Leistungsartentyp

Definition

Mit dem Leistungsartentyp steuern Sie, ob und wie eine Leistungsart verrechnet wird.

Verwendung

Die folgende Tabelle zeigt eine Übersicht über die möglichen Leistungsartentypen und ihre Verwendung in der Kostenstellenrechnung.

Leistungsartentypen für Plan- und Istverrechnung

Leistungsartentyp

Bedeutung

Verwendung

1

Leistungsart, deren Istleistung direkt erfaßt und verrechnet wird

z.B. meßbare (Fertigungs-)Leistungen Berechnung über Istmenge * Plantarif

2

Leistungsarten, deren Leistungsmengen aus der Summe der auf den einzelnen Empfängern mittels Bezugsbasen errechneten Leistungsaufnahmen resultieren

Retrograde Ermittlung der Leistungsmenge über Empfängerbezugsbasen

3

Leistungsarten, deren Istleistung indirekt im Rahmen der indirekten Leistungsverrechnung verrechnet wird

Maschinelle Verrechnung der Leistungsmengen über Empfängerbezugsbasen

4

Leistungsarten, die nicht verrechnet werden

Leistungsart kann verwendet werden, um auf den Senderkostenstellen ausschließlich geleistete Mengen und keine Werte zu erfassen

Leistungsartentyp für Istverrechnung

Leistungsartentyp

Bedeutung

Verwendung

5

Leistungsarten, für die eine Soll=Ist-Leistungsverrechnung durchgeführt wird

Leistungsart für Leistungen, deren Istverrechnung über die Soll=Ist-Leistungsverrechnung erfolgen soll. Der Leistungsartentyp kann nur für Istverrechnungen verwendet werden. Die Planung kann mit den Leistungsartentypen 1, 2 oder 3 erfolgen, wobei in der Regel Typ 1 verwendet wird.

Leistungsartentyp 1 (manuelle Erfassung, manuelle Verrechnung)

Für Leistungsarten dieses Typs werden die Leistungsmengen manuell geplant.

Die Istleistungsmengen werden im Rahmen der innerbetrieblichen Leistungsverrechnung vorgangsbezogen erfaßt.

Die Verrechnung im Plan erfolgt durch die Leistungsaufnahmenplanung auf den unterschiedlichen Empfängerobjekten. Eine Abstimmung der geplanten Leistungsmengen und der geplanten disponierten Leistung muß ggf. erfolgen.

Leistungsartentyp 2 (indirekte Ermittlung, indirekte Verrechnung)

Für Leistungsarten dieses Typs führen Sie eine Leistungsartenplanung auf der Senderkostenstelle durch.

Für Leistungsarten dieses Typs können die Leistungsmengen im Ist und im Plan folgendermaßen ermittelt werden:

maschinell über die Empfängerbezugsbasen, die wahlweise mit Gewichtungsfaktoren bewertet werden und die pro Sender definiert werden können oder

über eine feste Menge, die Sie in der Segmentdefinition der indirekten Leistungsverrechnung festlegen (siehe: Indirekte Leistungsverrechnung )

Für den Plan ergibt sich daraus eine automatische Abstimmung der geplanten und disponierten Leistungsmenge.

Leistungsartentyp 3 (manuelle Erfassung, indirekte Verrechnung)

Für Leistungsarten dieses Typs werden die Leistungsmengen manuell geplant.

Istleistungsmengen erfassen Sie vorgangsbezogen im Menü der Kostenstellenrechnung über IstbuchungenSenderleistungen (siehe: Erfassung von Senderleistungen ). Sie können dabei keine Empfängerobjekte angeben.

Die Verrechnung der Leistungsmenge im Plan und Ist erfolgt maschinell über hierzu zu definierende Sender-/Empfängerbeziehungen. Das SAP-System ermittelt die zu verrechnende Leistungsmenge pro Empfänger aus dem Verhältnis der Bezugsbasen aller Empfänger. Die manuell geplante oder gebuchte Leistungsmenge wird dabei komplett an die Empfänger weiterverrechnet. Dies hat zur Folge, daß die Leistungsarten im Plan nach Ausführung der indirekten Leistungsverrechnung immer abgestimmt sind.

Leistungsartentyp 4 (manuelle Erfassung, keine Verrechnung)

Für Leistungsarten dieses Typs werden die Leistungsmengen manuell geplant.

Die Erfassung der Istleistungsmenge erfolgt vorgangsbezogen im Menü der Kostenstellenrechnung über Istbuchungen →Senderleistungen (siehe: Erfassung von Senderleistungen ). Sie können dabei keine Empfängerobjekte angeben.

Eine Verrechnung an andere Objekte ist nicht möglich.

Leistungsartentyp 5 (Ermittlung und Verrechnung über Soll=Ist-Leistungsverrechnung)

Leistungen dieses Leistungsartentyps benötigen Sie, wenn Sie eine Soll=Ist-Leistungsverrechnung durchführen möchten. Die Soll=Ist-Leistungsverrechnung ist eine spezielle Form der indirekten Leistungsverrechnung, bei der die geplante Inanspruchnahme einer Leistung unter Berücksichtigung des Beschäftigungsgrades als Istwert übernommen wird (siehe: Soll=Ist-Leistungsverrechnung ).

Da die Soll=Ist-Leistungsverrechnung nur zur Verrechnung der Istwerte dient, müssen Leistungen, deren Istverrechnung über die Soll=Ist-Leistungsverrechnung erfolgen soll, verschiedene Leistungsartentypen für Planung und Istverrechnung zugewiesen bekommen.

Für die Istverrechnung muß Leistungsartentyp 5 verwendet werden. Die Planung kann mit Leistungsartentypen 1, 2 oder 3 erfolgen, wobei in der Regel der Typ 1 verwendet wird.

In der Leistungsartenpflege haben Sie die Möglichkeit, sowohl einen Plan- als auch einen Ist-Leistungsartentyp anzugeben. Einen Ist-Leistungsartentyp benötigen Sie nur dann, wenn eine vom Plan abweichende Verrechnung der Leistungsart im Ist erwünscht ist. Sonst übernimmt das SAP-System automatisch den Plan-Leistungsartentyp auch im Ist.

Folgende Kombinationen von Plan- und Ist-Leistungsartentypen sind möglich:

Grundsätzlich sind alle verrechenbaren Leistungsartentypen, d.h. 1, 2, 3 und 5, miteinander kombinierbar. Dabei sollte aber im Plan und im Ist jeweils die gleiche Verrechnungsart (manuelle oder indirekte Verrechnung) gewährleistet sein.

Die Kombination der Plan-Leistungsartentypen mit manueller und indirekter Verrechnung, 1, 2 und 3, mit dem Ist-Leistungsartentyp 5 (mit Soll=Ist-Leistungsverrechnung) ist in jedem Fall möglich und sinnvoll.

Sie können den Leistungsartentyp 4 (manuelle Erfassung, keine Verrechnung) nicht mit verrechenbaren Leistungsartentypen kombinieren. Darüber hinaus ist der Leistungsartentyp 4 nur dann wählbar, wenn Sie das Kennzeichen keine Verrechnung aktiviert haben.