Soll=Ist-Leistungsverrechnung Die Soll=Ist-Leistungsverrechnung ist eine spezielle Form der indirekten Leistungsverrechnungfür die Istverrechnung. Sie ermöglicht es, ein Leistungsnetz mehrstufig und iterativ mit dem Beschäftigungsgradals Bezugsbasis zu ermitteln.
Hinweis
Die Soll=Ist-Leistungsverrechnung steht sowohl für Kostenstellen als auch für Geschäftsprozesse zur Verfügung. Für die Anwendung auf Geschäftsprozesse ist in der nachfolgenden Darstellung die Leistungsart einer Kostenstellen durch den Geschäftsprozeß zu ersetzen.
Bei der Soll=Ist-Leistungsverrechnung werden die zu verrechnenden Istleistungsmengen nicht direkt erfaßt, sondern vom System aus den geplanten Leistungsaufnahme der Empfänger unter Berücksichtigung der jeweiligen Beschäftigungsgrade der empfangenden Kostenstellen für die Leistungsart ermittelt.
Hinweis
Da die Soll=Ist-Leistungsverrechnung nur für die Verrechnung der Istwerte konzipiert ist, müssen Sie Leistungen, deren Istverrechnung über die Soll=Ist-Leistungsverrechnung erfolgen soll, unterschiedliche Leistungsartentypen für die Planung und die Istverrechnung zuweisen.
Die Leistungsartentypen für die Planung und die Istverrechnung legen Sie im Stammsatz der Leistungsart fest (siehe: Leistungsartentyp ).
Für die Istverrechnung müssen Sie den Leistungsartentyp 5 (= Ermittlung und Verrechnung über Soll=Ist-Leistungsverrechnung) verwenden.
Für die Planung können Sie mit den Leistungsartentypen 1, 2 oder 3 arbeiten, wobei in der Regel der Typ 1 verwendet wird.
Die Soll=Ist-Leistungsverrechnung wird in folgenden Schritten durchgeführt:
Aus der eigenen Ist- und Planleistung wird der Beschäftigungsgrad der leistungsempfangenden Kostenstellen ermittelt.
Aus dem Beschäftigungsgrad und der geplanten Leistungsaufnahme berechnet das System die Solleistungsaufnahme auf den leistungsempfangenden Kostenstellen. Daraus ergibt sich die Solleistung der sendenden Kostenstelle, d.h. die Leistungsmenge, die tatsächlich aufgrund der angepaßten Beschäftigungsgrade erbracht werden muß.
Der variable Anteil der Planleistungsmenge wird durch die Soll=Ist-Leistungsverrechnung an die Beschäftigungsgrade der empfangenden Kostenstellen/Leistungsarten angepaßt und als variable Istleistungsmenge fortgeschrieben. Der fixe Anteil der Leistungsmenge wird bei der Soll=Ist-Leistungsverrechnung aus dem Plan ins Ist übernommen.
Hinweis
Voraussetzung für den Einsatz der Soll=Ist-Leistungsverrechnung ist eine durchgängige auf Periodenebene abgestimmte Planung. Bei nicht abgestimmter Planung werden verfälschte Beschäftigungsgrade ermittelt, die zu einer fehlerhaften Soll=Ist-Leistungsverrechnung führen. Zur Abstimmung der Planung lesen Sie: Die Planabstimmung .
Beispiel zur Soll=Is t-Leistungsverrechnung
Die Soll=Ist-Leistungsverrechnung wird iterativ durchgeführt. Dadurch werden rekursive Leistungsbeziehungen zwischen den Kostenstellen berücksichtigt. Rekursive Leistungsbeziehungen treten z.B. auf, wenn eine Kostenstelle Leistungen von einer anderen Kostenstelle aufnimmt, an die sie selbst Leistung abgibt.
Hinweis
Die Soll=Ist-Leistungsverrechnung bricht in der Regel ab, wenn auf einer empfangenden Kostenstelle extrem hohe Beschäftigungsgrade ermittelt werden. Dies ist dann der Fall, wenn auf dieser Kostenstelle die Leistungsmenge nicht realistisch geplant wurde, z.B. weil ein Tarif manuell gesetzt und dabei pro forma eine Leistungsmenge 1 eingetragen wurde.
Hinweis
Wenn Sie mit Transferpreisen (parallelen Werteflüssen) arbeiten, so erfolgt die Soll=Ist-Leistungsverrechnung in der führenden Bewertung. Der bei der Verrechnung herangezogene Plantarif gilt damit einheitlich für alle Bewertungen.
Weitere Informationen über Transferpreise finden Sie in der SAP-Bibliothek unter
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