Vorschlagspool exportieren
Sie können Vorschlagspools nur
transportieren, wenn der/die Vorschlagspool(s) zuvor aus dem/den
Quellsystem(en) exportiert wurde(n). Sie können entweder den gesamten
Vorschlagspool
oder nur einen Teilbereich exportieren.
Sie haben sowohl beim Export als auch
beim Import die Möglichkeit, die exportierten bzw. importierten Daten durch
Parameter einzuschränken. Wenn z. B. im Zielsystem bereits ein Vorschlagspool
vorhanden ist oder in das Zielsystem Vorschlagspools aus mehreren Systemen
importiert werden müssen, können Sie durch geschicktes Auswählen der Export-
oder Importparameter Konflikte beim Import vermeiden. Solche Konflikte können
auftreten, wenn derselbe Quelltext in verschiedenen Vorschlagspools
unterschiedlich übersetzt wurde und außerdem auf der gleichen Ebene (z. B. als
Systemstandard
oder als
Applikationsstandard
für dieselbe Domäne) mit demselben
Qualitätsstatus
versehen wurde. Sie können folgende Teilbereiche eines Vorschlagspools (auch
kombiniert) exportieren:
· Quellsprache
· Zielsprache
· Domänentyp
· Domäne

Die Domäne entspricht im ABAP-Umfeld früherer Releases der obersten Komponentenstufe der Anwendungskomponentenhierarchie.
· Qualitätsstatus
· Datum, zu dem erstmals ein Vorschlag für den Quelltext erfasst wurde
· Übersetzer, der den Quelltext erstmals übersetzt hat
· Datum der letzten Änderung
· Übersetzer, der eine Übersetzung zuletzt geändert hat
· Export nur von Vorschlägen
· Export nur von Abkürzungen
· Export nur von Ausnahmen
· Export der Vorschläge zu allen Objekten, die sich auf einer Objektliste befinden.
Beispiele zum Export von Vorschlagspools finden Sie weiter unten unter Beispiele.
Beim Import der exportierten Vorschlagspooldatei müssen Sie nicht die gesamte Exportdatei auswählen. Vielmehr können Sie über die Importparameter nur Teile der Exportdatei importieren. Sie sollten sich deswegen zuvor überlegen, ob Sie die Exportdatei in nur ein anderes System importieren möchten oder ob Sie die Exportdatei in viele Systeme importieren möchten. Letzteres kann der Fall sein, wenn ein Übersetzungssystem Grundlage für viele andere Übersetzungssysteme ist oder als terminologisch führend eingestuft wird.
Wenn Sie die Exportdatei in nur ein anderes Übersetzungssystem importieren möchten, sollten Sie beim Export die Parameter so setzen, dass sie möglichst alle Anforderungen des einen Zielsystems erfüllen. So halten Sie die Exportdatei klein und beschleunigen den Transportprozess. Wenn Sie hingegen vorhaben, die Exportdatei in viele Übersetzungssysteme zu importieren, sollten Sie einen Komplettexport vornehmen und beim jeweiligen Import dann über die Importparameter sicherstellen, dass nur die für das jeweilige Übersetzungssystem relevanten Daten importiert werden.
Es gibt ein Quellsystem mit einem Vorschlagspool, deren Vorschläge für das Zielsystem geeignet sind.
Sie haben die Berechtigung, aus Transaktion SE38 Reports zu starten und Exportdateien in ein Verzeichnis zu schreiben. Dieses Verzeichnis kann z. B. das Transportverzeichnis des Quellsystems sein, aber auch ein beliebiges anderes Verzeichnis auf einem Server/Rechner, der dem Quellsystem zugänglich ist.
...
1. Rufen Sie im Quellsystem die Transaktion SE38 auf.
2. Starten Sie Report RS_TRANSLATION_EXPORT_PP.
3. Geben Sie in die Felder S_LANG und T_LANG die Quell- und die Zielsprache (jeweils vierstellig) ein.
Sie können auch mit der F4-Hilfe eine Auswahlliste der verfügbaren Quell- und Zielsprachen aufrufen.
4. Geben Sie unter DIRECTRY den Namen des Exportverzeichnisses und unter FILENAME den Namen der Exportdatei an.
Sie sollten einen sprechenden Namen für die Exportdatei wählen. Eine Möglichkeit ist folgende Namensgebungskonvention:
TRM<Kürzel Quellsprache><Kürzel Zielsprache>.<System-ID>
Am Beispiel TRMDE.BA1 erkennen Sie, dass es sich bei der Exportdatei um einen Export des Vorschlagspools (Translation Memory = TRM) mit der Quellsprache Deutsch und der Zielsprache Englisch aus dem Übersetzungssystem Banken1 handelt. Die Exportdatei hat keine vorgeschriebene Dateierweiterung.
