oder der Leistungsverrechnung im Ist können Sie hierbei mit Schlüsseln, die Sie selbst festlegen, Leistungen verrechnen. Darüber hinaus ist es möglich, für Sender, deren Leistungen nicht oder nur mit sehr hohem Aufwand messbar sind, die Leistungsmenge retrograd aus den Leistungen der Empfänger zu bestimmen.
Hinweis
Wenn Sie eine indirekte Leistungsverrechnung im Ist durchführen und keine Planung für die betreffende Kombination Kostenstelle/Leistungsart durchgeführt haben, muss das Isttarifkennzeichen im Stammsatz der Leistungsart auf die Verwendung von Isttarifen ausgelegt sein.
Eine spezielle Form der indirekten Leistungsverrechnung für die Istverrechnung ist die Soll=Ist-Leistungsverrechnung. Im Gegensatz zu den anderen Formen der indirekten Leistungsverrechnung ermöglicht die Soll=Ist-Leistungsverrechnung, ein Leistungsnetz mehrstufig und iterativ mit dem Beschäftigungsgrad als Bezugsbasis zu ermitteln.
Abhängig vom Typ der zu verrechnenden Leistungsarten werden zwei Verarbeitungsmethoden der indirekten Leistungsverrechnung unterschieden. Diese Methoden werden pro Segment festgelegt und können in einem Zyklus gemischt auftreten.
Für manche Leistungsarten können pro Sender die geleisteten Mengen in Summe ermittelt werden. Solche Leistungsarten sind vom Typ 3 (manuelle Erfassung, indirekte Verrechnung).
Mit der indirekten Leistungsverrechnung werden diese gebuchten Leistungsmengen von den Sendern auf ihre im Segment definierten Empfänger gemäß deren Bezugsgrößen verteilt. Das entsprechende Segment muss die Senderregel gebuchte Mengen
verwenden. Als Empfängerregel sind alle Möglichkeiten außer feste Mengen
zulässig (siehe: Sender- und Empfängerregeln für periodische Umbuchungen oder periodische Verrechnungen).
Beispiel

Die Kostenstelle „Qualitätskontrolle“ erbringt 1.000 Stunden der Leistungsart „Prüfen“. Sie gibt an die Kostenstellen „Wareneingang“ und „Fertigprodukte“ Leistung ab. Die Verrechnung erfolgt auf der Bezugsbasis „Anzahl Prüfpositionen“(PP). Auf der Stelle „Wareneingang“ sind dies 4.000 Positionen, auf der Stelle „Fertigprodukte“ 6.000 Positionen. Dies entspricht einer Leistungsaufnahme von 400 Stunden durch die Kostenstelle „Wareneingang“ und 600 Stunden durch die Kostenstelle „Fertigprodukte“.
Der Preis pro Leistungseinheit auf der Kostenstelle „Qualitätskontrolle“ beträgt 50 DM/h. Daraus resultieren Kosten der Leistungserstellung auf der Stelle „Qualitätskontrolle“ in Höhe von 50.000 DM. Den Empfängerstellen werden gemäß ihrer Bezugsgröße „Prüfpositionen“ folgende Kosten belastet:
Wareneingang: (50.000 DM * 4.000 PP) / 10.000 PP = 20.000 DM
Fertigprodukte: (50.000 DM * 6.000 PP) / 10.000 PP = 30.000 DM
Für Leistungsarten, deren geleistete Mengen nicht oder nur mit sehr hohem Aufwand ermittelt werden können, erfolgt die Leistungsermittlung
über die Bezugsbasen der Empfänger mit Gewichtungsfaktoren, die pro Sender definiert werden können
Bei der Senderregel retrograd ermittelte Mengen
legen Sie die senderspezifischen Gewichtungsfaktoren über die Funktion Senderwerte
fest.
über feste Mengenwerte, die Sie in der Segmentdefinition vorgeben
Bei der Senderregel feste Mengen
geben Sie die feste Leistungsmenge über die Funktion Senderwerte
an.
Solche Leistungsarten sind vom Typ 2 (indirekte Erfassung, indirekte Verrechnung).
Das entsprechende Segment kann folgende Kombinationen von Sender- und Empfängerregel verwenden:
Senderregel | Empfängerregel |
|---|---|
| beliebig |
| beliebig |
(siehe: Sender- und Empfängerregeln für periodische Umbuchungen oder periodische Verrechnungen)
Beispiel

Im Beispiel erfolgt die Leistungsermittlung auf dem Sender über Bezugsbasen der Empfänger mit Gewichtungsfaktoren, die für den Sender zu definieren sind. Die Senderregel lautet in diesem Fall retrograd ermittelte Mengen
. Die Empfängerregel kann beliebig sein.
Die Bezugsbasen der Empfänger sind:
„Wareneingang“: 4.000 Prüfpositionen
„Fertigprodukte“: 6.000 Prüfpositionen
Für das Prüfen einer Position durch die Kostenstelle „Qualitätskontrolle“ werden 0,4 Stunden benötigt. Hierzu wird auf dem Sender für die Leistungsart „Prüfen“ der Gewichtungsfaktor 0,4 definiert.
Daraus resultiert ein Leistungsbezug der Kostenstelle „Wareneingang“ von 1600 Stunden und der Kostenstelle „Fertigprodukte“ von 2400 Stunden.
Die Leistung „Prüfen“ wird mit einem Tarif von 5 DM/h bewertet. Daraus resultiert eine Entlastung des Senders um 20.000 DM sowie eine Belastung der Kostenstelle „Wareneingang“ von 8000 DM und der Kostenstelle „Fertigprodukte“ von 12000 DM.
Hinweis
Wenn Sie mit Transferpreisen (parallelen Werteflüssen) arbeiten, so erfolgen indirekte Leistungsverrechnungen in der führenden Bewertung. Der bei der Verrechnung herangezogene Plantarif gilt damit einheitlich für alle Bewertungen.
Weitere Informationen über Transferpreise finden Sie in der SAP-Bibliothek unter
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Siehe auch:
Definition periodischer Umbuchungen oder periodischer Verrechnungen
Periodische Umbuchungen oder periodische Verrechnungen online ausführen