Ware in Arbeit im Auftragsbez. Produkt-Controlling Mit der WIP-Ermittlung führen Sie die Bewertung der unfertigen Erzeugnisse (Ware in Arbeit) durch.
Im
Auftragsbezogenen Produkt-Controlling
wird die Ware in Arbeit zu Istkosten bewertet. Dabei entspricht die Ware in Arbeit der Differenz aus Belastung und Entlastung eines Auftrages, der noch nicht endgeliefert ist.
Sie können die WIP-Ermittlung zu Istkosten verwenden für
Fertigungsaufträge
Prozeßaufträge
Sie können den Periodenabschluß mit Hilfe des
Schedule Managers
ausführen. Informationen hierzu finden Sie in den Abschnitten:
Verwenden Sie den
Schedule Manager
mit der Ablaufdefinition, so können Sie den mehrstufigen Arbeitsvorrat zur Nachbearbeitung der fehlerhaften Objekte verwenden. Weitere Informationen hierzu finden Sie im Abschnitt:
Die Differenz aus der Ware in Arbeit in der laufenden Periode und der Ware in Arbeit in der letzten Periode entspricht der Bestandsveränderung an unfertigen Erzeugnissen.
Die Bestandsveränderung kann mit der
Abrechnung
im Periodenabschluß der
Kostenträgerrechnung
an die
Finanzbuchhaltung
(FI) und die
Profit-Center-Rechnung
(EC-PCA) weitergeleitet werden. Durch die
Abrechnung
an FI erfolgt die Aktivierung des Bestandes unfertiger Erzeugnisse. Dabei führt das System die Buchung “Unfertige Erzeugnisse (Bilanz) an Bestandsveränderungen (Gewinn- und Verlustrechnung)” durch. Für Ware, die im Laufe einer Periode an das Lager geliefert worden ist, löst das System bei der Abrechnung den Bestand an unfertigen Erzeugnissen auf. Die Buchung erfolgt gemäß den im Customizing definierten Buchungsregeln. In den Buchungsregeln legen Sie fest, welche Konten bei der Abrechnung bebucht werden.
Beachten Sie die Möglichkeiten der flexiblen Fehlersteuerung .
Ware in Arbeit zu Istkosten

Die Nummer des Auftrages, für den Ware in Arbeit in die Finanzbuchhaltung übernommen wurde, wird im Feld
Zuordnung
des FI-Beleges angezeigt. Auf diese Weise wird sichergestellt, daß die Buchungen an das FI erklärbar sind.
Bei welchen Systemmeldungen Sie die Ware in Arbeit abrechnen können oder eine Abrechnung verhindern können, können Sie mit Hilfe der flexiblen Fehlersteuerung beeinflussen.
Sie haben sichergestellt
daß im Customizing des
Auftragsbezogenen Produkt-Controlling
als Vorschlagswert zur Auftragsart die Defaultregel PP1 (Produktion Material Gesamtabrechnung) hinterlegt ist
daß die folgende Arbeitsschritte im Customizing des
Produktkosten-Controlling
unter
Kostenrtägerrechnung
→Auftragsbezogenem Produkt-Controlling
→Periodenabschluß
→Ware in Arbeit
ausgeführt wurden:
Abgrenzungsschlüssel definieren
Verwenden Sie für die Ware in Arbeit zu Istkosten den Abgrenzungsschlüssel 000002.
Abgrenzungsversion definieren
Bewertungsmethode definieren (Istkosten)
Zeilenidentifikationen definieren
Zuordnung definieren
Kostenarten für WIP-Ermittlung definieren
Fortschreibung definieren
Buchungsregeln für die Abrechnung der Ware in Arbeit definieren
Sie legen in den Buchungsregeln fest, an welche Sachkonten die Ware in Arbeit abgerechnet wird.
daß eine Sperrperiode gesetzt ist, um die in der letzten Periode ermittelten Daten vor dem überschreiben zu schützen
Die Sperrperiode unterteilt den Lebenszyklus des Fertigungsauftrages in offene und abgeschlossene Perioden.
