Losgrößenplanung
Im Rahmen der Losgrößenplanung legen Sie fest, in welchen Perioden welche Bedarfsmengen bereitgestellt werden. Grundsätzlich stehen Ihnen zwei Möglichkeiten zur Verfügung:
● Sie beschaffen oder produzieren genau die Bedarfsmengen eines Produkts. Dabei entspricht die Auftragsgröße der Bedarfsmenge.
Vorteil dieses Verfahrens sind vor allem geringe Lagerkosten, Nachteil sind jedoch hohe Beschaffungs- und Rüstkosten.
● Sie fassen mehrere Bedarfsmengen eines Produkts aus aufeinanderfolgenden Perioden zu größeren Beschaffungs- oder Produktionslosen zusammen. Bei diesem Verfahren beschaffen oder produzieren Sie im Voraus und nutzen die Kostenersparnisse der Economies of Scale.
Vorteil dieses Verfahrens sind geringere Beschaffungs- und Rüstkosten, Nachteil sind jedoch hohe Lagerkosten.
Der SNP-Optimierer ermittelt auf der Basis aller Kosten die optimalen, d.h. kostengünstigsten Beschaffungs-, Produktions- und Transportlosgrößen. Wenn Sie eine finite Planung mit dem SNP-Optimierer durchführen, sind für die Losgrößenplanung nicht nur die Kosten relevant, sondern auch die zur Verfügung stehenden Kapazitäten.
Im Rahmen der Integration mit der nachgelagerten Produktions- und Feinplanung (z.B. SAP APO Produktions- und Feinplanung, PP/DS) können bei der Vor- bzw. Grobplanung in Supply Network Planning (SNP) bereits größere Rüstverbräuche und/oder -kosten berücksichtigt werden. Dies erleichtert der Produktions- und Feinplanung die Erstellung ausführbarer Pläne.
Für die Losgrößenplanung gelten die gleichen Voraussetzungen wie für die optimierungsbasierte Planung allgemein:
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Einrichten des
Planungsbereichs
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Einrichten der
Stammdaten für den Optimierer
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Anlegen eines
Modellnamens und einer Version
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Einrichten des
Supply-Chain-Modells
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Freigeben des
Absatzplans an Supply Network Planning
Für die Losgrößenplanung in der Produktion mit Hilfe des SNP-Optimierers können Sie sowohl Rüstverbräuche als auch Rüstkosten im System abbilden. Außerdem können Sie die Losgrößenplanung auch durch Festlegung von Mindest- und maximalen Losgrößen sowie von diskreten (ganzzahligen) Losgrößen beeinflussen.
Für die Abbildung von Rüstverbräuchen im System stehen Ihnen grundsätzlich drei Möglichkeiten zur Verfügung:
...
1. Wenn die Höhe der Rüstverbräuche pro Periode aus der Vergangenheit bekannt ist, können Sie den Rüstverbrauch abbilden, indem Sie das Kapazitätsangebot der Produktionsressource entsprechend reduzieren. Bleibt der Rüstverbrauch über die verschiedenen Perioden hinweg gleich, so können Sie den Nutzungsgrad der Ressource in den Ressourcenstammdaten senken. Geben Sie z.B. bei einem Rüstverbrauch von 20% einen Nutzungsgrad der Bucket-Kapazität (Periodenkapazität) von 80% an.
Wenn der Rüstverbrauch über die verschiedenen Perioden schwankt, können Sie die Standardkapazität für die einzelnen Perioden entsprechend reduzieren.
In diesem Fall können Sie für den Optimierungslauf die lineare Optimierungsmethode wählen, d.h. es ist keine Diskretisierung erforderlich.
2. Wenn die Höhe der Rüstverbräuche nicht bekannt ist, der Rüstverbrauch jedoch relativ gering im Vergleich zur Bucket-Kapazität ist, können Sie den Rüstverbrauch als fixen Bucket-Ressourcenverbrauch im PPM festlegen.
