Lohnbearbeitung mit Lieferplänen im PP/DS
Bei der Lohnbearbeitung wird das zu beschaffende Produkt von einem externen Lieferanten (Quelllokation) gefertigt.
Im Folgenden werden die erforderlichen Voraussetzungen für die Lohnbearbeitung mit APO-Lieferplänen aufgelistet.
Folgende Daten müssen in SAP R/3 vorhanden sein:
· Lohnbearbeitungslieferplan
Sie müssen in SAP R/3 einen Lieferplan für das Fertigmaterial mit dem Positionstyp Lohnbearbeitung anlegen. Für den Lieferplan mit der Belegart LP ist die Planung in SAP APO vorgesehen (Ext. Planung in den Zusatzdaten).
· Materialstamm für Endprodukt und Beistellkomponenten/-teile
· Stückliste
· Arbeitsplan oder Planungsrezept
· Lieferant (Lohnbearbeiter)
Das Integrationsmodell muss folgendes enthalten:
· Material
· Beistellkomponenten
· Werke
· Lieferpläne
· Bestände
· Bestell./BANFen
· Arbeitsplätze
· Lieferanten
· Produktionsprozessmodell (PPM vom Typ Lohnbearb.PPM) bzw. Produktionsdatenstruktur (PDS)
Weitere Informationen zur Produktionsdatenstruktur
finden Sie unter
Produktionsdatenstruktur
generiert aus R/3-Stammdaten.

Beachten Sie außerdem, dass der R/3-Arbeitsplan oder das R/3-Planungsrezept als Lohnbearbeiter-PPM übertragen werden muss, damit es in SAP APO in der Lohnbearbeiterlokation angelegt wird.
Weitere Informationen finden Sie unter
Integration von Stamm-
und Bewegungsdaten.
Folgende Daten müssen in SAP APO vorhanden sein:
· Fremdbeschaffungsbeziehung (Typ Lohnbearbeitung) und Transportbeziehungen (vom Lohnbearbeiter zum Werk) für das Endprodukt
Siehe auch: Fremdbeschaffungsbeziehung
· Transportbeziehungen vom Werk zum Lohnbearbeiter für jede Beistellkomponente
Siehe auch:
Transportbeziehung
und
Automatisches Anlegen
von Transportbeziehungen
· Lokation vom Typ Lohnbearbeiter
Diese ist nur erforderlich, wenn der Lohnbearbeiter
das gleiche Produkt für mehrere Werke bearbeitet. In diesem Fall müssen Sie
manuell je eine
Lokation vom Typ
Lohnbearbeiter für jede Werk-Lieferanten-Kombination anlegen.
· Produktionsprozessmodell
Siehe auch: Siehe
Produktionsprozessmodell
· Produktstamm in der Lohnbearbeiterlokation für das Endprodukt und alle Komponenten

Bei Warenbewegungen, wie z.B. Wareneingang oder Storno, zu Lohnbearbeitungslieferplänen wird in SAP APO automatisch eine PP/DS-Planung in der Lohnbearbeiterlokation durchgeführt. Diese Planung passt die Planaufträge entsprechend den Bedarfen des Lieferplans an.
Damit die Planaufträge nach dem Wareneingang abgebaut werden, dürfen Sie im Produktstamm des Endprodukts keinen Fixierungshorizont eingeben, weil andernfalls keine Anpassung der Planaufträge durch die Planung stattfinden würde.
Außerdem müssen Sie im Produktstamm auf der Registerkarte PP/DS einen geeigneten PP/DS-Horizont eingeben.
Mit dem Customer-Exit APOCF012 (EXIT_/SAPAPO/SAPLCIF_PPM_001) können Sie die Produktstämme bei der Übertragung des Lohnbearbeiter-PPM automatisch anlegen und Modelle automatisch zuordnen. Weitere Informationen und Beispielcoding finden Sie im SAP-Hinweis 483358.
Weitere Informationen zu Voraussetzungen für die Lieferplanabwicklung finden Sie im Abschnitt Voraussetzungen für den APO-Lieferplan.
Weitere Informationen zur Lohnbearbeitung in SAP APO
finden Sie im Abschnitt
Lohnbearbeitung mit
Quelllokation im PP/DS.
...
Die folgende Grafik zeigt den Prozess der Lohnbearbeitung mit Beistellung der erforderlichen Komponenten.

1. Planung in SAP APO
a. Planung im Werk (Ziellokation)
Bei der automatischen oder interaktiven Planung wird für die Deckung eines Produktbedarfs (Endprodukt) ein Lohnbearbeitungslieferplan als Bezugsquelle ermittelt.
Für diesen Bedarf wird im Werk ein Fremdbeschaffungsauftrag (Zugang), d.h. eine Einteilung zur Lieferplanposition (Kategorie LP-EIN), angelegt.
Dieser Zugang erzeugt einen Bedarf (LP-LPBED) in der Lohnbearbeiterlokation.
b. Planung in der Lohnbearbeiterlokation (Quelllokation)
Wenn in der Lohnbearbeiterlokation ein PPM als Bezugsquelle für das Endprodukt vorhanden ist, dann erzeugt der Planungslauf für diesen Bedarf einen Planauftrag (Zugang der Kategorie PL-AUF).

