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SAP NetWeaver PI: Dual-Stack-InstallationLocate this document in the navigation structure

Verwendung

Dieser Abschnitt enthält einen Überblick über die verschiedenen Optionen der Message-Verarbeitung zur Laufzeit mit einer Dual-Stack-Installation von SAP NetWeaver PI.

Komponenten

Die folgende Abbildung zeigt die Hauptkomponenten einer Dual-Stack-Installation von SAP NetWeaver PI.

Abbildung 1: Komponenten einer Dual-Stack-Installation von SAP NetWeaver PI

Die Hauptkomponenten für Design- und Konfigurationszeit sind das Enterprise Services Repository (ES Repository) und das Integration Directory. Mit diesen Werkzeugen kann ein Integrationsexperte Integration-Content entwerfen (zum Beispiel Interfaces und Process-Integration-Szenarien) und die Konfigurationseinstellungen für den Austausch von Messages für eine bestimmte Systemlandschaft angeben. Die Design- und Konfigurationswerkzeuge sind mit dem System Landscape Directory verbunden, das zum Beispiel die Beschreibung von Software-Komponenten und Systemen enthält. Das ES Repository und das Integration Directory basieren technisch auf AS Java.

Das Integration Directory ist mit dem ES Repository verbunden, damit auch zur Konfigurationszeit auf bestimmte Design-Zeit-Objekte (zum Beispiel Mappings) zugegriffen werden kann.

Weitere Informationen:

Design-Zeit

Konfigurationszeit

Anhand der Konfigurationseinstellungen aus dem Integration Directory werden Messages zur Laufzeit zwischen den verbundenen Business-Systemen ausgetauscht. In einer Dual-Stack-Installation von SAP NetWeaver PI gibt es die folgenden Laufzeit-Engines:

Zur Verarbeitung von Messages verwenden die beteiligten Laufzeit-Engines Informationen aus dem Integration Directory. Diese Informationen werden den Laufzeit-Engines mittels Laufzeit-Caches zur Verfügung gestellt.

Unterschiedliche Arten von Message-Verarbeitung können konfiguriert werden. Mehr darüber finden Sie im folgenden Abschnitt.

Integration-Engine-basierte Verarbeitung von Messages

„Integration-Engine-basiert“

Wenn Sie SAP NetWeaver PI (als Dual-Stack-Installation) installieren, richten Sie einen „Integration Server“ ein.

Der Integration Server enthält die Integration Engine, die auf AS ABAP basiert und die die Vermittlungsdienste (Mapping und Routing) zur Verarbeitung von Messages zur Laufzeit bereitstellt.

Hinweis

Alle SAP-Systeme, die auf Application Server ABAP Release 6.20 oder höher basieren, enthalten eine lokale Integration Engine, auch wenn sie als Anwendungssystem verwendet werden. Die lokale Integration Engine ermöglicht dem System (sofern es als Anwendungssystem verwendet wird), sich über eine Laufzeit-Engine von SAP NetWeaver PI mit einem anderen System zu verbinden. Diese Art von Connectivity wird auch als Proxy-Laufzeit-basierte Connectivity bezeichnet. Alle anderen Systeme - sowohl SAP- als auch Fremdsysteme - verbinden sich mit der Laufzeit-Engine von SAP NetWeaver PI über Adapter.

Weitere Informationen: Connectivity

Außerdem enthält der Integration Server eine Java-basierte Advanced Adapter Engine (AAE). Ob die AAE auch an der Kommunikation beteiligt ist, hängt davon ab, welche Adapter für die Eingangs- und Ausgangsverarbeitung verwendet werden.

Hinweis

Adapter werden entweder auf der Integration Engine oder der AAE ausgeführt. Folgende Adapter werden auf der Integration Engine ausgeführt: IDoc, XI, HTTP, WS (Connectivity mit Systemen, die auf Web Services Reliable Messaging basieren). Alle anderen Adapter werden auf der AAE ausgeführt. Wenn beispielsweise für die Eingangsverarbeitung ein HTTP-Adapter verwendet wird, ist die AAE nicht als Laufzeitkomponente beteiligt, da dieser Adapter auf der Integration Engine ausgeführt wird.

Wenn beispielsweise für die Eingangsverarbeitung ein JDBC-(Sender-)Adapter verwendet wird, ist die AAE auch an der Kommunikation beteiligt, da sie die erforderliche Connectivity bereitstellt. Die folgende Abbildung veranschaulicht diese Situation für den Fall, dass die AAE vorgelagert mit der Integration Engine verbunden ist (und die erforderliche Connectivity auf Senderseite bereitstellt):

Abbildung 2: Integration-Engine-basierte Kommunikation mit der AAE auf Senderseite

Auf der Abbildung ist die zur Laufzeit stattfindende Kommunikation mit roten Pfeilen gekennzeichnet. Die Werkzeuge für Design und Konfiguration (ES Repository, Integration Directory und System Landscape Directory) wurden der Abbildung hinzugefügt, um herauszustellen, dass sie für das Einrichten der dargestellten Kommunikation benötigt werden.

Lokale Message-Verarbeitung mit der AAE

Sie können Messages auch „lokal“ auf der AAE verarbeiten, ohne Beteiligung der Integration Engine. Diese Option gewährleistet eine beträchtlich höhere Performance. Im Vergleich zu Szenarien mit voller Beteiligung des Integration Server bestehen jedoch einige Einschränkungen bei den Vermittlungsmöglichkeiten. Zum Beispiel kann der „WS-Adapter“ nicht verwendet werden. Die folgende Abbildung veranschaulicht die lokale Message-Verarbeitung auf der AAE:

Abbildung 3: Lokale Message-Verarbeitung auf der AAE unter Umgehung der Integration Engine

Auf der Abbildung ist die zur Laufzeit stattfindende Kommunikation mit roten Pfeilen gekennzeichnet. Gezeigt wird auch, dass, obwohl die Integration Engine zur Laufzeit „umgangen“ wird, die Werkzeuge der Design- und Konfigurationszeit trotzdem benötigt werden, um die Kommunikation einzurichten.

Message-Verarbeitung mit der dezentralen AAE

Sie können die AAE nicht nur als Teil des Integration Server verwenden (zentrale Adapter Engine), sondern auch als eigenständige Komponente neben dem Integration Server (als dezentrale AAE). Das heißt, die AAE kann auf einem System mit einer anderen SAP-System-ID (SID) als der Integration Server installiert und als unabhängiger Integrations-Hub verwendet werden. Beachten Sie jedoch, dass Sie zum Einrichten der Szenarien ein ES Repository und ein Integration Directory als Design- und Konfigurationswerkzeuge benötigen.

Die folgende Abbildung zeigt den grundlegenden Kommunikationsfluss zur Laufzeit:

Abbildung 4: Message-Verarbeitung mit der dezentralen AAE