Periodisches oder Auftragsbezogenes Produkt-Controlling?
Sie können Ihre Auftragskosten auf der Ebene von Produkten durchführen. Das Produkt-Controlling wird unterschieden in:
Periodisches Produkt-Controlling
Das Periodische Produkt-Controlling
empfiehlt sich insbesondere bei der Produktion von Erzeugnissen mit hoher Produktstabilität, die über einen längeren Zeitraum gefertigt werden. Wenn Sie Ihre Produkte im Rahmen der Serienfertigung
produzieren, dann führen Sie immer ein Periodisches Produkt-Controlling
durch. Ein Periodisches Produkt-Controlling
kann aber auch sinnvoll sein, wenn Sie Ihre Produkte im Rahmen der Werkstattfertigung
oder der Prozessfertigung
herstellen. Voraussetzung für ein sinnvolles Periodisches Produkt-Controlling
ist, dass die Produktion eines Materials über einen langen Zeitraum im Vordergrund steht.
Im Periodischen Produkt-Controlling
sammeln Sie die Kosten auf Produktkostensammlern.
Auftragsbezogenes Produkt-Controlling
Das Auftragsbezogene Produkt-Controlling
empfiehlt sich bei losbezogener Fertigung. Typisch ist die Anwendung des Auftragsbezogenen Produkt-Controlling
bei Werkstattfertigung oder bei chargenbezogener Prozessfertigung. Die Produktion erfolgt auf der Basis von Produktionsaufträgen, bei denen die Produktion und die Kostenanalyse einer bestimmten Menge (Produktionslosgröße) im Vordergrund steht.
Ob Sie ein Periodisches Produkt-Controlling
oder ein Auftragsbezogenes Produkt-Controlling
durchführen, steuern Sie unter anderem über die Abrechnungsvorschrift.
Im Periodischen Produkt-Controlling
muss die Abrechnungsvorschrift auf die Abrechnungsart PER (periodisch) verweisen.
Dazu hinterlegen Sie im Customizing des Periodischen Produkt-Controlling
unter Vorschlagswerte für Auftragsart festlegen
:
für Produktkostensammler die Defaultregel STR (mit Strategie für Bezugsbasisfindung)
für Produktionsaufträge die Defaultregel PP2 (Produktion Material Periodische Abrechnung)
Das System erzeugt auf Basis dieser Vorschlagswerte beim Anlegen eines Auftrages eine Abrechnungsvorschrift mit Abrechnungsart PER (Periodisch).
Im Auftragsbezogenen Produkt-Controlling
muss die Abrechnungsvorschrift auf die Abrechnungsart GES (gesamt) verweisen.
Dazu hinterlegen Sie im Customizing des Auftragsbezogenen Produkt-Controlling
unter Vorschlagswerte für Auftragsart festlegen
die Defaultregel PP1 (Produktion Material Gesamtabrechnung). Beim Anlegen eines Auftrages zur Auftragsart mit der Defaultregel PP1 erzeugt das System eine Abrechnungsvorschrift mit Abrechnungsart GES (Gesamt).

Im Periodischen Produkt-Controlling
erfolgt die Kostenträgerrechnung immer periodisch.
Periodische Kostenträgerrechnung im Zeitablauf
* Die Belastung des Produktkostensammlers erfolgt durch das Buchen von Istkosten, die auf den Produktkostensammler kontiert sind. Dies kann beispielsweise durch das Entnehmen von Materialien aus dem Lager oder durch innerbetriebliche Leistungsverrechnungen erfolgen.
** Die Entlastung des Kostenträgers erfolgt durch Lieferung der gefertigten Materialien an das Lager.
*** Die Abweichungen in der Abbildung enthalten die Ausschussabweichung.
Der Produktkostensammler ist über einen langen Zeitraum gültig. Der Gültigkeitszeitraum kann über mehrere Geschäftsjahre hinweg reichen.
Im Periodischen Produkt-Controlling
erfolgt die Ermittlung der Ware in Arbeit zu Sollkosten. Dazu müssen in der Serienfertigung Zählpunktmeldungen beziehungsweise zu Produktionsaufträgen Rückmeldungen zum Vorgang erfasst werden. Rückgemeldete Mengen, die kein Ausschuss sind, werden bei der WIP-Ermittlung mit Sollkosten bewertet.
Im Periodischen Produkt-Controlling
werden Abweichungen periodisch ermittelt; Ware in Arbeit und Abweichungen können somit gleichzeitig zu einem Objekt auftreten. Zur Ermittlung der Gesamtabweichung werden die in der Periode rückgemeldeten Istwerte mit den Sollwerten verglichen. Die Differenz aus Istwerten und Sollwerten wird um die Ware in Arbeit bereinigt, um die Abweichung auszuweisen.
Im Auftragsbezogenen Produkt-Controlling
erfolgt die Kostenträgerrechnung in der Regel losbezogen.
Losbezogene Kostenträgerrechnung im Zeitablauf

* Die Belastung des Fertigungsauftrages erfolgt durch das Buchen von Istkosten, die auf den Fertigungsauftrag kontiert sind. Dies kann beispielsweise durch das Entnehmen von Materialien aus dem Lager oder durch innerbetriebliche Leistungsverrechnungen erfolgen.
** Die Entlastung des Fertigungsauftrages erfolgt durch Lieferung der gefertigten Materialien an das Lager.
Der Fertigungsauftrag wird zur Produktion einer bestimmten Menge angelegt. Nachdem diese Menge geliefert wurde, soll die Kostensituation der gelieferten Menge überprüft werden.
Bei losbezogener Kostenträgerrechnung wird die Ware in Arbeit zu Istkosten ermittelt. Die Ware in Arbeit berechnet sich gemäß der Differenz aus Belastung und Entlastung eines Auftrages, solange der Auftrag noch nicht den Status GLFT (endgeliefert) hat.
Die Abweichungsermittlung erfolgt im Auftragsbezogenen Produkt-Controlling
erst, wenn der Auftrag den Status GLFT (endgeliefert) oder TABG (technisch abgeschlossen) hat. Dies bedeutet, dass zu diesem Status die Differenz aus Belastung und Entlastung vom System nicht mehr als Ware in Arbeit, sondern als Abweichung interpretiert wird.
Im Auftragsbezogenen Produkt-Controlling
weist ein Auftrag niemals gleichzeitig Ware in Arbeit und Abweichungen aus.
Entscheiden Sie, ob Sie ein losbezogenes oder ein periodisches Controlling durchführen möchten.
Legen Sie gegebenenfalls im Customizing der Produktion
die Auftragsart für Produktionsaufträge oder im Customizing des Periodischen Produkt-Controlling
die Auftragsart für Produktkostensammler an.
Überprüfen beziehungsweise hinterlegen Sie die Vorschlagswerte je Auftragsart und Werk. In diesem Arbeitsschritt hinterlegen Sie unter anderem die Defaultregel und den Abgrenzungsschlüssel.
Allgemeine Informationen zu den Steuerungsparametern in der Kostenträgerrechnung
finden Sie im Abschnitt:
Steuerungsparameter der Kostenträgerrechnung
Informationen zur Ermittlung von Ware in Arbeit finden Sie in den Abschnitten.
Ware in Arbeit im Periodischen Produkt-Controlling
Ware in Arbeit im Auftragsbezogenen Produkt-Controlling
Informationen zur Abweichungsermittlung finden Sie in den Abschnitten.