Die bis einschließlich der Sperrperiode ermittelte Ware in Arbeit wird bei der nächsten WIP-Ermittlung nicht mehr verändert.
Die Ware in Arbeit für spätere Perioden wird durch die aktuelle WIP-Ermittlung überschrieben.
Damit bereits gebuchte Daten nicht mehr verändert werden, definieren Sie die Sperrperiode normalerweise als die Vorperiode der Abgrenzungsperiode.

Für einen Fertigungsauftrag oder einen Serienauftrag wird Ware in Arbeit in Mai, Juni und Juli ermittelt. Die Bewertung für Juli soll die Ware in Arbeit für Mai und Juni nicht ändern.
Sie setzen die Sperrperiode auf die Periode 06 und ermitteln Ware in Arbeit für die Abgrenzungsperiode 07.
daß die Definition des Kostenrechnungskreises im Customizing des
Controlling Allgemein
überprüft wurde
Über den Währungstyp des Kostenrechnungskreises (in den
Grunddaten
) wird gesteuert, welche
Währung als Kostenrechnungskreiswährung zulässig ist und ob die Währung des Kostenrechnungskreises von der Währung der zugeordneten Buchungskreise abweichen darf. Über das Kennzeichen
Alle Währungen
(in den
Steuerungskennzeichen
) bestimmen Sie, ob die Werte nur in der Kostenrechnungskreiswährung oder zusätzlich in der Transaktionswährung und der Objektwährung fortgeschrieben werden.
Ware in Arbeit wird immer in der Kostenrechnungskreiswährung ermittelt und an FI in der Buchungskreiswährung abgerechnet. Wird eine buchungskreisübergreifende Kostenrechnung mit abweichenden Währungen durchgeführt, so wird die Ware in Arbeit zusätzlich in der Buchungskreiswährung ermittelt.
daß im Berichtswesen Einstellungen vorgenommen werden, die das Anzeigen der Ware in Arbeit ermöglichen
Im Customizing des
Produktkostenplanung
legen Sie unter
Grundeinstellungen für die
Materialkalkulation
→
Kostenelemente definieren
fest, welche Werte für die Bestandsbewertung, die handelsrechtliche Inventurbewertung und die steuerrechtliche Inventurbewertung aktivierungspflichtig sind. Dabei gliedern Kostenelemente die in der Kalkulation ermittelten Kosten nach bestimmten Gruppen.
Die Zeilenidentifikationen für die WIP-Ermittlung werden in der Regel nach derselben Logik gegliedert wie die Kostenelemente in der Produktkostenplanung. Dies bedeutet, daß beispielsweise einer Zeilenidentifikation "Rohstoffe" in der Regel derselbe Kostenartenintervall zugeordnet wird der dem Kostenelement "Rohstoffe" zugeordnet ist.
Kosten werden aber in der WIP-Ermittlung nur berücksichtigt, wenn sie einer Zeilenidentifikation zugeordnet sind.
Sie legen im Customizing pro Gruppe fest, daß
die Ware in Arbeit aktiviert werden kann
ein Teil der Ware in Arbeit aktiviert werden kann
keine Ware in Arbeit aktiviert werden kann
Sie können für unfertige Erzeugnisse ebenso wie für fertige Erzeugnisse Leistungen mit Isttarifen bewerten und Gemeinkostenzuschläge berechnen. Vor der WIP-Ermittlung sollten Sie deshalb gegebenenfalls die
Prozeßkostenverrechnung
, die
Nachbewertung Isttarife und
die
Zuschlagsberechnung
durchführen.
Nach dieser Methode errechnet sich die Ware in Arbeit pro Fertigungsauftrag aus der Differenz aus den angefallenen Istkosten und den abgerechneten Istkosten, d.h. aus der Differenz zwischen den Belastungen für Materialentnahmen, innerbetriebliche Leistungsverrechnungen, Fremdleistungen und Gemeinkosten einerseits und den Entlastungen für Wareneingänge andererseits. Wenn der letzte Teil des Auftragsloses an das Lager geliefert wird, muß jede restliche Ware in Arbeit aufgelöst werden, damit die Auftragskosten ordnungsgemäß an den Bestand abgerechnet werden können.
