Tarifermittlung durchführenDie Tarifermittlung (siehe auch: Plantarifermittlung ) steht sowohl für die Kostenstellenrechnung als auch für die Prozeßkostenrechnung zur Verfügung.
Um eine Tarifermittlung auszuführen, gehen Sie folgendermaßen vor:
Wählen Sie
bzw.
Prozeßkostenrechnung
und
Wählen Sie entweder
Kostenstellen-/Geschäftsprozeßgruppe
(Um korrekte Ergebnisse erzielen zu können, muß die eingegebene Gruppe ein geschlossenes Leistungsnetz umfassen!)
alle Kostenstellen/alle Geschäftsprozesse
kein(e) Kostenstelle/Geschäftsprozeß
Geben Sie folgende Parameter ein:
Version
Perioden
Geschäftsjahr
Für Sonderperioden können keine iterativen Tarife ermittelt werden, da es für diese Perioden keine Planwerte gibt.
Pflegen Sie folgende Parameter der Ablaufsteuerung:
Hintergrund
Sie können die Tarifermittlung sowohl online als auch im Hintergrund ausführen.
Die Online-Ausführung empfiehlt sich nur dann, wenn keine zu langen Laufzeiten z.B. wegen umfangreicher Leistungsnetze zu erwarten sind.
Die Hintergrundverarbeitung sollten Sie immer dann wählen, wenn Sie komplexe Leistungsnetze aufgebaut haben. Durch Start eines Hintergrundjobs in Zeiten geringer Systembelastung vermeiden Sie Engpässe in den Hauptbelastungszeiten.
Zur Hintergrundeinplanung wählen Sie das entsprechende Kennzeichen im Einstiegsbild der Tarifermittlung und vergeben im darauffolgenden Dialogfenster einen Jobnamen.
Testlauf
Falls Sie nicht sofort eine Verbuchung wünschen, sollten Sie
Testlauf
aktivieren. Das SAP-System führt zwar eine Tarifermittlung aus, bucht aber keine Daten, sondern erzeugt lediglich die Detailliste.
Detaillisten
Um die Ergebnisse prüfen zu können, sollten Sie zusammen mit
Testlauf
auch
Detaillisten
aktivieren. In den Detailliste sehen Sie die Tarife, die das SAP-System je Leistungsart und Kostenstelle ermittelt hat. Sie können die Buchung aus der Liste heraus nachträglich starten.
Wählen Sie zum Buchen der Tarifermittlung aus der Listanzeige
oder im Einstiegsbild der Tarifermittlung Testlauf, damit die Ergebnisse verbucht werden können.
mit Fixkostenvorverteilung
Wenn Sie eine Grenzplankostenrechnung durchführen und dennoch auf Vollkosten basierende Verrechnungssätze ermitteln möchten, sollten Sie
mit Fixkostenvorverteilung
aktivieren. Das SAP-System führt dann im Rahmen der Plantarifermittlung die Fixkostenvorverteilung aus ( Siehe auch:
Fixkostenvorverteilung ausführen
).
Achten Sie darauf, daß ihre Planung abgestimmt ist, d.h. die disponierte Leistungsmenge nicht größer als die geplante Leistungsmenge der Senderkostenstelle ist. Das SAP-System weist Sie in diesem Fall auf den Fehler hin und führt keine Verbuchung durch (siehe: Planabstimmung ).
In den Detaillisten erhalten Sie folgende Informationen:
Ermittelte Tarife, gesamt und fix, je Kostenstelle und Leistungsart bzw. je Geschäftsprozeß pro Periode
Anzahl der Warnungen und Fehler
Die Art der Tarifdarstellung können Sie in der Listanzeige in
Währung
Sie stellen mit der Funktion
Währung
ein, in welcher Währung, Objekt- oder Kostenrechnungskreiswährung, Ihre Tarife angezeigt werden.
Hinweis
Wenn Sie Ihre Tarife neben der Kostenrechnungskreiswährung auch in Objektwährung anzeigen und buchen möchten, müssen Sie bei der Pflege Ihres Kostenrechnungskreises
alle Währungen
aktivieren.
