Automatische Inversion Vorperioden

Verwendung

Das System verwendet die automatische Inversion Vorperioden für Konsolidierungsmaßnahmen, die Summendaten buchen und die Belege in Abschlussperioden erzeugen. Bei der automatischen Inversion für Vorperioden invertiert das System in der laufenden Abschlussperiode Belege, die von jenen Konsolidierungsmaßnahmen in vorhergehenden Abschlussperioden gebucht wurden.

Integration

Die automatische Inversion Vorperioden ist ein Bestandteil der Maßnahmenausführung.

Voraussetzungen

Das System führt die automatische Inversion Vorperioden bei der Ausführung einer Konsolidierungsmaßnahme unter folgenden Voraussetzungen durch:

Die Maßnahme bucht Belege.

Die Maßnahme basiert auf Summendaten.

Das Kennzeichen für die automatische Inversion Vorperioden ist in der zur Maßnahme gehörenden Belegart gesetzt.

Funktionsumfang

Für kumuliert buchende Konsolidierungsmaßnahmen invertiert das System diejenigen Belege, die von jenen Konsolidierungsmaßnahmen in vorhergehenden Abschlussperioden für die laufende Abschlussperiode gebucht wurden. Dies geschieht, bevor die Belege für die laufende Abschlussperiode gebucht werden.

Vorteile hiervon sind:

Die Beträge, die in einer beliebigen Periode gebucht werden, sind immer kumulierte Werte. Dadurch brauchen keine Delta-Beträge berechnet werden, die schwer nachzuvollziehen sind.

Solange die Buchungen innerhalb eines Geschäftsjahres anfallen (und darum kein Saldovortrag notwendig ist), berechnet die Konsolidierungsmaßnahme die Beträge neu, ohne die eigenen Änderungen der Bewegungsdaten berücksichtigen zu müssen; denn die Änderungen werden ja invertiert.

Bei ergebniswirksamen Vorgängen, die geschäftsjahresübergreifend sind (also dort, wo auch der Saldovortrag involviert ist), unterteilt das System die Ergebniseffekte automatisch in Effekte aus vorhergehenden Geschäftsjahren und Effekte des laufenden Geschäftsjahres.

Die Maßnahmenausführung stellt sicher, dass alle Belege von früheren Ausführungen der Konsolidierungsmaßnahme in derselben Periode storniert werden.

Außerdem stellt die Maßnahmenausführung – sofern Sie das entsprechende Kennzeichen gesetzt haben - sicher, dass alle Belege von Ausführungen der Konsolidierungsmaßnahme aus der vorhergehenden Abschlussperiode invertiert werden.

Aktivitäten

Setzen Sie in der Belegart, die Sie der automatisch buchenden Maßnahme zuordnen, das Kennzeichen für die automatische Inversion Vorperioden .

Falls Sie manuelle Konsolidierungsmaßnahmen haben, legen Sie eine Periodeninitialisierungs-Maßnahme an, damit das System für diese Maßnahmen die automatische Inversion Vorperioden durchführen kann.

Das System führt die automatische Inversion Vorperioden in Abschlussperioden automatisch zu Beginn der Ausführung einer buchenden Konsolidierungsmaßnahme durch. Dabei geht das System folgendermaßen vor:

Es selektiert alle entsprechenden Belegzeilen.

Es storniert alle Belege, die weder stornierte Belege noch Stornobelege sind. (Ein Belegpaar aus invertierendem und invertiertem Beleg muss zusammen storniert werden.)

Wenn während dieses Schritts eine oder mehrere invertierte Belegzeilen storniert werden, so wird die Maßnahmenausführung in der folgenden Periode angestoßen. Sie müssen die Maßnahmenausführung wiederholen, um konsistente Summendaten zu erhalten.

Abhängig von den Einstellungen bei der Belegart geht das System so vor:

Es überprüft, ob die Inversion der Maßnahmen in der vorhergehenden Periode bereits durchgeführt wurde (d.h. ob es keine Belegzeile in der vorhergehenden Periode gibt, die invertierend oder invertiert ist).

Falls die Inversion in der vorhergehenden Periode noch nicht durchgeführt wurde, führt das System die Inversion jetzt durch. (Dabei können nur Belegzeilen invertiert werden, die nicht stornierend, storniert, invertierend oder invertiert sind.)

Beispiel

Dieses Beispiel zeigt Schritt für Schritt, wie die automatische Inversion Vorperioden arbeitet.

Betrachtet wird eine Umgliederungsmaßnahme für eine Aktivposition, die vierteljährlich durchgeführt wird. Der Wert der Aktivposition erhöht sich in jeder Periode um 10.

Unten werden folgende Abkürzungen benutzt:

o

Original-Beleg

i

Invertierender Beleg

r

Stornobeleg

ri

Stornobeleg für invertierenden Beleg

1. Initialer Buchungslauf in Periode 003

Periode

003

006

009

Kontierungsebene 00, Periodenwert

10     

10     

10     

Buchung Konsolidierungsmaßnahme

30-(1o)

 

 

Die Umgliederungsmaßnahme erzeugt einen neuen Original-Beleg (1o) in Höhe von 30-.

