Periodenabschluß zur Kostenträgerhierarchie mit Verteilung 
Lesen Sie die Abschnitte:
Grundlagen zur Kostenträgerhierarchie
Beispiele für Kostenträgerhierarchien
Abrechnungsvorschriften für Kostenträgerhierarchien
Sie definieren im Customizing des Produktkosten-Controlling in der Kostenträgerrechnung unter Periodisches Produkt-Controlling → Kostenträgerhierarchien → Kostenträgerarten für Kostenträgerhierarchien definieren
ob die Verteilung aktiv ist
ob die Gemeinkostenbezuschlagung erlaubt ist
ob die Abweichungsermittlung auf der Ebene der Kostenträgerhierarchie erfolgt
ob die Abweichungsermittlung und die Abrechnung für alle Aufträge (Produktkostensammler oder Produktionsaufträge) zu einem Material über die Kostenträgerhierarchie erfolgt oder ob einzelne Aufträge separat bearbeitet werden können
Achtung
Wenn Sie in der Materialwirtschaft (MM) Mengen und Werte getrennt fortschreiben, dann müssen Sie vor dem Ausführen der Periodenabschlußtransaktionen sicherstellen, daß alle Mengenbewegungen bewertet wurden.
siehe auch: Trennung der Wertbildung von der Warenbewegung: Auswirkungen in der Kostenträgerrechnung
Sie können im Periodenabschluß des Periodischen Produkt-Controllings den Schedule Manager einsetzen. Dadurch wird die Durchführung des Periodenabschlusses vereinfacht. Sie können im Periodischen Produkt-Controlling mit dem mehrstufigen Arbeitsvorrat des Schedule Managers arbeiten. Durch den mehrstufigen Arbeitsvorrat kann die Performance erheblich verbessert und die Fehlerbearbeitung erleichtert werden.
Mit dem mehrstufigen Arbeitsvorrat können Sie beispielsweise
die fehlerhaften Objekte einer Verarbeitungsschrittfolge anzeigen
Hinweis
Jede Funktion des Periodenabschlusses gilt als Verarbeitungsschritt. Mehrere Verarbeitungsschritte, die hintereinander ausgeführt werden, gelten als Verarbeitungsschrittfolge.
gegebenenfalls die Fehlerursache beseitigen oder manuell über einen Verarbeitungsstatus festlegen, daß die Verarbeitung in einem bestimmten Verarbeitungsschritt übersprungen werden soll
nach der Beseitigung von Fehlerursachen oder dem Setzen von Verarbeitungsstatus, die die weitere Behandlung der Objekte steuern, einen erneuten Durchlauf der Verarbeitungsschrittfolge anstoßen
Es werden dann nur die fehlerhaften Objekte und die Objekte, deren Verarbeitung manuell erzwungen wurde, verarbeitet.
Informationen zum Einsatz des Schedule Managers in Verbindung mit dem mehrstufigen Arbeitsvorrat finden Sie unter anderem im Abschnitt: Transaktion/Report online starten, Job/Jobkette einplanen, Arbei tsvorrat.
Folgende Einzelfunktionen stehen Ihnen im Periodenabschluß zur Kostenträgerhierarchie zur Verfügung:
Wenn Sie im Customizing unter Kostenträgerarten für Kostenträgerhierarchien definieren die Verteilung aktiv geschaltet haben, dann führen Sie die Verteilung der Istkosten durch (Verteilung von Kostenträgerhierarchiekosten).
Bei der Verteilung der Istkosten ermittelt das System die Sollkosten je Kostenart oder je Kostenart und Herkunft und Periode auf Basis der in Abhängigkeit von der Sollversion zugrundeliegenden Kalkulation und der in der jeweiligen Periode an das Lager gelieferten Menge und ermittelt so Äquivalenzen zwischen den zugeordneten Aufträgen. Äquivalenzen zur Istkostenverteilung können auf Basis der Sollversion 0, 1 oder 3 berechnet werden.
Das System verteilt anschließend die Istkosten auf Basis dieser Äquivalenzen auf die zugeordneten Einzelobjekte. Istkosten, die einer Kostenart auf dem zugeordneten Einzelobjekt nicht zugeordnet werden können, werden einer Kostenartengruppe zugeordnet, die über die Sollversion selektiert wird.
Die verteilten Istkosten werden auf den der Kostenträgerhierarchie zugeordneten Aufträgen (z.B. Produktkostensammler) fortgeschrieben. Sie werden im Periodenabschluß der zugeordneten Aufträge berücksichtigt.
