Die PlantarifermittlungDie Plantarifermittlung errechnet Tarife der geplanten Leistungsarten je Kostenstelle und Leistungsart bzw. der geplanten Geschäftsprozesse (siehe: Isttarifermittlung ).
Im Plan berücksichtigt das SAP-System alle geplanten Leistungsbeziehungen zwischen den Kostenstellen und Geschäftsprozessen und errechnet die Tarife iterativ durch Division der Plankosten durch die Planleistung.
Alternativ kann der fixe Anteil des Tarifes auch durch den Quotienten aus Plankosten und Kapazität ermittelt werden. Dies ist immer dann sinnvoll, wenn die Kosten der Bereitstellung für die Maximalleistungsmenge die Kalkulation eines Produktes nicht beeinflussen sollen. Beispielsweise muß eine Energieversorgungskostenstelle immer die Maximalleistung bereitstellen, auch wenn diese Leistungsmenge nicht jederzeit beansprucht wird. In diesem Fall sollen die fixen Kosten der Bereitstellung auf der Kostenstelle verbleiben, da Sie nicht direkt in dieser Höhe auf die Produktkosten zugerechnet werden können.
Hinweis
Die Tarifermittlung kann nur dann ausgeführt werden, wenn Sie in Ihrer Leistungsartenplanung für die entsprechenden Kostenstellen bzw. Geschäftsprozesse das Tarifkennzeichen , das den Verrechnungstarif kennzeichnet, auf 1 oder 2 gesetzt haben. 1 bedeutet Tarifermittlung auf Basis der Planleistung und ist voreingestellt, 2 bedeutet Tarifermittlung auf Basis der Kapazität. Werden alle Tarife manuell festgelegt (Tarifkennzeichen 3), so ist eine Tarifermittlung nicht sinnvoll.
Damit alle nötigen Daten (die Kosten aller Vorgänge, primäre und sekundäre Kosten, leistungsabhängige und leistungsunabhängige Kosten) für die iterative Tarifermittlung zur Verfügung stehen, müssen folgende Voraussetzungen erfüllt sein:
Sie haben Ihre Planung abgeschlossen.
Falls Sie planintegriert mit Innenaufträgen oder der Logistik arbeiten, müssen Sie die Aufträge bzw. Projekte an die Kostenstellen abgerechnet haben.
Das SAP-System ermittelt unterschiedliche Tarife in Abhängigkeit des Kennzeichens
Verfahren
, das Sie in der Version einstellen. Um das Kennzeichen einzustellen, wählen Sie im Einführungsleitfaden (IMG) der Kostenstellenrechnung bzw. der Prozeßkostenrechnung
Das Kennzeichen finden Sie in den
Einstellungen pro Geschäftsjahr.
Markieren Sie das gewünschte Geschäftsjahr und wählen Sie
Detail.
Unter Plan können Sie das gewünschte Verfahren einstellen.
Dieses Kennzeichen kann folgende Werte annehmen:
1 |
Periodischer Tarif |
2 |
Durchschnittstarif |
3 |
Kumulierter Tarif |
Lesen Sie auch den Abschnitt Verfahren zur Tarifermittlung .
Den Tarif einer Leistungsart auf einer Kostenstelle bzw. auf einem Geschäftsprozeß errechnet das SAP-System durch Division der Summe aller Kosten dieser Kostenstelle bzw. dieses Geschäftsprozesses durch die Planleistung bzw. Kapazität. Folglich können beim Verfahren
Periodischer Tarif
periodisch unterschiedliche Tarife dadurch auftreten, daß entweder die Summe der Plankosten einer Kostenstelle bzw. eines Geschäftsprozesses oder die Planleistung oder beide Faktoren periodische Unterschiede aufweisen. Folgende Einflußfaktoren bewirken diese periodischen Unterschiede:
Verteilungsschlüssel
Falls Sie keine Gleichverteilung der Planleistung und der Plankosten vorsehen, bedeutet das, daß in den einzelnen Planungsperioden unterschiedliche Werte für die Planleistung und die Plankosten (primär und sekundär) und somit unterschiedliche Basen in die Tarifermittlung eingehen.
Äquivalenzziffern
Äquivalenzziffern können Sie periodisch planen. Wenn Sie unterschiedliche Äquivalenzziffern für einzelne Planungsperioden vorsehen, resultieren daraus in diesen Planungsperioden unterschiedlich hohe Anteile an leistungsunabhängigen Kosten, die auf die Leistungsart verteilt werden. Daraus ergeben sich in den einzelnen Planungsperioden unterschiedliche Gesamtkosten, aufgrund derer sich der fixe Anteil des Tarifes periodisch ändert. Der Wert der Äquivalenzziffern ist 1, wenn Sie keine anderen Eingaben tätigen. Das bewirkt, daß alle Leistungsarten gleich gewichtet werden.