Damit der Optimierer den im PPM festgelegten fixen Bucket-Ressourcenverbrauch berücksichtigen kann, müssen Sie im SNP-Optimiererprofil im Feld Fixer Material- und Ressourcenverbrauch einen Diskretisierungshorizont festlegen. Außerdem müssen Sie in diesem Profil die diskrete Optimierungsmethode wählen.
3. Wenn die Höhe der Rüstverbräuche nicht bekannt ist, der Rüstverbrauch jedoch relativ hoch im Vergleich zur Bucket-Kapazität ist, können Sie eine periodenübergreifende Losgrößenplanung durchführen. Weitere Informationen finden Sie unter Periodenübergreifende Losgrößenplanung.
Der Optimierer ermittelt die optimalen Losgrößen und die Anzahl der Lose vor allem auf der Basis der Rüst- und Lagerkosten. So wird der Optimierer bei hohen Rüst- und geringen Lagerkosten eher große Lose planen, während er bei niedrigen Rüst- und hohen Lagerkosten eher kleine Lose plant.
Sie können die Rüstkosten im PPM als Fixkosten im Rahmen der Kostenfunktion festlegen (wählen Sie die Drucktaste Pflege neben dem Feld Kostenprofil und geben Sie die Rüstkosten im Feld Fixe Kosten ein). Außerdem müssen Sie im SNP-Optimiererprofil die diskrete Optimierungsmethode wählen und im Feld PPM-Ausführung auf der Registerkarte Diskrete Restriktionen einen Diskretisierungshorizont eingeben.
Wenn Sie eine reihenfolgeabhängige Losgrößenplanung vornehmen möchten, berücksichtigt der Optimierer Rüstübergänge, -kosten und –zeiten, die Sie in einer Rüstmatrix festgelegt haben. Auf diese Weise können Sie Ihre Rüstkosten optimieren. Weitere Informationen finden Sie unter Reihenfolgeabhängige Losgrößenplanung.
Wenn Sie eine integrierte SNP- und PP/DS-Planung durchführen (d.h. es besteht eine Verknüpfung zwischen SNP- und PP/DS-PPM), berücksichtigt der Optimierer Rüstzustände aus PP/DS. Dies bedeutet, dass der Optimierer Rüstverbräuche und -kosten nicht berücksichtigt, wenn in dem entsprechenden Bucket bereits ein PP/DS-Auftrag für das zugehörige PP/DS-PPM vorhanden ist. Dazu müssen Sie im SNP-Optimiererprofil auf der Registerkarte Integration das Kennzeichen Periodenübergreifende Losgrößenplanung (bei einer periodenübergreifenden Losgrößenplanung) oder das Kennzeichen Nicht-periodenübergr. Losgrößenplanung (bei einer nicht-periodenübergreifenden Losgrößenplanung) aktivieren.
Wenn für Ihre Produktion z.B. aufgrund technischer Restriktionen eine Mindest- oder maximale Losgröße erforderlich ist (es muss z.B. immer mindestens ein ganzer Kessel Wirkstoff produziert werden), können Sie Mindest- und maximale Losgrößen festlegen. Sie haben grundsätzlich zwei Möglichkeiten, diese Mindest- und maximalen Losgrößen festzulegen:
...
1. Sie legen die Mindest- und maximale Losgröße im PPM fest.
2. Sie legen die Mindestlosgröße in den Lokationsproduktstammdaten auf der Registerkarte Losgröße in Verbindung mit den Losgrößenverfahren Feste Losgröße oder Exakte Losgröße fest. Diese Einstellungen werden vom SNP-Optimierer aus Integrationsgründen (z.B. mit PP/DS) berücksichtigt. Die im Produktstamm festgelegte Mindestlosgröße gilt für alle PPMs, die dieses Produkt als Kopfmaterial verwenden. Wenn die Mindestlosgröße im Produktstamm größer ist als die Mindestlosgröße im PPM, berücksichtigt der Optimierer den Wert aus dem Produktstamm. Die im Produktstamm festgelegte maximale Losgröße ist für den SNP-Optimierer nicht relevant.
○ Feste Losgröße: Der von Ihnen als feste Losgröße angegebene Wert wird vom SNP-Optimierer als Mindestlosgröße berücksichtigt. Pro Ausführung des PPMs entspricht die Ausbringungsmenge des PPMs (d.h. die Menge der Output-Komponente) dann dieser festen Losgröße.
○ Exakte Losgröße: Der Optimierer berücksichtigt als Mindestlosgröße die im Lokationsproduktstamm festgelegte Mindestlosgröße.
Damit der SNP-Optimierer die im PPM bzw. Lokationsproduktstamm festgelegten Mindestlosgrößen berücksichtigen kann, müssen Sie außerdem im SNP-Optimiererprofil die diskrete Optimierungsmethode wählen und im Feld Minimale PPM-Losgröße auf der Registerkarte Diskrete Restriktionen einen Diskretisierungshorizont eingeben. Die im PPM festgelegte maximale PPM-Losgröße wird vom Optimierer auch bei Auswahl der linearen Optimierungsmethode berücksichtigt. Dazu müssen Sie im SNP-Optimiererprofil auf der Registerkarte Allgemeine Restriktionen das Kennzeichen Maximale PPM-Losgröße aktivieren.
Wenn Sie z.B. aufgrund technischer Restriktionen nur ganzzahlige Vielfache eines Loses produzieren können (Sie können z.B. nur jeweils ganze Kessel Wirkstoff, d.h. keine 1,5 Kessel produzieren), können Sie im PPM das Kennzeichen Diskretisierung aktivieren. Damit dieses Kennzeichen vom Optimierer beachtet werden kann, müssen Sie außerdem noch im SNP-Optimiererprofil die diskrete Optimierungsmethode wählen und im Feld Ganzzahlige PPMs auf der Registerkarte Diskrete Restriktionen einen Diskretisierungshorizont eingeben. In diesem Fall plant der Optimierer die Produktion immer in ganzzahligen Vielfachen der Menge der Output-Komponente.
Wenn Sie aus Integrationsgründen (z.B. mit PP/DS) in den Lokationsproduktstammdaten auf der Registerkarte Losgröße eine feste oder exakte Losgröße festlegen, hat dies folgende Auswirkungen:
· Feste Losgröße: Der SNP-Optimierer setzt die Ausbringungsmenge im PPM pro PPM-Ausführung immer auf den Wert, den Sie als feste Losgröße festgelegt haben.
· Exakte Losgröße: Der SNP-Optimierer setzt die Ausbringungsmenge im PPM pro PPM-Ausführung immer auf den Wert, den Sie im Lokationsproduktstamm (auf der Registerkarte Losgröße) im Feld Rundungswert festgelegt haben.
Die Menge der Input-Komponenten und die Ressourcenverbräuche werden entsprechend angepasst. Da Sie die im Lokationsproduktstamm festgelegten Losgrößen auch beim Anlegen von PP/DS-Aufträgen verwenden können, können Sie somit eine genauere Vorplanung durchführen.
Analog zu den Rüstkosten in der Produktion ermittelt der SNP-Optimierer die optimalen Losgrößen im Transport vor allem auf der Basis der fixen Kosten des Transportmittels. Wenn diese Kosten hoch sind, wird der Optimierer eher große Transportlose, d.h. seltenere Transporte (z.B. nur alle 2 Wochen), planen.
Sie können diese fixen Transportmittelkosten in der Transportbeziehung im Abschnitt Transportmittel festlegen. Geben Sie im Feld Kostenfunktion eine Transportkostenfunktion an, für die Sie die Fixkosten festgelegt haben. Außerdem müssen Sie im SNP-Optimiererprofil die diskrete Optimierungsmethode wählen und im Feld Transportmittel auf der Registerkarte Diskrete Restriktionen einen Diskretisierungshorizont eingeben.
Sie können im SNP-Losgrößenprofil (Transportbeziehungen) Mindest- und maximale Losgrößen für den Transport festlegen. Dieses Losgrößenprofil geben Sie dann in der Transportbeziehung im Abschnitt Produktspezifischer Transport für ein bestimmtes Produkt an. Auf diese Weise können Sie für bestimmte Produkte Mindest- und maximale Transportlosgrößen festlegen.
Damit der Optimierer die festgelegten Mindestlosgrößen berücksichtigen kann, müssen Sie im SNP-Optimiererprofil die diskrete Optimierungsmethode wählen und im Feld Minimale Transportlosgröße auf der Registerkarte Diskrete Restriktionen einen Diskretisierungshorizont eingeben. Die festgelegte maximale Transportlosgröße wird vom Optimierer auch bei Auswahl der linearen Optimierungsmethode berücksichtigt, wenn Sie im SNP-Optimiererprofil auf der Registerkarte Allgemeine Restriktionen das Kennzeichen Maximale Transportlosgröße aktivieren.
Wenn Sie nur ganzzahlige Vielfache einer Transportlosgröße transportieren möchten (z.B. nur ganze Paletten eines Produkts), können Sie festlegen, dass der Optimierer dies bei der Planung berücksichtigt, indem Sie im SNP-Optimiererprofil die diskrete Optimierungsmethode wählen und im Feld Ganzzahlige Transportlose auf der Registerkarte Diskrete Restriktionen einen Diskretisierungshorizont eingeben. Die Transportlosgröße legen Sie normalerweise im SNP-Losgrößenprofil (Transportbeziehungen) als Rundungswert fest. Alternativ können Sie jedoch im Customizing des SNP unter Globale SNP-Einstellungen pflegen festlegen, dass der Optimierer den im Lokationsproduktstamm der Ziellokation definierten Rundungswert als Transportlosgröße verwendet.
Ebenso können Sie festlegen, dass der Optimierer nur ganzzahlige Transportmittel plant, d.h. z.B. nur jeweils einen ganzen LKW für den Transport einplant. Geben Sie dazu im Feld Ganzzahlige Transportmittel einen Diskretisierunghorizont ein.
Analog zu den Rüstkosten in der Produktion und den fixen Transportmittelkosten im Transport ermittelt der SNP-Optimierer die optimalen Losgrößen in der Beschaffung vor allem auf der Basis der fixen Beschaffungskosten. Wenn diese Kosten hoch sind, wird der Optimierer eher große Beschaffungslose, d.h. seltenere Beschaffungsvorgänge (z.B. nur alle 2 Wochen), planen.
Sie können diese fixen Beschaffungskosten im Lokationsproduktstamm auf der Registerkarte Beschaffung festlegen. Geben Sie im Feld Kostenfunktion eine Beschaffungskostenfunktion an, für die Sie die Fixkosten festgelegt haben. Außerdem müssen Sie im SNP-Optimiererprofil die diskrete Optimierungsmethode wählen und im Feld Beschaffungsmenge auf der Registerkarte Diskrete Restriktionen einen Diskretisierungshorizont eingeben.
Mindest-/Maximale und ganzzahlige Beschaffungslosgrößen können gegenwärtig vom SNP-Optimierer nicht bei der Losgrößenplanung berücksichtigt werden. Es gibt jedoch eine Behelfslösung zur Abbildung dieser Losgrößenrestriktionen:
...
1. Sie legen zunächst Ihren Zulieferer als Lokation in Ihrem Modell an.
2. Sie legen eine Transportbeziehung zwischen dem Zulieferer und der Bedarfslokation an.
3. Sie können nun die Beschaffungs-Losgrößenrestriktionen als Transport-Losgrößenrestriktionen abbilden (siehe Abschnitt Losgrößenplanung im Transport).
Weitere Informationen zur optimierungsbasierten Planung und deren Ausführung finden Sie unter:
· Optimierungsbasierte Planung
· Optimierer im Hintergrund ausführen
· Optimierer in der interaktiven Planung ausführen
· Festlegung zeitabhänger Restriktionen in interaktiver Planung