Reservesetzung im Schaden-/Leistungsfall
Sie können innerhalb eines Schaden-/Leistungsfalls sowohl Reserven für Entschädigungen als auch Reserven für Kosten setzen. Diese Reserven spiegeln den erwarteten wirtschaftlichen Schaden wider, d.h. die zukünftigen zu erwartenden Zahlungen zu einem Schaden-/Leistungsfall. Sobald eine Zahlung in einem Schaden-/Leistungsfall geleistet wird, passt das System die Reserve entsprechend automatisch an. Bei Bedarf können Sie diese Reservenanpassung auch manuell durchführen.
Im Schaden-/Leistungssystem wird zudem zwischen Aufwandsreserven und Erwartungsreserven unterschieden. Aufwandsreserven spiegeln wie oben beschrieben den erwarteten wirtschaftlichen Schaden wider, d. h. die zu erwartenden Verbindlichkeiten. Erwartungsreserven spiegeln dagegen die zu erwartenden Einnahmen aus Regress, Provenue (Resteverwertung) oder Teilungsabkommen wider. Erwartungsreserven sind also ihrem Wesen nach Forderungen.
Aus versicherungstechnischer Sicht stellen Reserven Rückstellungen und damit Fremdkapital in unbekannter Höhe dar.
Reserven werden für die folgenden Bereiche benötigt:
Bereich | Verwendung |
Meldewesen |
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Bilanz |
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Kontrolle für den Sachbearbeiter bei der Fallregulierung |
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Nebenbuchhaltung | |
Ermöglichung von Reports und (Kosten-)Analysen |
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Anschluss einer Buchhaltung über die SAP-eigene Buchungsschnittstelle (dies ist eine Accounting Schnittstelle)
Extraktor 0ISCM_RESERVE_01 für den Anschluss an ein Business-Intelligence-System
BRFplus-Funktion zu Reserven:
ICL_F0001_FV (Reserve neu anlegen oder ändern)
Sie haben die erforderlichen Customizing-Einstellungen vorgenommen.
Weitere Informationen finden Sie unter Customizing-Einstellungen für Reserven.
Sie haben die erforderlichen Berechtigungen für das Setzen von Reserven festgelegt.
Weitere Informationen finden Sie unter Berechtigungsprüfung bei der Reservesetzung.
Sie können über das Customizing einstellen, welche der folgenden Reservesetzungsmethoden pro Reserveart erlaubt sind:
statistische Reservesetzung
manuelle Reservesetzung
Reservesetzung über Entschädigungsberechnung
Reservesetzung über Rückverteilung
Die Reservesetzung innerhalb eines Schaden-/Leistungsfalls läuft üblicherweise folgendermaßen ab:
Wenn Sie einen Fall anlegen oder innerhalb der Fallbearbeitung einen Teilfall anlegen, müssen Reserven (so genannte Erstreserven) gesetzt werden. Auf Fallkopfebene sind dies Reserven für Kosten, auf Teilfallebene sind dies Reserven für Entschädigungen.
Diese Reserven können sowohl automatisch vom System (statistische Reservesetzung) als auch manuell vom Sachbearbeiter gesetzt werden (dies ist abhängig von den Customizing-Einstellungen).
Sobald sich der Sachverhalt in einem Schaden-/Leistungsfall ändert (z. B. nach Eingang eines Gutachtens), eine Zahlung geleistet wird oder eine Anspruchspostenbewertung durchgeführt wird, muss die Reserve angepasst werden.
Auch diese Reserveanpassung kann sowohl automatisch vom System als auch manuell vom Sachbearbeiter erfolgen. Zudem können Sie über das Customizing einstellen, dass die Reserven über die Entschädigungsberechnung berechnet werden.
Sobald Sie einen Teilfall oder einen Fall schließen, setzt das System die jeweilige Reserve auf null. Dies bezieht sich nur auf die Aufwandsreserve.
Buchung der Reserven ins Hauptbuch
Am Ende oder zu Beginn jeder Buchungsperiode werden die Reserven zu Schaden-/Leistungsfällen in das Hauptbuch und alle weiteren Buchungsmodule gebucht. Diese Buchung erfolgt in zwei Schritten:
Führen Sie den Report ICL_CF_CASE_RESERVE2LOT (Fallreserven in den Stapel übertragen) aus.
Mit Hilfe dieses Reports bilden Sie zeitpunktbezogene Reservestapel.
Um den Report auszuführen, wählen Sie vom Bild SAP Easy Access
aus .
Führen Sie den Report ICL_CF_LOT2GL (Reserven in die Finanzbuchhaltung buchen) aus.
Mit Hilfe dieses Reports buchen Sie die zeitbezogenen Reservestapel, die Sie mit dem ersten Report gebildet haben, in die Finanzbuchhaltung.
Um den Report auszuführen, wählen Sie vom Bild SAP Easy Access
aus .
Weitere Informationen finden Sie in der Dokumentation der beiden Reports.