Prognosemodelle, -strategien und -profile In der Ersatzteilplanung (SPP) können Sie Prognoseprofile, Prognosemodelle und Prognosestrategien nutzen.
EinPrognosemodelllegt fest, wie das System bei der Ermittlung der Prognose vorgeht. So gibt es z. B. Prognosemodelle, in denen das System Vergangenheitsdaten glättet, oder in denen es Durchschnitts- oder Mittelwerte berechnet, oder in denen Trend- oder Saisonverhalten berücksichtigt.
EinePrognosestrategieergibt sich aus einem Prognosemodell und einer Berechnungsvorschrift. Die Berechnungsvorschrift legt fest, welche Parameter das System berechnet und welche Parameter sich daraus ergeben. So kann das System beispielsweise den Parameter
Bedarf
berechnen, daraus mit einer exponentiellen Glättung erster Ordnung den Parameter
durchschnittlicher Bedarf pro Auftragsposition
berechnen und anhand dieser beiden Prognosekennzahlen die Prognosekennzahl
Anzahl an Auftragspositionen
ermitteln.
EinPrognoseprofilenthält eine Prognosestrategie oder ein Prognosemodell sowie alle Parameter, die das System für die Ermittlung der Prognose benötigt. So z. B. die Anzahl an Vergangenheitsdaten, die das System für die Prognoseerstellung nutzen soll, die Art des Prognosefehlers, den das System bei der automatischen Modellauswahl verwenden soll und ein Profil für die Bestimmung der finalen Prognose.
Sie können für jedes Lokationsprodukt entscheiden, mit welchem Prognosemodell das System die Prognose erstellen soll. Diese Entscheidung können Sie entweder selbst treffen oder das System trifft diese Entscheidung bei der automatischen Modellauswahl .
In SPP stehen Ihnen folgende Prognosemodelle zur Verfügung:
Exponentielle Glättung erster Ordnung
Exponentielle Glättung zweiter Ordnung
Trend-Saison-Modell mit festen Periodengruppierungen
Dynamisch gleitender Mittelwert
Prognose für abnehmenden Bedarf

Das Prognosemodell
Prognose für abnehmenden Bedarf
können Sie nur verwenden, wenn Sie im Customizing einer der folgenden Periodizitäten gewählt haben:
Monat
Buchungsperiode mitgenau zwölfBuchungsperioden pro Jahr
Eine Prognosestrategie besteht aus einem Prognosemodell und der Prognoseberechnungsvorschrift. Die Prognoseberechnungsvorschrift legt fest, welche der folgenden Rollen die ParameterBedarfAnzahl der Auftragspositionenunddurchschnittlicher Bedarf pro Auftragspositionspielen.
Der
führende Parameter ist entweder der
Bedarf
oder die
Position
. Festgelegt ist dies durch die Nomenklatur der Prognosestrategie. So ist bei der Prognosestrategie
Exponentielle Glättung erster Ordnung – Position ist abhängiger Parameter
der führende Parameter der Bedarf.
Derkonstante Parameterist immer der durchschnittliche Bedarf pro Auftragsposition. Diesen ermittelt das System mit der exponentiellen Glättung erster Ordnung.
Der
abhängige Parameter ist entweder der Bedarf oder die Position abhängig davon, welcher Parameter der führende ist. Das System ermittelt die Prognose des abhängigen Parameters aus der Prognose des führenden Parameters und der Prognose des konstanten Parameters
.
In SPP stehen Ihnen folgende Prognosestrategien zur Verfügung:
A1 – Exponentielle Glättung erster Ordnung (Position ist abhängiger Parameter)
A2 – Exponentielle Glättung erster Ordnung (Bedarf ist abhängiger Parameter)
B1 – Exponentielle Glättung zweiter Ordnung (Position ist abhängiger Parameter)
C1 – Gleitender Durchschnitt (Position ist abhängiger Parameter)
D1 – Lineare Regression (Position ist abhängiger Parameter)
E1 – Trend-Saison-Modell (Position ist abhängiger Parameter)
F1 – Trend-Saison-Modell mit festen Periodengruppierungen (Position ist abhängiger Parameter)
G1 – Sporadisches Modell (Position ist abhängiger Parameter)
H1 – Dynamisch gleitender Mittelwert
I1 – Prognose für abnehmenden Bedarf (Position ist abhängiger Parameter)
J1 – kundeneigene Prognosestrategie (Position ist abhängiger Parameter)
Wenn Sie mit einer eigenen Prognosestrategie arbeiten möchten, können Sie das Business Add-In (BAdI)BAdI: Kundeneigene Prognosestrategie definieren
(/SAPAPO/BADI_FCST_STRATEGY) implementieren und hier Ihre eigene Prognosestrategie definieren, die eine Prognose für den Bedarf erstellt. Das System berechnet
daraus mit einer exponentiellen Glättung erster Ordnung den Parameter
durchschnittliche Bedarf pro Auftragsposition
und ermittelt anhand dieser beiden Prognosekennzahlen die Prognosekennzahl
Anzahl an Auftragspositionen
.
Weitere Informationen finden Sie im Einführungsleitfaden (IMG) des Advanced Planning and Optimization
unter Supply-Chain-Planung
→Ersatzteilplanung
→Business Add-Ins (BAdIs) für Ersatzteilplanung (SPP)
→BAdIs für die Prognose
→BAdI: Kundeneigene Prognosestrategie definieren
In einem Prognoseprofil definieren Sie eine Prognosestrategie oder ein Prognosemodell und die notwendigen Parameter, die das System für die Ermittlung der Prognose benötigt. Ein Prognoseprofil ordnen Sie jedem Lokationsprodukt zu, für das das System eine Prognose durchführen soll.
Wenn Sie einem Lokationsprodukt kein Prognoseprofil zugeordnet haben, vererbt das System diesem Lokationsprodukt ein Prognoseprofil. Weitere Informationen finden Sie unter Vererbung von Prognoseprofilen .
Sie können Prognoseprofile auch kopieren. So können Sie z. B. ein Prognoseprofil für ein Produkt definieren und dieses Prognoseprofil auf alle Lokationsprodukte dieses Produkts kopieren. Weitere Informationen finden Sie unter Kopieren von Prognoseprofilen .
Wenn Sie mit der Prognose nach Leitindikator arbeiten, ordnen Sie zusätzlich zu den Lokationsprodukten auch den Leitindikatoren und Koeffizienten Prognoseprofile zu. Die Prognoseprofile für Leitindikatoren und Koeffizienten enthalten keine Prognosestrategien, sondern Prognosemodelle, da das System die Prognose nach Leitindikator nur für den Parameter
Bedarf
erstellt. Weitere Informationen finden Sie unter
Prognose nach Leitindikator durchführen
.
Ein Prognoseprofil können Sie vom Bild
SAP Easy Access
aus definieren unter
Advanced Planning and Optimization
→Ersatzteilplanung (SPP)
→Planung
→Prognose
→Prognoseprofil