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FunktionsdokumentationEinseitige Anlagen

 

Je nach gesetzlichen Vorschriften ist ein Wirtschaftsgut möglicherweise nach einer Rechnungslegungsvorschrift als Anlage zu führen, während es nach einer anderen Rechnungslegungsvorschrift nicht als Anlage zu führen ist, sondern der Aufwand direkt in die GuV zu buchen ist.

Beispiel Beispiel

Nach IFRS ist ein Wirtschaftsgut als Anlage zu aktivieren; nach deutschem Handelsrecht (HGB) muss der entsprechende Betrag als Aufwand gebucht werden.

Ende des Beispiels.

Beim integrierten Anlagenzugang erfolgt die Aufwandsbuchung automatisch auf ein Aufwandskonto, das im Customizing hinterlegt ist.

Beim nicht integrierten Anlagenzugang gibt es keine automatische Buchung auf ein Aufwandskonto.

Beim (integrierten und nicht integrierten) Anlagenabgang müssen Sie für die Rechnungslegungsvorschrift, in der keine Aktivierung erfolgte, prüfen, ob der Ertrag, der im Rahmen der debitorischen Rechnung gebucht wird, manuell auf ein anderes Konto umzubuchen ist, z.B. auf Erlöse aus Verkäufen von nicht aktivierten Wirtschaftsgütern.

Integration

Bei einem integrierten Anlagenzugang, der in einer anderen Anwendung erfasst wird, (z.B. in der Kreditorenbuchhaltung oder in der Logistik), werden auf Konten-Ebene Werte in allen Rechnungslegungen fortgeschrieben. In der neuen Anlagenbuchhaltung, also auf Anlagen-Ebene, geht das System so vor: Bei integrierten Buchungen bucht es die Anschaffungswerte für solche Rechnungslegungsvorschriften, in denen das Wirtschaftsgut nicht als Anlage geführt wird, automatisch in den Aufwand.

Voraussetzungen

Wenn Sie die Anlagenzugänge integriert buchen und die oben beschriebenen automatischen Buchungen nutzen wollen, müssen folgende Voraussetzungen erfüllt sein:

  • Sie haben die Customizing-Einstellungen für die Bewertungsbereiche vorgenommen. Hierbei ist jedem Bewertungsbereich eine Rechnungslegungsvorschrift zugeordnet; somit spiegelt sich die Rechnungslegungsvorschrift in den Bewertungsbereichen wider.

  • Über die Anlagenklasse haben Sie im Anlagenstammsatz für diejenigen Bewertungsbereiche die Realtime-Fortschreibung deaktiviert, für die die Anlage nicht aktiviert werden soll, sondern für die automatische Aufwandsbuchungen erzeugt werden sollen. Weitere Einzelheiten zu den Customizing-Einstellungen finden Sie unten.

Funktionsumfang

Integrierter Anlagenzugang

Bei einem integrierten Anlagenzugang erfassen Sie die Buchung in einer anderen Anwendung (z.B. in der Kreditorenbuchhaltung mit Transaktion FB01); dabei erzeugt das System folgende Buchungen:

  • Rechnungslegungsübergreifend bucht das System kreditorisch gegen das Technische Verrechnungskonto für den integrierten Anlagenzugang.

  • In den anschließenden rechnungslegungsspezifischen Buchungen muss das System dieses technische Verrechnungskonto in allen Rechnungslegungen entlasten. Wenn die Anlage nicht in allen Rechnungslegungen geführt wird (d.h. wenn im Anlagenstammsatz der zugehörige Bewertungsbereich für die Realtime-Fortschreibung deaktiviert ist), dann bucht das System auf das zugehörige Aufwandskonto Aktivierungsdifferenzen/Neutraler Aufwand (KTNAIB). Wenn das Aufwandskonto im Customizing nicht gepflegt ist, dann bucht das System auf das Gegenkonto Anschaffungswert.

