FunktionsdokumentationLeistungsartenplanung

 

Die Leistungsartenplanung deckt sowohl Produktionskostenstellen ab, bei denen die betriebliche Leistungserstellung einer Kostenstelle relativ genau definiert werden kann, als auch Verwaltungskostenstellen, bei denen die betriebliche Leistungserstellung einer Kostenstelle nur anhand von Annahmen berechnet werden kann.

Im Allgemeinen ist es das Ziel der Leistungsartenplanung, die von der Kostenstelle im gegebenen Zeitraum zu erbringende Leistungsmenge, die Kapazität der Kostenstelle und den anderen Kostenstellen für die Lieferung der Leistung in Rechnung zu stellenden Tarif zu erfassen. Wenn Aktivitäten auf andere Kostenstellen geplant wurden, wird der Bedarf dieser Kostenstellen als disponierte Leistung angezeigt. Wichtig es es außerdem, dass Sie saisonale Abweichungen beachten, da einige Leistungbedarfe das ganze Jahr konstant bleiben, während andere sich je nach Periode ändern.

Voraussetzungen

  • Sie haben im Customizing unter Anfang des Navigationspfads Controlling Navigationsschritt Kostenstellenrechnung Navigationsschritt Planung Navigationsschritt Manuelle Planung Navigationsschritt Eigene Planungslayouts Navigationsschritt Planungslayouts für Leistungsartenplanung anlegen Ende des Navigationspfads Planungslayouts definiert.

  • Wenn Sie die BW-integrierte Planung verwenden möchten, benötigen Sie außerdem:

    • Web-Dynpro-Anwendungskonfiguration Kostenstelle: Leistungserbringungs- und Tarifplanung (FCOM_IP_CC_ACTOUTPUT01)

    • Query Kostenstelle: Leistungsartenplanung nach Jahr /ERP/COOM_A25_IRQ0001

    • Query Kostenstelle: Leistungserbringungstarifplanung nach Perioden (/ERP/COOM_A26_IRQ0003)

    • Query Kostenstelle: Leistungsartentarifplanung nach Perioden (/ERP/COOM_A26_IRQ0002)

    • Query Kostenstelle: Leistungserbringungsplanung nach Periode (/ERP/COOM_A26_IRQ0001)

Funktionsumfang

Leistungsarten

Bevor Sie die Leistungsartenplanung für ein bestimmtes Jahr ausführen, ist es wichtig, die Stammdaten für die Leistungsart zu überprüfen - insbesondere den Leistungsartentyp und das Plantarifkennzeichen.

Leistungsarten werden folgendermaßen verwendet:

  • zur Bestimmung des mengenmäßigen Outputs einer Kostenstelle

    Die Planleistungen der Fertigungs- und Hilfskostenstellen müssen insbesondere mit dem Produktionsplan der Logistik abgestimmt werden. Er bestimmt die erforderliche Planleistung sowie die geplante Kapazität.

  • zur Leistungskontrolle auf den Kostenstellen

    So können Sie den Beschäftigungs- oder Nutzungsgrad einer Kostenstelle messen.

Neben der manuellen Planung von Leistungen, steht Ihnen mit der indirekten Leistungsverrechnung ein Werkzeug zur maschinellen Planung von Leistungen zur Verfügung. Weitere Informationen finden Sie unter Indirekte Leistungsverrechnung.

Kennzahlen

Die Kennzahlen, die Sie für die Leistungsarten planen, hängen von der Art der Kostenstelle ab, die die Leistung bereitstellt (Fertigungs- oder Verwaltungskostenstelle) und davon, ob Sie die Tarife für diese Leistung manuell erfassen möchten oder ob das SAP-System sie für Sie berechnen soll. Wenn Sie die Preise iterativ ermitteln, berücksichtigt das SAP-System die zwischen den relevanten Kostenstellen bestehenden Leistungsbeziehungen.

