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Reaktionen bei Überschneidung von Zeitinfotypen festlegen

In diesem Arbeitsschritt legen Sie fest, wie das System reagieren soll, falls sich Sätze von Zeitinfotypen, die bereits im System vorhanden sind, mit neu hinzuzufügenden Sätzen von Zeitinfotypen zeitlich überschneiden.

DieseKollisionsprüfungen werden auch auf Subtypebene vergeben. Damit Sie nicht für jeden Subtyp definieren müssen, welche Zeitbindungsreaktion er zu allen anderen Infotypen bzw. Subtypen eines Infotyps haben soll, wurde das Konzept der Zeitbindungsklasse entwickelt.

Mit der Zeitbindungsklasse werden Subtypen eines Infotyps (An-/Abwesenheitsart, An-/Abwesenheitskontingenttyp, Bereitschaftsart und Vertretungsart) zusammengefaßt, die eine gleiche Zeitbindungsreaktion haben sollen.

Beispiel
Die Abwesenheitsarten Krankheit mit Attest, Kur und Arbeitsunfall werden im Standard unter der Zeitbindungsklasse 01 zusammengefaßt, die Abwesenheitsarten Urlaub, Verfügungs-/Brückentag und Gleitzeitausgleich unter der Zeitbindungsklasse 02.

Die Zeitbindungsreaktion wird anhand eines Reaktionskennzeichens festgelegt. Das Reaktionskennzeichen wird je Zeitbindungsklasse eines Infotyps bzw. Subtyps im Verhältnis zu den Zeitbindungsklassen aller anderen Infotypen bzw. Subtypen gesetzt.

Es gibt vier Möglichkeiten der Systemreaktion auf eine Kollision, die Sie jeweils durch ein Reaktionskennzeichen festlegen können:

1. A: Der alte Satz wird abgegrenzt, d.h. er wird im Gültigkeitsbereich des neuen Satzes gelöscht. Es können aus dem alten Satz ein oder zwei neue Sätze entstehen.
2. E: Ein Hinzufügen des neuen Satzes ist nicht möglich. Das System gibt eine Fehlermeldung aus.
3. W: Ein Hinzufügen des neuen Satzes ist möglich, ohne daß der alte Satz verändert wird. Das System bringt eine Warnmeldung.
4. N: Ein Hinzufügen des neuen Satzes ist möglich, ohne daß der alte Satz verändert wird. Das System bringt keine Warnmeldung.

Beispiel

1. Sie möchten ausschließen, daß die Abwesenheitsart Krankheit mit Attest und die Abwesenheitsart Urlaub bezahlt für den gleichen Zeitraum erfaßt werden können. Daher geben Sie der Abwesenheitsart Krankheit mit Attest die Zeitbindungsklasse 02, der Abwesenheitsart Urlaub bezahlt die Zeitbindungsklasse 01. Für den Fall, daß diese beiden Zeitbindungsklassen kollidieren, definieren Sie die Zeitbindungsreaktionen:
Ergebnis: Der alte Satz wird abgegrenzt, ein neuer Urlaubssatz erzeugt
1. Ein Vertretungssatz wird für einen Zeitraum erfaßt, für den bereits ein Abwesenheitssatz Urlaub bezahlt vorliegt. Da der Mitarbeiter während einer Abwesenheit keine Vertretung übernehmen kann, erhält diese Kombination das Reaktionskennzeichen E (Fehlermeldung).
2. Ein Vertretungssatz wird für einen Zeitraum erfaßt, für den bereits ein Mehrarbeitssatz vorliegt. Grundsätzlich ist diese Kombination zulässig. Aber unter bestimmten Umständen können sich aus der Vertretung veränderte Arbeitszeiten ergeben. Daher erhält diese Kombination das Reaktionskennzeichen W (Warnmeldung), damit die Eingaben noch einmal überprüft werden können.
3. Ein Abwesenheitskontingentsatz wird für einen Zeitraum erfaßt, für den bereits ein Anwesenheitssatz vorliegt.Anwesenheiten und Abwesenheitskontingente schließen einander nicht aus. Daher erhält diese Kombination das Reaktionskennzeichen N (Hinzufügen ohne Warnmeldung).

Hinweis

Bei der Erfassung von Infotypsätzen kann das System bei der Erfassung unter Umständen anders reagieren, als in den Einstellungen des Customizings angegeben:

1. Besonderheiten bei ganztägigen Infotypsätzen
2. Besonderheiten bei untertägigen Infotypsätzen
3. Besonderheiten bei übertägigen Infotypsätzen

1. Besonderheiten bei ganztägigen Sätzen

Fall 1:
Eine Abwesenheit, Anwesenheit oder Mehrarbeit kollidiert mit einerVertretung, die den Persönlichen Arbeitszeitplan des Mitarbeiters überschreibt (keine Planstellenvertretung bzw. Uhrzeitvertretung in Kombination mit Planstelle). In den Systemeinstellungen ist das Reaktionskennzeichen A definiert.
Da der Vertretungssatz die Grundlage für die Bewertung der An-, Abwesenheit oder Mehrarbeit bildet, darf der Vertretungssatz nicht abgegrenzt werden. Das System gibt statt dessen eine Fehlermeldung aus.

