Verwendung
Sowohl für vergebene Darlehen als auch für aufgenommene Darlehen wird der Auszahlungsvorgang in der Darlehensverwaltung über die Auszahlungsfunktion durchgeführt.
Im Rahmen der Verwaltung aufgenommener Darlehen verkörpert die Auszahlungsfunktion die buchhalterische Erfassung des erwarteten bzw. erfolgten Geldeingangs aus der Kapitalforderung. Die eigentliche Überweisung auf das Bankkonto des Empfängers erfolgt erst zu einem späteren Zeitpunkt durch das Zahlprogramm (wenn die Auszahlung debitorisch gebucht wird) oder durch manuelle Bearbeitung des entsprechenden Kontos (bei nicht debitorischer Buchung). Im letzteren Fall handelt es sich meist um ein Bankverrechnungskonto. Nicht-debitorisch wird im allgemeinen im Bereich der Passiv- und Schuldscheindarlehen gebucht, während alle anderen Darlehensarten zumeist debitorisch behandelt werden (Verwaltung offener Posten).
Mit Buchung der ersten Auszahlung bzw. dem Sichern der ersten Auszahlung beginnt die Ermittlung der Zinsen zu einem Darlehen.
Sie können ein Darlehen ganz (Vollauszahlung) oder in mehreren Teilauszahlungen buchen. Bei Teilauszahlungen innerhalb der gleichen Periode (Zinsperiode) kann im Customizing hinterlegt werden, ob die Zinsermittlung anteilig zu jeder Auszahlung gerechnet werden soll (Zinsen je Auszahlung) oder nach Stand des aktuellen Zinsberechnungskapitals (Saldenmethode) erfolgt. Diese Einstellungen nehmen Sie im Customizing unter Produktarten definieren vor.
Bei Verwendung der Saldenmethode werden für gebuchte Zinsperioden, für die weitere Teilauszahlungen erfaßt werden, keine zugehörigen Zinsbewegungen mehr erzeugt.
Bei der Erfassung der ersten Auszahlung zu einem Darlehen gelangen Sie bei Aufruf der Funktion direkt in die Erfassungsmaske der Auszahlungsdaten. Haben Sie bereits eine oder mehrere Auszahlungen erfaßt, gelangen Sie zunächst in ein Übersichtsbild, das Ihnen diese Auszahlungen, deren Zahl- und Berechnungstag sowie deren Status anzeigt.
Die Auszahlung eines Darlehens ist meist, abhängig vom zugrundeliegenden Freigabeverfahren, ein mehrstufiger Prozeß. Bei aktivem Freigabeverfahren kann eine Auszahlung nach der Erfassung nicht direkt gebucht werden. Die Auszahlung wird zunächst im Status F (freizugeben) gesichert. Diese Auszahlungen müssen durch den zuständigen Bearbeiter vor dem Buchen zusätzlich freigegeben werden. Erst nach erfolgter Freigabe wird die Auszahlung in den Planstatus P gestellt und somit buchbar.
Werden Änderungen an einer bereits freigegebenen Auszahlung vorgenommen, muß diese erneut freigegeben werden.
Es gelten je Darlehensvertrag folgende Einschränkungen:
Wenn Sie die Auszahlung eines Darlehens in das Freigabeverfahren einbinden, können Sie hierfür das Vier-, Sechs- oder Acht-Augen-Prinzip einsetzen. Eine Freigabe der Auszahlung erfolgt nur dann, wenn alle zuständigen Bearbeiter einzeln das Darlehen freigegeben haben.
Wenn Sie eine Auszahlung buchen, wird Ihnen in ein Dialogfenster angezeigt, in dem Sie das vorgeschlagene Buchungsdatum ändern können. Als Buchungsdatum wird der Zahlungstag der Auszahlung vorgeschlagen. Zur Buchung bestätigen Sie dieses Buchungsdialogfenster.
Vor dem Buchen kann die Auszahlung noch verändert werden.
Der Buchungsvorgang erzeugt automatisch die entsprechenden Buchungen in der FI-Finanzbuchhaltung und im Darlehensnebenbuch. Wird debitorisch gebucht, werden dabei auch offene Posten in der Debitorenbuchhaltung erzeugt. Über die Buchung wird ein Protokoll erstellt und angezeigt.
Weitere Informationen finden Sie unter
Hypothek: Bearbeitung.Vorgehensweise
Konditionsbasierte Nebenkosten (Forderungen) werden automatisch gesichert, gebucht und ausgeglichen, wenn für die jeweilige Bewegungsart im Customizing das Kennzeichen Einbehalt voreingestellt ist. Dies geschieht auch dann, wenn bei der Erfassung einer Auszahlung nicht in das Nebenkostenbild verzweigt wurde. Im Bild Vertrag auszahlen: Abrechnung sehen Sie dies daran, daß unter der Rubrik Kapitaldaten die Betragsfelder für Bruttobetrag und Nettobetrag voneinander abweichen.