Beschaffungslieferpläne in der heuristikbasierten SNP-Planung
Einsatzmöglichkeiten
Im Rahmen der
heuristikbasierten Planung in Supply Network Planning werden auch Lieferpläne zur Beschaffung von Produkten berücksichtigt. Mit Hilfe von Lieferplänen können Sie die Kooperation mit Ihren Lieferanten verbessern. Da Ihre Lieferanten besser über Bedarfszeiten und -mengen informiert sind, können Sie die Bearbeitungszeiten verkürzen. Außerdem können Sie die vom Lieferanten bestätigten Mengen in Form von maximalen Lieferantenkapazitäten in Ihre Planung einbeziehen.Die SNP-Heuristik berücksichtigt Beschaffungslieferpläne, die in einem OLTP-System angelegt und über eine entsprechende Schnittstelle (R/3-System: APO Core Interface, CIF) in das SAP-APO-System übertragen wurden, als mögliche Bezugsquellen.

Die SNP-Heuristik berücksichtigt keine Lieferpläne für die Beschaffungsform Lohnbearbeitung. Auch Kontrakte werden nicht in die SNP-Planung einbezogen (Einkaufsinfosätze werden berücksichtigt). Darüber hinaus werden Lieferpläne in SNP nur in Versionen zum aktiven Modell berücksichtigt.
Voraussetzungen
Integrationsmodell generieren.
Freigeben des Absatzplans an Supply Network Planning).
Ablauf
Prozessoptionen
Sie können bei der Lieferplanabwicklung zwischen vier verschiedenen Prozessen wählen, die Sie für APO-Lieferpläne in der Fremdbeschaffungsbeziehung (s.u.) einstellen:
Bei dem unten beschriebenen Beispielprozess handelt es sich um den Prozess mit erwarteten Bestätigungen. Für die Optionen Prozess ohne Bestätigungen oder Prozess mit Bestätigungen im Ausnahmefall gelten ebenfalls im wesentlichen die untenstehenden Ausführungen, mit der Ausnahme, dass durch die Abruferstellung in SAP APO automatisch Lieferplaneinteilungen im OLTP-System erzeugt werden.
Der Prozess ohne Abrufe stellt eine Vereinfachung des unten beschriebenen Prozesses dar. Er eignet sich vor allem für Szenarios, in denen der Lieferant die Bestätigungen über die
kooperierende Beschaffungsplanung per Internet vornimmt. Er verzichtet auf den Schritt 4, d.h. die Erstellung von Lieferplanabrufen. Bei diesem Prozess sieht der Lieferant im Internet nur die Einteilungen und bestätigt diese dann direkt. Alternativ kann der Hersteller auch die Bestätigungen in der interaktiven SNP-Planung erfassen.
Für diesen vereinfachten Prozess gelten folgende besondere Voraussetzungen:
Weitere Informationen dazu finden Sie unter
Voraussetzungen für den APO-Lieferplan.Beispielprozess (Prozess mit erwarteten Bestätigungen)
Im Folgenden ist ein beispielhafter Prozess für die Lieferplanabwicklung in Supply Network Planning beschrieben. Es handelt sich dabei um den Prozess mit erwarteten Bestätigungen. Der Prozess bezieht sich auf die heuristikbasierte SNP-Planung unter Berücksichtigung von
APO-Lieferplänen.
OLTP-Lieferpläne werden ebenfalls von der SNP-Heuristik berücksichtigt. Im Unterschied zu dem beschriebenen Prozess erzeugt die SNP-Heuristik bei der Planung von OLTP-Lieferplänen SNP-Umlagerungen mit Bezug zu den OLTP-Lieferplänen, die dann automatisch über eine Schnittstelle als Bestellanforderungen in das OLTP-System übertragen werden. Lieferplaneinteilungen und -abrufe werden im OLTP-System erzeugt. Sie können sich diese Einteilungen und Abrufe jedoch in der interaktiven SNP-Planung anzeigen lassen.
Beispielprozess der SNP-Lieferplanabwicklung

Wenn Sie Lieferpläne und Einkaufsinfosätze von einem OLTP-System über eine Schnittstelle in SAP APO übertragen, werden diese Daten im SAP-APO-System als Fremdbeschaffungsbeziehungen erzeugt. Dabei wird für jede Lieferplanposition eine eigene Fremdbeschaffungsbeziehung angelegt. Eine Fremdbeschaffungsbeziehung ist produktspezifisch und wird einer Transportbeziehung zugeordnet. Transportbeziehungen werden in SAP APO automatisch erzeugt, wenn Sie Daten aus dem OLTP-System übergeben. Die Fremdbeschaffungsbeziehung enthält also die vertraglichen Details der Beziehung zwischen einer Quellokation (Lieferant oder Lieferwerk) und einer Ziellokation (Werk). Sie müssen der Transportbeziehung noch ein Transportmittel zuordnen.
Weitere Informationen finden Sie unter
Bezugsquellenfindung in der SNP-Heuristik an, d.h. die Lieferpläne werden je nach Festlegung entweder nach Beschaffungspriorität oder nach Quotierung berücksichtigt.
Sie können diese Heuristik zunächst unkapazitiert (infinit), d.h. ohne Berücksichtigung einer Lieferantenkapazität ausführen (wählen Sie auf dem Einstiegsbild der SNP-Planung im Hintergund die Lieferplanoption Unkapazitiert). In diesem Fall beziehen Sie die Lieferantenkapazität evtl. in einem späteren Planungslauf ein, den Sie ausführen, nachdem Sie vom Lieferanten die Bestätigungen Ihrer Lieferplanabrufe erhalten haben (siehe Schritt 5). Sie haben jedoch auch die Möglichkeit, bereits in diesem Stadium die Lieferantenkapazität einzuplanen, sofern Ihnen der Lieferant diese Kapazitäten im voraus, z.B. über die
kooperierende Beschaffungsplanung, mitgeteilt hat. In der Planungsmappe 9ASAS (wählen Sie APO-Easy-Access-Menü →
Supply Network Planning →
Planung →
Kooperierende Beschaffungsplanung) kann Ihr Lieferant in der Kennzahl Bestätigung angeben, welche Mengen er liefern kann. In der Kennzahl Kapazität kann er außerdem seine Gesamtkapazität angeben, die Sie auch aus den Bestätigungsmengen (z.B. über
Makros) ableiten können. Der Lieferant hat außerdem die Möglichkeit, die Kapazität für die Transportbeziehungen zu einer Lieferplanposition anzugeben und somit die Kapazität von Transportmitteln zu beschränken.
Wenn Sie die entsprechenden Kapazitätsdaten vom Lieferanten im voraus erhalten haben, geben Sie auf dem Einstiegsbild der SNP-Planung die entsprechende Planungsmappe und die Kapazitätskennzahlen an. Aus Performance-Gründen sollten Sie als Planungsmappe möglichst eine Mappe wählen, die nur die tatsächlich benötigten Kennzahlen enthält. Wählen Sie außerdem, ob die für die Transportbeziehungen zu einer Lieferplanposition festgelegte oder die für die gesamte Lieferplanposition angegebene Kapazität bei der Planung berücksichtigt werden soll.
Weitere Informationen finden Sie unter
Heuristik ausführen.Die Bestätigungen werden vom System automatisch als Lieferplaneinteilungen in das OLTP-System übertragen.