Bei der Lohnbearbeitung mit Bestellanforderungen und Bestellungen würde der Planauftrag beim Anlegen der Einteilung (LP-LPBED) automatisch angelegt werden.
Im Gegensatz dazu wird der Planauftrag bei Lohnbearbeitung mit Lieferplänen erst beim Planungslauf angelegt.
Für die Beistellkomponenten erzeugt das System automatisch Sekundärbedarfe (der Kategorie SK-BED). Je nach Lokationstyp der Transportportbeziehung der Beistellkomponenten werden Umlagerungsreservierungen (der Kategorie UMLRES) erzeugt, wenn Sie die Komponenten beistellen, oder Bestellanforderungen, wenn ein anderer Lieferant die Komponenten zum Lohnbearbeiter liefert.
2. Abrufe in SAP APO erstellen
Für diese Einteilungen werden dann in SAP APO Lieferplanabrufe (lieferrelevante Abrufe bzw. Vorschauabrufe) erstellt und ausgegeben. (Siehe Lieferplanabrufe erstellen und Lieferplanabrufe ausgeben.)
Die Lieferplaneinteilungen werden beim Erstellen oder Ausgeben des Abrufs an SAP R/3 übertragen. Dort erfolgt die Stücklistenauflösung auf der Basis der R/3-Stückliste.

Bitte beachten Sie, dass die Beistellkomponenten in SAP APO aufgrund der im PPM enthaltenen Komponenten ermittelt werden (aus dem PPM ermittelt werden), während die Stücklistenauflösung in SAP R/3 auf der Basis der R/3-Stückliste erfolgt.
Allerdings können Sie das PPM entweder von SAP R/3 in SAP APO übertragen oder das PPM direkt in SAP APO anlegen. Darüber hinaus können Sie die Komponenten der Stückliste in SAP R/3 unabhängig von SAP APO ändern.
Sorgen Sie daher dafür, dass die Komponenten in SAP APO und in SAP R/3 identisch gepflegt sind.
3. Beistellkomponenten in SAP R/3 an den Lieferanten versenden
Die Umbuchung der Bestellkomponenten erfolgt gemäß dem R/3-Lohnbearbeitungsprozess.
Sie können mit der Funktion LB-Bestandsüberwachung zum Lieferanten für die benötigten Bestellkomponenten entweder eine Umbuchung oder eine Lieferung anlegen. Da diese Lieferung nicht disporelevant ist, erscheint diese nicht in SAP APO.
Die Umbuchung erhöht in SAP R/3 den Lieferantenbeistellbestand und reduziert den Bestand im Werk. Die Bestandsänderungen werden an SAP APO übertragen.
Weitere Informationen zum R/3-Lohnbearbeitungsprozess finden Sie in der Dokumentation der SAP R/3 Enterprise Anwendungskomponenten unter Logistik → Materialwirtschaft (MM) → Bestandsführung (MM-IV) → Sonderbestände und Sonderbeschaffungsformen →
4. Wareneingang für das Endprodukt in SAP R/3 buchen
Sie erhalten das Endprodukt von Ihrem Lohnbearbeiter. Sie buchen in SAP R/3 den Wareneingang. Gleichzeitig wird mit dem Wareneingang auch der Warenausgang für die Beistellkomponenten beim Lohnbearbeiter gebucht. Der Lieferantenbeistellbestand wird dementsprechend reduziert.
Die Daten werden automatisch an SAP APO übertragen. Dort wird der Bestand des Endprodukts erhöht, der Bestand der Beistellkomponenten reduziert sowie Einteilung und Abruf abgebaut.
Außerdem wird in SAP APO automatisch eine Planung in der Lohnbearbeiterlokation angestoßen, die die Planaufträge an die neue Bedarfssituation anpasst.

Dass die Planung in der Lohnbearbeiterlokation automatisch angestoßen wird, ist im Customizing der Produktions- und Feinplanung (PP/DS) unter Planungsverfahren pflegen standardmäßig eingestellt. Als Reaktion auf das Ereignis Bestandsbuchung zu APO Lohnbearbeitungs-Lieferplänen ist Produktheuristik sofort starten eingestellt.
5. Rechnungen/Gutschriften in SAP R/3 buchen
Rechnungen, die Sie erhalten, buchen Sie im OLTP-System. Wenn das OLTP-System ein SAP-R/3-System ist, dann können Sie auch die Automatische Wareneingangsabrechnung (ERS) per Gutschrift verwenden.
Weitere Informationen finden Sie im Abschnitt Anlieferung, Wareneingang und Rechnung/Gutschrift.
Logistik → Materialwirtschaft → Einkauf → Rahmenvertrag → Lieferplan anlegen oder ändern
Materialwirtschaft → Einkauf → Rahmenvertrag → Lieferplan → Einteilungen (Position → Komponenten → Übersicht)
Materialwirtschaft → Einkauf → Bestellung → Auswertungen → LB-Bestände zum Lieferant
Materialwirtschaft → Materialstamm → Material anlegen oder ändern
Logistik → Produktion → Stammdaten → Stücklisten → Materialstücklisten anlegen
Produktion → Stammdaten → Arbeitspläne
Logistik → Zentrale Funktionen → Supply Chain-Planungsschnittstelle → Core Interface Advanced Planner and Optimizer
Advanced Planning and Optimization → Stammdaten → Lokation → Produkt
Advanced Planning and Optimization → Stammdaten → Produktionsprozessmodell
Advanced Planning and Optimization → Stammdaten → Transportbeziehung
Advanced Planning and Optimization → Stammdaten → Stammdaten Beschaffung → Beschaffungsbeziehung
Weitere Informationen zur Lohnbearbeitung in SAP APO
finden Sie im Abschnitt
Lohnbearbeitung.