
Auslösevorgang einer Vorsorgeuntersuchung
Zur Auslösung einer Vorsorgeuntersuchung wird nicht der absolute Grenzwert der Belastung, sondern eine Einstufung der Quantität und die Häufigkeit des Auftretens einer Belastung herangezogen. Hierzu müssen sowohl die tatsächlichen Einstufungen der Belastungswerte in den Infotypen
1403 (Langzeitmittelwert) sowie 1404 (Aufgabenbezogene Belastung) als auch die Auslöseschwellen von Vorsorgeuntersuchungen gepflegt sein. So kann das System die tatsächlich gemessenen Werte der Belastungen bzw. deren Einstufungen mit den Auslöseschwellen, ab denen eine bestimmte Vorsorgeuntersuchung ausgelöst werden soll, vergleichen.Das System löst die Vorsorgeuntersuchung nicht automatisch aus, sondern ordnet diese den zugeordneten Personen zu und schlägt sie in einer Liste vor, damit der Arbeitsmediziner entscheiden kann, ob diese Vorsorgeuntersuchung tatsächlich durchgeführt werden soll oder nicht.
Siehe auch:
Ermittlung von Erstuntersuchungen für Personen Planung eines Medizinischen ServiceAuslösekriterien
Wenn Sie sowohl die tatsächlichen Belastungswerte als auch die relevanten Auslöseschwellen von Vorsorgeuntersuchungen gepflegt haben, können Sie einen Abgleich zur Ermittlung der notwendigen Vorsorgeuntersuchungen starten (siehe
Ermittlung von Erstuntersuchungen für Personen).
Nachuntersuchungen sowie nachgehende Untersuchungen weist das System den Personen automatisch anhand der festgelegten Fristen zu (siehe
Das System vergleicht die vorhandenen Daten und schlägt eine Vorsorgeuntersuchung für die betroffenen Personen vor, wenn folgende Kriterien zutreffen:
Auslöseschwelle |
Belastungswert |
Wert | |
Auslöseschwelle Langzeitmittelwert ODER Häufigkeit Grenzwertüberschreitung ODER Häufigkeit Auslöseschwellenüberschreitung |
<=
>=
>= |
Langzeitmittelwert
Häufigkeit Grenzwertüberschreitung
Häufigkeit Auslöseschwellenüberschreitung |
A bis E
1 bis 4
1 bis 4 |
ODER |
|||
Einstufung Kurzzeitbelastung UND Belastungshäufigkeit UND Zusätzliche Auslöseschwelle Langzeitmittelwert |
<=
>=
<= |
Einstufung Kurzzeitgrenzwert
Häufigkeit Kurzzeitgrenzwert
Langzeitmittelwert |
A bis E
1 bis 4
A bis E |
ODER |
|||
Hautabsorption ODER Hautschädigung ODER Verschlucken |
>=
>=
>= |
Hautabsorption
Hautschädigung
Verschlucken |
1 bis 4
1 bis 4
1 bis 4 |
In dieser Tabelle ist dargestellt, wie das System die einzelnen Auslöseschwellen überprüft und bei Erfüllung der Kriterien eine Vorsorgeuntersuchung vorschlägt. Es bestehen ODER- bzw. UND-Verknüpfungen:
Für die Kurzzeitbelastung gilt demnach: Löst die Einstufung Kurzzeitbelastung eine Vorsorgeuntersuchung aus, prüft das System, ob auch die Belastungshäufigkeit die Kriterien erfüllt:
Das gleiche gilt für die zusätzliche Auslöseschwelle Langzeitmittelwert, sofern diese angegeben ist: Erfüllt der angegebene Wert die Kriterien, wird eine Vorsorgeuntersuchung ausgelöst bzw. erfüllt der angegebene Wert die Kriterien nicht, wird keine Vorsorgeuntersuchung ausgelöst, obwohl die beiden oberen Werte eine Vorsorgeuntersuchung auslösen würden.
Die bei den Auslöseschwellen angebenen Werte können auf gesetzlichen oder firmeneigenen Regelungen beruhen. Es müssen nicht alle Werte gepflegt sein.

Sind gar keine Werte angegeben, kann das System keine Vorsorgeuntersuchung auslösen.
Auslösevorgang
Das System geht beim Auslösevorgang von Vorsorgeuntersuchungen die oben genannten Auslöseschwellen von oben nach unten durch und prüft, welcher Wert (bzw. bei einer UND-Verknüpfung welche Werte) die Kriterien erfüllt. Wenn mindestens ein Kriterium erfüllt wird, schlägt das System die Vorsorgeuntersuchung für die betroffene Person vor. Ob weitere Werte die Kriterien erfüllen, ist dann nicht mehr relevant.
Sind einer Vorsorgeuntersuchung mehrere Belastungen zugeordnet, dann wird sie durch die Belastung ausgelöst, deren Werte mit den angegebenen Auslöseschwellen überschritten wurden.
Belastungen können auch mehreren Objekten, die jeweils mit der gleichen Person verknüpft sind, zugeordnet sein und somit unterschiedliche Belastungswerte aufweisen. In diesem Fall wird bei den Auslöseschwellen mit einer ODER-Verknüpfung der jeweils höhere Belastungswert für den Auslösevorgang herangezogen.

Eine Person kann gleichzeitig der Belastungsgruppe Halle 1 sowie der Planstelle Schweißer zugeordnet sein. Beiden Objekten (Belastungsgruppe und Planstelle) ist die Belastung Schweißrauch zugeordnet, jedoch mit unterschiedlichen Werten. Relevant für das Auslösen einer Vorsorgeuntersuchung ist der jeweils höhere Wert, der für Schweißrauch angegeben ist.
Bei den Auslöseschwellen mit einer UND-Verknüpfung, bei denen die Kombination aus
Einstufung der Belastung und Häufigkeit der Belastung verglichen werden muß, folgt das System einer besonderen Vorgehensweise:Das System zieht zunächst für jedes Objekt den jeweils höchsten Einstufungswert und kumuliert diese Höchstwerte dann in einer neuen Matrix von A bis E. Bei diesem Kumulationsverfahren wird die unter der vorherigen Einstufung angegebene Häufigkeit bei der nächsten Einstufung mit berücksichtigt. Beim Abgleich mit den Auslöseschwellen der Vorsorgeuntersuchung zieht das System den Belastungswert mit der höchsten Einstufung heran (z.B. A1 und nicht D4).

Das System hat folgende Belastungswerte für Schweißrauch aus den höchsten Werten der einzelnen Objekte ermittelt:
Unter den Einstufungen C und E wurde keine Häufigkeit angegeben.
Die summierte Einstufung des Kurzzeitmittelwertes wird von A bis E kumuliert:
A = 1
B = 2 + 1(aus A) = 3
C = 0 + 3(aus B) = 3
D = 4 + 3(aus C) = 4 (4 ist der höchste Wert)
E = 0 + 4(aus D) = 4
Beim Abgleich dieser Werte mit den Auslöseschwellen der Vorsorgeuntersuchung zieht das System den Wert mit der höchsten Einstufung heran.
Des weiteren ist zu berücksichtigen, daß sowohl Verknüpfungen als auch Meßwerte gewisse Gültigkeiten haben. Beim Auslösevorgang einer Vorsorgeuntersuchung vergleicht das System die Werte, die zum Zeitpunkt des Abgleichs gültig sind. In der Vorschlagsliste zeigt das System an, ob sich bei der Zuordnung von Vorsorgeuntersuchungen zu einer Person etwas geändert hat. Es wird jedoch immer jeweils nur die letzte Änderung aufgeführt. Wenn mehrere Änderungen innerhalb des Zeitraums, für den ein Abgleich gestartet wird, aufgetreten sind (z.B. wenn eine Person zweimal die Planstelle gewechselt hat), so kann das System nur die letzte Änderung berücksichtigen (siehe auch:
Ermittlung von Erstuntersuchungen für Personen).