Werte
Sie können folgende Darstellungskombinationen mit
Werte
für Ihre Tarife wählen:
Gesamt/Fix
Gesamt/Variabel
Fix/Variabel
Tarif
Falls Sie neben den iterativ zu ermittelnden Tarifen auch noch manuell gesetzte Tarife verwenden, können Sie mit
Tarif
folgende Tarife anzeigen:
iterativ ermittelte Tarife, bei deren Berechnung die manuell gesetzten Tarife berücksichtigt wurden
Dieser Tarif stellt den Verrechnungstarif dar, wohingegen der rein-iterative Tarif lediglich zu Kontrollzwecken berechnet werden kann.
ausschließlich iterativ ermittelte Tarife, d.h. ohne Berücksichtigung der manuell gesetzten Tarife
Zur Ermittlung rein-iterativer Tarife müssen Sie in Ihrer Version
rein iter. Tarif
aktivieren. Durch die Berechnung rein-iterativer Tarife neben solchen, die auch manuell gesetzte Preise berücksichtigen, können Sie die Auswirkung der manuell gesetzten Tarife auf Ihre gesamte Tarifermittlung sichtbar machen. Rein iterative Tarife können ermittelt und angezeigt, jedoch nicht zu Verrechnungen herangezogen werden.
Tarifeinheit
Für die Anzeige der
Tarifeinheit
stehen Ihnen die folgenden Werte zur Verfügung:
1
optimiert
Die Tarifeinheit gibt an, auf wie viele Mengeneinheiten der entsprechenden Leistungsart sich der Tarif bezieht. Das SAP-System optimiert die Tarifeinheit, um Rundungsdifferenzen zu minimieren. Der optimierte Wert der Tarife mit der Tarifeinheit wird letztendlich gebucht.
In den Detaillisten sehen Sie Ihre Tarife jeweils für einzelne Perioden. Mit
Periode +
und
Periode -
können Sie periodenweise blättern. Mit
Auswählen
zeigen Sie die Periodenwerte der ausgewählten Listzeile an.
Folgende weitere Funktionen stehen Ihnen in der Detailliste zur Verfügung:
Periodenbild/Grundliste
Sie können zwischen der Darstellung einzelner Periodenwerte für alle Kostenstellen und Leistungsarten und der Gesamtdarstellung aller Perioden für eine ausgewählte Kostenstelle und Leistungsart blättern.
Nachrichten
Sie erhalten eine Auflistung aller Fehler und Warnungen mit der dazugehörenden Erläuterung sowie mit Hinweisen, wie Sie Ihre Fehler beheben können.
Technische Statistik
Mit dieser Funktion erhalten Sie eine Übersicht über die Anzahl der verarbeiteten Stammdaten sowie der Verknüpfungen, Tabelleneinträge und Iterationsschritte.
Senderanalyse
Diese Funktion zeigt Ihnen den Teil des Leistungsnetzes, aus dem die ausgewählte Kostenstelle Leistung empfängt. Zur ausgewählten Listzeile werden die Leistungsarten, die Leistungsaufnahmemenge der Kostenstelle, der Gesamttarif, der fixe Tarif sowie die Tarifeinheit angezeigt.
Einstellungen
Sie können von SAP vorgeschlagene Steuerungsparameter für den Ablauf der Tarifermittlung pflegen. Folgende Parameter sind einstellbar:
Generierung
Generierung
steuert die Generierung des Programms zur iterativen Tarifermittlung.
Bevor die Tarifermittlung ablaufen kann, generiert das SAP-System den entsprechenden Report zur Ausführung. Dabei wird die Anzahl der Einträge in den entsprechenden internen Tabellen sowie der parallel verarbeiteten Feldgruppen generiert.
Dadurch können der Platzbedarf und die Laufzeit positiv beeinflußt werden.
Da die Generierung ebenfalls Zeit braucht, sollten Sie dieses Kennzeichen nur bei größeren Verarbeitungen aktivieren.
