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Funktionsdokumentation Festlegung zeitabhängiger Restriktionen in interaktiver Planung  Dokument im Navigationsbaum lokalisieren

Verwendung

Während des SNP-Optimierungslaufs werden eine Reihe von Restriktionen berücksichtigt, wie z.B. die Kapazitätsrestriktionen, die für Ressourcen definiert wurden. In der Regel legen Sie im SNP-Optimiererprofil fest, welche Restriktionen vom Optimierer während des Optimierungslaufs beachtet werden sollen. In bestimmten Fällen kann es jedoch erforderlich sein, die Restriktionen zeitabhängig festzulegen, beispielsweise wenn die von einem Lieferanten bereitgestellte Menge eines Produkts von Periode zu Periode schwankt. Sie können solche zeitabhängigen Restriktionen in der interaktiven Planung definieren. Folgende Grenzwerte können gesetzt werden:

      Obergrenze für Fremdbeschaffung (auf Produkt-Lokations-Ebene)

      Obergrenze für Lagerbestand (auf Produkt-Lokations-Ebene)

      Obergrenze für Produktion (auf Produkt-PPM/PDS-Ebene)

      Obergrenze für Transport (auf Produkt-Transportbeziehungs-Ebene)

      Ober- und Untergrenze für Gesamtzugang (auf Produkt-Lokations-Ebene)

Voraussetzungen

Für die Berücksichtigung zeitabhängiger Restriktionen gelten folgende Voraussetzungen:

      Sie haben das Kennzeichen Zeitabhängige Restriktionen nicht beachten im SNP-Optimiererprofil nicht aktiviert.

      Sie verwenden ein SAP GUI ab der Version 7.10. In diesem Fall sehen Sie in der interaktiven SNP-Planung, ob Sie in einer Kennzahl 0 oder nichts eingegeben haben. Dies ist insbesondere für die Zugangsobergrenze von Bedeutung.

Funktionsumfang

Obergrenzen für Fremdbeschaffung, Lagerbestand, Produktion und Transport

      In der Datensicht OPT_TSBD der SNP-Standardplanungsmappe 9ATSOPT steht Ihnen neben der Standardfunktionalität der interaktiven SNP-Planung im unteren Bildbereich eine Tabelle mit den 4 Kennzahlen Beschaffungsobergrenze, Bestandsobergrenze, Produktionsobergrenze und Transportobergrenze zur Verfügung. Für die einzelnen Kennzahlen können Sie jeweils in bestimmten Perioden Obergrenzen festlegen. Diese Obergrenzen werden dann vom System berücksichtigt, wenn Sie einen SNP-Optimierungslauf ausführen.

      Die drei Obergrenzen für Fremdbeschaffung, Produktion und Transport werden vom Optimierer als pseudo-harte Restriktion berücksichtigt. Eine pseudo-harte Restriktion darf nur gegen die Berechnung unendlich hoher Strafkosten verletzt werden, d. h. sie wird vom Optimierer nur verletzt, wenn er andernfalls keine zulässige Lösung finden kann.

Für Fremdbeschaffung, Transport und Produktion können Sie keine zeitabhängigen Untergrenzen festlegen, da dies dazu führen könnte, dass der Optimierer keine zulässige Lösung findet.

·        Für die Bestandsobergrenze können Sie im SNP-Optimiererprofil festlegen, ob sie vom Optimierer als weiche oder als pseudo-harte Restriktion berücksichtigt werden soll (aktivieren oder deaktivieren Sie auf der Registerkarte Erweiterte Einstellungen das Kennzeichen Bestandsobergrenze als weiche Restriktion beachten). Eine weiche Restriktion kann vom Optimierer gegen die Berechnung von Strafkosten verletzt werden. Sie können diese Strafkosten in einer zeitabhängigen Kennzahl in der Planungsmappe 9ATSOPT definieren.

Der Sicherheitsbestand ist die zeitabhängig definierbare Untergrenze für den Lagerbestand. Er ist für den Optimierer immer eine weiche Restriktion. Sie können die Strafkosten für die Unterschreitung des Sicherheitsbestands ebenfalls in einer zeitabhängigen Kennzahl in der Planungsmappe 9ATSOPT definieren.

      Mit Hilfe der Funktion Zeige abhängige Objekte können Sie die Produktionsobergrenze jeweils für bestimmte Produktionsprozessmodelle (PPMs) oder Produktionsdatenstrukturen (PDS) und die Transportobergrenze für bestimmte Transportbeziehungen festlegen. Die Obergrenzen für Fremdbeschaffung und Lagerbestand definieren Sie auf der Ebene des Lokationsprodukts.

Je nach der von Ihnen vorgenommenen Selektion, werden nur die relevanten Obergrenzen auf dem Bildschirm angezeigt. Wenn Sie also ein Lokationsprodukt auswählen, werden nur die Obergrenzen für Fremdbeschaffung und Lagerbestand angezeigt.

Beachten Sie, dass Sie als Obergrenze für die Produktion nicht die Produktionsmenge, sondern die Anzahl der Ausführungen des entsprechenden PPMs oder der PDS angeben müssen. Dabei legen Sie in einer Periode fest, wie häufig die Ausführung in dieser Periode gestartet werden soll. Die Dauer des PPMs oder der PDS bestimmt dann, in welcher Periode welche Produktionsmenge zur Verfügung steht. Wenn Sie beispielsweise am dritten Arbeitstag eine Menge von 30 Stück als Obergrenze festlegen möchten und das zugehörige PPM oder die PDS pro Ausführung 10 Stück produziert und 3 Tage dauert, müssen Sie am ersten Arbeitstag angeben, dass das PPM oder die PDS höchstens drei mal ausgeführt werden soll (d. h. Sie geben für den ersten Arbeitstag den Wert 3 ein).

      In einer zusätzlichen Kennzahl zu den einzelnen Obergrenzen können Sie durch Angabe eines Wertes ungleich 0 anzeigen, dass der Wert 0 für eine Obergrenze tatsächlich als solcher interpretiert werden soll. Andernfalls bedeutet der Wert 0, dass keine Obergrenze existiert.

Ober- und Untergrenze für Gesamtzugang

In der Datensicht OPT_TSRCBD steht Ihnen eine Tabelle mit Kennzahlen für die Festlegung von Zugangsober- und Zugangsuntergrenzen zur Verfügung. Diese beiden Grenzen sind für den Optimierer weiche Restriktionen. In zwei weiteren Kennzahlen können Sie die Strafkosten für die Unterschreitung der Zugangsuntergrenze und Überschreitung der Zugangsobergrenze definieren.

Deaktivierung der Berücksichtigung zeitabhängiger Restriktionen

Sie können im SNP-Optimiererprofil festlegen, dass die zeitabhängigen Restriktionen im Optimierungslauf nicht berücksichtigt werden sollen (setzen Sie auf der Registerkarte Erweiterte Einstellungen das Kennzeichen Zeitabhängige Restriktionen nicht beachten). Dies kann z.B. sinnvoll sein, wenn Sie für den Optimierungslauf ein SNP-Optimierungsschrankenprofil verwenden möchten. Wenn Sie die zeitabhängigen Restriktionen in Verbindung mit den Grenzwerten des Optimierungsschrankenprofils verwenden, kann es vorkommen, dass sich Restriktionen gegenseitig ausschließen. In diesem Fall könnte der Optimierer keine zulässige Lösung finden.

Wenn Sie dennoch das SNP-Optimierungsschrankenprofil zusammen mit den zeitabhängigen Restriktionen verwenden, berücksichtigt der Optimierer den jeweils kleineren Wert der gesetzten Obergrenzen. Beachten Sie, dass Sie im Optimierungsschrankenprofil auch Untergrenzen festlegen können. Wenn die dort definierte Untergrenze höher als die in der interaktiven Planung festgelegte Obergrenze ist, kann der Optimierer keine zulässige Lösung finden.

Massenpflege von Kennzahlen

Sie können die Werte für die Kennzahlen auch mit der Massenverarbeitung festlegen. Wählen Sie dazu die Funktion Massenpflege von Zeitreihenkennzahlen (wählen Sie vom Bild SAP Easy Access aus Advanced Planning and Optimization Supply Network Planning Umfeld Massenpflege von Zeitreihenkennzahlen).

Aktivitäten

...

       1.      Wählen Sie vom Bild SAP Easy Access aus Supply Network Planning Planung Supply Network Planning interaktiv (alle Mappen). Wählen Sie dann die Planungsmappe 9ATSOPT im Planungsbereich und die entsprechende Datensicht.

       2.      Definieren Sie die zeitabhängigen Ober- und Untergrenzen sowie die zugehörigen Strafkosten in den Planungstabellen.

       3.      Führen Sie den SNP-Optimierungslauf in der interaktiven SNP-Planung oder im Hintergrund aus. Weitere Informationen finden Sie unter Optimierer in der interaktiven Planung ausführen und Optimierer im Hintergrund ausführen.

 

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