2. Initialer Buchungslauf in Periode 006

Periode

003

006

009

Kontierungsebene 00, Periodenwert

10     

10     

10     

Buchung Konsolidierungsmaßnahme

30-(1o)

60-(2o)

 

Inversion früherer Perioden

 

30 (2i)

 

Beim Buchungslauf in Periode 006 wird der alte Original-Beleg (1o) aus der vorhergehenden Abschlussperiode 003 entdeckt, der noch nicht invertiert wurde. Daher wird er in Periode 006 durch Beleg (2i) invertiert.

Der kumulierte Wert in Höhe von 60 wird umgegliedert mit Beleg (2o).

3. Initialer Buchungslauf in Periode 009

Periode

003

006

009

Kontierungsebene 00, Periodenwert

10     

10     

10     

Buchung Konsolidierungsmaßnahme

30-(1o)

60-(2o)

90-(3o)

Inversion früherer Perioden

 

30 (2i)

60 (3i)

Beim Buchungslauf in Periode 009 werden die Belege (2o) und (2i) aus der vorhergehenden Abschlussperiode entdeckt. Beleg (2o) wurde noch nicht invertiert; daher wird er in Periode 009 invertiert durch Beleg (3i). Beleg (2i) wird nicht weiter beachtet, da es ein invertierender Beleg ist.

Der kumulierte Wert in Höhe von 90 wird umgegliedert mit Original-Beleg (3o).

4. Wiederholungslauf in Periode 006

Periode

003

006

009

Kontierungsebene 00, Periodenwert

10     

10     

10     

Buchung Konsolidierungsmaßnahme

30-(1o)

60-(2o)

90-(3o)

 

 

60-(4o)

 

Inversion früherer Perioden

 

30 (2i)

60 (3i)

Storno

 

60 (4r)

60-(4ri)

Beim Wiederholungslauf in Periode 006 wird Beleg (1o) aus der vorhergehenden Abschlussperiode 003 entdeckt; er wurde bereits invertiert durch Beleg (2i). Daher werden weder (1o) noch (2i) weiter beachtet.

Der alte Original-Beleg (2o) wird entdeckt; er muss storniert werden. Daher wird in Periode 006 der Stornobeleg (4r) gebucht.

Der invertierende Beleg (3i) muss ebenfalls storniert werden und zwar durch Beleg (4ri).

Ein neuer Original-Beleg (4o) wird mit dem Kumuliertwert von 60- erzeugt.

5. Weiterer Wiederholungslauf in Periode 006

Periode

003

006

009

Kontierungsebene 00, Periodenwert

10     

10     

10     

Buchung Konsolidierungsmaßnahme

30-(1o)

60-(2o)

90-(3o)

 

 

60-(4o)

 

 

 

60-(5o)

 

Inversion früherer Perioden

 

30 (2i)

60 (3i)

Storno

 

60 (4r)

60-(4ri)

 

 

60 (5r)

 

Beim weiteren Wiederholungslauf in Periode 006 wird Beleg (1o) aus der vorhergehenden Abschlussperiode 003 entdeckt; er wurde bereits invertiert durch Beleg (2i). Daher werden weder (1o) noch (2i) weiter beachtet.

Der alte Original-Beleg (2o) wird entdeckt, der bereits durch Beleg (4r) storniert wurde. Beide Belege werden daher nicht weiter beachtet.

Der alte Original-Beleg (4o) wird entdeckt, der storniert werden muss. Daher wird in Periode 006 der Stornobeleg (5r) gebucht.

Ein neuer Original-Beleg (5o) wird mit dem Kumuliertwert von 60- erzeugt.

6. Wiederholungslauf in Periode 009

Periode

003

006

009

Kontierungsebene 00, Periodenwert

10     

10     

10     

Buchung Konsolidierungsmaßnahme

30-(1o)

60-(2o)

90-(3o)

 

 

60-(4o)

90-(6o)

 

 

60-(5o)

 

Inversion früherer Perioden

 

30 (2i)

60 (3i)

 

 

 

60 (6i)

Storno

 

60 (4r)

60-(4ri)

 

 

60 (5r)

90 (6r)

Die Belege (2o), (4o), (5o), (2i), (4r) und (5r) werden in der vorhergehenden Abschlussperiode 006 entdeckt. Sie werden folgendermaßen behandelt:

Beleg (2o) wurde durch (4r) storniert. Daher werden beide Belege nicht weiter beachtet. Dasselbe gilt für (4o) und (5r).

Beleg (2i) ist ein invertierender Beleg. Daher wird er nicht weiter beachtet.

Beleg (5o) ist ein Original-Beleg, der weder storniert noch invertiert wurde. Daher wird er in Periode 009 durch Beleg (6i) invertiert.

In Periode 009 wird der alte Original-Beleg entdeckt, der storniert werden muss. Daher wird in Periode 009 der Stornobeleg (6r) gebucht.

In Periode 009 wird ein neuer Originalbeleg (6o) in Höhe von 90- erzeugt.