Durchführung einer Gefährdungsbeurteilung Durch die regelmäßige Durchführung von Gefährdungsbeurteilungen, können Sie Ihre Mitarbeiter vor Arbeitsunfällen und arbeitsbedingten Gesundheitsgefahren gezielt schützen und somit einen präventiven Arbeits- und Gesundheitsschutz betreiben.
Daneben gibt es länderspezifische Gesetze und Vorschriften, die zur Durchführung und Dokumentation von Gefährdungsbeurteilungen verpflichten, beispielsweise das deutsche Arbeitsschutzgesetz. Wenn Sie die
Gefährdungsbeurteilung
des SAP EH&S einsetzen, können Sie den Anforderungen gerecht werden.
Die folgende Grafik gibt einen Überblick über den mit der
Gefährdungsbeurteilung
abgebildeten Prozess.

Die zu beurteilenden Belastungenwurden im Belastungsprofil erfasst.
Bei der Durchführung einer Gefährdungsbeurteilung werden im Allgemeinen folgende Prozessphasen durchlaufen:
Gefährdungsbeurteilung über das
Belastungsprofil
anlegen
Der Ausgangspunkt für die Gefährdungsbeurteilung ist in der Regel das
Belastungsprofil des Arbeitsbereichs
. Hier finden Sie die Ausgangsliste der Belastungen, für die eine Gefährdungsbeurteilung durchgeführt werden kann. Sie wählen aus der Liste die Belastungen aus, für die eine Beurteilung durchgeführt werden soll und erzeugen den
Kopfdatensatz
der Gefährdungsbeurteilung über eine entsprechende Drucktaste.
Danach können Sie jede Belastung getrennt analysieren und beurteilen.
Hinweis
Falls Sie das
Belastungsprofil
nicht verwenden, können Sie die Gefährdungsbeurteilung auch direkt in der Komponente
Gefährdungsbeurteilung
anlegen. Dabei müssen Sie die Belastungen noch dem betrachteten Arbeitsbereich zuordnen.
Messwerte erfassen
Handelt es sich bei der zu beurteilenden Belastung um eine messbare Größe, zu der Grenzwerte existieren, bietet sich für die Analyse der
Vergleich
der
Messwerte mit den Grenzwert
en an. Hierfür müssen Sie zunächst die Ergebnisse Ihrer aktuellen Messungen erfassen. Anhand derer führen Sie später den Vergleich durch.
Ihre Messergebnisse erfassen Sie in der Funktion
Quantitäten
. Neben der manuellen Erfassung haben Sie hier die Möglichkeit, Quantitäten mit Hilfe der Funktion
Quantitätenermittlung
aus anderen Anwendungen auszulesen und zu übernehmen, z.B. aus der
Bestandsführung
der SAP -Komponente
Materialwirtschaft
.
Die
Quantitätenermittlung
ist als
User-Exit-Funktionrealisiert und kann daher nach Ihren Bedürfnissen angepasst werden.
Belastungen analysieren und eine bewertende Einstufung vergeben
In der Gefährdungsanalyse untersuchen Sie anhand definierter Methoden (Analysemethoden) pro Arbeitsbereich und Betriebszustand die verfügbaren Informationen. Beispielsweise führen Sie einen Messwert-Grenzwert-Vergleich durch. Für Gemische können Sie eine Summenbewertung durchführen.
Haupteinstufung ermitteln und mit der Einstufung des
Belastungsprofils
abgleichen
Sie ermitteln die Gesamtbeurteilung ( Haupteinstufung), indem Sie die Einstufungen, die Sie in den Analysen vergeben haben, auswerten. Zusätzlich können Sie das Ergebnis der Risikobetrachtung berücksichtigen.
Sie können die Haupteinstufung manuell vergeben oder über einen User-Exit berechnen lassen. Standardmäßig wird durch den User-Exit die höchste (d.h. schlechteste) Einzeleinstufung aus den Analysen und der Risikobetrachtung als Haupteinstufung übernommen. Sie können diesen Wert manuell überschreiben.
