Automatische Modellauswahl In diesem Prozess können Sie automatisch ein geeignetes Prognosemodell auswählen. Wenn der Prognoselauf für ein Lokationsprodukt während der letzten Prognoseperiode ein schlechtes, d.h. ein stark von der Realität abweichendes Prognoseergebnis erzeugt hat, ist es sinnvoll, ein anderes Prognosemodell zu verwenden. Bei der automatischen Modellauswahl prüft das System, welches Modell am Besten dazu geeignet ist, für ein Produkt eine möglichst genaue Prognose zu erstellen.
Hinweis
Das System berücksichtigt das Prognosemodell „Prognose für abnehmenden Bedarf“ bei der automatischen Modellauswahl nur, wenn Sie im Customizing einer der folgenden Periodizitäten gewählt haben:
Monat
Buchungsperiode mit genau zwölf Buchungsperioden pro Jahr
Sie haben im Customizing des
Advanced Planning and Optimization
unter
folgende IMG-Aktivitäten ausgeführt:
Prognoseserviceprofile definieren
Glättungsfaktorensatz definieren
Profil für die automatische Modellauswahl definieren
Im Planungsservice-Manager (PSM) triggern folgende Planungsservices die automatische Modellauswahl:
Kombinierte Prognose durchführen
Wenn Sie diesen Planungsservice einplanen, prüft das System, ob das aktuelle Prognosemodell noch gültig ist ( Triggs Tracking Signal ). Nur wenn das Modell ein schlechtes Ergebnis aufweist, führt das System die automatische Modellauswahl durch.
Wenn Sie ein Prognosemodell erst in jüngster Vergangenheit gewechselt haben, kann das System aus Stabilitätsgründen den Wechsel des Modells verhindern. Dann nimmt das System lediglich eine grobe Abstimmung der Glättungsfaktoren des bestehenden Modells vor. Wie lange das Modell schon im Einsatz sein muss, damit es ausgewechselt werden darf, bestimmen Sie mit dem Parameter für Stabilitätsperioden, den Sie vom Bild
SAP Easy Access
aus unter
für jedes Modell auf der Registerkarte
Modellauswahl
in den folgenden Feldern definieren können:
Prognosemodell |
Feldbezeichnung |
|---|---|
Exponentielle Glättung erster Ordnung |
|
Exponentielle Glättung zweiter Ordnung |
|
Gleitender Durchschnitt |
|
Lineare Regression |
|
Trend-Saison-Modell |
|
Trend-Saison-Modell mit FPG |
|
Sporadisches Modell |
|
Dynamisch gleitender Mittelwert |
|
Prognose für abnehmenden Bedarf |
|
Weitere Informationen über die kombinierte Prognose finden Sie unter Planungsservices für die Prognose .
Automatische Modellauswahl durchführen
Wenn Sie diesen Service wählen, führt das System die automatische Modellauswahl durch, ohne vorher zu prüfen, ob die Auswahl eines neuen Modells notwendig oder sinnvoll ist.
Vom Bild
SAP Easy Access
aus können Sie unter
die automatische Modellauswahl für ein Lokationsprodukt manuell starten.
Wählen Sie dazu die Drucktaste
Ändern
und die Drucktaste
Modellauswahl
. Dann ermittelt das System zur Laufzeit ab der aktuellen Periode Werte für die Kennzahlen
Bedarf: Prognose Autom. Modellauswahl
und
Bedarf: RMSE Autom. Modellauswahl
.
So können Sie die Prognosewerte, die das System bei der automatischen Modellauswahl ermittelt hat, mit den bereits vorhandenen Prognosewerten vergleichen. Außerdem können Sie die Wurzel des mittleren quadratischen Fehlers (RMSE), die das System bei der automatischen Modellauswahl ermittelt hat, mit der bereits vorhandenen Standardabweichung vergleichen.
Das System führt statistische Tests in der von Ihnen im Profil für die automatische Modellauswahl festgelegten Reihenfolge durch. Wenn ein Test erfolgreich ist, ist die Testreihe abgeschlossen, d.h. das System bricht die Testreihe an dieser Stelle ab und führt keine weiteren Tests durch.
Folgende Tests stehen Ihnen zur Verfügung:
Das System wählt alle Prognosestrategien aus, die dem bestandenen Test zugeordnet sind. Die gewünschte Zuordnung haben Sie im Profil für die automatische Modellauswahl vorgenommen.
Weitere Informationen zu Prognosestrategien finden Sie unter Prognosemodelle, -strategien und -profile .
Für alle Prognosemodelle, die dem bestandenen Test zugeordnet sind, berechnet das System aus der Ex-post-Prognose und dem tatsächlichen vergangenen Bedarf einen Prognosefehler. Das System berechnet den Prognosefehler, den Sie im Prognoseprofil auf der Registerkarte
Modellauswahl
im Feld
Prognosefehler in der automatischen Modellauswahl
ausgewählt haben. Weitere Informationen über die Prognosefehler, die Ihnen für die automatische Modellauswahl zur Verfügung stehen, finden Sie unter
Prognosefehler
.
Hinweis
Wenn Sie mit der kundeneigenen Prognosestrategie arbeiten und diese im Profil für die automatische Modellauswahl einem oder mehreren Prognosetests zuordnen, müssen Sie für die kundeneigene Prognosestrategie auch eine Ex-post-Prognose zur Verfügung stellen; ansonsten kann das System keinen Prognosefehler berechnen.
Das System gewichtet den zu jedem Prognosemodell errechneten Prognosefehler über den Prognosemodell-Gewichtungsfaktor, den Sie im Profil für die automatische Modellauswahl für jedes Modell definiert haben. Ein hoher Wert führt hierbei zu einer höheren Gewichtung des Fehlers, d.h. je höher Sie den Fehler gewichten, desto unwahrscheinlicher ist es, dass das System das zugehörige Prognosemodell als optimal ermittelt.
Das System wählt das Prognosemodell mit dem kleinsten Prognosefehler als gültiges Modell aus und schreibt dieses Modell sowie gegebenenfalls die Alpha- und Beta-Glättungsfaktoren im Prognoseprofil fort.
Hinweis
Bei folgenden Prognosemodellen ist der Prognosefehler immer Null:
Trend-Saison-Modell mit festen Periodengruppierungen
Dynamisch gleitender Mittelwert
Prognose für abnehmenden Bedarf
Wenn also ein Test erfolgreich ist, dem Sie eines dieser Prognosemodelle zugeordnet haben, wählt das System immer dieses Prognosemodell aus. Wenn Sie eines oder mehrere dieser Prognosemodelle einem oder mehreren Prognosetest zuordnen, ist es aus Performance-Gründen sinnvoll, diesen Prognosemodellen immer die Reihenfolgenummer eins zuzuordnen.