
Wenn Sie mit einer Dual-Stack-Installation von SAP NetWeaver PI arbeiten, verwenden Sie einen Integration Server als Host für Ihre Laufzeit-Engines (Integration Engine und zentrale Advanced Adapter Engine).
Der Integration Server schließt auch die Business Process Engine für Szenarien wie das komponentenübergreifende Business Process Management ein.
Abhängig von dem zur Laufzeit verwendeten Adapter kann die zentrale Advanced Adapter Engine oder auch nur die Integration Engine in die Kommunikation eingebunden sein.
Weitere Informationen: Connectivity-Optionen mit SAP NetWeaver PI (unter Message-Verarbeitung mit der Integration Engine)
Gehen Sie folgendermaßen vor, wenn Sie Szenarien verwenden, bei denen die Message-Verarbeitung sowohl auf der Integration Engine (basierend auf AS ABAP) wie auf der Advanced Adapter Engine (basierend auf AS Java) stattfindet.
1. Integrations-Content erstellen
Sie definieren die Softwarekomponenten für Ihr Entwicklungsprojekt im System Landscape Directory (SLD). Ihren Integrations-Content erstellen Sie im ES Repository.
In diesem Abschnitt wird das prinzipielle Verfahren mittels des Top-Down-Design-Ansatzes beschrieben; das heißt, Sie beginnen mit einem Prozessmodell und legen dann anhand dieses Modells den weiteren Integrations-Content fest.
Weitere Informationen zu den Grundkonzepten: Design-Zeit
Sie haben zwei Möglichkeiten: Sie können die Integration von Grund auf selbst entwickeln oder die von SAP entwickelten und ausgelieferten Integrationsdetails nutzen. Im letzteren Fall modifizieren Sie den Content entsprechend Ihren Erfordernissen.
Bei in der Praxis ausgeführten Projekten kommen normalerweise beide Methoden zur Anwendung. Ein typisches Szenario wäre beispielsweise, dass Sie vordefinierten Content verwenden (und diesen erweitern), um einen Teil des Integrationsszenarios strukturell zu erstellen, während ein anderer Teil von Grund auf neu zu entwickeln ist. Bestimmte Gesichtspunkte, die bei der Verwendung des von SAP vordefinierten und ausgelieferten Contents zu berücksichtigen sind, finden Sie unter Vordefinierten Integrations-Content verwenden.
Definieren Sie die für Ihre Entwicklung benötigten Softwarekomponenten.
Sie benötigen diese Entitäten, um den in den weiteren Schritten definierten ESR-Content (z. B. Interfaces und Mappings) zu strukturieren.
Weitere Informationen: Organisation und Verwaltung des ESR-Content
Melden Sie sich am ES Repository an, und wählen Sie das Verwendungsprofil Process Integration (SAP BASIS 7.30) aus.
Weitere Informationen: Verwendungsprofil
Definieren Sie ein Prozessmodell.
Im ES Repository gibt es unterschiedliche Modellierungsmethoden. Entscheiden Sie sich für eine der folgenden Methoden, und gehen Sie gemäß dem in dem entsprechenden nachfolgenden Abschnitt beschriebenen Verfahren vor:
Prozesskomponenten-Architekturmodelle definieren
Eine Übersicht zu den Modellierungsmethoden finden Sie unter: Prozessmodelle.
Definieren Sie die notwendigen Interface-Objekte.
Zum Definieren der Interface-Objekte gehören die folgenden Teilaufgaben:
Datentypen definieren
Message-Typen definieren
Service-Interfaces und ihre Operationen definieren
Es gibt weitere Interface-Objekttypen für spezielle Anwendungsfälle, wie z. B. Kontextobjekte. Weitere Informationen zu den Konzepten, die diesen Objekten zugrunde liegen, finden Sie unter Interface-Objekte im ES-Repository.
Weitere Informationen zum Entwicklungsverfahren: Interface-Objekte definieren
Definieren Sie die erforderlichen Mapping-Objekte.
Weitere Informationen: Mappings definieren
Aktivieren Sie Ihre ESR-Objekte.
2. Integrations-Content konfigurieren
Zur Konfigurierungszeit legen Sie fest, wie Messages zwischen den einzelnen Systemen oder Anwendungen der vorhandenen Systemlandschaft ausgetauscht werden - gemäß dem Prozessmodell und weiterem, zur Design-Zeit festgelegtem Integrations-Content.
Weitere Informationen zu den Grundkonzepten: Konfigurationszeit
Die wichtigsten Werkzeuge für diese Phase sind das System Landscape Directory und das Integration Directory.
Wir empfehlen, als Konfigurationsvorlage ein Prozessmodell aus dem ES Repository zu verwenden. So können Sie die Eingangsverarbeitung, das Routing, das Mapping und die Ausgangsverarbeitung halbautomatisch konfigurieren.