Empfehlung
Gleichen Sie nach der Vergabe der Haupteinstufung die Einstufung des
Belastungsprofils
mit der
Haupteinstufung
ab. Dadurch wird die Haupteinstufung in das
Belastungsprofil
übertragen.
falls erforderlich: Arbeitsschutzmaßnahmen oder Schutzziele definieren und verfolgen
Sie können direkt aus dem Kontext einer Gefährdungsbeurteilung Schutzziele und Arbeitsschutzmaßnahmen definieren.
Maßnahmen mit entsprechendem Customizing (z.B. technische Maßnahmen) können Sie durch die Integration in die SAP -Komponente
Instandhaltung
(PM)
in Form von Meldungen an die
Instandhaltungsabwicklung
übergeben. Nach Erledigung im
PM
können Sie die Daten wieder in den
Arbeitsschutz
zurücklesen. Der Meldende wird per E-Mail in seinem Büroeingang über das Zurücklesen benachrichtigt und kann im Anschluss die Wirksamkeit der Maßnahmen kontrollieren.
Gefährdungsbeurteilung abschließen
Nachdem Sie alle Daten kontrolliert und die Wirksamkeit der Maßnahmen überprüft haben, können Sie die Gefährdungsbeurteilung abschließen. Dazu vergeben Sie die Einstufung nach Kontrolle .
Empfehlung
Führen Sie nach der Vergabe der
Einstufung nach Kontrolle
nochmals einen Abgleich mit dem
Belastungsprofil
durch. Dadurch wird anstelle der Haupteinstufung die
Einstufung nach
Kontrolle
in das
Belastungsprofil
übertragen.
optional: Datum der nächsten Gefährdungsbeurteilung angeben
Wenn Sie planen, die Gefährdungsbeurteilung zu einem bestimmten Datum zu wiederholen (Folgebeurteilung), können Sie ein Fälligkeitsdatum eintragen.
Indem Sie später eine entsprechende Suchanfrage stellen, können Sie nach den fälligen bzw. überfälligen Gefährdungsbeurteilungen recherchieren.
falls erforderlich: Folgebeurteilung durchführen
Wenn Sie die Gefährdungsbeurteilung wiederholen wollen oder sich die Bedingungen am Arbeitsbereich durch die Inbetriebnahme eines neuen Anlagenteils geändert haben, können Sie eine Folgebeurteilung durchführen. In diese Beurteilung werden die
Kopfdaten
der bereits durchgeführten Beurteilung und die
Quantitäten
übernommen – die Daten der
Gefährdungsanalyse
und der
Maßnahmen
sind jedoch unbewertet und können somit erneut bearbeitet werden.
Die Daten der vorherigen Gefährdungsbeurteilung stehen Ihnen nach dem Anlegen der Folgebeurteilung immer noch zur Verfügung. Sie sind jedoch in Ihrer Gültigkeit abgegrenzt. Zum Aufrufen müssen Sie in der Suchanfrage den Stichtag entsprechend zurücksetzen.
Hinweis
Sie können mit Hilfe der Komponente Auswertungen (EHS-IHS-REP) alle Versionen einer Gefährdungsbeurteilung anzeigen.
Hinweis
Das System vergibt beim Anlegen der Folgebeurteilung eine interne Änderungsnummer. Sie können daher pro Tag nur eine Folgebeurteilung anlegen.
optional: Status bearbeiten
Sie können ein Freigabeverfahren anschließen. Dadurch können Sie ein mehrstufiges Freigabeverfahren durchführen, in dem verschiedene Instanzen (Personen, Abteilungen, Organisationseinheiten) ihre Zustimmung oder Ablehnung zu der Gefährdungsbeurteilung abgeben können. Nachdem alle Instanzen durchlaufen wurden, wird nochmals ein Gesamtstatus abgegeben. Alle Entscheidungen werden im Statusprotokoll festgehalten und können über eine entsprechende Drucktaste angezeigt werden. Aufgrund der Entscheidung im Freigabeverfahren können organisatorische Maßnahmen folgen, die beispielsweise den Austausch eines Stoffes (Belastung) durch einen Ersatzstoff fordern.
Hinweis
Auch nach der Statusbearbeitung können Sie einen Abgleich mit dem
Belastungsprofil
vornehmen. Dabei wird die
Einstufung nach Kontrolle
in das Profil übertragen.