Wenn Sie die Verteilung durchgeführt haben, dann führen Sie die auf die Verteilung folgenden Funktionen des Periodenabschlusses wie WIP-Ermittlung, Abweichungsermittlung und Abrechnung bezogen auf die der Kostenträgerhierarchie zugeordneten Aufträge durch. Dennoch können Sie die Arbeitsschritte über den Periodenabschluß zur Kostenträgerhierarchie anstoßen.
Zuschlagsberechnung
Wenn Sie die auf die Kostenträgerknoten gebuchten Istkosten verteilt haben, dann führen Sie die Zuschlagsberechnung in der Regel auf der Ebene der der Kostenträgerhierarchie zugeordneten Einzelobjekte (z.B. Produktkostensammler) aus. In diesem Falle sollten Sie im Customizing des Periodischen Produkt-Controlling → unter Kostenträgerhierarchien → Kostenträgerarten für Kostenträgerhierarchien definieren das Kennzeichen GMK-Zuschläge nicht setzen. Dadurch stellen Sie sicher, daß kein Kalkulationsschema und kein Zuschlagsschlüssel für die Kostenträgerknoten der Kostenträgerhierarchie eingegeben werden kann. Sie berechnen die Gemeinkostenzuschläge nach der Verteilung zu den den untersten Kostenträgerknoten zugeordneten Aufträgen.
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Die WIP-Ermittlung findet auf der Ebene der der Kostenträgerhierarchie zugeordneten Aufträge (Produktkostensammler oder Produktionsaufträge) statt. Bei Kuppelproduktion ist keine WIP-Ermittlung zu Sollkosten möglich (s.o.). Sie können die WIP-Ermittlung über die Kostenträgerhierarchie anstoßen. Dabei wird die Ware in Arbeit zu allen Aufträgen ermittelt, die einem Kostenträger zugeordnet sind. In der Sammelverarbeitung können sie die Ware in Arbeit zu allen Aufträgen eines Werkes ermitteln, unabhängig davon, ob sie einer Kostenträgerhierarchie zugeordnet sind.
Zu den Kostenträgerknoten selbst kann keine Ware in Arbeit ermittelt werden.
Die WIP-Ermittlung zu Sollkosten berücksichtigt die zu den Arbeitsvorgängen oder zu den Zählpunkten rückgemeldeten Mengen. Die auf die zugeordneten Aufträge verteilten Istkosten werden bei der WIP-Ermittlung nicht berücksichtigt.
Wenn die Verteilung aktiv ist, führen Sie die Abweichungsermittlung zu den der Kostenträgerhierarchie zugeordneten Aufträgen durch. Sie müssen die Abweichungsermittlung dennoch über die Abweichungsermittlung zur Kostenträgerhierarchie anstoßen.
Wenn Sie die Istkosten verteilt haben, dann wird der abzurechnende Betrag über folgende Formel ermittelt:
Abzurechnender Betragbelastete Istkosten der PeriodeEntlastungsbuchung beim WareneingangWare in Arbeit
Der abzurechnende Betrag entspricht somit den um Ware in Arbeit bereinigten Istkosten. Ist die Verteilung aktiv, so findet die Abrechnung auf der Ebene der zugeordneten Aufträge statt.
Haben Sie im Customizing Kostenträgerarten für Kostenträgerhierarchien definieren die Verteilung aktiv gesetzt, dann müssen Sie für die Kostenträgerknoten der Kostenträgerhierarchie kein Abrechnungsprofil hinterlegen, da die Abrechnung über die der Kostenträgerhierarchie zugeordneten Aufträge erfolgt. Sie können die Abrechnung zu den der Kostenträgerhierarchie zugeordneten Aufträgen über die Kostenträgerhierarchie durchführen.
Die im Periodenabschluß ermittelten Daten können Sie im Informationssystem Produktkosten-Controlling anzeigen.
Zur Kostenträgerhierarchie können Sie im Informationssystem Produktkosten-Controlling zwischen der Anzeige der auf dem Kostenträgerknoten erfaßten Daten (Erfassungsobjekt) und der auf einen Kostenträgerknoten verdichteten Daten (Verdichtungsobjekt) wählen. Zur Anzeige der verdichteten Daten führen Sie vorab einen Datenbeschaffungslauf durch.
Lesen Sie hierzu den Abschnitt Informationssystem Periodisches Produkt-Controlling und die in der Struktur folgenden Abschnitte.
Siehe auch: