Abweichungsermittlung 
Sie können die Abweichungsermittlung durchführen für:
Produktionsaufträge
Die Abweichungsermittlung bietet Ihnen die Möglichkeit, ein detailliertes Controlling zum Produkt oder zum Produktionsauftrag durchzuführen.
Die Abweichungsermittlung:
zeigt die Höhe der Abweichung zwischen Sollkosten und Kontrollkosten (z.B. bereinigten Istkosten)
ermittelt die Differenz aus Belastung eines Objektes mit Istkosten und Entlastung durch Wareneingangsbuchungen (Gesamtabweichung)
bewertet ungeplante Ausschussmengen mit Sollkosten, um die Ausschussabweichungen zu ermitteln
ermittelt Produktionsabweichungen und Dispositionsabweichungen zu Informationszwecken
erklärt die Entstehung von Abweichungen, indem sie die Ursachen der Abweichungen aufzeigt und die Abweichungen in Abhängigkeit von der Ursache einzelnen Abweichungskategorien zuordnet
Das System schreibt die Abweichungen pro Objekt je Kostenart oder je Kostenart und Herkunft fort.
Aufbauend auf den durch die Abweichungsermittlung gewonnenen Erkenntnissen können Sie konkrete Gegenmaßnahmen zur Verbesserung Ihrer Kostensituation einleiten.
Sie können den Periodenabschluss mit Hilfe des Schedule Managers ausführen. Informationen hierzu finden Sie unter:
Verwenden Sie den Schedule Manager mit der Ablaufdefinition, so können Sie den mehrstufigen Arbeitsvorrat zur Nachbearbeitung der fehlerhaften Objekte verwenden. Weitere Informationen finden Sie unter:
Die mit der Abweichungsermittlung ermittelten Gesamtabweichungen können Sie mit der Abrechnung an die Ergebnis- und Marktsegmentrechnung (CO-PA) weiterleiten.
Bei der Abweichungsermittlung können Sie mit der flexiblen Fehlersteuerung den Programmablauf der Abweichungsermittlung indirekt beeinflussen. Weitere Informationen finden Sie unter Flexible Fehlersteuerung in der Kostenträgerrechnung sowie in den unten stehenden Ausführungen.
Sie können Abweichungen periodisch oder kumuliert ermitteln. Ob Sie Abweichungen kumuliert oder periodisch ermitteln, bestimmen Sie über die Defaultregel in der Auftragsart.
Alle Produktionsaufträge oder Produktkostensammler, zu denen im Periodischen Produkt-Controlling Abweichungen periodisch ermittelt werden sollen, müssen periodisch abgerechnet werden. Dazu muss die Abrechnungsvorschrift des Auftrags eine Aufteilungsregel enthalten, die auf eine Abrechnungsart PER (Periodisch) verweist. Für Produktkostensammler verwenden Sie die Defaultregel STR (mit Strategie für Bezugsbasisfindung). Für Produktionsaufträge verwenden Sie die Defaultregel PP2 (Produktion Material Periodische Abrechnung). Die Defaultregel ist im Customizing des Produktkosten-Controlling unter Vorschlagswerte für Auftragsart festlegen definiert.
Zu allen Aufträgen, zu denen Sie eine losbezogene kostenrechnerische Betrachtung durchführen möchten, ermitteln Sie die Abweichungen kumuliert. Dazu muss die Abrechnungsvorschrift des Auftrags eine Aufteilungsregel enthalten, die auf die Abrechnungsart GES (Gesamt) verweist. Verzweigen Sie dazu ins Customizing des Produktkosten-Controlling unter und geben Sie die Defaultregel PP1 (Produktion Material Gesamtabrechnung) ein. Für Fertigungsaufträge und Prozessaufträge ist dies die in der Standardauslieferung enthaltene Defaultregel.
Nehmen Sie die notwendigen Einstellungen im Customizing des Auftragsbezogenen Produkt-Controlling oder des Periodischen Produkt-Controlling vor.
Stellen Sie sicher, dass:
zu der der Sollkostenermittlung zugrunde liegenden Kalkulation ein Einzelnachweis vorliegt
zu der der Sollkostenermittlung zugrunde liegenden Kalkulation die in der Stückliste aufgeführten Einsatzmaterialien den Vorgängen im Arbeitsplan zugeordnet sind, in denen sie verbraucht werden
Nur so ist bei vorgangsbezogener Rückmeldung ein korrekter Ausweis von Abweichungen möglich.
das Objekt, zu dem die Abweichungsermittlung durchgeführt werden soll, einen gültigen Abweichungsschlüssel enthält
im Auftragsbezogenen Produkt-Controlling der Auftrag den Status GLFT (endgeliefert) oder TABG (technisch abgeschlossen) hat
Es werden bei der Abweichungsermittlung auch die Aufträge gelesen, bei denen der Status GLFT oder TABG bereits aktiv war. Wurde der Status wieder zurückgenommen, so werden gegebenenfalls Abweichungen und Ausschussabweichungen wieder storniert.
für kostenkritische Materialien im Materialstammsatz in der Kalkulationssicht das Kennzeichen Herkunft Material gesetzt ist oder Herkunftsgruppen verwendet werden
Dadurch kann das System feststellen, welche eingesetzten Materialien unter welcher Primärkostenart zu welchen Abweichungen geführt haben.
Haben Sie bereits Materialstammsätze angelegt, in denen das Kennzeichen Herkunft Material nicht gepflegt ist, dann können Sie das Kennzeichen mit dem Report RKHKMAT0 setzen. Wählen Sie dazu .
Hinweis
Wenn das Kennzeichen Herkunft Material gesetzt ist oder Herkunftsgruppen verwendet werden, so wird das Datenvolumen vergrößert, was zu einer längeren Laufzeit im Periodenabschluss führt. Aus diesem Grunde sollten diese Funktionen auf kostenkritische Materialien beschränkt werden.
Achten Sie darauf, dass Sie das Kennzeichen Herkunft Material bereits setzen, bevor Sie die Plankalkulation zum Material ausführen.
der Produktionsauftrag oder Produktkostensammler, zu dem Sie eine Abweichungsermittlung vornehmen möchten, einen Abweichungsschlüssel hat
Sie können den Abweichungsschlüssel im Customizing als Vorschlagswert je Werk hinterlegen. Das System übernimmt dann den Abweichungsschlüssel in die Materialstammsätze der Werksmaterialien, die Sie anschließend anlegen. Legen Sie dann einen Produktionsauftrag oder Produktkostensammler zum Material an, so übernimmt das System den Abweichungsschlüssel in den Stammsatz des Produktionsauftrages oder Produktkostensammlers.
Wenn Sie die Gesamtabweichung ermitteln möchten, so muss:
bei anonymer Lagerfertigung die Plankalkulation zum Material immer freigegeben sein
die Plankalkulation zum Material gültig sein
für Produktkostensammler mit Abrechnungsart PER (Periodisch) am letzten Tag der Buchungsperiode
für Produktionsaufträge (Fertigungsaufträge und Prozessaufträge) mit Abrechnungsart GES (Gesamt) zum Zeitpunkt der letzten Lieferung
Bei Kundenauftragsfertigung wird die der Standardpreisermittlung zugrunde liegende Kalkulation zur Ermittlung der Gesamtabweichung verwendet (siehe auch: Standardpreis bei bewertetem Kundenauftragsbestand).
Um festzustellen, welche Plankalkulation für die Periode aktiv ist, rufen Sie den Materialstammsatz auf und zeigen Sie die Kalkulationssicht an.
Über folgende Einträge können Sie die Kalkulation identifizieren, die als Basis für den laufenden Standardpreis verwendet wird:
Periode
Geschäftsjahr
Bewertungsvariante
Kalkulationsversion
Bevor Sie eine Abweichungsermittlung durchführen können, führen Sie folgende Arbeitsschritte im Customizing des Produktkosten-Controlling in der Kostenträgerrechnung unter Periodisches Produkt-Controlling oder Auftragsbezogenes Produkt-Controlling aus:
Abweichungsschlüssel definieren
Setzen Sie das Kennzeichen Ausschuss, wenn Sie ungeplanten Ausschuss im Rahmen der Abweichungsermittlung bewerten möchten.
Abweichungsschlüssel pro Werk vorschlagen
Abweichungsvarianten definieren
Setzen Sie das Kennzeichen Ausschussabweichungen, wenn Sie in der Sollversion, der diese Abweichungsvariante zugeordnet wird, die Ausschussabweichungen anzeigen und die Istkosten entsprechend um die Ausschussabweichungen bereinigen möchten.
Bewertungsvariante für Ware in Arbeit und Ausschuss definieren (optional)
In der Bewertungsvariante für WIP und Ausschuss legen Sie fest, ob Sie die Sollkosten zur Bewertung der Ausschussabweichungen ermitteln möchten auf Basis:
einer Vorkalkulation zum Produktkostensammler oder zum Produktionsauftrag
einer alternativen Materialkalkulation
der aktuell gültigen Plankalkulation zum Material
Sollversion festlegen
Ordnen Sie der Sollversion eine Abweichungsvariante zu. Definieren Sie, wie sich die Sollkosten und die Kontrollkosten errechnen sollen.
Wenn Sie Einsatzmengenabweichungen und Einsatzpreisabweichungen ausweisen möchten, dann setzen Sie das Kennzeichen Herkunft Material in der Kalkulationssicht des Materialstammsatzes.
Stellen Sie des Weiteren sicher:
dass die Zählpunktstruktur oder Meilensteinstruktur, die Sie zur Produktion verwenden, der Zählpunktstruktur oder Meilensteinstruktur entspricht, auf Basis derer die Sollkosten ermittelt werden sollen
Es kann beispielsweise problematisch sein, wenn Sie den ungeplanten Ausschuss auf Basis der Plankalkulation zum Material bewerten möchten und diese auf einer anderen Zählpunktstruktur basiert wie die dem Serienauftrag zugrunde liegende Zählpunktstruktur.
Für die Ausschussabweichungen müssen Plantyp, Plangruppe und Plangruppenzähler des Arbeitsplanes, der der Sollkostenermittlung zur Bewertung von ungeplanten Ausschuss zugrunde liegt, und Plantyp, Plangruppe und Plangruppenzähler des Arbeitsplans, zu dem die Istdaten erfasst wurden, übereinstimmen. Beachten Sie dabei die Möglichkeiten der flexiblen Fehlersteuerung.
Beachten Sie, dass Sie in der Werkstattfertigung und in der Prozessfertigung bei einer Abänderung der Meilensteinstruktur die Ausschussabweichungen nicht mehr sinnvoll oder nicht mehr ermitteln können. Beachten Sie außerdem die Möglichkeiten der flexiblen Fehlersteuerung.
In der Serienfertigung haben Sie bei Änderung der Zählpunktstruktur die Möglichkeit, durch die flexiblen Zählpunkte die Zählpunktmeldungen umzurechnen und die Vorkalkulation zum Produktkostensammler zu aktualisieren.
SAP empfiehlt in der Serienfertigung Folgendes:
je Fertigungsversion einen Produktkostensammler anzulegen
eine Vorkalkulation zum Produktkostensammler anzulegen
auf Basis des der Vorkalkulation zugrunde liegenden Arbeitsplanes die rückzumeldenden Leistungsmengen vorschlagen zu lassen
die Ware in Arbeit und den ungeplanten Ausschuss auf Basis der Vorkalkulation zum Produktkostensammler zu bewerten
bei Änderungen in der Zählpunktstruktur die flexiblen Zählpunkte zu nutzen und die Vorkalkulation zu aktualisieren
Beachten Sie außerdem die Möglichkeiten der flexiblen Fehlersteuerung.
dass die Kalkulation, die zur Ermittlung der Sollkosten herangezogen werden soll, über einen Einzelnachweis verfügt. Deshalb erstellen Sie ggf.
die Plankalkulation zum Material mit einem Einzelnachweis
die Sollkalkulation zum Material mit einem Einzelnachweis
die Kundenauftragskalkulation bei Kundenauftragsfertigung mit bewertetem Kundenauftragsbestand mit einem Einzelnachweis
Hinweis
Möchten Sie den ungeplanten Ausschuss auf Basis einer Vorkalkulation zum Fertigungsauftrag oder zum Prozessauftrag bewerten, dann wird vom System bei der Abweichungsermittlung ein Einzelnachweis dynamisch erzeugt.
Dies wirkt sich negativ auf die Performance Ihres Systems aus.
Hinweis
Die Abweichungsermittlung können Sie auf Basis einer Einzelkalkulation (z.B. Kundenauftragskalkulation mit Einzelkalkulation, Vorkalkulation zum Fertigungsauftrag ohne Mengengerüst) durchführen.
Für die Ermittlung von Ausschussabweichungen muss die Sollkostenermittlung auf einer Kalkulation mit der Kalkulationsmethode Erzeugniskalkulation basieren (z.B. Kundenauftragskalkulation mit Erzeugniskalkulation, Vorkalkulation zum Fertigungsauftrag mit Mengengerüst).
Des Weiteren sollten Sie im Customizing des Controlling Allgemein die Definition des Kostenrechnungskreises überprüfen:
Über den Währungstyp des Kostenrechnungskreises (in den Grunddaten) wird gesteuert, welche Währung als Kostenrechnungskreiswährung zulässig ist und ob die Währung des Kostenrechnungskreises von der Währung der zugeordneten Buchungskreise abweichen darf. Über das Kennzeichen Alle Währungen (in den Steuerungskennzeichen) bestimmen Sie, ob die Werte nur in der Kostenrechnungskreiswährung oder zusätzlich in der Transaktionswährung und der Objektwährung fortgeschrieben werden.
Wenn sich Buchungskreiswährung und Kostenrechnungskreiswährung unterscheiden, so verzweigen Sie vor dem Anlegen der der Sollkostenermittlung zugrunde liegenden Kalkulation ins Customizing der Produktkostenplanung unter Ausgewählte Funktionen in der Materialkalkulation und führen Sie den Arbeitsschritt Kostenschichtung in Kostenrechnungskreiswährung aktivieren aus. Nur wenn Sie diesen Arbeitsschritt ausgeführt haben, kann das System Abweichungen ermitteln.
Hinweis
Wenn Sie mit dem bewerteten Kundenauftragsbestand arbeiten und Sie eine Bewertung auf Basis der Plankalkulation möchten, dann erfolgt die Ermittlung der für die Bewertung relevanten Kalkulation auf Basis einer Strategiefolge.
Wenn Sie in der Kundenauftragsfertigung mit dem bewerteten Kundenauftragsbestand arbeiten und die Sollkosten auf Basis einer Kundenauftragskalkulation ermitteln, dann erfolgt die Bewertung nur auf Basis der operativen Währung.
Stellen Sie organisatorisch sicher, dass Sie die WIP-Ermittlung vor der Abweichungsermittlung durchführen.
Produktionsaufträge und Produktkostensammler werden bei der Abweichungsermittlung nur dann berücksichtigt, wenn der Status des Auftrages nicht wie folgt lautet:
SPER (gesperrt)
ABGS (abgeschlossen)
LÖVM (Löschvormerkung)
LÖKZ (Löschkennzeichen, archivierbar)
Hinweis
Sie können die Performance der Abweichungsermittlung signifikant verbessern, indem Sie den Status LÖVM für solche Aufträge setzen, die bereits:
endgeliefert oder technisch abgeschlossen sind und
für die bereits eine Abweichungsermittlung erfolgt ist und
für die Sie keine Nachlaufkosten mehr erwarten
Sie können die Löschvormerkung wieder zurücknehmen, zum Beispiel wenn doch noch Nachlaufkosten auftreten. Das Löschkennzeichen können Sie nicht zurücknehmen.
Sie können die Abweichungsermittlung nicht für solche Perioden ausführen, für die bereits eine Periodensperre zum Vorgang KVAR (Abweichungsermittlung) gesetzt wurde. Dies gilt sowohl für den Echtlauf als auch für den Testlauf.
Die Abweichungsermittlung vergleicht immer die Kontrollkosten mit den Sollkosten. Das System ermittelt die Sollkosten und die Kontrollkosten in Abhängigkeit von der zeitlichen Betrachtung (periodisch oder kumuliert) und von der Art der Abweichungsermittlung.
Die Kontrollkosten entsprechen bei allen Abweichungsarten mit Bezugsgröße Ist (d.h. im Standard bei der Sollversion 0, 1, 3) den um Ware in Arbeit und Ausschussabweichungen bereinigten Istkosten. Die Bereinigung der Istkosten um Ausschussabweichungen erfordert, dass in der Abweichungsvariante das Kennzeichen Ausschussabweichungen gesetzt ist.
Um kostenartengerechte Informationen liefern zu können, vergleicht die Abweichungsermittlung immer den Einzelnachweis der der Sollkostenermittlung zugrunde liegenden Kalkulation mit den Einzelposten im Ist bzw. mit dem Einzelnachweis der der Ermittlung der Kontrollkosten zugrunde liegenden Kalkulation.
Sie können Abweichungen ermitteln im:
Periodischen Produkt-Controlling
für Produktkostensammler
für die Kostenträgerknoten einer Kostenträgerhierarchie
Auftragsbezogenen Produkt-Controlling für Produktionsaufträge
Im Periodischen Produkt-Controlling führen Sie eine periodische Abweichungsermittlung durch.
Im Auftragsbezogenen Produkt-Controlling führen Sie eine kumulierte Abweichungsermittlung durch.
Bei der periodischen Betrachtung werden den Sollkosten der Periode die Kontrollkosten der Periode gegenübergestellt.
Die Abweichungen der Periode werden über folgende Formel ermittelt:
Istkostenbelastung - verrechnete Istkosten (Istkostenentlastung bei Wareneingang) - Sollkosten = Abweichungen + Ausschussabweichungen + Ware in Arbeit
Der Auftrag muss die Abrechnungsart PER (periodisch) haben.
Die Kontrollkosten entsprechen bei allen Abweichungsarten mit Bezugsgröße Ist (d.h. im Standard bei der Sollversion 0, 1, 3) den um Ware in Arbeit und Ausschussabweichungen bereinigten Istkosten. Die Bereinigung der Istkosten um Ausschussabweichungen erfordert, dass in der Abweichungsvariante das Kennzeichen Ausschussabweichungen gesetzt ist.
Sie können keine Dispositionsabweichungen zwischen der Plankalkulation zum Material und einer Vorkalkulation zum Produktkostensammler ermitteln.
Grundsätzlich wird zur Kostenträgerhierarchie zwischen zwei Formen der Abwicklung unterschieden:
Kostenträgerhierarchie mit Verteilung
Die auf die Kostenträgerknoten gebuchten Kosten werden auf die untersten Hierarchieknoten (d.h. die der Kostenträgerhierarchie zugeordneten Einzelobjekte wie Produktkostensammler oder Produktionsaufträge) verteilt.
Kostenträgerhierarchie ohne Verteilung
Die auf die Kostenträgerknoten gebuchten Kosten werden von der Kostenträgerhierarchie aus abgerechnet. Dabei wird unterschieden in die Abrechnung via Materialkontenfindung und in die Abrechnung mit manueller Kontenzuordnung. SAP empfiehlt die Abrechnung via Materialkontenfindung.
Siehe auch: Abrechnungsvorschriften für Kostenträgerhierarchien
Wenn Sie im Periodischen Produkt-Controlling mit Kostenträgerhierarchien arbeiten, dann führen Sie die Abweichungsermittlung immer über die Kostenträgerhierarchie durch, unabhängig davon, ob Sie mit oder ohne Verteilung arbeiten. Auch wenn Sie mit der Istkostenverteilung arbeiten und die Abweichungsermittlung auf der Ebene der zugeordneten Einzelobjekte durchführen möchten, stoßen Sie die Abweichungsermittlung für die der Kostenträgerhierarchie zugeordneten Aufträge (z.B. Produktkostensammler) über die Abweichungsermittlung zur Kostenträgerhierarchie an. Aufträge, die einer Kostenträgerhierarchie zugeordnet sind, werden bei der Abweichungsermittlung der Aufträge beziehungsweise Produktkostensammler nicht selektiert.
Informationen zur Abweichungsermittlung bei Kostenträgerhierarchien mit Verteilung finden Sie im Abschnitt Periodenabschluss zur Kostenträgerhierarchie mit Verteilung.
Führen Sie die Abweichungsermittlung zur Kostenträgerhierarchie ohne vorhergehende Istkostenverteilung durch, dann führt das System bei der Abweichungsermittlung eine dynamische Verdichtung durch, um die Kosten für alle Kostenträgerknoten der Hierarchie zusammenzufassen.
Die Abweichung wird auf dem höchsten Knoten der Kostenträgerhierarchie ausgewiesen, für die Kosten unter einer Kostenart gebucht wurden.
Bei Abweichungsermittlung auf Basis von Kostenträgerknoten werden während der Abweichungsermittlung die Sollkosten mit den Kontrollkosten für jeden Knoten der Hierarchie verglichen. Bei der Abweichungsermittlung zur Kostenträgerhierarchie werden dynamisch:
Sollkosten auf Auftragsebene ermittelt und nach oben verdichtet
Die Sollkosten werden ermittelt, indem in Abhängigkeit von der Sollversion die Standardkosten oder die Plankosten der gefertigten Materialien auf die Menge der an das Lager gelieferten Materialien umgerechnet werden. Die Sollkosten werden anschließend auf dem höchsten Hierarchieknoten (Kostenträgerknoten plus der Kostenträgerhierarchie zugeordnete Aufträge) einer Kostenträgerhierarchie verdichtet, auf dem eine Kostenart beziehungsweise eine Kostenart/Herkunftsgruppe beziehungsweise eine Kostenart/Herkunft im Ist gebucht wurde.
Transferkosten auf jedem Hierarchieknoten errechnet und nach oben gewälzt
Transferkosten sind die Kontrollkosten und nach oben verdichteten Restabweichungen in der Kostenträgerhierarchie, die bei der Abweichungsermittlung dynamisch von untergeordneten Hierarchieknoten auf den obersten Hierarchieknoten einer Kostenträgerhierarchie weitergeleitet werden, auf dem eine Kostenart beziehungsweise Kostenart/Herkunftsgruppe beziehungsweise Kostenart/ Herkunft im Ist gebucht wurde.
Hinweis
Nach oben verdichtet werden solche Restabweichungen, in denen Abweichungen ausgewiesen werden, die keiner Abweichungskategorie zugewiesen wurden (z.B. in Abhängigkeit von der Definition der Abweichungsvariante).
Nicht nach oben verdichtet werden solche Restabweichungen, die ausgewiesen werden, weil keine Sollkosten ermittelt werden konnten.
Beispiel
Auf einem einer Kostenträgerhierarchie zugeordneten Produktkostensammler mit der Nummer 700000 werden unter der Kostenart 400000 Istkosten in Höhe von EUR 100 erfasst. Auf dem übergeordneten Kostenträgerknoten PG-BULB-COLOR werden unter der Kostenart 400000 Istkosten in Höhe von EUR 10.000 ausgewiesen. Der Kostenträgerknoten PG-BULB-COLOR ist der höchste Hierarchieknoten, auf dem Istkosten der Kostenart 400000 erfasst wurden.
Die Abweichungsermittlung wird zur Kostenträgerhierarchie ohne Verteilung ausgeführt.
Um das Beispiel möglichst einfach zu gestalten, werden Sollkosten, Ware in Arbeit und Ausschussabweichungen mit Null EUR angegeben.
Im Detailbild der Summenliste werden zum Produktkostensammler Nr. 700000 unter anderem folgende Werte ausgewiesen:
Istkosten (Kostenart 400000): EUR 100
Kontrollkosten: EUR 100
verrechnete Istkosten (Kostenart 895000): EUR 20.000
Transferkosten (Kostenart 400000): EUR 100
Abweichung (Kostenart 895000): EUR 20.000
Die Abweichung der Kostenart 400000 wird auf diesem Hierarchieknoten nicht ausgewiesen, da die Abweichungsermittlung zu dieser Kostenart auf Basis der auf Kostenträgerknoten PG-BULB-COLOR verdichteten Daten erfolgt.
Im Detailbild der Summenliste werden zum Kostenträgerknoten PG-BULB-COLOR unter anderem folgende Werte ausgewiesen:
Istkosten (Kostenart 400000, direkt auf den Kostenträgerknoten gebucht): EUR 10.000
Kontrollkosten: EUR 10.000
verrechnete Istkosten: EUR 0
Transferkosten (Kostenart 400000): EUR 100
Abweichung (Kostenart 400000): EUR 10.100
Während im untergeordneten Hierarchieknoten die Transferkosten bei der Abweichungsermittlung nicht berücksichtigt werden, werden im übergeordneten Hierarchieknoten die Transferkosten gemeinsam mit den Kontrollkosten den Sollkosten gegenübergestellt.
die Kontrollkosten je Kostenträgerknoten oder Hierarchieknoten errechnet
Die Kontrollkosten entsprechen bei allen Abweichungsarten mit Bezugsgröße Ist (d.h. im Standard bei der Sollversion 0, 1, 3) den um Ware in Arbeit und Ausschussabweichungen bereinigten Istkosten. Die Bereinigung der Istkosten um Ausschussabweichungen erfordert, dass in der Abweichungsvariante das Kennzeichen Ausschussabweichungen gesetzt ist.
Ware in Arbeit und Abweichungen werden ebenfalls nach oben verdichtet und von den Istkosten subtrahiert, um die Kontrollkosten zu ermitteln.
Sie können eine Hierarchie mit Merkmalen in der Ergebnisrechnung aufbauen, die der Struktur der Kostenträgerhierarchie im CO-PC System entspricht, und die Abweichungen gegliedert nach Abweichungskategorien an die Ergebnisrechnung abrechnen.
Informationen zu Kostenträgerhierarchien ohne Istkostenverteilung finden Sie im Abschnitt Periodenabschluss zur Kostenträgerhierarchie ohne Verteilung.
Informationen zur Abrechnung von Kostenträgerhierarchien mit und ohne Istkostenverteilung finden Sie im Abschnitt Abrechnung von Kostenträgerhierarchien: Szenario.