Der Status des Auftrages bestimmt, ob im Laufe der WIP-Ermittlung die Ware in Arbeit gebildet oder aufgelöst wird.
Ist für den Auftrag der Status FREI (freigegeben) gesetzt, so kann das System Ware in Arbeit ermitteln.
Ist für den Auftrag der Status GLFT (endgeliefert) oder TABG (technisch abgeschlossen) gesetzt, so wird die in einer vorherigen Periode ermittelte Ware in Arbeit aufgelöst.
Die Kalkulation, die als Basis für die Bewertung der Ware in Arbeit herangezogen wird, kann Kosten wie Vertriebs- und Verwaltungskosten beinhalten, die für die Bestandsbewertung nicht relevant sind. In der Kalkulation mit Mengengerüst können diese Kosten in einer separaten Elementesicht ausgewiesen werden. Kosten, die für die Bestandsbewertung nicht relevant sind, werden für die Bewertung der Ware in Arbeit nicht herangezogen.
Bei Kuppelproduktion wird die Ware in Arbeit je Kuppelprodukt auf der Ebene der Auftragsposition berechnet.
Während der WIP-Ermittlung können für bestimmte Aufträge Rückstellungen für fehlende Kosten gebildet werden. Dies geschieht dann, wenn die bis dato angefallenen Istkosten für den Produktionsauftrag kleiner sind als die Entlastungsbuchung beim Wareneingang. Das System bildet eine Rückstellung, weil aufgrund der Informationen in der Plankalkulation zum Material, die als Basis für die Materialbewertung verwendet wird, höhere Kosten als die bis dato gebuchten Istkosten erwartet werden. Rückstellungen für fehlende Kosten führen in der Regel bei der Abrechnung zu der Buchung “Aufwand aus Rückstellungen” (Gewinn und Verlust) an “Rückstellungen für fehlende Kosten” (Bilanz).
Die Ware in Arbeit wird auf dem Produktkostensammler oder Produktionsauftrag unter sekundären Kostenarten des Kostenartentyps 31 fortgeschrieben. Die sekundären Kostenarten des Kostenartentyps 31 sind Abgrenzungskostenarten.
Das System kann die Ware in Arbeit und die Rückstellungen nicht nur in Summe, sondern auch gesplittet nach variablen und fixen Kosten fortschreiben. Voraussetzung für diese Funktion ist, daß für das Material das Preissteuerungskennzeichen S (Standardpreis) gesetzt ist und daß eine laufende Plankalkulation für das Material besteht.
Während der WIP-Ermittlung setzt das System den Status “ABGR” (Abgrenzung erfolgt). Über diesen Status selektiert das System die Aufträge, für die Ware in Arbeit ermittelt worden ist.
Diese Daten werden bei der Verdichtung berücksichtigt. Im Informationssystem können Sie Verdichtungshierarchien aufbauen, um die kumulierte Abweichungen beispielsweise pro Werk oder Kostenrechnungskreis darzustellen.
Sie können die Ware in Arbeit zu Istkosten in maximal drei parallelen Bewertungssichten ermitteln. Dies bedeutet, daß die Berücksichtigung von Transferpreisen bei Ware in Arbeit zu Istkosten möglich ist. Sie steuern dies im Customizing des
Auftragsbezogenen Produkt-Controlling
unter
Periodenabschluß
→
Ware in Arbeit
→
Abgrenzungsversionen definieren
.
Um die Laufzeit der WIP-Ermittlung zu verkürzen, können Sie die WIP-Ermittlung parallelisiert ausführen.
Wenn Sie die WIP-Ermittlung außerhalb des
Schedule Managers
durchführen, dann tragen Sie bei der Hintergrundverarbeitung eine Server-Gruppe ein.