5. Wenn das Sprachkürzel im Zielsystem zweistellig ist, markieren Sie das Feld SIMP_LNG.
6. Geben Sie unter DOMATYP den Namen des Domänentyps ein.
Bei ABAP-Applikationen ist der Domänentyp R, andernfalls ist er X. Wenn Sie Vorschläge unabhängig vom Domänentyp exportieren möchten, geben Sie * ein.
7. Wenn Sie Vorschläge einer bestimmten Domäne exportieren möchten, geben Sie den Namen der Domäne in das Feld DOMANAM ein, z. B. BC für Vorschläge aus der Domäne Basis. Wenn Sie die Vorschläge aller Domänen exportieren möchten, geben Sie in das Feld den Wert * ein.

Wenn Sie Vorschläge mehrerer Domänen exportieren möchten, starten Sie für jede Domäne einen eigenen Export.
8. Geben Sie im Feld MIN_STAT den numerischen Wert des Qualitätsstatus an, ab dem Vorschläge exportiert werden sollen.
9. Wenn Sie nur die Vorschläge exportieren möchten, die ein bestimmter Übersetzer erstmals angelegt hat, geben Sie den Benutzernamen dieses Übersetzers in das Feld F_NAME ein. Wenn Sie die Vorschläge aller Übersetzer exportieren möchten, geben Sie * ein.

Wenn Sie Vorschläge mehrerer Übersetzer getrennt exportieren möchten, starten Sie für jeden Übersetzer einen eigenen Export.
10. Geben Sie im Feld F_DATE1 das ursprüngliche Anlagedatum ein, ab dem Vorschläge exportiert werden sollen. Im Feld F_DATE2 geben Sie das letzte Anlagedatum ein, bis zu dem Sie Vorschläge exportieren möchten.
11. Wenn Sie nur die Vorschläge exportieren möchten, die ein bestimmter Übersetzer zuletzt geändert hat, geben Sie den Benutzernamen dieses Übersetzers in das Feld L_NAME ein. Wenn Sie die Vorschläge aller Übersetzer exportieren möchten, geben Sie * ein.
12. Geben Sie im Feld L_DATE1 das letzte Änderungsdatum ein, ab dem Vorschläge exportiert werden sollen. Im Feld L_DATE2 geben Sie das letzte Änderungsdatum ein, bis zu dem Sie Vorschläge exportieren möchten.
13. Markieren Sie das Feld FL_PP, um Vorschläge zu exportieren. Lassen Sie das Feld leer, um keine Vorschläge zu exportieren.
14.
Markieren Sie das Feld FL_PPA, wenn Sie
Abkürzungen
exportieren möchten. Lassen Sie das Feld leer, um keine Abkürzungen zu
exportieren.
15.
Mit dem Feld FL_PPX schließlich werden
Ausnahmen
exportiert. Lassen Sie das Feld leer, um keine Ausnahmen zu
exportieren.

Wenn Sie z. B. nur Abkürzungen exportieren möchten, markieren Sie lediglich das Feld FL_PPA. Wenn Sie Abkürzungen und Vorschläge exportieren möchten, markieren Sie die Felder FL_PP und FL_PPA.
16. Markieren Sie das Feld BATCH, um den Export als Hintergrundjob zu starten.
Es kann sein, dass bei Online-Ausführung der Exportjob bereits nach kurzer Zeit abbricht. Dies hängt davon ab, auf welche Zeit die Timeout-Einstellung für Online-Verarbeitungen in Ihrem System gesetzt wurde. Sie sollten deswegen i. d. R. die Exportjobs als Hintergrundläufe einplanen.
17. Drücken Sie F8.
Wenn Sie in Schritt 13 das Feld BATCH markiert haben, wird der Report nun im Hintergrund ausgeführt. Andernfalls wird der Report im Dialogmodus ausgeführt.
18. Wiederholen Sie ggbf. den Vorgang für jede weitere zu exportierende Domäne oder jeden weiteren Übersetzer, dessen Vorschläge transportiert werden sollen. Wenn Sie Vorschlagspools aus mehreren Quellsystemen benötigen, verfahren Sie in den verbleibenden Quellsystemen analog.
Wenn Sie die Vorschläge zu Objekten, die sich auf einer bestimmten, in der Transaktion LXE_MASTER erzeugten Objektliste befinden, exportieren möchten, verfahren Sie wie folgt:
...
1. Rufen Sie in Transaktion SE38 den Report RS_TRANSLATION_EXPORT_PP_II auf.
2. Wählen Sie für das Feld OBJLIST mit der F4-Hilfe die gewünschte Objektliste aus.
3. Verfahren Sie mit den anderen Feldern wie weiter oben beschrieben.
Das System erstellt eine Exportdatei mit Vorschlägen entsprechend den von Ihnen gewählten Kriterien.
Sie möchten für Version 2 Ihrer Bankensoftware ein neues Übersetzungssystem Banken2 für die Sprachen Englisch, Deutsch, Französisch und Spanisch aufbauen. Version 1 dieser Software wurde bereits im Übersetzungssystem Banken1 seit dem 01.01.2001 ins Englische und Deutsche übersetzt. Die Domänen im Quell- und Zieltextsystem stammen alle aus dem NetWeaver-Bereich und sind nahezu identisch. Sie möchten keine Terminologieänderungen vornehmen.
Sie exportieren den gesamten Vorschlagspool für Deutsch und Englisch aus dem Übersetzungssystem Banken1 mit jeweils den folgenden Parametern:
T_LANG |
EN |
DE |
DOMATYP |
* |
* |
DOMANAM |
* |
* |
MIN_STAT |
1 |
1 |
SIMP_LNG |
<keine Markierung> |
<keine Markierung> |
F_NAME |
* |
* |
F_DATE1 |
01.01.2002 |
01.01.2002 |
F_DATE2 |
<aktuelles Datum> |
<aktuelles Datum> |
L_NAME |
* |
* |
L_DATE1 |
01.01.2002 |
01.01.2001 |
L_DATE2 |
<aktuelles Datum> |
<aktuelles Datum> |
FL_PP |
X |
X |
FL_PPA |
X |
X |
FL_PPX |
X |
X |
BATCH |
X |
X |
Im Übersetzungssystem Standard1 werden seit dem 01.01.2001 ausschließlich Grundlagendomänen übersetzt wie z. B. die ABAP-Domänen Basis (BC), Finanzwesen (FI) und Personalabrechnung (PY). Sie gehen davon aus, dass einige dieser Domänen als Grundlage in vielen anderen Bereichen benötigt werden, z. B. in einem Bankensystem für die Aktiv-Passiv-Steuerung und einem anderen System für Kredite. Sie erstellen deswegen einen Komplettexport aus dem System Standard1 und importieren in andere Übersetzungssysteme bei Bedarf nur Vorschläge für die Domänen, die in dem jeweiligen Übersetzungssystem auch vorhanden sind. Die Exporteinstellungen nehmen Sie wie unter Komplettexport 1 beschrieben vor.
Sie müssen ein neues Bankenübersetzungssystem Banken2 aufbauen, in dem neben bankspezifischen Texten aus der NetWeaver-Domäne Banken-Komponenten (IS-B) auch Texte aus der NetWeaver-Domäne Basis (BC) ins Englische und Deutsche übersetzt werden müssen. Die bankspezifischen Texte wurden seit dem 01.01.2002 im System Banken1 ins Deutsche und Englische übersetzt, die Basis-Texte seit dem 01.01.2001 im System Standard1 ins Deutsche, Englische, Französische und Italienische. Im System Standard1 werden zusätzlich Texte aus den NetWeaver-Domänen Finanzwesen (FI), Personalabrechnung (PY) und Logistik (LO) übersetzt. Diese Domänen benötigen Sie aber nicht im System Banken2. Im System Standard1 haben in letzter Zeit eine Reihe unerfahrener Übersetzer ins Deutsche übersetzt, und Sie hatten noch keine Zeit, die Qualität der Arbeit dieser Übersetzer zu überprüfen. Mit der Qualität der englischen Übersetzungen sind Sie zufrieden.
Aus dem System Banken1 machen Sie einen Komplettexport für die Sprachen Deutsch und Englisch. Hierzu verfahren Sie, wie unter Komplettexport 1 beschrieben.
Aus dem System Standard1 machen Sie einen Teilexport mit folgenden Parametern:
T_LANG |
DE |
EN |
DOMATYP |
R |
R |
DOMANAM |
BC |
BC |
MIN_STAT |
90 |
1 |
SIMP_LNG |
<keine Markierung> |
<keine Markierung> |
F_NAME |
* |
* |
F_DATE1 |
01.01.2001 |
01.01.2001 |
F_DATE2 |
<aktuelles Datum> |
<aktuelles Datum> |
L_NAME |
* |
* |
L_DATE1 |
01.01.2001 |
01.01.2001 |
L_DATE2 |
<aktuelles Datum> |
<aktuelles Datum> |
FL_PP |
X |
X |
FL_PPA |
X |
X |
FL_PPX |
|
X |
BATCH |
X |
X |