UmlageDie Umlage dient der Verrechnung primärer und sekundärer Kosten in der Kostenstellenrechnung und in der Prozeßkostenrechnung. Dabei werden folgende Informationen an die Empfänger weitergeleitet:
die Originalkostenarten werden kumuliert bzw. gruppenweise Umlagekostenarten (= Sekundärkostenarten) zugeordnet. Die Originalkostenarten gehen dabei verloren.
die Sender- und Empfängerinformation (welches ist die/der sendende und welches die/der empfangende Kostenstelle/Geschäftsprozeß) wird im Kostenrechnungsbeleg dokumentiert.
Eine Verrechnung mittels Umlage kann erfolgen, wenn die Zusammensetzung der Kosten für die Empfänger keine wichtige Information ist. Beispielsweise ist für die empfangenden Kostenstellen einer Umlage der Kantinenkosten nicht interessant, wie sich diese Kosten zusammensetzen.
Im Informationssystem lassen sich die Ergebnisse der Umlage unter der jeweiligen Kostenart der Umlage nach Sender- und Empfängerbeziehungen analysieren.
Hinweis
Für die periodische Umbuchung , die Verteilung sowie die Umlage werden pro Sender und pro Empfänger Einzelposten geschrieben. Es ist nicht möglich, das Schreiben von Einzelposten systemseitig einzuschränken. Sie werden bei der Wiederholung der periodenbezogenen Verrechnungen innerhalb einer Periode storniert. Das Buchungsdatum der Istverrechnung ist jeweils der letzte Tag eines Kalendermonats. Das Buchungsdatum der Planverrechnung ist jeweils der erste Tag eines Kalendermonats.
Beachten Sie, daß Sie keinen Verbrauch im Rahmen der Umlage verrechnen können. Zur Leistungsmengenverrechnung steht Ihnen die indirekte Leistungsverrechnung zur Verfügung.
Bei der Verrechnung mittels Umlage können Sie alle Kostenarten zu einer Umlagekostenart zusammenfassen. Bei der Ausführung der Umlage werden dann alle insgesamt vom Sender zu verrechnenden Kosten mit dieser Kostenart verrechnet. Dadurch geht jedoch beim Empfänger die Information über die Zusammensetzung der Kosten verloren.
Alternativ können Sie in einem Verrechnungsschema festlegen, welche Kostenarten unter welchen Umlagekostenarten verrechnet werden sollen. Sie ordnen einzelne Kostenarten, Kostenartengruppen oder -intervalle einer Umlagekostenart zu. Das Verrechnungsschema können Sie in der Segmentpflege hinterlegen.
Hinweis
Wenn Sie Informationen über die Zusammensetzung der Kosten auf einer verdichteten Ebene haben möchten, mußten Sie bisher sehr viele Segmente anlegen, die sich nur durch die Zuordnung der Verrechnungskostenarten zu den Umlagekostenarten unterschieden. Durch die Verwendung eines Verrechnungsschemas können Sie nun den Pflegeaufwand sowie die Laufzeit des Zyklus verringern.
Das Unternehmen A hat zehn Filialen in Deutschland. Für jede Filiale sollen die Primärkosten am Periodenende mit einer eigenen Umlagekostenart verrechnet werden. Kostenstellen werden über alle Filialen hinweg zusammengefaßt (z.B. alle Kantinen der Filialen). Bei gleichem Sender und Empfänger soll jedoch für jede Filiale eine eigene Umlagekostenart verwendet werden.
Bisher mußte für jede Kostenart, die einer eigenen Umlagekostenart zugeordnet wurde, ein entsprechendes Segment angelegt werden.
Segment |
Sender |
Empfänger |
Kostenart |
Umlagekostenart |
Segment 1 |
Kostenstelle 3500 Einkauf |
Kostenstelle 3600 Kantine |
Kostenart 415000 |
Umlagekostenart 510000 |
Segment 2 |
Kostenstelle 3500 Einkauf |
Kostenstelle 3600 Kantine |
Kostenart 430000 |
Umlagekostenart 520000 |
In einem Verrechnungsschema können nun die Primärkostenarten 415000, 430000,... sowie deren Zuordnungen zu Umlagekostenarten zusammengefaßt werden. Dadurch kann die Vielzahl der Segmente reduziert werden.
Segment |
Sender |
Empfänger |
Verrechnungsschema |
Segment 1 |
Kostenstelle 3500 Einkauf |
Kostenstelle 3600 Kantine |
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Weitere Informationen finden Sie im Einführungsleitfaden (IMG) der Kostenstellenrechnung oder Prozeßkostenrechnung unter
Siehe auch:
Definition periodischer Umbuchungen oder periodischer Verrechnungen
Periodische Umbuchungen oder periodische Verrechnungen online ausführen