Bei der kumulierten Betrachtung werden die Sollkosten den kumulierten Kontrollkosten gegenübergestellt. Die Abweichungsermittlung ist bei kumulierter Betrachtung nur möglich, wenn:
der Auftrag die Abrechnungsart GES (gesamt) hat
der Fertigungsauftrag oder der Prozessauftrag den Status GLFT (endgeliefert) oder TABG (technisch abgeschlossen) hat
Die Kontrollkosten entsprechen:
bei Berechnung der Gesamtabweichung den um Ausschussabweichungen bereinigten Istkosten
bei Berechnung der Produktionsabweichung den um Ausschussabweichungen bereinigten Istkosten
bei Berechnung der Produktionsabweichung der Periode den um Ausschussabweichungen bereinigten Istkosten
bei Berechnung der Dispositionsabweichung den Plankosten des Produktionsauftrages
Sie können folgende Abweichungen ermitteln:
Dispositionsabweichung
Produktionsabweichung
Gesamtabweichung
Das System vergleicht die Kontrollkosten mit den Sollkosten und ordnet die Abweichungen den Abweichungskategorien in folgender Reihenfolge zu:
Einsatzpreisabweichung
Strukturabweichung
Einsatzmengenabweichung
Einsatzrestabweichung
Mischpreisabweichung
Verrechnungspreisabweichung
Losgrößenabweichung
Restabweichung
Sie ermitteln Abweichungen immer periodisch für Produktkostensammler und für Kostenträgerhierarchien. Sie können Abweichungen auch für Produktionsaufträge periodisch ermitteln. Dazu muss in der Auftragsart der Produktionsaufträge die Defaultregel PP2 (Produktion Material Periodische Abrechnung) hinterlegt sein.
Zur Analyse der Abweichungsermittlung verzweigen Sie in der Regel in das Informationssystem Produktkosten-Controlling. Analysieren Sie zunächst die - beispielsweise mit Hilfe der Verdichtungshierarchie - aggregierten Daten. Zur Identifikation von Aufträgen, die besonders hohe Abweichungen verursacht haben, verwenden Sie die Exception-Regeln des Informationssystems. Möchten Sie zu Aufträgen, die besonders hohe Abweichungen verursacht haben, detaillierte Informationen anzeigen, so verzweigen Sie wieder in die Abweichungsermittlung und führen Sie die Abweichungsermittlung zum relevanten Auftrag im Testlauf erneut aus. Setzen Sie dabei das Kennzeichen Detailliste. Der Testlauf wird somit als Simulationsmodus verwendet.
Beachten Sie, dass bei periodischer Abrechnung von Produktionsaufträgen die WIP-Ermittlung zu Sollkosten erfolgen muss. In diesem Falle müssen Plantyp, Plangruppe und Plangruppenzähler des Arbeitsplanes der Kalkulation, auf der die Sollkostenermittlung für die Bewertung der Ware in Arbeit beruht, dem Plantyp, der Plangruppe und dem Plangruppenzähler entsprechen, der im Produktionsauftrag hinterlegt ist. Meilensteinstrukturen dürfen im Arbeitsplan nicht geändert werden.
In der Ablaufsteuerung legen Sie fest, ob Sie:
die Abweichungsermittlung zu den Aufträgen im Hintergrund ausführen
die Abweichungsermittlung zu den Aufträgen als Testlauf ausführen
je Auftrag eine Detailliste erzeugen
Wenn Sie das Kennzeichen Detailliste setzen, erhalten Sie zunächst eine Liste aller verarbeiteten Objekte mit den relevanten Werten. Von dort ausgehend können Sie detaillierten Anzeigen wie beispielsweise die Erklärung der Sollkosten oder die Erklärung der Abweichungen verzweigen.
In der Regel werden Sie die Abweichungsermittlung als Sammelverarbeitung im Hintergrund ausführen. Aus Performance-Gründen empfiehlt SAP, das Kennzeichen Detailliste in der Sammelverarbeitung nicht zu setzen. Auch wenn das Kennzeichen Detailliste nicht gesetzt ist, erfolgt eine Aufteilung der Abweichungen in die einzelnen Abweichungskategorien. Diese Abweichungskategorien können im Informationssystem angezeigt werden.
Zur Analyse der Abweichungsermittlung verzweigen Sie in der Regel in das Informationssystem Produktkosten-Controlling. Analysieren Sie zunächst die - beispielsweise mit Hilfe der Verdichtungshierarchie - aggregierten Daten. Zur Identifikation von Aufträgen, die besonders hohe Abweichungen verursacht haben, verwenden Sie die Exception-Regeln des Informationssystems. Möchten Sie zu Aufträgen, die besonders hohe Abweichungen verursacht haben, detaillierte Informationen anzeigen, so verzweigen Sie wieder in die Abweichungsermittlung und führen Sie die Abweichungsermittlung zum relevanten Auftrag im Testlauf erneut aus. Setzen Sie dabei das Kennzeichen Detailliste. Der Testlauf wird somit als Simulationsmodus verwendet.