Weitere Informationen: Prozessmodelle konfigurieren
Kommunikationsprofil definieren
Zu dieser Aufgabe gehört die Definition der Kommunikationskomponenten, Kommunikationskanäle und (optional) Kommunikationspartner.
Weitere Informationen: Kommunikationsprofil definieren
Message-Eingangsverarbeitung konfigurieren
Um die Eingangsverarbeitung festzulegen, definieren Sie, welcher (Sender)-Kommunikationskanal (oder Sender-Adapter) zu verwenden ist, um die eingehende Message in das Format umzuwandeln, das von der PI-Laufzeit verarbeitet werden kann. Zu diesem Zweck definieren Sie eine Sendervereinbarung. In einer Sendervereinbarung können Sie auch Sicherheitseinstellungen vornehmen. Welche Sicherheitseinstellungen unterstützt werden, hängt von dem gewählten Adaptertyp ab.
Zum Anlegen einer Sendervereinbarung müssen Sie zunächst die folgenden Objektschlüsselattribute festlegen: die Senderkomponente (um zu bestimmen, woher die Message stammt) und das Ausgangs-Interface (um zu bestimmen, auf welche Message sich die Sendervereinbarung bezieht).
Weitere Informationen: Sendervereinbarung definieren
Sendervereinbarungen sind nicht in jedem Fall obligatorisch. Die Definition von Sendervereinbarungen ist nur bei Verwendung spezieller Sender-Adapter notwendig, die explizit am Eingang des Integration Server konfiguriert werden (beispielsweise File-/FTP-Sender-Adapter). Sie müssen auch eine Sendervereinbarung definieren, wenn Sie bestimmte Sicherheitseinstellungen für die Verarbeitung der eingehenden Message vornehmen möchten.
Um einem Geschäftspartner (Sender) den Aufruf des Integration Server zu erleichtern, können Sie die Sendervereinbarung in die Services Registry publizieren. Der Geschäftspartner kann dann die Sendervereinbarung in Form einer WSDL-Datei in der Services Registry finden – frei zugänglich vor der Firewall. Die WSDL-Beschreibung enthält alle relevanten Konfigurationsdaten aus der Sendervereinbarung und dem zugeordneten Kommunikationskanal, die benötigt werden, um den Integration Server aufzurufen.
Weitere Informationen: Sendervereinbarung in Services Registry publizieren
Routing und Mapping konfigurieren
Die Konfiguration des Routing setzt sich zusammen aus der Definition von Empfängerermittlungen und Interface-Ermittlungen. In Empfängerermittlungen legen Sie die Empfängerkomponenten der Messages fest. In Interface-Ermittlungen legen Sie die Empfänger-Interfaces und Mappings fest.
Definieren Sie die notwendigen Empfängerermittlungen.
Für jede Message, die aus einem bestimmten Sendersystem eingeht (der Schlüssel der Empfängerermittlung) definieren Sie eine Empfängerermittlung.
Weitere Informationen: Empfängerermittlungen definieren
Wenn Sie eine Empfängerermittlung konfigurieren, haben Sie auch die Möglichkeit, das Verhalten zur Laufzeit für den Fall festzulegen, dass kein Empfänger gefunden wird. Wenn Sie die Option wählen, dass die Message-Verarbeitung mit einem Fehler abgebrochen wird, können Sie die Konfiguration korrigieren und die Message-Verarbeitung neu starten. Weitere Informationen: Versionen von XML-Messages anzeigen
Definieren Sie die notwendigen Interface-Ermittlungen.
Sie definieren eine Interface-Ermittlung für einen Sender, eine eingehende Message und ein bestimmtes Empfängersystem.
Weitere Informationen: Interface-Ermittlung definieren
Message-Ausgangsverarbeitung konfigurieren
Um die Ausgangsverarbeitung zu definieren, legen Sie fest, welcher (Empfänger)-Kommunikationskanal (oder Empfänger-Adapter) für eine ausgehende Message (gerichtet an ein spezifisches Inbound-Interface eines bestimmten Empfängersystems) zu verwenden ist. Zu diesem Zweck definieren Sie eine Empfängervereinbarung. In einer Empfängervereinbarung können Sie auch Sicherheitseinstellungen vornehmen (abhängig von dem gewählten Adaptertyp). Wenn Sie eine Empfängervereinbarung anlegen, müssen Sie eine Empfängerkomponente, ein Empfänger-(Inbound)-Interface und eine Senderkomponente festlegen.
Weitere Informationen: Empfängervereinbarung definieren
Konfigurationsobjekte aktivieren
Aktivieren Sie die Konfigurationsobjekte, damit Ihre Konfigurationseinstellungen laufzeitrelevant werden.
Weitere Informationen: Änderungslisten