Periodenabschluss zum Produktkostensammler 
Produktkostensammler werden im Periodenabschluss nur dann berücksichtigt, wenn der Status des Auftrages nicht wie folgt lautet:
SPER (gesperrt)
ABGS (abgeschlossen)
LÖVM (Löschvormerkung)
LÖKZ (Löschkennzeichen, archivierbar)
Hinweis
Sie können die Löschvormerkung jederzeit zurücknehmen, zum Beispiel wenn wider Erwarten noch Nachlaufkosten auftreten. Das Löschkennzeichen können Sie nicht zurücknehmen.
siehe auch: Reorganisation von Produktkostensammlern
Achtung
Wenn Sie in der Materialwirtschaft Mengen und Werte getrennt fortschreiben, dann müssen Sie vor dem Ausführen der Periodenabschlusstransaktionen sicherstellen, dass alle Mengenbewegungen bewertet wurden.
Siehe auch: Trennung der Wertbildung von der Warenbewegung: Auswirkungen auf die Kostenträgerrechnung
Sie können im Periodenabschluss des Periodischen Produkt-Controllings den Schedule Manager einsetzen. Dadurch wird die Durchführung des Periodenabschlusses vereinfacht. Sie können im Periodischen Produkt-Controlling mit dem mehrstufigen Arbeitsvorrat des Schedule Managers arbeiten. Durch den mehrstufigen Arbeitsvorrat kann die Performance erheblich verbessert und die Fehlerbearbeitung erleichtert werden.
Mit dem mehrstufigen Arbeitsvorrat können Sie beispielsweise:
die fehlerhaften Objekte einer Verarbeitungsschrittfolge anzeigen
Hinweis
Jede Funktion des Periodenabschlusses gilt als Verarbeitungsschritt. Mehrere Verarbeitungsschritte, die hintereinander ausgeführt werden, gelten als Verarbeitungsschrittfolge.
gegebenenfalls die Fehlerursache beseitigen oder manuell über einen Verarbeitungsstatus festlegen, dass die Verarbeitung in einem bestimmten Verarbeitungsschritt übersprungen werden soll
nach der Beseitigung von Fehlerursachen oder dem Setzen von Verarbeitungsstatus, die die weitere Behandlung der Objekte steuern, einen erneuten Durchlauf der Verarbeitungsschrittfolge anstoßen
Es werden dann nur die fehlerhaften Objekte und die Objekte, deren Verarbeitung manuell erzwungen wurde, verarbeitet.
Informationen zum Einsatz des Schedule Managers in Verbindung mit dem mehrstufigen Arbeitsvorrat finden Sie unter: Transaktion/Report online starten, Job/Jobkette einplanen, Arbeitsvorrat
Hinweis
Beachten Sie beim Periodenabschluss zum Produktkostensammler:
Wenn Sie in der Einzelverarbeitung der Periodenabschlusstransaktion keinen Fertigungsprozess eingeben, sondern nur Daten für die Selektionsfelder Material und Werk eingeben, so wird diese Periodenabschlusstransaktion für alle Fertigungsprozesse zu diesem Werksmaterial ausgeführt.
Folgende Einzelfunktionen stehen Ihnen im Periodischen Produkt-Controlling im Periodenabschluss zu Produktionsaufträgen und Produktkostensammlern zur Verfügung:
Nachbewertung von Leistungsarten und Geschäftsprozessen zu Isttarifen
Wenn die Anwendungskomponente Istkalkulation/Material-Leger aktiv ist und Sie dort eine Istkalkulation durchführen, dann können Sie die Differenz zwischen Plantarif und Isttarif auch direkt dem Material belasten. In diesem Falle führen Sie die Funktion Nachbewertung zu Isttarifen nicht aus.
Informationen hierzu finden Sie im Customizing unter .
Vorabrechnung Kuppelprodukte, Nacharbeit
Die Funktion Vorabrechnung Kuppelprodukte, Nacharbeit kann zu Fertigungsaufträgen und Prozessaufträgen ausgeführt werden. Sie kann nicht zu Produktkostensammlern ausgeführt werden. Sie finden Sie daher im Menü des Periodischen Produkt-Controlling im Periodenabschluss zur Kostenträgerhierarchie, aber nicht zum Produktkostensammler. Sie finden diese Funktion außerdem im Periodenabschluss des Auftragsbezogenen Produkt-Controlling.
Sie ermitteln im Periodischen Produkt-Controlling die Abweichungen je Objekt und Periode. Dabei stellt das System die Kontrollkosten den Sollkosten der Periode gegenüber. Zur Berechnung der Gesamtabweichung entsprechen die Kontrollkosten im Periodischen Produkt-Controlling den um Ware in Arbeit und Ausschussabweichung bereinigten Istkosten. Stellen Sie daher sicher, dass Sie die Ware in Arbeit vor den Abweichungen ermitteln.