Wenn Sie die WIP-Ermittlung in Verbindung mit dem
Schedule Manager
durchführen, dann setzen Sie beim Anlegen der Jobvariante im Selektionsbild des Programmes das Kennzeichen
Parallelverarbeitung
. Anschließend erscheint ein Eingabefeld, in das Sie die Servergruppe eingeben.
Zu den im Periodenabschluß durchgeführten Einzelfunktionen können Sie die fehlerhaft bearbeiteten Objekte anzeigen und bearbeiten. Dazu verwenden Sie den mehrstufigen Arbeitsvorrat. Der mehrstufige Arbeitsvorrat bietet die Möglichkeit, fehlerhafte Objekte nicht nur eines einzelnen Verarbeitungsschrittes (d.h. einer Einzelfunktion), sondern einer ganzen Verarbeitungsschrittfolge zu bearbeiten.
Voraussetzung für die Verwendung des mehrstufigen Arbeitsvorrates ist, daß Sie den
Schedule Manager
in Verbindung mit einer Ablaufdefinition verwenden.
siehe: „Integration“ in diesem Abschnitt
Im System kann die Ware in Arbeit nicht vorgangsbezogen und nicht phasenbezogen ermittelt werden.
Sie können im Rahmen des Transferpreisekonzeptes Ware in Arbeit zu Istkosten in parallelen Bewertungssichten fortschreiben.
Die bei der WIP-Ermittlung ausgegebenen Meldungen können Sie über die flexible Fehlersteuerung beeinflussen.
siehe: „Integration“ in diesem Abschnitt
In den ersten zwei Perioden wird Ware in Arbeit ermittelt und mit der Abrechnung als Bestandsveränderung an FI und EC-PCA weitergeleitet.
In der dritten Periode wird der letzte Wareneingang für den Auftrag erfaßt. Die vorher gebildete Ware in Arbeit wird zurückgenommen.
Periode |
Status |
WIP (kumuliert) |
Bestandsveränderung |
||
|---|---|---|---|---|---|
1 |
Freigegeben |
200 |
200- |
||
2 |
Freigegeben |
300 |
100- |
||
3 |
Geliefert |
0 |
300 |
||

Mit der Abrechnung wird die ermittelte Ware in Arbeit periodisch an die Finanzbuchhaltung weitergeleitet, obwohl die Abrechnungsart
Gesamtabrechnung
ist. Mit dieser Methode müssen Sie über den Status des Auftrags sicherstellen, daß die gebildete Ware in Arbeit zurückgenommen wird, bevor die Abweichungen an den Bestand abgerechnet werden.
Siehe auch:
Informationen zu Defaultregel und Abrechnungsart finden Sie im Abschnitt:
Periodisches oder Auftragsbezogenes Controlling?
Informationen zu den Steuerungsparametern der Kostenträgerrechnung finden Sie im Abschnitt:
Steuerungsparameter der Kostenträgerrechnung
Informationen zur Bewertungsstrategie bei bewertetem Kundenauftragsbestand finden Sie im Abschnitt:
Bewerteter Kundenauftragsbestand: Bewertung
Standardpreis bei bewertetem Kundenauftragsbestand
Informationen zur Ermittlung von Abweichungen und Ausschuß bei bewertetem Kundenauftragsbestand finden Sie in den Abschnitten:
Abweichungen und Ausschuß bei bewertetem Kundenauftragsbestand
Informationen zu den zur WIP-Ermittlung vorzunehmenden Customizing-Einstellungen finden Sie im IMG des
Auftragsbezogenen Produkt-Controlling
unter
Periodenabschluß
→
Ware in Arbeit.
Informationen zum Informationssystem und über die im Customizing durchzuführenden Aktivitäten finden Sie in der Dokumentation
Informationssystem Produktkosten-Controlling
sowie im Einführungsleitfaden (IMG) des
Informationssystems Produktkosten-Controlling
.
Informationen zur Fortschreibung von Daten in parallelen Bewertungssichten finden Sie im Abschnitt:
Transferpreise in der Kostenträgerrechnung
Informationen zu weiteren Performance-Verbesserungen CO-PC finden Sie im Abschnitt: Performance im Produktkosten-Controlling