Sie können Kennzahlen für die einzelnen Perioden definieren. Im Übersichtsbild der Leistungsartenplanung werden die Durchschnittswerte der Kennzahlen angezeigt.

Tarifermittlung

Die Größen Planleistung und Kapazität werden zur iterativen Tarifermittlung verwendet und können auch im Informationssystem analysiert werden. Ob Sie als Grundlage für die Tarifermittlung die geplante Leistung oder Kapazität verwenden, hängt davon ab, wie genau Sie Ihre Leistungsebenen planen können und inwieweit Sie saisonale Schwankungen der Ausbringung in Ihren Tarifen berücksichtigen möchten.

Splittung nach Äquivalenzziffern

Zusätzlich zur Verwendung der geplanten Leistung oder Kapazität als Grundlage für die Tarifermittlung können Sie auch mithilfe von Äquivalenzzahlen planen. Äquivalenzziffern sind Gewichtungsfaktoren, die zur Aufteilung der leistungsunabhängig geplanten Kosten auf die Leistungsarten herangezogen werden. Die so aufgeteilten leistungsunabhängig geplanten Kosten gehen ebenfalls in die iterative Tarifermittlung ein.

Sie können die Äquivalenzziffern folgendermaßen variieren:

  • Die gleiche Äquivalenzziffer in allen Perioden

    Geben Sie im Übersichtsbild den Verteilungsschlüssel 1 (gleichmäßige Verteilung) für die Äquivalenzziffer ein. Für nachträgliche Änderungen müssen Sie lediglich die Äquivalenzziffer im Übersichtsbild korrigieren.

  • Unterschiedliche Äquivalenzziffern in den einzelnen Perioden

    Verzweigen Sie in das Periodenbild und tragen Sie dort die einzelnen Werte für die Äquivalenzziffern pro Periode ein.

Weitere Informationen zu Äquivalenzziffern finden Sie unter Die Plantarifermittlung.

Fixkostenvorverteilung

Wenn Sie eine auf Grenzkosten basierende Plankostenrechnung durchführen, werden Sie die fixen Kosten nicht proportional zur Beschäftigung in die Verrechnungssätze einbeziehen, sondern mit der Fixkostenvorverteilung sicherstellen, dass die fixen Kosten den leistungsaufnehmenden Kostenstellen belastet werden. In der Leistungsartenplanung haben Sie die Möglichkeit, den Vorschlagswert zum Ankreuzfeld fixkostenvorverteilt aus dem Leistungsartenstamm zu überschreiben, falls Sie dieses Attribut in Ihr Planungslayout aufnehmen. Dieses Ankreuzfeld steuert, ob die fixen Kosten, d.h. die Kosten, die zur Bereitstellung einer Leistung angefallen sind, auf die Kostenstellen, die diese Leistung aufnehmen, vorverteilt werden oder nicht.

Buchen von Entlastungssätzen

Bei der Leistungsartenplanung erzeugt das SAP-System immer auf der Basis der geplanten Leistungsmenge einer Leistungsart und dem zugehörigen Tarif auf der betreffenden Kostenstelle einen Entlastungssatz (unbestimmte Entlastung), der mit einer sekundären Kostenart gebucht wird. Sie können den Vorschlagswert dieser Kostenart im Leistungsartenstammsatz hinterlegen und pro Kostenstelle nochmals überschreiben. Durch die unbestimmte Entlastung wird erreicht, dass die Senderkostenstelle unabhängig von den geplanten Leistungsaufnahmen im Plan vollständig entlastet wird. Im Kostenstellenbericht zeigt das System eine Entlastung der betreffenden Kostenstelle an, auch wenn noch keine Leistungsaufnahme verbucht wurde. Bei jeder Leistungsaufnahme vermindert das System den unbestimmten Entlastungssatz auf dem Sender um die aufgenommene Leistungsmenge.

Bei einer abgestimmten Planung (geplante Leistungsmenge = Summe der Leistungsaufnahmen) ist der unbestimmte Entlastungssatz sowohl mengen- als auch wertmäßig gleich Null.