In der Kostenstellenrechnung beziehen Sie die leistungsunabhängig geplanten Kosten über Splittungsregeln, die Sie im Rahmen der Plankostensplittung (siehe: Plankostensplittung ) festlegen, in Ihre Tarife ein. Das SAP-System teilt die leistungsunabhängig geplanten Kosten einer Kostenstelle auf die Leistungsarten der Kostenstelle auf. Die einfachste Methode hierzu stellt die Aufteilung auf Basis der Äquivalenzziffern dar. Das SAP-System bildet das Verhältnis aus der Äquivalenzziffer einer Leistungsart zur Summe aller Äquivalenzziffern der Leistungsarten dieser Kostenstelle. Mit diesem Gewichtungsfaktor werden die leistungsunabhängig geplanten Kosten multipliziert und den leistungsabhängig geplanten Kosten hinzugerechnet.
Da leistungsunabhängig geplante Kosten immer fix sind, erhöht sich der als fix geplante Anteil der leistungsabhängig geplanten Kosten um den Betrag, der aus der Verteilung der leistungsunabhängig geplanten Kosten auf Basis der Äquivalenzziffern resultiert.
Beispiel
Sie haben DM 30.000 leistungsunabhängig auf der Kostenstelle A geplant. Außerdem liegt folgende Leistungsartenplanung vor:
Leistungsart |
Menge |
Äquivalenzziffer |
FST |
400 Std |
2 |
REP |
100 Std |
1 |
Summe |
3 |
Die leistungsunabhängig geplanten Kosten gehen folgendermaßen in die Tarifermittlung ein:
Leistungsart |
Fixe Kosten pro Leistungsart |
Fixer Tarifanteil |
FST |
30.000 DM * 2/3 = 20.000 DM |
20.000 DM/400 Std = 50 DM/Std |
REP |
30.000 DM * 1/3 = 10.000 DM |
10.000 DM/100 Std = 10 DM/Std |
In dem iterativ ermittelten Tarif für die Kostenstelle A beträgt der leistungsunabhängige Anteil für die Leistungsart FST 50 DM/Std, für die Leistungsart REP 10 DM/Std.
Die Plankostensplittung wird im Rahmen der Plantarifermittlung automatisch durchgeführt. Sie müssen sie nur dann separat ausführen, wenn Sie mit der Erklärungskomponente die Splittung nachvollziehen möchten.
Tarifermittlung:
Sie haben folgende Daten geplant:
Kstl 1 |
Kstl 2 |
|
Leistungsart |
REP |
FST |
Planleistung |
1.000 Std |
100 Std |
Primäre Kosten: |
||
Löhne |
10.000 DM |
5.000 DM |
Gehälter |
5.000 DM |
5.000 DM |
Energie |
1.000 DM |
1.000 DM |
Summe primär |
16.000 DM |
11.000 DM |
Sekundäre Kosten: |
||
Leistung von: |
Kstl 2 |
Kstl 1 |
10 Std |
50 Std |
Das SAP-System errechnet die Tarife für diese Kostenstellen schrittweise.
Dabei werden zunächst die primären Kosten durch die Planleistung dividiert. Der daraus resultierende Tarif wird für die Bewertung der Leistungsaufnahmen herangezogen.
In den darauffolgenden Schritten werden die bereits errechneten Tarife zur Bewertung weiterer Leistungsbeziehungen verwendet. Der genaue Tarif für eine Leistungsart einer Kostenstelle wird durch die Iteration bestimmt.
Als Basis für die Berechnung des fixen Anteils der iterativen Tarife kann neben der Planleistung auch die Kapazität (maximale Leistungsmenge) herangezogen werden. Sie nehmen diese Einstellung bereits während der Leistungsartenplanung vor (siehe: Die Leistungsartenplanung ). Die Kapazität einer Kostenstelle bezüglich einer Leistungsart dient jedoch nur für fixe Kosten als Basis zur Tarifermittlung. Für die variablen Kosten wird die Planleistung als Basis zur Tarifermittlung herangezogen, auch wenn Sie das Tarifkennzeichen '2' (Tarifermittlung auf Basis der Kapazität) gewählt haben.
Beispiel
Eine Energieversorgungskostenstelle muß auch für Spitzenzeiten der Leistungsinanspruchnahme gerüstet sein und immer die maximale Leistungsmenge bereithalten. Die Kosten der Leistungsbereithaltung sind immer gleich hoch, da sie auf der Kapazität basieren.
Nachdem das SAP-System alle Tarife ermittelt hat, wird eine Nachbewertung der Leistungsbeziehungen zwischen den Kostenstellen durchgeführt.
Siehe auch: