Kostenträgerrechnung im Zeitablauf: Szenario 

Sie führen zunächst in der Anwendungskomponente Produktkostenplanung die Plankalkulation zum Material durch, um die Standardkosten zu ermitteln.

In der Anwendungskomponente Kostenträgerrechnung findet sich folgender Ablauf:

  1. Vorkalkulation
  2. Die Vorkalkulation dient dazu, die Plankosten je Bezugsobjekt zu ermitteln. Verwendet man beispielsweise den Fertigungsauftrag als Kostenträger, so können Plankosten in der Abweichungsermittlung als Basis für die Berechnung von Sollkosten dienen.

  3. Mitlaufende Kalkulation
  4. Alle Istkosten, die zu einem Kostenträger entstehen, werden direkt auf dem Kostenträger gesammelt. Istkosten entstehen beispielsweise durch innerbetriebliche Leistungsverrechnungen und durch Materialentnahmen. Das Fortschreiben von Istkosten auf dem Kostenträger wird "Mitlaufende Kalkulation" genannt. Durch die mitlaufende Kalkulation können Sie zu jedem Zeitpunkt die Istkosten auf dem Kostenträger anzeigen und analysieren.

  5. Nachkalkulation

Die Nachkalkulation dient der Ermittlung der nach der Herstellung des Kostenträgers tatsächlich angefallenen Istkosten sowie der Kostenanalyse und der Kostenkontrolle.

In der Regel wird die Nachkalkulation in Form eines Periodenabschlusses durchgeführt. Im System R/3 finden Sie deshalb die zur Nachkalkulation gehörenden Funktionen im Menüpunkt Periodenabschluß.

Der Periodenabschluß beinhaltet zunächst das Erfassen von Periodenkosten, d.h. von Istkosten, die einem Kostenträger nicht durch eine bestimmte Aktivität zugerechnet werden. Dies kann beispielsweise die Nachbewertung der erbrachten Leistungen mit Isttarifen oder die Ermittlung von Prozeßkosten oder von Gemeinkostenzuschlägen sein.

Zudem kann im Periodenabschluß der Wert der unfertigen Erzeugnisse (Ware in Arbeit) ermittelt werden.

Im Rahmen der Nachkalkulation können Sie im Periodenabschluß des Periodischen Produkt-Controlling und des Auftragsbezogenen Produkt-Controlling eine Abweichungsermittlung durchführen.

Mit der Abrechnung können Sie Daten an andere Anwendungskomponenten, beispielsweise an die Finanzbuchhaltung, weiterleiten.

Der Periodenabschluß in der Kostenträgerrechnung wird nach dem Periodenabschluß in der Kostenstellenrechnung durchgeführt.

 

Kostenträgerrechnung im Zeitablauf

 

Die obige Grafik zeigt die Behandlung von Objekten in der Kostenträgerrechnung.

In produzierenden Unternehmen führen Sie bei anonymer Lagerfertigung in der Regel zu Beginn eines jeden Geschäftsjahres in der Anwendungskomponente Produktkostenplanung eine Plankalkulation zum Material durch, mit der Sie die Standardkosten zum Material ermitteln. Die Summe der Standardkosten kann im Materialstammsatz als Standardpreis fortgeschrieben werden und zur Bewertung der Materialien herangezogen werden (siehe auch: Grundsätzliche Entscheidungen zur Kostenträgerrechnung).

Beachten Sie die Besonderheiten bei der Ermittlung von Standardkosten und Standardpreis bei Kundenauftragsfertigung mit bewertetem Kundenauftragsbestand

Plankosten zu Kostenträgern können Sie mit der Vorkalkulation ermitteln. Plankosten können Sie ermitteln

Am Ende einer jeden Periode werden die Kostenträger im Periodenabschluß verarbeitet. Dabei

Achten Sie auf die richtige Verwendung der folgenden Begriffe:

siehe auch: Begriffswelt im Produktkosten-Controlling

Siehe auch:

Kostenträgerrechnung: Kundenauftragsfertigung

Bewerteter Kundenauftragsbestand

Bewerteter Kundenauftragsbestand: Bewertung

Standardpreis bei bewertetem Kundenauftragsbestand)