Sie können:
die Gesamtabweichung der Periode ermitteln, um die Differenz aus Belastung und Entlastung eines Produktkostensammlers zu erklären
die Produktionsabweichung der Periode ermitteln, um die während des Herstellungsprozesses entstandenen Abweichungen zu erklären
die Produktionsabweichungen zum Planpreis der Periode ermitteln, um die bereinigten Istkosten der Periode den auf Basis der alternativen Materialkalkulation (zum Beispiel Sollkalkulation) ermittelten Planwerten der Periode gegenüberzustellen
die ungeplanten Ausschussmengen bewerten
Achtung
Wenn Sie mit Kostenträgerhierarchien arbeiten und die Istkosten verteilt haben, dann starten Sie die Abweichungsermittlung zu den zugeordneten Einzelobjekten über die Abweichungsermittlung der Kostenträgerhierarchie.
Bei der Abweichungsermittlung zu Produktkostensammlern bzw. Produktionsaufträgen werden die einer Kostenträgerhierarchie zugeordneten Produktkostensammler oder Produktionsaufträge nicht berücksichtigt.
Siehe auch: Periodenabschluss zur Kostenträgerhierarchie mit Verteilung
Bei der Abrechnung kann:
Das System prüft, ob die abzurechnenden Aufträge einen Abgrenzungsschlüssel haben. Wurde Ware in Arbeit für die noch nicht gelieferten Materialien über den Abgrenzungsschlüssel ermittelt, dann werden entsprechende Buchungen in der Finanzbuchhaltung und in der Profitcenter-Rechnung erzeugt. Durch die Abrechnung der Ware in Arbeit erfolgt in der Finanzbuchhaltung die Aktivierung unfertiger Erzeugnisse.
Die Differenz aus Belastung und Entlastung des Auftrages (d.h. der Auftragssaldo) wird abzüglich der Ware in Arbeit an die Finanzbuchhaltung und gegebenenfalls an die Profitcenter-Rechnung und an die Istkalkulation/Material-Ledger weitergeleitet
Die mit der Sollversion 0 ermittelte Gesamtabweichung wird an die Ergebnis- und Marktsegmentrechnung weitergeleitet
Hinweis
Die Abrechnung an die Ergebnis- und Marktsegmentrechnung erfolgt in der Regel gegliedert nach Abweichungskategorien. Sie können jedoch auch den Auftragssaldo abzüglich der Ware in Arbeit an die Ergebnis- und Marktsegmentrechnung abrechnen.
Mit der Abrechnung der Aufträge werden auch die von den Kostenträgerknoten auf die Einzelobjekte verteilten Istkosten abgerechnet.
Die Konten für die Abrechnung der Ware in Arbeit findet das System über die im Customizing hinterlegten Buchungsregeln. Die Abrechnung des Auftragssaldos an die Finanzbuchhaltung erfolgt auf Basis einer Abrechnungsvorschrift, die das System automatisch erzeugt, wenn Sie einen Auftrag (Produktkostensammler oder Produktionsauftrag) anlegen. Die Konten für die Abrechnung des Auftragssaldos in der Finanzbuchhaltung werden über die automatische Kontenfindung in der Materialwirtschaft selektiert.
Hinweis
Verwenden Sie für die Abrechnung von Produktkostensammlern nicht die in der automatischen Kontenfindung hinterlegten Vorgänge PRP (Preisdifferenzen Produktkostensammler) und PRQ (Gegenbuchung Preisdifferenzen Produktkostensammler). Diese Vorgänge sind für den Produktionskostensammler in Release 4.0 angelegt worden. Die Produktkostensammler späterer Releases rechnen Sie über dieselbe Kontenfindung ab wie die Produktionsaufträge.
Wenn Sie die Abrechnung durchführen, erzeugt das System automatisch eine Aufteilungsregel, die es der Abrechnungsvorschrift hinzufügt. Die Aufteilungsregel legt fest, wieviel Prozent des abzurechnenden Wertes an welchen Empfänger abgerechnet werden können.
Bei der ersten Abrechnung erzeugt das System eine zweite Abrechnungsvorschrift für die Abrechnung an die Ergebnis- und Marktsegmentrechnung, in der das Ergebnisobjekt hinterlegt ist.
Die ermittelten und im Periodenabschluss abgerechneten Daten sind nun in der Finanzbuchhaltung und ggf. in der Profitcenter-Rechnung, der Ergebnis- und Marktsegmentrechnung sowie der Istkalkulation/Material-Ledger vorhanden.
Sie können die im Periodenabschluss ermittelten Daten im Informationssystem Produktkosten-Controlling anzeigen.
Hinweis
Um die Performance bei den Periodenabschlusstransaktionen zu verbessern, können Sie für abgeschlossene Produktkostensammler die Löschvormerkung setzen. Aufträge mit einer Löschvormerkung werden nicht im Periodenabschluss berücksichtigt.
siehe auch: Reorganisation von Produktkostensammlern
Periodenabschluss zur Kostenträgerhierarchie ohne Verteilung
Periodenabschluss zur Kostenträgerhierarchie mit Verteilung
Informationen zur Materialkontenfindung finden Sie im Einführungsleitfaden der Materialwirtschaft unter .