  • Wenn im Stammsatz der Anlage überhaupt kein Bewertungsbereich zur Realtime-Fortschreibung der AHK-Konten in irgendeiner Rechnungslegung vorhanden ist, dann werden alle Entlastungen des technischen Verrechnungskontos in den Aufwand gebucht. In diesem Fall gibt das System eine Meldung aus, da solche eine reine Aufwandsbuchung der Erfassung als Anlagenbewegung widerspricht. Bei Bedarf können Sie die entsprechende Meldung in eine Warnung umkonfigurieren (Meldungen FAA_AIST020, FAA_POST060, FAA_POST061).

Hinweis Hinweis

Wenn Sie beispielsweise für den realtime buchenden Bewertungsbereich die Fortschreibung in Ledger 0L deaktivieren, jedoch einen statistischen Bereich 20 auf der Anlage behalten, so ist dies prinzipiell möglich, solange es ein statistischer Bereich ist, den Sie für Reporting-Zwecke verwenden. Wenn der Bereich 20 allerdings AfA bucht, so ist diese Konfiguration nicht möglich. Siehe auch den Abschnitt “Anlegen von Anlagenstammsätzen” unten.

Ende des Hinweises
Integrierter Anlagenabgang

Bei einem integrierten Anlagenabgang erfassen Sie die Buchung ebenfalls in einer Anwendung als der Anlagenbuchhaltung (z.B. in Transaktion FB01 oder in einer daraus abgeleiteten Transaktion); dabei erzeugt das System folgende Buchungen:

  • Rechnungslegungsübergreifend bucht das System debitorisch gegen das manuell eingegebene Konto Erlös aus Anlagenabgang.

  • Für solche Rechnungslegungsvorschriften, für die die realtime buchenden Bewertungsbereiche im Stammsatz der Anlage aktiv sind, erzeugt das System eine rechnungslegungsspezifische Umbuchung vom Konto Verrechnung Anlagenabgang gegen das Anlagenkonto.

Anders als beim Technischen Verrechnungskonto für den integrierten Anlagenzugang braucht das Erlöskonto nicht in allen Rechnungslegungen entlastet werden. Daher bleibt der Buchungsbetrag für Bewertungsbereiche, die für Realtime-Fortschreibung deaktiviert sind, auf dem Erlöskonto stehen. Falls Sie für die Erlösbuchung ein anderes Konto wünschen (z.B. weil Sie den Ausweis auf einer bestimmten GuV-Position wünschen, etwa auf Erlöse aus Verkäufen von nicht aktivierten Wirtschaftsgütern), müssen Sie in der Transaktion FB01L rechnungslegungsspezifisch eine manuelle Umbuchung erfassen.

Hinweis Hinweis

Wenn mehrere Anlagen gleichzeitig verkauft werden, verlangt das System, dass auf allen beteiligten Anlagen das gleiche Set von Rechnungslegungsvorschriften durch die entsprechenden Bewertungsbereiche zur Realtime-Fortschreibung der AHK-Konten angegeben ist. Dies gilt auch für den Spezialfall des generischen Abgangs.

Ende des Hinweises
Nicht integrierter Anlagenzugang und -abgang

Nicht integriert gebuchte Anlagenzu- und -abgänge (also Buchungen innerhalb der Anlagenbuchhaltung) betreffen immer nur diejenigen Bewertungsbereiche, die auch tatsächlich im Stammsatz der Anlage geführt werden. Da die Anlagenbuchhaltung immer rechnungslegungsspezifische Belege bucht, ist ein Ausgleichen des technischen Verrechnungskontos mit Hilfe einer Aufwandsbuchung nicht notwendig. Außerdem ist es unter Umständen auch nicht gewünscht, Buchungen auf das im Customizing hinterlegte Aufwandskonto zu erzeugen.

Falls bei einem in der Anlagenbuchhaltung gebuchten Zu- oder Abgang eine Aufwands- oder Erlösbuchung notwendig ist, müssen Sie rechnungslegungsspezifisch eine manuelle Umbuchung auf die entsprechenden Konten im Finanzwesen erfassen (beim Anlagenzugang z.B. auf dem Konto Aufwand sonstiger Verbrauch – nicht aktiviertes WG und beim Anlagenabgang z.B. auf dem Konto Erlöse aus Verkäufen von nicht aktivierten Wirtschaftsgütern).