Abweichungen werden immer in der Währung des Kostenrechnungskreises ermittelt. Haben Sie für den Kostenrechnungskreis festgelegt, dass Werte auch in der Transaktionswährung und der Objektwährung fortgeschrieben werden, so ermittelt das System auch Abweichungen in der Objektwährung. In diesem Falle werden bei der Abrechnung die Werte dem CO-PA in beiden Währungen zur Verfügung gestellt. Sie legen im CO-PA fest, in welchen Währungen die Ergebnisrechnung durchgeführt wird.
Zeigen Sie die Nachrichten über an.
Des Weiteren haben Sie die Möglichkeit:
bestimmte Meldungen, die in der Abweichungsermittlung ausgegeben werden, Verantwortungsbereichen zuzuordnen
Dies erlaubt Ihnen, das Protokoll nach Verantwortungsbereichen zu gliedern.
die Bedeutung bestimmter Meldungen (z.B. Information, Warnung, Fehler) festzulegen
Dies erlaubt Ihnen, festzulegen, ob die Meldung im Protokoll ausgegeben wird und ob bei Ausgabe der Meldung die Auftragsnummer im Arbeitsvorrat erscheint.
Um die Laufzeit der Abweichungsermittlung zu verkürzen, können Sie die Abweichungsermittlung parallelisiert ausführen. Dies gilt sowohl für die Abweichungsermittlung zu Aufträgen (Produktkostensammler und Produktionsaufträge) als auch für die Abweichungsermittlung zur Kostenträgerhierarchie.
Wenn Sie die Abweichungsermittlung außerhalb des Schedule Managers durchführen, dann tragen Sie bei der Hintergrundverarbeitung eine Server-Gruppe ein.
Wenn Sie die Abweichungsermittlung in Verbindung mit dem Schedule Manager durchführen, dann setzen Sie beim Anlegen der Jobvariante im Selektionsbild des Programmes das Kennzeichen Parallelverarbeitung. Anschließend erscheint ein Eingabefeld, in das Sie die Servergruppe eingeben.
Zu den im Periodenabschluss durchgeführten Einzelfunktionen können Sie die fehlerhaft bearbeiteten Objekte anzeigen und bearbeiten. Dazu verwenden Sie den mehrstufigen Arbeitsvorrat. Der mehrstufige Arbeitsvorrat bietet die Möglichkeit, fehlerhafte Objekte nicht nur eines einzelnen Verarbeitungsschrittes (d.h. einer Einzelfunktion), sondern einer ganzen Verarbeitungsschrittfolge zu bearbeiten.
Voraussetzung für die Verwendung des mehrstufigen Arbeitsvorrates ist, dass Sie den Schedule Manager in Verbindung mit einer Ablaufdefinition verwenden.
Siehe Integration.
Die bei der Abweichungsermittlung ausgegebenen Meldungen können Sie über die flexible Fehlersteuerung beeinflussen.
Siehe Integration.
Wird die Abweichungsermittlung in einer abrechnungsrelevanten Sollversion durchgeführt, so erhält der Auftrag den Status ABWE (Abweichungen ermittelt). Sie können diesen Status bei der Definition von Statusschemata im Customizing des Informationssystems Produktkosten-Controlling berücksichtigen.
Sie können diese mit der Abweichungsermittlung errechneten Daten im Informationssystems Produktkosten-Controlling je Produktionsauftrag oder Produktkostensammler oder auch aggregiert anzeigen.
Informationen zur Löschvormerkung, zum Löschkennzeichen und zur Periodensperre finden Sie in den Abschnitten:
Reorganisation von Produktionsaufträgen
Reorganisation von Produktkostensammlern
Informationen zu den Besonderheiten der Abweichungs- und Ausschussermittlung bei bewertetem Kundenauftragsbestand finden Sie im Abschnitt:
Abweichungen bei bewertetem Kundenauftragsbestand
Informationen zu den Sollversionen finden Sie im IMG des Periodischen Produkt-Controlling und des Auftragsbezogenen Produkt-Controlling unter .
Informationen zum Informationssystem finden Sie im Dokument Informationssystem Produktkosten-Controlling.
Informationen zu weiteren Performance-Verbesserungen im CO-PC finden Sie unter Performance im Produktkosten-Controlling.