Fall 2:
Eine Abwesenheit mit Kontingentabtragung kollidiert mit einer weiteren Abwesenheit mit Kontingentabtragung. Beide Abwesenheiten tragen von dem gleichen Kontingent ab. In der Systemeinstellung ist für diese Kombination das Reaktionskennzeichen A definiert.
Da das System bei der Eingabe der ersten Abwesenheit mit Kontingentabtragung (z.B. Urlaub) bereits von einem Kontingent abgetragen hat, kann das System die Sätze nicht abgrenzen. Es würden Fehler in der Kontingentabtragung auftreten. Aus diesem Grund gibt das System eine Fehlermeldung aus.

Fall 3:
Eine Abwesenheit mit Kontingentabtragung kollidiert mit einer Abwesenheit mit Kontingentabtragung, bei der die Kontingentabtragung manuell beeinflußt wurde. Auch in diesem Fall ist ein Abgrenzen nicht möglich. Das System gibt eine Fehlermeldung aus.

2. Besonderheiten bei untertägigen Infotypsätzen

Fall 1:
Ein untertägiger Satz mit Uhrzeitangabe kollidiert mit einem bereits eingegebenen untertägigen Satz mit Stundenangabe. In den Systemeinstellungen sind für diese Kombinationen die Reaktionskennzeichen A oder E definiert.
Da das System in diesem Fall nicht abgrenzen kann bzw. diese Sätze unter Umständen gar nicht miteinander kollidieren, gibt das System eine Warnmeldung aus.

Fall 2:
Ein untertägiger Satz mit Uhrzeitangabe oder mit Stundenangabe kollidiert mit einem bereits eingegebenen mehrtägigen oder ganztägigen Satz. In der Systemeinstellung ist für diese Kombination das Reaktionskennzeichen A definiert.
Da das System in diesem Fall nicht abgrenzen kann, ist ein Hinzufügen des neuen Satzes nicht möglich. Das System gibt eine Fehlermeldung aus.

Fall 3:
Ein untertägiger Satz mit Stundenangabe trifft auf einen bereits eingegebenen untertägigen Satz mit Stundenangabe oder mit Uhrzeitangabe. In den Systemeinstellungen sind die Reaktionskennzeichen A und E definiert.
Da sich diese Sätze unter Umständen nicht überschneiden, gibt das System nur eine Warnmeldung aus, statt den alten Satz abzugrenzen oder ein Hinzufügen des neuen zu verhindern.

Fall 4:
Es treffen zwei untertägige Sätze mit Uhrzeitangabe aufeinander.

1. Wenn beide Sätze das gleiche Zeitintervall umfassen, erfolgt die Systemreaktion gemäß den Systemeinstellungen.
2. Wenn sich die Zeitintervalle der beiden Sätze nicht überschneiden, ist ein Hinzufügen des neuen Satzes unabhängig von den Systemeinstellungen möglich. Es wird keine Warnmeldung ausgegeben.
3. Wenn sich die Zeitintervalle der beiden Sätze überschneiden, reagiert das System wie folgt:
Ist das Reaktionskennzeichen in der Systemeinstellung E oder W, reagiert das System wie eingegeben. Ist das Reaktionskennzeichen allerdings A, gibt das System eine Fehlermeldung aus.

3. Besonderheiten bei übertägigen Sätzen

Reicht ein übertägiger Satz des Vortages (ganztägig oder untertägig mit Uhrzeiten) in den aktuellen Tag hinein und liegt am aktuellen Tag ein Satz (ganztägig oder untertägig mit Uhrzeiten) vor, dann reagiert das System wie folgt:

1. Der Satz des Vortages schneidet den Satz des aktuellen Tages.
In diesem Fall gelten die Bedingungen, wie Sie sie bei den Besonderheiten zu den untertätigen Sätzen beschrieben finden.
2. Der Satz des Vortages schneidet nicht den Satz des aktuellen Tages.
Haben Sie für diesen Fall die Reaktionskennzeichen A und W in den Einstellungen des Customizings definiert, dann setzt das System sie in das Reaktionskennzeichen W um.

Hinweis zum Infotyp Zeitereignisse

Zur Einrichtung der Kollisionsprüfungen wird Ihnen auch der Infotyp Zeitereignisse (2011) angeboten. Eine Überprüfung von Kollisionen mit Zeitereignissen ist allerdings in der Regel nicht sinnvoll, da hier die Zeitauswertung differenzierte Möglichkeiten der Verarbeitung besitzt.
Der Infotyp ist aus Konsistenzgründen noch in der Liste vorhanden, Sie sollten aber alle Einträge bei dem Reaktionskennzeichen N belassen. Die Kollisionsprüfungen zum Infotyp Zeitereignisse werden nicht mehr gewartet.

Voraussetzungen

Sie müssen bei den Menüpunkten:

die Zeitbindungsklassen festgelegt haben.

Standardeinstellungen

Für die von SAP verwandten Zeitbindungsklassen ist die Zeitbindungsreaktion bereits hinterlegt.

Empfehlung

Versuchen Sie mit der Anzahl der Standardzeitbindungsklassen in Ihrem Unternehmen auszukommen und nur die Reaktionskennzeichen zu verändern.

Aktivitäten

1. Überprüfen Sie, ob die Reaktion des Systems auf die Überschneidung von Zeitinfotypen Ihren Anforderungen entspricht.
2. Verändern Sie gegebenenfalls die Reaktionskennzeichen einer Zeitbindungsklasse.