Anlegen von Anlagenstammsätzen

Da das System bei integrierten Buchungen für nicht geführte Rechnungslegungsvorschriften die Anschaffungswerte direkt in den Aufwand bucht, dürfen keine Bereiche in solchen Rechnungslegungsvorschriften auf der Anlage vorhanden sein, die Abschreibungen auf Hauptbuchkonten buchen. Andernfalls würde sich der Aufwand auf den Konten über die Nutzungsdauer des Wirtschaftsguts hinweg verdoppeln.

Beispiel Beispiel

Wirtschaftsgut, dessen Customizing der Bewertungsbereiche zu doppelten Aufwandsbuchungen führen würde:

Bewertungsbereich

Rechnungslegungsvorschrift

Fortschreibung im Hauptbuch (Kennzeichen BUHBKT)

Bewertungsbereich (aktiviert/deaktiviert)

Anmerkung

01 Lokales Recht

Lokale Rechnungslegungsvorschrift (RLV)

Realtime

Deaktiviert

Kosten werden direkt in die GuV gebucht

20 Controlling (lokales Recht)

Lokale RLV

Bucht nur Abschreibung

Aktiviert

Bucht kalkulatorische AfA

30 IFRS

IFRS

Realtime

Aktiviert

Anlage wird aktiviert und über FI-AA abgeschrieben

Ende des Beispiels.

Das System prüft daher die Einstellungen der Bewertungsbereiche im Anlagenstammsatz und gibt ggf. eine Fehlermeldung aus (AIST 020).

Falls Sie jedoch eine solche Konfiguration ausdrücklich wünschen, z.B. weil nicht integriert gebucht wird, können Sie die entsprechende Meldung in eine Warnmeldung umwandeln.

Aktivitäten

Customizing-Einstellungen für integrierte Buchungen

Wenn Sie Anlagenbewegungen integriert buchen, nehmen Sie folgende Einstellungen im Customizing der Anlagenbuchhaltung (neu) vor:

  1. Wir empfehlen, eigene Anlagenklassen für solche Wirtschaftsgüter zu verwenden, die nicht in allen Rechnungslegungen als Anlagen zu führen sind. (Alternativ können Sie direkt im Stammsatz der Anlage einzelne Bewertungsbereiche deaktivieren.)

  2. Sofern Sie der Empfehlung unter Schritt 1 folgen, deaktivieren Sie in der Anlagenklasse diejenigen Bewertungsbereiche, deren Rechnungslegungsvorschrift keine Aktivierung des Wirtschaftsgutes als Anlage erfordert (im Customizing unter Anfang des Navigationspfads Anlagenbuchhaltung (neu) Navigationsschritt Bewertung allgemein Navigationsschritt Anlagenklassenbewertung bestimmen Ende des Navigationspfads).

  3. Für diejenigen Bewertungsbereiche, die Sie deaktiviert haben, pflegen Sie das Konto Aktivierungsdifferenzen/Neutraler Aufwand (im Customizing unter Anfang des Navigationspfads Anlagenbuchhaltung (neu) Navigationsschritt Integration mit dem Hauptbuch Navigationsschritt Hauptbuchkonten zuordnen Ende des Navigationspfads, im Dialog: Anfang des Navigationspfads Kontenplan Navigationsschritt Kontenfindung Navigationsschritt Bestandskonten Ende des Navigationspfads, Feld KTNAIB).

Buchungen

Buchungsbeispiele für einseitige Anlagen finden Sie unter Beispiele: Integrierte und nicht integrierte Zu- und Abgänge bei einseitigen Anlagen.

Weitere Informationen

Weitere Informationen zum integrierten Anlagenzugang und der Verwendung des Technischen Verrechnungskontos für den integrierten Anlagenzugang finden Sie unter Integrierte Zugangsbuchung.