Anzahl der Sender/Empfänger
Die Anzahl der Einträge in den internen Tabellen wird entsprechend gesetzt, wenn das Generierungskennzeichen aktiviert ist.
Anzahl der Beziehungen zwischen Sendern und Empfängern
Die Anzahl der Einträge in den internen Tabellen wird entsprechend gesetzt, wenn das Generierungskennzeichen aktiviert ist.
Anzahl der Kostenstellen im Kostenrechnungskreis
Die Anzahl der Einträge in den internen Tabellen wird entsprechend gesetzt, wenn das Generierungskennzeichen aktiviert ist.
Anzahl signifikanter Stellen der Tarifeinheit
Um eine höhere Genauigkeit der Ergebnisse zu erreichen, optimiert das SAP-System im Rahmen der Tarifermittlung die Tarifeinheit. Der Tarif bezieht sich dann nicht auf die Einheit 1, sondern auf die Einheit 10, 100, 1000 oder 10000. Ist der Tarif je Einheit schon relativ hoch, und Sie möchten dennoch mit Hilfe der Tarifeinheit eine höhere Genauigkeit Ihrer Tarife erzielen, so führt dies zu noch höheren Werten für die Tarife. Mit der Angabe der signifikanten Stellen können Sie diese Entwicklung begrenzen. Die Verschiebung erfolgt dann nur solange, bis diese Anzahl signifikanter Stellen erreicht ist.
Ist der Tarif je Einheit exakt 1033,33333333, dann würde bei sechs signifikanten Stellen die Tarifeinheit bei 1 bleiben und der Tarif wäre DM 1033,33. Bei zwölf signifikanten Stellen und einer Tarifeinheit von 10.000 wäre der Tarif entsprechend DM 10.333.33,3333.
Kennzeichen zur Deaktivierung der Optimierung der Tarifeinheit
Mit diesem Kennzeichen deaktivieren Sie die im vorigen Punkt erläuterte Optimierung der Tarifeinheiten. Ist dieses Kennzeichen gewählt, behält die Tarifeinheit immer den Wert 1.
Toleranzprozentsatz für die Abstimmung zwischen tatsächlicher und disponierter Leistung
Die Leistungsartenplanung sollte bei Aufruf der Tarifermittlung abgestimmt sein, d.h. die geplante Leistung der Leistungsart sollte der disponierten Leistungsmenge der Empfänger entsprechen. Nur dann können sinnvolle Tarife ermittelt werden. Die Tarifermittlung überprüft daher bei allen Leistungsarten die Abstimmung und gibt ggf. Warnungen oder Fehlermeldungen aus.
Aufgrund von Rundungsdifferenzen in der Planung, insbesondere im Zusammenhang mit der Verteilung der Planwerte auf einzelne Perioden, kann es jedoch zu minimalen Abweichungen kommen.
Geben Sie hier die Prozentsätze an, um welche die Planleistung größer oder kleiner als die disponierte Leistung sein darf.
dennoch buchen
Aktivieren Sie dieses Kennzeichen, wenn das SAP-System die Ergebnisse der Tarifermittlung auch dann buchen soll, wenn Fehler auftreten.
Ausgenommen davon sind schwerwiegende Systemfehler, die zu einem Programmabbruch führen sowie Fehler, die innerhalb der Vorbereitung der Verbuchung auftreten (z.B. Probleme bei der Integration oder der Belegnummernvergabe).
Tritt während der Tarifermittlung ein Fehler auf, führt das SAP-System keine Verbuchung der Ergebnisse durch. Online kann die Verbuchung dann von der Ergebnisliste aus nachgeholt werden. Bei der Hintergrundverarbeitung ist dies jedoch nicht der Fall. In diesem Fall aktivieren Sie
Dennoch buchen
, so daß das System auch im Fehlerfall automatisch die Tarife verbucht.
Die Ergebnisse der Tarifermittlung können Sie auch im dafür vorgesehenen Tarifbericht ansehen (siehe Tarifbericht ).