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Web-Service-ProviderLocate this document in the navigation structure

Verwendung

Web-Services können auf zwei Arten bereitgestellt werden:

  • Mit dem Enterprise Services Repository (Outside-In)

    Dieser Ansatz besteht im Wesentlichen aus zwei Schritten:

    • Die Service-Entwicklung beginnt im Enterprise Services Builder (ES Builder). Anders als bei der Inside-Out-Entwicklung (bei der ein WSDL-Dokument ausgehend von einer vorhandenen Funktion generiert wird, um diese zu publizieren), legt der ES Builder den Service implizit als WSDL-Dokument im Enterprise Service Repository (ES Repository) an.

    • Um einen Service zu implementieren beziehungsweise aufrufen zu können, generieren Entwickler zum Service aus dem ES Repository Proxys in das jeweilige Anwendungssystem. Die Entwicklung startet also außerhalb des Anwendungssystems und wird schließlich im Anwendungssystem fortgesetzt (daher Outside-In).

    Für den Aufruf eines Services werden mit Hilfe eines WSDL-Dokuments Entwicklungsobjekte eines Services, der außerhalb des Systems beschrieben wurde, in das jeweilige Entwicklungssystem generiert (Outside-In).

  • Modellierung im Backend

    Das ABAP-Backend unterstützt Modellierungsfunktionen, die denen des Java-basierten Enterprise Services Repository ähneln. Es ermöglicht Ihnen, Datentypen, Message-Typen und Service-Interfaces direkt in der ABAP-Entwicklungsumgebung zu modellieren.

  • Auf der Grundlage bereits existierender Funktionen (Inside-Out)

    Die Web-Service-Technologie ermöglicht es einem Unternehmen, als sogenannter " Provider" firmenintern oder extern Services anzubieten. Die Hürde unterschiedlicher Programmiersprachen wird dabei dadurch genommen, dass eine bestehende Funktion in einem System über einen Web-Service gekapselt wird. Die Web-Service-Definition beinhaltet die Signatur der Funktion und weitere notwendige Informationen für deren Aufruf, beispielsweise die Adresse des Servers, auf dem die Funktion aufgerufen werden kann. Um diese Informationen einem Verwender (Consumer) zur Verfügung zu stellen, publizieren Sie den Web-Service als WSDL-Dokument. Über diesen XML-Standard können dann die Verwender des Services ein Proxy in ihr Anwendungssystem generieren, über das Sie den Web-Service über das SOAP-Protokoll aufrufen.

    Eine programmiersprachenunabhängige Beschreibung des für den Funktionsaufruf verwendeten Interface wird zur weiteren Verwendung nach außen gegeben. In diesem Fall spricht man von "Inside-Out-Entwicklung".

    RFC-fähige Funktionsbausteine, Funktionsgruppen (die RFC-fähige Funktionsbausteine enthalten) und BAPIs können ohne zusätzlichen Programmieraufwand als Web-Service bereitgestellt werden. Der Service existiert im System und kann nach außen publiziert werden (Inside-Out)

  • Auf Basis eines WSDL-Dokuments
  • Sie können eine lokal gespeicherte WSDL verwenden oder sie aus einer URL bzw. Services Registry abrufen. Das WSDL-Dokument ist eine Beschreibung des Web-Services und enthält alle notwendigen Informationen.
Hinweis

An Stelle von "Outside-In" und "Inside-Out" sind in der SOA-Welt auch folgende Begriffe gebräuchlich: "Contract-First" und "Code-First"; "Top-Down" und "Bottom-Up".

Allgemein gilt die Richtlinie, dass sich der Inside-Out-Ansatz dann empfiehlt, wenn die Objekte bereits vorhanden sind und Sie den Web-Service nur für interne Zwecke nutzen. In anderen Fällen modellieren Sie die Objekte in der Regel. Für die Modellierung von Web-Services sind WSDL-Dokumente vorzuziehen, da sie sauberer und nach außen lesbarer sind.